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Zum Verhältnis von Komik und Tragik in Roberto Benigni´s LA VITA É BELLA

Titre: Zum Verhältnis von Komik und Tragik in Roberto Benigni´s LA VITA É BELLA

Dossier / Travail de Séminaire , 2004 , 17 Pages , Note: sehr gut

Autor:in: Constanze Wellendorf (Auteur)

Filmologie
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„Wir sehen also, daß derjenige, der das Leben am schwärzesten sieht, am herzlichsten zu lachen versteht.“1 Dieses oft als „Galgenhumor“2 bezeichnete Phänomen, welches das Lachen in extremen, zum Teil lebensbedrohlichen Situationen meint, stellt das zentrale Gestaltungsmittel innerhalb von Roberto Benignis „La vita é bella“3 (deutsch: „Das Leben ist schön“) dar. Vor dem Hintergrund des italienischen Faschismus wird zunächst die märchenhafte Geschichte einer jungen Liebe erzählt, die durch die Deportation von Vater und Sohn in ein Konzentrationslager ein abruptes Ende findet. Im zweiten Teil wird der Versuch eines Vaters geschildert, sein Kind vor dem Schrecken des Konzentrationslager mit Hilfe eines Lügentheaters zu beschützen. Der Inhalt des Films sowie die historischen Hintergründe werden im folgenden als bekannt vorausgesetzt. Doch nicht erst seit Benigni wird eine Auseinandersetzung mit dem Holocaust mit Hilfe von Mitteln der Komödie stark diskutiert. Die Vielzahl von Meinungen zeigt, dass ein endgültiges Urteil über die Angemessenheit einer solchen Darstellung nicht möglich ist. Aus diesem Grund soll hier keinesfalls das Gelingen einer komischen Umsetzung beurteilt werden, sondern lediglich eine Analyse des Films in Bezug auf die Verwendung komischer Elemente im Zusammenhang mit dem Schrecken des Holocaust erfolgen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem zweiten Teil des Films; Ziel ist es, einen möglichen Zusammenhang von Komik und Tragik herauszuarbeiten. Mit einbezogen werden neben den narrativen Elementen auch die filmästhetischen Aspekte. 1 Müller, Gottfried: Theorie der Komik. Über die komische Wirkung im Theater und im Film. Würzburg 1964, S. 4. 2 Heinzelmann, Herbert: Das Leben ist schön. http://www.kinofenster.de/archiv/kf9811a.htm 3 La vita é bella (Das Leben ist schön). Produktion: Melampo Cinematographica, Italien 1998. Laufzeit: 124 Min. Regie: Roberto Benigni. Drehbuch: Vincento Cerami, Roberto Benigni. Kamera: Tonino Delli Colli. Darsteller: Roberto Benigni, Nicoletta Braschi, Giorgio Cantarini, u.a. Verleih: Scotia.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

0 Einführung

1 Funktionen des Lachens

2 Die Komödie und der Holocaust

3 Der erste Teil des Films

4 Einzelanalyse Teil 2

4.1 Vater und Sohn in der Stadt

4.2 Fahrt in das Konzentrationslager

4.3 Die Zustände innerhalb des Lagers

4.4 Schluss

5 Das Verhältnis von Komik und Tragik

6 Funktionsweise der Komik in „Das Leben ist schön“

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis von Komik und Tragik in Roberto Benignis Film „La vita è bella“ (Das Leben ist schön), wobei der Schwerpunkt auf der Analyse des zweiten Teils liegt. Ziel ist es herauszuarbeiten, wie komische Elemente trotz des grausamen historischen Hintergrunds des Holocaust eingesetzt werden und welche ästhetische sowie inhaltliche Funktion sie erfüllen.

  • Die theoretische Einordnung von Komik, Lachen und Humor im Kontext extremer Krisensituationen.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit der Darstellung des Holocaust durch komödiantische Mittel.
  • Die Analyse der filmästhetischen Gestaltung und der narrativen Struktur im zweiten Teil des Films.
  • Die Untersuchung der Ambivalenz zwischen dem vom Protagonisten inszenierten „Lügentheater“ und der tragischen Realität des Konzentrationslagers.

Auszug aus dem Buch

4.2 Fahrt in das Konzentrationslager

Während des Transports beginnt für Giosué das vom Vater eiligst erfundene Spiel. Die Realität dient nun als Stichwortgeber für die Parodien – die miserablen Zustände im Zug werden vom „Märchenonkel“ Guido glaubhaft als Teil einer großen Geburtstagsüberraschung umgedeutet. Das unbequeme Stehen im Zug bezeichnet er als schick, die große Enge verkauft er als Zeichen für die Beliebtheit der Reise.

Diese Äußerungen sind für seinen Sohn lediglich Erläuterungen, die dieser ernst nimmt, während der Zuschauer einerseits aufgrund seines Wissens um die herrschenden Zustände in Transporten dieser Art die Ironie erkennt, und sich andererseits der Tagweite einer solchen Situation bewusst wird – in diesem Moment mehr als die beiden Filmfiguren.

