Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 7
1.1 Problemstellung 7
1.2 Zielstellung 7
1.3 Vorgehensweise 8
2. Finanzierung mittelständischer Unternehmen in Thüringen 9
2.1 Potenzielle Unternehmen 9
2.2 Finanzwirtschaftliche Lage mittelständischer Unternehmen in
Thüringen 11
2.3 Mittelstandsfinanzierung im Wandel-Auswirkungen durch
Basel II 14
2.3.1 Kreditvergabepraktiken nach Basel II 14
2.3.2 Konsequenzen für die Finanzierungssituation von KMU 15
3. Mezzanine-Kapital als Finanzierungsinstrument für KMU in Thüringen 15
3.1 Eingrenzung von Mezzanine-Kapital 15
3.2 Verwendungsmöglichkeiten 18
3.3 Instrumente 20
3.3.1 Typisch stille Beteiligung 20
3.3.2 Atypisch stille Beteiligung 21
3.3.3 Genussscheine 23
3.3.4 Wandelanleihe 24
4. Praktische Umsetzung 25
4.1 Anlaufstellen für thüringer Unternehmen 25
4.2 Businessplan 27
4.3 Finanzierung über die KfW 30
4.3.1 Kurzportrait der KfW 30
4.3.2 Antragstellung 30
4.4 ERP-Unternehmerkapital für Gründung 32
4.4.1 Definition und Voraussetzung 32
4.4.2 Förderungswürdige Investitionen 33
4.4.3 Laufzeit Konditionen und Tilgung 34
4.5 ERP-Unternehmerkapital für Wachstum 35
4.5.1 Definition und Voraussetzung 35
4.5.2 Förderungswürdige Investitionen 35
4.5.3 Laufzeit Konditionen und Tilgung 36
4.6 KfW-Unternehmerkapital für Arbeit und Investitionen 37
4.6.1 Definition und Voraussetzung 37
4.6.2 Förderungswürdige Investitionen 37
II
4.6.3 Laufzeit Konditionen und Tilgung 38
4.7 Finanzierung über die TAB 39
4.7.1 Zugang und Voraussetzungen 39
4.7.2 Vertragsablauf und ausgestaltung von Mezzanine 39
5. Mezzanine-Fonds 41
5.1 Mezzanine-Fonds als Alternative 42
5.2 Strategien von Mezzanine-Fonds 43
5.3 Strukturierung eines unabhängigen Mezzanine-Fonds 45
5.3.1 Fondskonzept 45
5.3.2 Strukturierung des Produktes 46
5.3.3 Anlässe einer Finanzierung 47
5.3.4 Finanzierungsprozess 48
5.4 Mezzanine-Fonds und Eigenkapitalrisiken 49
6. Auswirkungen der Neuregelung der Gesellschafterfremdfinanzierung
auf Mezzanine-Finanzierungen 51
7. Fazit und Prognose 56
III
Abkürzungsverzeichnis
Abs. Absatz
BMF Bundesministerium für Finanzen
ERP European Recovery Program
EURIBOR Euro Interbank Offered Rate
ff. fortfolgend
GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung
GmbHG GmbH-Gesetz
GuV Gewinn- und Verlustrechnung
HCI Hanseatische Capitalberatungsgesellschaft für Beteiligungskapital
HGB Handelsgesetzbuch
Hrsg. Herausgeber
i.d.F. in der Fassung
i.d.R. in der Regel
i.H.v. in Höhe von
IFD Initiative Finanzstandort Deutschland
IHK Industrie- und Handelskammer
KFW Kreditanstalt für Wiederaufbau
KMU Klein- und mittelständische Unternehmen
KStG Körperschaftssteuergesetz
LBO Leveraged Buy Out
n.F. neue Fassung
Nr. Nummer
o.J. ohne Jahr
o.V. ohne Verfasser
p.a. per anno
S. Seite
TAB Thüringer Aufbaubank
USD US-Dollar
vgl. vergleiche
z.B. zum Beispiel
IV
Abbildungsverzeichnis
Abbildung Seite
Abb 1 Quantitative Einordnung von KMU 11
Abb 2 Erfahrungen der Unternehmen mit ihrer Hausbank hinsichtlich
Genehmigungsverfahren und Kreditkonditionen gegenüber
Vorjahr 13
Abb 3 Bilanzschema zum mezzaninen Finanzierungskapital 16
Abb 4 wesentliche Unterschiede Direktbeteiligung Mezzanine
Beteiligung 17
Abb 5 Verwendungsmöglichkeiten 19
Abb 6 Merkmale stiller Gesellschafter 23
Abb 7 Anbieter von Mezzanine-Kapital 27
Abb 8 Mezzanine Produktlinie der KfW 31
Abs 9 Kombinationsmöglichkeit ERP-Kapital für Gründung in
Thüringen 34
Abb 10 Kombinationsmöglichkeit ERP-Kapital für Wachstum 36
Abb 11 Kombinationsmöglichkeit ERP-Kapital für Arbeit und
Investition 38
Abb 12 Voraussetzungen für Thüringen-Kapital 40
Abb 13 Laufende Erträge und Erfolgsbeteiligung für
