2
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 4
2 Sexueller Missbrauch 5
2.1 Was ist sexueller Missbrauch Begriffsklärung 5
2.2 Formen von sexuellem Missbrauch 6
2.3 Zahlen und Fakten zum Ausmaß sexuellen Missbrauchs 9
2.4 Missbrauchsdynamik 10
2.5 Ursachen von sexuellem Missbrauch 12
2.5.1 Der familiendynamische Erklärungsansatz 13
2.5.2 Der feministisch gesellschaftliche Erklärungsansatz 14
2.6 Folgen von sexuellem Missbrauch 15
2.6.1 Körperliche Folgen 16
2.6.2 Psychosomatische Folgen 17
2.6.3 Psychische Folgen 18
2.6.4 Autoaggressives Verhalten 19
2.6.5 Folgen im Sozialverhalten 20
2.6.6 Folgen im Sexualverhalten 21
2.7 Prävention von sexuellem Missbrauch 22
2.7.1 Präventionsbegriff 22
2.7.2 Inhalte und Ziele präventiven Handelns 23
3 Buchanalyse: Heiko Neumann: Schweigemund 25
3.1 Informationen zum Autor 25
3.2 Inhaltsangabe 25
3.3 Inhaltliche Analyse 28
3.3.1 Realitäts- und Problemgehalt 28
3.3.2 Erklärungsansätze 33
3.3.3 Lösungsmöglichkeiten und Perspektiven 34
3.3.4 Prävention 35
3
3.4 Stilanalyse Sprache Form 36
3.4.1 Äußere Aufmachung 36
3.4.2 Struktur Aufbau des Buches 36
3.4.3 Sprache ästhetische Elemente 39
3.4.4 Rezeptionsanalyse 40
3.5 Didaktisch-methodische Fragestellungen 41
4 Zusammenfassende Bewertung 43
5 Literaturverzeichnis 44
4
1 Einleitung
Sexualität und vieles, was damit zusammenhängt, stellt noch immer ein Tabuthema in unserer Gesellschaft dar. Zwar ist das Problem des sexuellen Missbrauchs aus der Tabuzone des Heimlichen heraus ins öffentliche Gespräch geraten, aber dennoch vergisst man schnell wieder, dass man darüber gesprochen hat. Auch über das hohe Ausmaß betroffener Kinder werden nur wenige Worte ve rloren, obwohl unzählige Jungen und Mädchen tagtäglich zu Opfern sexueller Gewalt werden.
Man muss davon ausgehen, dass in vielen Klassen vor allem Mädchen über entsprechende Erfahrungen verfügen. Aus diesem Grund sind Lehrerinnen und Lehrer für die Anzeichen sexuellen Missbrauchs zu sensibilisieren und aus ein angemessenes Reagieren bei einem Missbrauchsverdacht vorzubereiten, denn sie stellen für viele Betroffene oftmals die erste und einzige Möglichkeit dar, auf ihre Situation aufmerksam zu machen.
Im schulischen Unterricht bestehen vielfältige Möglichkeiten, vor allem auch auf Wegen der Zusammenarbeit mit den Eltern, die Missbrauchsthematik zu behandeln. Präventionsarbeit ist an dieser Stelle ein wichtiger Begriff. Neben Materialien wie Liedern, Filmen oder Theaterstücken bieten sich auch Kinder- und Jugendbücher an, um sexuelle Gewalt in der Schule zu thematisieren.
Aus diesem Grund befasst sich der zweite Teil dieser Hausarbeit mit der Analyse eines entsprechenden Jugendbuches, der Erzählung „Schweigemund“ von Heiko Neumann. Nach einer Auseinandersetzung mit der inhaltlichen und stilistischen Umsetzung der Missbrauchsthematik in diesem Jugendbuch soll die Frage beantwortet werden, inwiefern dessen Einsatz im schulischen Unterricht sinnvoll ist. Vorab jedoch soll als Grundlage ein Überblick über die Formen, das Ausmaß, die Dynamik, die Ursachen, die Folgen und die Prävention von sexuellem Missbrauch geschaffen werden.