Der Überlebenskampf, der nun beginnt, wird für den Jungen als Wettkampf um einen Panzer dargestellt – ein Motiv aus dem ersten Teil, nämlich der Geburtstagswunsch, wird nun zum lebensrettenden Instrument. Dieses für das Kind inszenierte Spiel enthält zwar witzige Elemente, die allerdings vom Zuschauer aufgrund seines Wissens um die Realität nicht als solche wahrgenommen werden können – ihm bleibt das Lachen sprichwörtlich im Halse stecken.

Zusammenfassung der Kapitel

0 Einführung: Einleitung in das Thema und die Fragestellung bezüglich der Funktion des Komischen im Kontext des Holocaust bei Benigni.

1 Funktionen des Lachens: Untersuchung verschiedener Humortheorien und deren Übertragbarkeit auf das Phänomen des Lachens in lebensbedrohlichen Situationen.

2 Die Komödie und der Holocaust: Diskussion der ethischen und ästhetischen Kontroversen über die Darstellung des Holocausts durch komödiantische Mittel.

3 Der erste Teil des Films: Analyse der märchenhaften Liebesgeschichte und der Etablierung komischer Motive, die im zweiten Teil eine tragische Bedeutung gewinnen.

4 Einzelanalyse Teil 2: Detaillierte Betrachtung der veränderten Wahrnehmung durch den Zuschauer bei der Darstellung der Lagerhaft.

4.1 Vater und Sohn in der Stadt: Analyse der zunehmenden Präsenz des Faschismus und Guidos Versuch, diese durch Übertreibung und Parodie zu entschärfen.

4.2 Fahrt in das Konzentrationslager: Untersuchung der Umdeutung der Reiseumstände in ein Spiel, das die Realität vor dem Kind verbirgt.

4.3 Die Zustände innerhalb des Lagers: Analyse der ästhetischen Mittel und der grotesken Übersetzung der Lagerregeln als Schutz für den Sohn.

4.4 Schluss: Betrachtung des Abschieds des Vaters als tragikomischer Höhepunkt des Films.

5 Das Verhältnis von Komik und Tragik: Theoretische Untersuchung des Verhältnisses von Komik und Tragik mittels des Konzepts der Ironie.

6 Funktionsweise der Komik in „Das Leben ist schön“: Fazit zur Wirkung der Komik auf zwei Ebenen und die Einordnung des Films als Tragödie.

Schlüsselwörter

La vita è bella, Roberto Benigni, Holocaust, Filmkomödie, Komik, Tragik, Humor, Galgenhumor, Giosué, Konzentrationslager, Ironie, Groteske, Faschismus, Filmanalyse, Zeitgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Film „La vita è bella“ und analysiert, wie der Regisseur Roberto Benigni das Komische verwendet, um das „undarstellbare“ Thema des Holocaust filmisch zu behandeln.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Funktion von Humor in Extremsituationen, der Spannung zwischen Komödie und Holocaust-Darstellung sowie der narrativen Gestaltung des zweiten Teils des Films.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel der Arbeit ist es, den möglichen Zusammenhang von Komik und Tragik herauszuarbeiten und zu analysieren, ob und wie diese beiden Gegensätze im Film nebeneinander bestehen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine filmwissenschaftliche Analyse, kombiniert mit komiktheoretischen Ansätzen (u.a. Bergson, Bachtin, Japp), um die narrativen und ästhetischen Mittel des Films zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung des ersten Teils als „Märchen“ und eine detaillierte Einzelanalyse des zweiten Teils, in dem das Leben im Konzentrationslager als Spiel umgedeutet wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Komik, Tragik, Holocaust, Ironie, Groteske, „La vita è bella“ und der Einsatz von Humor als Überlebensmittel.

Warum ist die Unterscheidung zwischen „innerdiegetischer“ und „außerfilmischer“ Perspektive wichtig?

Diese Unterscheidung verdeutlicht die Wirkung des Films: Während der Junge Giosué das „Spiel“ des Vaters glaubt, erkennt der Zuschauer durch sein historisches Wissen die Tragik hinter der komischen Fassade.

Welche Rolle spielt das „Lügentheater“ des Vaters?

Das Lügentheater dient als zentrales Instrument, um die Grausamkeit der Lagerhaft vor dem Kind zu verbergen und ihm Distanz zur bedrohlichen Situation zu ermöglichen.

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Résumé des informations

Titre
Zum Verhältnis von Komik und Tragik in Roberto Benigni´s LA VITA É BELLA
Université
University of Marburg  (Neuere deutsche Literatur und Medien)
Note
sehr gut
Auteur
Constanze Wellendorf (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
17
N° de catalogue
V35651
ISBN (ebook)
9783638354967
Langue
allemand
mots-clé
Verhältnis Komik Tragik Roberto Benigni´s VITA BELLA
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Constanze Wellendorf (Auteur), 2004, Zum Verhältnis von Komik und Tragik in Roberto Benigni´s LA VITA É BELLA, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35651
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Extrait de  17  pages
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