Mezzanine-Investor 43
Abb 14 Schritte im Finanzierungsprozess 48
Abb 15 Kenngrößen CEPRES Mezzanine-Datenbestand 50
V
Abb 16 Funktionsweise des § 8a KStG i d F vom 22 Oktober 2002 53
Abb 17 Rückgriffsberechtigung eines Kapitalgebers gegenüber
eines Gesellschafters 54
VI
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
Der Wandel der Unternehmensfinanzierung in Deutschland ist in vollem Gange, und die Diskussionen dazu werden mit Schlagworten wie Basel II, Bankenkrise oder Eigenkapitallücke geführt. Basel II konfrontiere kleine und mittelständische Unternehmen mit finanziellen Problemen, da sie im Vergleich zu großen Unternehmen im Hinblick auf das erforderliche Rating benachteiligt seien. Dieses Hemmnis ergibt sich nicht zuletzt aus einer unterdurchschnittlichen Eigenkapitalausstattung deutscher Mittelständler. Als erster Indikator der nahenden Veränderung ist die zunehmende Zurückhaltung deutscher Banken bei der Kreditvergabe zu nennen, die für die betroffenen Unternehmen mit höheren Kreditzinsen oder einer Verweigerung von Krediten verbunden sind. Diese liegt primär in der Vergangenheit begründet, da oft nach keiner oder nur unsachgemäßer Prüfung Kredite vergeben worden.
Junge und innovative Unternehmen müssen auf ihrem Weg zu Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit häufig ein besonders komplexes Problembündel meistern. Zum einen ist die Unsicherheit hinsichtlich der Marktfähigkeit ihrer Geschäftsidee noch zu groß, zum anderen ist der anhaltende Konsolidierungs- und Veränderungsprozess für die unzureichende Eigenkapitalausstattung und einer etwaigen unbefriedigenden Erfolgssituation zu nennen. Zur Lösung der damit einhergehenden Herausforderungen werden immer wieder Finanzierungsformen wie Private Equity, Mezzanine, Factoring oder Leasing als Alternativen benannt. Gerade Mezzanine-Capital wird aufgrund seiner besonderen Stellung zwischen Eigenkapital und Fremdkapital eine erfolgreiche Zukunft vorausgesagt. Aufgrund seiner Formenvielfalt und der flexiblen Ausgestaltung stellt Mezzanine-Kapital für zahlreiche Unternehmen und Finanzierungsanlässe ein geeignetes Instrument dar.
1.2 Zielstellung
Ziel der Arbeit ist es, Mezzanine-Kapital als ergänzendes Finanzierungsinstrument zu reinem Eigen- und/oder Fremdkapital aufzuzeigen und zu erläutern sowie die Möglichkeiten, Einsatzgebiete und Grenzen dieses Ansatzes speziell für klein- und mittelständische Unternehmen in Thüringen zu analysieren. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, ob Mezzanine-Kapital für thüringische Unternehmen einen Beitrag zum Erreichen ihrer finanzwirtschaftlichen Ziele leisten kann. Darüber hinaus soll beleuchtet werden, inwieweit diese hybride Finanzierungsform der einer Finanzierung mit reinem Eigen und/oder Fremdkapital zum Erreichen der finanzwirtschaftlichen Ziele übersteigt.
1.3 Vorgehensweise
Im zweiten Kapitel werden zunächst die Unternehmen herauskristallisiert, auf welche in bezug auf Größe, Umsatz und Eigenkapitalquote Mezzanine-Kapital abzielt. Außerdem werden die Ursachen der Struktur ihrer derzeitigen finanziellen Rahmenbedingungen, insbesondere ihrer Möglichkeiten der Fremdfinanzierung, analysiert. Dabei wird nicht nur auf die Vorgaben von Basel II, sondern auch auf die aktuelle Konstellation deutscher Banken als Einflussfaktor auf den Zugang von
KMU zu Fremdkapital eingegangen. Darauf folgt im dritten Kapitel eine
Eingrenzung des Begriffs Mezzanine-Kapital und eine Beschreibung der verschiedenen mezzaninen Finanzierungsinstrumente, welche den deutschen Mittelständlern zugänglich gemacht werden.