5
2 Sexueller Missbrauch
2.1 Was ist sexueller Missbrauch? – Begriffsklärung
Trotz zahlreicher Definitionsversuche ist es bis heute nicht gelungen, eine allgemeingültige
Definition von sexuellem Missbrauch zu formulieren. Dennoch existieren einige Kriterien, die
zu einer Begriffsbestimmung verwendet werden können. 1 Hierzu gehören die Art der
sexuellen Handlung, der Altersunterschied zwischen Täter und Opfer, der an den Missbrauch
gebundene Macht- und Autoritätsmissbrauch des Täters sowie die aus dem kindlichen
kognitiven und psychischen Entwicklungsstand heraus resultierende Unfähigkeit des Opfers,
der sexuellen Handlung mit einem Erwachsenen wissentlich zustimmen zu können. Auch die
Anwendung von körperlicher und psychischer Gewalt, um die eigenen Bedürfnisse auf
Kosten des Kindes befriedigen zu können, findet in Definitionsvorschläge n ebenso
Berücksichtigung wie der Druck zur Geheimhaltung. Seltener beinhalten die Definitionen
auch die Absichten des Täters sowie Ausmaß, Dauer, Folgen und kulturelle Hintergründe der
Tat.
Einige Definitionen sollen an dieser Stelle exemplarisch vorgestellt werden:
„Sexueller Missbrauch ist immer dann gegeben, wenn ein Mädchen oder Junge von einem Erwachsenen oder älteren Jugendlichen als Objekt der eigenen sexuellen Bedürfnisse benutzt wird. Kinder und Jugendliche sind aufgrund ihrer kognitiven und emotionalen Entwicklung nicht in der Lage, sexuellen Beziehungen zu Erwachsenen wissentlich zuzustimmen. Fast immer nutzt der Täter ein Macht- oder Abhängigkeitsverhältnis aus.“ 2
„Sexueller Missbrauch an Kindern ist jede sexuelle Handlung, die an oder vor einem Kind entweder gegen den willen des Kindes vorgenommen wird oder der das Kind aufgrund körperlicher, psychischer, kognitiver oder sprachlicher Unterlegenheit nicht wissentlich zustimmen kann. Der Täter nutzt seine Macht- und Autoritätsposition aus, um seine eigenen Bedürfnisse auf Kosten des Kindes zu befriedigen.“ 3
„Sexueller Missbrauch an Mädchen ist körperliche und psychische Gewaltanwendung und Machtausübung mittels sexueller Handlungen an Körper und Seele eines Mädchens.“ 4
„Sexueller Missbrauch eines Kindes ist dann gegeben, wenn ein Erwachsener beziehungsweise ein Jugendlicher gezielt ein Kind für seine eigene sexuelle Erregung und/oder Befriedigung braucht und 1 Vgl. Koch, Helmut H. / Kruck, Marlene: „Ich wird`s trotzdem weitersagen!“. Prävention gegen sexuellen Missbrauch in der Schule (Klassen 1-10). Theorie, Praxisberichte, Literaturanalysen, Materialien. Hg. von Vera Bücker, Bernhard Nadorf und Markus Potthoff. Münster: LIT Verlag, 2000, S. 3 ff. (Im Folgenden abgekürzt mit Koch / Kruck, 2000.) 2 Enders, Ursula (Hg.): Zart war ich, bitter war`s. Sexueller Missbrauch an Mädchen und Jungen. Erkennen – Schützen – Beraten. Köln: Volksblatt Verlag, 1990, S. 21. (Im Folgenden abgekürzt mit Enders, 1990.) 3 Suer, Paul H.: Sexuelle Ge walt gegen Kinder. Hamburg: Rasch und Röhring Verlag, 1998, S. 31. (Im Folgenden abgekürzt mit Suer, 1998.) 4 Steinhage, Rosemarie: Sexueller Missbrauch an Mädchen. Ein Handbuch für Beratung und Therapie. Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1989, S. 18. (Im Folgenden abgekürzt mit Steinhage, 1989.)
6
benutzt. Der Erwachsene ist dem Kind gegenüber immer in einer Machtposition. Das Kind ist jünger und unwissend. In den meisten Fällen hat es diesem Erwachsenen gegenüber Vertrauen und/oder ist direkt abhängig von ihm. Es ist daher nicht in der Lage, frei und wissend zu entscheiden. Wenn es unter diesen Bedingungen den verlangten Handlungen zustimmt, überblickt es nicht, dass es dadurch in seiner weiteren Entwicklung geschädigt wird.“ 5
Die Frage „Was ist sexueller Missbrauch?“ lässt sich also nicht leicht beantworten. Historische und kulturelle Entwicklungen in der Gesellschaft und unterschiedliche Forschungs- und Erklärungsansätze setzen verschiedene Schwerpunkte bei der Auseinandersetzung mit diesem Thema und bedingen so eine Vielzahl unterschiedlicher Definitionsvorschläge. 6 Abweichungen finden sich hauptsächlich in der Klärung der Fragestellung, was schon und was nicht mehr als sexueller Missbrauch betrachtet wird. Insbesondere der Aspekt, ob sexueller Missbrauch in jedem Fall eine Form von Körperkontakt beinhalten muss, oder ob auch „Non-Kontakt-Handlungen“ 7 darunter zu fassen sind, trägt zur Uneinheitlichkeit der Definitionen bei. 8 Einigkeit hingegen besteht in dem Punkt, dass einem missbrauchten Kind unter keinen Umständen die Verantwortung für den Missbrauch zugeschrieben werden kann, sondern die Schuld für die sexuelle Gewalt immer alle in beim Täter zu suchen ist, da dieser bewusst zur eigenen Bedürfnisbefriedigung seine überlegene Position ausnutzt.
