1 3
2 Pricing 5
2.1 Methoden zur Bewertung von Aktienanleihen 5
2.2 Pricing einer einfachen Aktienanleihe 5
3 Wie Aktienanleihen vermarktet werden 11
3.1 Wie strukturierte Produkte entworfen und kalkuliert werden 11
3.2 Produktentwicklung bei Aktienanleihen 12
3.3 Produktkalkulation 13
3.4 Vermarktung 15
4 Aktienanleihen aus Anlegersicht 16
4.1 Chancen für Anleger 16
4.2 Gefahren für Anleger 16
5 Steuerliche Behandlung bei Privatanlegern 18
6 Aktienanleihen und die Börsentermingeschäftsfähigkeit 20
7 Mögliche Beweggründe zur Emission einer strukturierten Anleihe 20
8 Verschiedene Formen von Aktienanleihen 21
Literaturverzeichnis 22
Abbildungsverzeichnis 22
Anhang 23
„Vollkommen neu sind Reverse Convertibles oder Equity Linked Bonds – wie Aktienanleihen auch genannt werden – nicht. Solche Papiere wurden schon Anfang der neunziger Jahre angeboten. Richtiges Interesse haben die Anleger damals aber nicht gezeigt, was wohl hauptsächlich daran gelegen hat, dass das Marktumfeld nicht unbedingt ideal war. Andererseits waren die Erträge bei herkömmlichen festverzinslichen Produkten so hoch, dass Anleger gar nicht den Drang nach alternativen Sparformen verspürten.“ 1
Auffällig ist nicht nur der hohe, meist erheblich über dem Marktniveau liegende Kuponzins. Außergewöhnlich ist vor allem die Art und Weise, wie die Rückzahlung (Tilgung) am Ende der Laufzeit zustande kommt. Der Emittent kann wählen, ob er den Nominalwert zurückzahlt oder statt dessen eine bestimmte vorher festgelegte Anzahl von Aktien liefert. Anhand des nun folgenden Beispiels, möchte ich dies genauer betrachten:
Eine Bank gibt eine Aktienanleihe mit einjähriger Gesamtlaufzeit zum Nennwert von 100 ¼ KHUDXV .XSRQ HOI 3UR]HQW 'DV 3DSLHU Lst so ausgestattet, dass der Emittent die Wahl hat, am Ende entweder zum Nennbetrag zu tilgen oder dem Anleger alternativ zwei Aktien der Telekom AG zu liefern. Ob sich der Emittent für die Aktienlieferung entscheidet oder eine Rückzahlung in Höhe des Nennwertes vorzieht, hängt vom Wert der T-Aktie in einem Jahr ab. Liegt ihr Börsenkurs unter 50 ¼ - beispielsweise bei 40 ¼ -, ist es für den Schuldner vorteilhafter, Aktien zu
liefern. Damit hat er seine Pflicht erfüllt, faktisch aber nur einen Gegenwert von 80 ¼ zurückgezahlt, was ihm – verglichen mit dem Nennwert – eine Ersparnis von 20 ¼ einbringt. Notiert die T-Aktie hingegen oberhalb der Marke von 50 ¼ ORKQW VLFK GLH Aktienlieferung nicht. In diesem Fall wird sich der Emittent für eine Tilgung zum Nennwert entscheiden.
Es ist unschwer zu erkennen, dass Anleger in punkto Tilgung ein hohes Verlustrisiko übernehmen, das Gewinnpotential hingegen nach oben aber begrenzt wird. Mehr als 100 ¼ IOLHHQ GHP ,QYHVWRU LQ NHLQHP )DOO ]XUFN VFKOLPPVWHQIDOOV HUOHLGHW der Anleger einen Totalverlust (Kuponzahlung unberücksichtigt).
Somit wird auch klar, warum die Aktienanleihe einen vergleichsweise hohen
Nominalzins von elf Prozent hat. Der exorbitante Kupon ist eine Art
Entschädigungsleistung für das übernommene Rückzahlungsrisiko. Je größer dieses
Risiko, um so höher ist im allgemeinen auch der Kupon.
2. Pricing
2.1 Methoden zur Bewertung von Aktienanleihen
Aktienanleihen können sehr unterschiedlich konzipiert sein und von Emittenten mit zum Teil sehr individuellen Ausstattungselementen versehen werden, welche für die Mehrzahl der Investoren oft intransparent erscheinen.
Eine ziemlich einfache Lösung um den sogenannten fair value einer Anleihe zu bestimmen besteht darin, die Preise einzelner Aktienanleihen untereinander zu
In der Praxis ist diese Methode jedoch schwierig umzusetzen, da kaum vergleichbare Produkte vorhanden sind. Emittenten neigen dazu, Aktienanleihen so auszustatten, dass eine direkte Gegenüberstellung mit Konkurrenzprodukten in vielen Fällen unmöglich ist.
Allerdings besteht auch die Möglichkeit, eine Aktienanleihe in ihre Einzelbausteine zu zerlegen (Stripping) und so die Zahlungsstruktur durch andere Finanzinstrumente nachzubilden (Pricing by Duplication). Aus dem Preis des Duplikats wird anschließend der Wert der Anleihe abgeleitet.
2.2 Pricing einer einfachen Aktienanleihe
„Als Ausgangsprodukt habe ich die „10% Aktienanleihe auf Volkswagen“ gewählt, die unter www.oppenheim.de/aktienanleihen/ abrufbar ist und die sich auch im Anhang abgedruckt befindet.
Wichtig ist auch, dass die Bewertung dieser Aktienanleihe in den folgenden Abschnitten am 10. August 1999 stattfindet. Der Nennbetrag beträgt 5000 ¼
Laut Anleihebedingungen ist die Kuponzahlung am 22. Dezember 2000 in Höhe von 10 Prozent p.a. sicher, ungewiss hingegen, in welcher Form (Nennwert oder
Aktienandienung) die Tilgung erfolgt.
Beginnen möchte ich mit der Berechung der Kuponzahlung. Mit Hilfe der aus den Anleihebedingungen entnommenen Angaben lassen sich die am 22.12.00, für 506 Tage gezahlten Zinsen bestimmen:
Quote paper:
Michael Appelt, 2000, Aktienanleihen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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