Anhand von zwei Möglichkeiten der Mezzanine-Finanzierung soll thüringer Unternehmen im vierten Kapitel aufgezeigt werden, welche Voraussetzungen und Bedingungen erfüllt sein müssen. Darüber hinaus wird beleuchtet, wo für thüringer Unternehmen Mezzanine-Finanzierungen angeboten werden. Die ausführliche Beschreibung einer Mezzanine-Finanzierung über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Form eines Nachrangdarlehens sowie als stille Beteiligung über die Thüringer Aufbaubank (TAB) bilden dabei den Hauptteil. Hier finden thüringer Unternehmen Informationen über die kongruenten Angebote und Konditionen unter Beachtung der damit einhergehenden unterschiedlichen
Anforderungen an das Unternehmen. Dabei wird der Businessplan als eine der wichtigsten Prämissen zur Finanzierung mit Mezzanine-Kapital herausgestellt und dessen Bestandteile ausführlich beschrieben. Nach der Übersicht und Charakteristik der von der KfW angebotenen Nachrangdarlehen folgt ein Abriss der von der TAB angebotenen stillen Beteiligung als Mezzanine-Finanzierung, so dass dem Betrachter verschiedene Eventualitäten zugänglich gemacht werden.
Mit den Mezzanine-Fonds im fünften Kapitel wird thüringer Unternehmen ein weiterer Weg zu Mezzanine aufgezeigt. Nach einer kurzen Erläuterung wird auf die Strategien von Mezzanine-Fonds eingegangen. Die Strukturierung eines Mezzanine-Fonds am Beispiel des „M Cap Finance Deutsche Mezzanine“, in welcher auf das Fondskonzept, die Struktur des Produktes sowie auf den Finanzierungsprozess eingegangen wird, bildet hierbei den Hauptteil.
Abschnitt sechs soll anschließend über die Neuregelung der Gesellschafter- fremdfinanzierung und die damit für die Mezzanine-Finanzierung verbundenen Änderungen informieren. Dem Betrachter soll aufgezeigt werden, welche steuerlichen Folgen sich unter bestimmten Umständen für mezzanin finanzierte Unternehmen ergeben.
Die Arbeit schließt in einer Zusammenfassung der gewonnenen Ergebnisse sowie in einer Prognose für die zukünftige Bedeutung von Mezzanine-Kapital in Finanzierungstheorie und –praxis.
2. Finanzierung mittelständischer Unternehmen in Thüringen
2.1 Potenzielle Unternehmen
Um die Frage nach erwägbaren Unternehmen für eine Mezzanine-Finanzierung beantworten zu können, bedarf es einer kurzen Abgrenzung von klein- und mittelständischen Unternehmen. Eine einheitliche Definition existiert für den Wirtschaftsbereich der KMU nicht. Die zur Abgrenzung herangezogenen Kriterien reichen von der Beschäftigtenzahl über den Jahresumsatz, die Bilanzsumme, die Bruttowertschöpfung, das Anlagevermögen bis hin zu einer Kombination aus
mehreren dieser Kriterien. Diese quantitativen Merkmale lassen sich recht einfach bestimmen und ergeben eine Grundlage Unternehmen zu klassifizieren, sie bieten jedoch aufgrund von Zahlenwerten eine eher eingeschränkte Einsicht in das Wesen des Betriebes (vgl. MUGLER 1995, S. 17ff.). Über diese quantitativen Merkmale hinaus sind deshalb auch qualitative Eigenheiten zur Abgrenzung von KMU von entscheidender Bedeutung. Erst dadurch werden branchenverschiedene Unternehmen miteinander vergleichbar gemacht (vgl. MUGLER 1995, S. 17). Die Ermittlung der qualitativen Merkmale stellt allerdings einen hohen Aufwand dar, da eine Messung dieser nicht so einfach zu bewerkstelligen ist. Die in der Literatur vorkommenden Merkmalskataloge unterscheiden sich sehr stark in ihrem Umfang und in der Gewichtung der einzelnen Merkmale voneinander (vgl. MUGLER 1995, S. 18). Einer in allen wichtigen Charakteristika gerecht werdende Einteilung bietet folgender Ansatz (MUGLER 1995, S. 18ff.):“
(1) Der Betrieb wird durch die Persönlichkeit des Unternehmens geprägt, der Leiter und oft auch Eigentümer des Betriebes ist.
(2) Der Unternehmer verfügt über ein Netz von persönlichen Kontakten zu Kunden, Lieferanten und der für ihn relevanten Öffentlichkeit.
(3) Der Betrieb erstellt Leistungen nach den individuellen Wünschen der Kunden. (4) Die Kontakte zwischen der Unternehmensleitung und den Mitarbeitern sind eng und informell.
(5) Die Organisation ist gering formalisiert.