Abhängig davon, wie eng bzw. weit eine Definition gefasst ist, variiert die Anzahl der von sexuellem Missbrauch betroffenen Kinder. 9
2.2 Formen von sexuellem Missbrauchs
Sexueller Missbrauch hat zahlreiche Erscheinungsformen, sei er innerhalb oder außerhalb der Familie, mit oder ohne (psychische) Gewaltanwendung oder „sichtbar“ 10 (d.h. die sexuellen Absichten des Erwachsenen werden nach auß en hin in seinem Verhalten deutlich) bzw. „unsichtbar“ 11 (d.h. der Erwachsene verhält sich nach außen hin scheinbar fürsorglich und verdeckt so seine innerlichen sexuellen Absichten). Auch die Dauer des Missbrauchs variiert 5 Frei, Karin: Sexueller Missbrauch. Schutz durch Aufklärung. 3., überarb. Aufl., Ravensburg: Ravensburger Buchverlag, 1997. S. 12. (Im Folgenden abgekürzt mit Frei, 1997.) 6 Koch / Kruck, 2000, S. 3.
7 Brockhaus, Ulrike / Kolshorn, Maren: Sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Jungen. Mythen, Fakten, Theorien. Frankfurt a.M.; New York: Campus Verlag, 1993, S. 22. ( Im Folgenden abgekürzt mit Brockhaus / Kolshorn, 1993.) 8 Vgl. ebd.
9 Vgl. Suer, 1998, S. 32.
10 Reinhold, Marion: Unverheilte Wunden. Sexueller Missbrauch in der Kindheit. München: Wilhelm Heyne Verlag, 1994, S. 18. (Im Folgenden abgekürzt mit Reinhold, 1994.) 11 Ebd.
7
zwischen einmaligen Vorfällen und Vorkommnissen, die über mehrere Jahre hinweg andauern. 12 Betont werden muss, dass sexueller Missbrauch nicht gleichbedeutend mit vollzogenem Geschlechtsverkehr sein muss, vielmehr kann er bereits „mit Worten und Blicken [...] erfolgen oder vorbereitet werden.“ 13 Auch das Miterleben sexueller Missbrauchshandlungen an einem Anderen kann ein Kind bzw. einen Jugendlichen selbst zum Opfer machen.
Eine übersichtliche Einteilung auftretender Missbrauchshandlungen findet man beispielsweise bei H. Saller, die zwischen „ Formen sexuellen Missbrauchs, die unmissverständlich sind, anderen ausbeutenden Formen sexueller Handlungen an einem Kind und grenzwertigen Verhaltensweisen“ 14 differenziert.
Bevor diese nun anhand konkreter Situationen näher erläutert werden sollen, bleibt festzuhalten, dass die Intensität einer sexuellen Missbrauchshandlung in keiner Weise zuverlässig darüber Auskunft gibt, wie schädigend diese jeweils für das Opfer ist; dessen persönliches Erleben kann von Fall zu Fall sehr verschieden sein. 15
Unmissverständliche Formen des sexuellen Missbrauchs sind solche Formen, die allgemein als sexuelle Missbrauchshandlungen erkannt werden. Gemeint sind alle Formen oraler, analer und genitaler Vergewaltigungen des Kindes, d.h. das Eindringen in den After oder die Scheide des Kindes mit Fingern, Penis oder Fremdkörpern; auch das Zwingen eines Kindes, den Erwachsenen oral- genital zu befriedigen, fällt unter die o.g. Kategorie. 16
Unter anderen ausbeutenden Formen sexueller Handlungen an einem Kind sind etwa folgende Situationen zu verstehen: Ein den Erwachsenen sexuell erregendes Berühren oder Manipulieren der Genitalien des Kindes, das Kind zu veranlassen, die Genitalien des Erwachsenen anzufassen, ihn zu streicheln oder zu küssen; darüber hinaus vor einem Kind zu masturbieren oder von dem Kind zu fordern, dass es sich an seinem eigenen Intimbereich streichelt. 17 Weiterhin das Reiben der Genitalien am Körper des Kindes 18 oder dieses zu 12 Vgl. Elliott, Michele: So schütze ich mein Kind vor sexuellem Missbrauch, Gewalt und Drogen. Aus dem Engl. übers. von Theresa Bullinger. Stuttgart: Kreuz Verlag, 1991, S. 20. (Im Folgenden abgekürzt mit Elliott, 1991.) 13 Deegener, Günther: Kindesmissbrauch - erkennen, helfen, vorbeugen. Basel; Weinheim: Beltz Verlag, 1998, S. 23. (Im Folgenden abgekürzt mit Deegener, 1998.) 14 Vgl. Koch / Kruck, 2000, S. 8 f.
15 Vgl. Suer, 1998, S. 24.
16 Vgl. Koch / Kruck, 2000, S. 8.
17 Vgl. ebd.
18 Vgl. ebd.
8
nötigen, den Erwachsenen nackt zu betrachten. Oft nutzen Erwachsene auch ein als Strafe getarntes Schlagen des Kindes auf den nackten Po dazu aus, um sich sexuell zu erregen. 19 Ein anderer Bereich ist der der Pornographie, wo der Erwachsene dem Kind etwa Bilder, Filme oder Geschichten pornographischen Inhalts zeigt bzw. erzählt oder das Kind auch selbst zu pornographischen Handlungen gezwungen wird. 20 Auch spielerisch getarnte, den Erwachsenen erregende Handlungen („Schau mal, in meiner Hose ist ein Zauberer. Der ist zuerst klein. Wenn du ihn berührst, schaut er plötzlich hoch und wird ganz groß!“ 21 ) lassen sich an dieser Stelle anführen.
Darüber hinaus existiert noch eine Vielzahl von Handlungen, welche unter die Kategorie der grenzwertigen Verhaltensweisen fallen. Diese stehen oft zu Beginn eines sexuellen Missbrauchs 22 (ein solcher entwickelt sich häufig von weniger intimen zu intimen Formen) und sind zum Teil schwer von solchen Handlungen Erwachsener zu abzugrenzen, die dem kindlichen Bedürfnis nach Liebe, Zärtlichkeit, Schutz und Fürsorge nachkommen. Ob nun im Einzelfall eine sexuelle Ausbeutung des Kindes vorliegt, hängt von der Absicht des Erwachsenen in dieser Situation ab (Fürsorge oder eigene sexuelle Erregung?). 23 Um solche grenzwertigen Verhaltensweisen handelt es sich etwa bei den folgenden Situationen: Der Erwachsene zeigt sich nackt vor dem Kind, untersucht dieses immer wieder genau und fasst ihm dabei auch an die Intimbereiche oder beobachtet das Kind, wenn dieses sich auszieht, badet, wäscht oder auf der Toilette ist; auch Zungenküsse überschreiten in der Regel die Grenze der Fürsorge. 24 Ein Kind zu zwingen, sich auszuziehen, mit zum FKK- Baden zu gehen, ihm zu verbieten, sich im Bad einzuschließen oder es gegen seinen Willen abzutrocknen, einzuseifen oder mit ihm zu baden kann auch bereits sexueller Missbrauch sein. Ebenso ein Kind sexuell anzuschauen, ständige Bemerkungen über die sexuelle Entwicklung oder Attraktivität des Kindes zu machen oder ihm mit anzüglichen Bemerkungen oder einer sexuell gefärbten Sprache zu begegnen 25 , auch in Form von obszönen Telefonanrufen.