(6) Der Betrieb kann rasch auf Umweltänderungen reagieren.
(7) Der Betrieb wird nicht von einem größeren Betrieb, z.B. im Rahmen eines Konzerns, beherrscht.
(8) Der Betrieb hat nur einen kleinen Marktanteil.
(9) Der Betrieb hat nur ein Produkt oder ist wenig diversifiziert.“
Nicht alle der hier erwähnten Aussagen müssen zwingend zutreffen. Beispielsweise grenzt das siebte Merkmal mittelgroße Konzern- und Kommunalbetriebe aus dem Kreis von KMU aus, obwohl auch diese Betriebe ähnliche Problemstellungen aufweisen. Dies macht deutlich, dass keineswegs anhand von diesem Merkmalskatalog auf Klein- oder Mittelbetrieb geschlossen werden kann, wenn nur
einige wenige Merkmale gegeben sind. Andererseits sind zur qualitativen Abgrenzung von KMU aber auch nicht alle Merkmale ausschlaggebend (vgl.
MUGLER 1995, S. 18).
Abschließend kann gesagt werden, dass es kein festes, eindeutiges Schema zur Abgrenzung von KMU zu Großbetrieben gibt. Vielmehr ist hier eine Entscheidung vor den individuellen Gesichtspunkten eines einzelnen Betriebes zu treffen (vgl.
MUGLER 1995, S. 17).
Diese Arbeit bezieht sich bei der Abgrenzung von KMU zu Großbetrieben auf die Empfehlung der Europäischen Kommission, welche sich an die Mitgliedsstaaten, die Europäische Investitionsbank und den Europäischen Investitionsfond richtet und zukünftig im Europäischen Wirtschaftsraum angewendet wird (vgl. o.V. 2003, S. 1). Bezugnehmend hierzu sind verschiede quantitative Größen zur Abgrenzung von
KMU angegeben, welche in nachfolgender Abbildung ersichtlich werden.
Die verschiedenen am Markt auftretenden Mezzanine-Geber stellen zum größten Teil einheitliche Prämissen an den vermeintlichen Mezzanine-Nehmer. Als Voraussetzung für eine Mezzanine-Finanzierung muss sich das Unternehmen in
einer Veränderungs- oder Wachstumsphase befinden, in der bei positiver Bewältigung eine signifikante Wertsteigerung für alle Anteilsinhaber erzielt werden kann.
2.2 Finanzwirtschaftliche Lage von KMU in Thüringen
Die konjunkturelle Lage im deutschen Mittelstand ist besser als vermutet. Diese Einschätzung trifft die DZ Bank auf Basis der Aussagen von 2500 mittelständischen Unternehmen im November 2004 in Deutschland. Zwar nehmen die Unternehmen die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate etwas zurück, doch
65 Prozent der befragten Unternehmen werten die derzeitige Geschäftslage als gut
oder als sehr gut. Allerdings ist hier auffallend, dass nach einer Belebung im Frühjahr die mittelständischen Unternehmen im Saldo die Beschäftigung wieder verringern wollen und sich so die Beschäftigungserwartungen weiter eintrüben. Im Gegensatz dazu zeigt sich die Investitionsneigung der Unternehmen weiterhin stabil, so wollen 72 Prozent im kommenden Halbjahr investieren, 24 Prozent ihr Investitionsvolumen sogar erhöhen (vgl. DZ BANK 2004, S. 1 ff.).
Im Gegensatz dazu zeigt eine repräsentative Studie der KfW Bankengruppe unter 11000 Unternehmen eine stark rückläufige Investitionsquote. Nur noch 45 Prozent der Unternehme investierten Im Jahr 2003, absolut gesehen waren das € 190 Milliarden oder 9 Prozent weniger als im Vorjahr.
Hauptgrund für diese Abschwächung ist die restriktive Kreditvergabepolitik der Banken, so sind laut Studie nur 41 Prozent der Kreditverhandlungen über Investitionskredite erfolgreich. Demnach bemängeln Unternehmen zu restriktiv geforderten Sicherheiten, einen zu hohen Zins, schlechte Beratung und ein zu gering angebotenes Kreditvolumina. Als Divergenz dazu lassen Banken einen Großteil der Kreditverhandlungen scheitern, da zu 60 Prozent unzureichende Sicherheiten vorliegen, zu 31 Prozent die Unternehmen über eine unzureichende Bonität verfügen oder weil das Unternehmen eine geänderte Geschäftspolitik einschlagen will. Weiterhin sind 9 Prozent der zu finanzierenden Investitionsprojekte nicht rentabel.
Quote paper:
Stefan Zmojda, 2005, Mezzanine Finanzierung von KMU in Thüringen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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