19 Vgl. Frei, 1997, S. 13.
20 Vgl. Reinhold, 1994, S. 18.
21 Frei, 1997, S. 13.
22 Vgl. Koch / Kruck, 2000, S. 9.
23 Vgl. Reinhold, 1994, S. 18.
24 Vgl. Koch / Kruck, 2000, S. 9.
25 Vgl. Reinhold. 1994, S. 18.
9
2.3 Zahlen und Fakten zum Ausmaß sexuellen Missbrauchs
Seit Beginn der 1980-er Jahre findet eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Sexueller Missbrauch statt. Seitdem gibt es auch zahlreiche Untersuchungen, die sich mit dem Ausmaß sexueller Ausbeutung von Jungen und Mädchen befassen. Trotz kontroverser Angaben zum Ausmaß betroffener Kinder kann heute als wissenschaftlich relativ gesichert angenommen werden, dass etwa jedes 3./4. Mädchen und jeder 7./8. Junge Opfer sexueller Gewalt ist bzw. wird. 26 Eine angemessene Einschätzung des Ausmaßes gestaltet sich insbesondere schwierig, da betroffene Kinder nur selten über Missbrauchshandlungen reden bzw. diese als solche benennen können und vielfach erst im Jugend- oder Erwachsenenalter in der Lage sind, sich darüber zu äußern. 27 Demnach ist von einer entsprechend hohen Dunkelziffer betroffener Kinder auszugehen, Experten schätzen diese auf etwa 1:12 bis1:15 28 , was bedeutet, dass jährlich in Deutschland ca. 80.000 bis 300.000 Kinder Opfer sexuellen Missbrauchs werden. 29 Zur Anzeige gebracht werden hiervon lediglich 10.000 bis 20.000 Fälle, bei denen es sich zu einem Großteil um Delikte mit Fremdtätern handelt. 30
Die Täter sind hierbei, sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Opfern, zu einem überwiegenden Teil männliche n Geschlechts: 93,2 bis 99% sind Männer, 1,0 bis 6,8% sind Frauen. 31 Sie kommen in der Regel aus dem kindlichen Nahbereich, d.h. es handelt sich meist um Erwachsene, denen die Kinder vertrauen. 32 Entsprechend erfolgt ein Großteil aller Missbrauchsfälle in einer vertrauten Umgebung des Kindes, in der dieses sich normalerweise sicher und geborgen fühlt.
Sexueller Missbrauch tritt in allen sozialen Schichten auf, unter den Tätern finden sich solche mit angesehenen Berufen genauso wie solche mit geringer Schulbildung, wobei das Durchschnittsalter der Täter mit ca. 24 bis 27 Jahren angegeben wird. 33 Festgehalten werden muss an dieser Stelle jedoch auch, dass etwa ein Drittel aller Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung von Mädchen und Jungen von männlichen Kindern und Jugendlichen unter
18 Jahren ausgeht. 34
26 Vgl. http://www.aktiv-gegen-sexuelle -gewalt.de/missbrauch/zahlenfakten.htm [Stand: 13.2.2004]. 27 Vgl. Kastner, Hannelore: Sexueller Missbrauch. Erkennen – helfen - vermeiden. Braunschweig: Westermann Schulbuchverlag, 1998, S. 11. (Im Folgenden abgekürzt mit Kastner, 1998.) 28 Vgl. Koch / Kruck, 2000, S. 10.
29 Vgl. http://www.aktiv-gegen-sexuelle -gewalt.de/missbrauch/zahlenfakten.htm [Stand: 13.2.2004]. 30 Vgl. Koch / Kruck, 2000, S. 10.
31 Vgl. Frei, 1997, S. 20.
32 Vgl. Braecker, Solveig / Wirtz-Weinrich, Wilma: Sexueller Missbrauch an Mädchen und Jungen. Handbuch für Interventions- und Präventionsmöglichkeiten. 3. Aufl., Basel; Weinheim: Beltz Verlag, 1991, S. 13. (Im Folgenden abgekürzt mit Braecker / Wirtz-Weinrich, 1991.) 33 Vgl. Koch / Kruck, 2000, S. 12.
34 Vgl. http://www.aktiv-gegen-sexuelle -gewalt.de/missbrauch/zahlenfakten.htm [Stand: 13.2.2004].
Quote paper:
Katrin Wolfmeyer, 2004, Analyse des Buches "Schweigemund" von Heiko Neumann zum Thema sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Analyse von Heidi Hassenmüllers 'Gute Nacht, Zuckerpüppchen' z...
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 37 Pages
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 25 Pages
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 35 Pages
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 15 Pages
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 25 Pages
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 20 Pages
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Termpaper, 14 Pages
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Script, 46 Pages
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 39 Pages
Katrin Wolfmeyer has published the text Analyse des Buches "Schweigemund" von Heiko Neumann zum Thema sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche
Katrin Wolfmeyer has uploaded a new text
Grenzen Prävention sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen
Prävention sexueller Gewalt an...
Joelle Huser, Romana Leuzinger
Gewalt und Aggression im Kindes- und Jugendalter
Ursachen, Formen, Intervention
Günther Deegener, Wilhelm Körner
Inszenierte und dokumentierte Gewalt Jugendlicher
Eine qualitative Untersuchung ...
Judith Hilgers
0 comments