Vergleich von Print- und Onlinetageszeitung am Beispiel der Süddeutschen Zeitung
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG. 1
1.1. THEMA DER ARBEIT 1
1.2. AUFBAU UND ZIEL DER ARBEIT. 1
2. ZEITUNG - MEDIUM DER VERGANGENHEIT? 2
2.1. GESCHICHTLICHE ENTWICKLUNG 2
2.2. SPEZIFISCHE EIGENSCHAFTEN DER ZEITUNG 3
3. INTERNET - MEDIUM DER ZUKUNFT? 4
3.1. GESCHICHTLICHE ENTWICKLUNG 4
3.2. WEBSPEZIFIKA 5
4. VERGLEICH ONLINE- UND PRINTJOURNALISMUS 8
5. GRÜNDE FÜR DAS ONLINE-ENGAGEMENT 9
6. FINANZIERUNG DES ONLINE-ENGAGEMENTS 10
7. PRINT- UND ONLINEAUSGABE DER SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG IM VERGLEICH 12
7.1. SÜDDEUTSCHE ZEITUNG UND SUEDDEUTSCHE.DE 12
7.2. UNTERSUCHUNGSKRITERIEN 13
7.3. UMFANG 15
7.4. STRUKTUR 15
7.5. ÜBERNAHMEQUOTE UND SELEKTIONSKRITERIEN 15
7.6. UNTERSCHIEDE INNERHALB DER ARTIKEL (TEXTLICH UND GESTALTERISCH) 16
7.7. AKTUALITÄT 16
7.8. VERNETZUNG UND INTERAKTIVITÄT 17
7.9. ZUSATZANGEBOTE 18
8. KÜNFTIGE STRATEGIEN DER VERLAGE 20
9. FAZIT 21
LITERATURVERZEICHNIS 23
Vergleich von Print- und Onlinetageszeitung am Beispiel der Süddeutschen Zeitung
1. Einleitung
1.1. Thema der Arbeit
Eine Branche befindet sich im Wandel. Rückläufiger Wachstum und deutliche Sättigung sind die Merkmale des heutigen Printmarktes. Hinzu kommt, dass die Printmedien und im besonderen die Tageszeitungen durch die Entwicklungen in der Informations- und Kommunikationstechnik, besonders durch das Internet, stark betroffen sind.
Allerdings sahen und sehen sich immer mehr Zeitungsverleger durch die stetig steigende Zahl von Internetnutzer dazu animiert, ihre publizistischen Einheiten nun auch im Internet zu präsentieren.
Wie sieht nun aber die Situation auf dem Tageszeitungsmarkt durch diese veränderten Gegebenheiten aus? Verdrängt das Medium Internet die Papierausgabe gemäß der Aussage: „Der Druck einer Zeitung ist lediglich eine vorübergehende Erscheinungsform, die mit dem spezifischen Wesen der Zeitung nichts zu tun hat. Die Aussicht, das später andere, noch vollkommenere Vervielfältigungsmethoden als der Druck erfunden werden, ist durchaus wahrscheinlich“ 1 ? Oder werden beide auf dem Markt bestehen bleiben? Diesen und weiteren Fragen wird in dem vorliegenden Text auf den Grund gegangen. Wobei sich die Ausführungen aufgrund des eingeschränkten Umfangs der Arbeit im besonderen auf die Situation der Tageszeitungen in Deutschland beschränken.
1.2. Aufbau und Ziel der Arbeit
In der vorliegenden Seminararbeit werden die beiden Verbreitungsmöglichkeiten einer Tageszeitung - Print- und Onlineausgabe - untersucht. Sie gliedert sich in neun Kapitel, die jeweils für sich noch einmal in eine unterschiedliche Anzahl von Unterkapiteln aufgeteilt sind.
Zu Beginn werden die beiden zu betrachtenden Medien - Zeitung und Internet - in ihrer geschichtliche Entwicklung und mit ihren jeweils medienspezifischen Eigenschaften dargestellt. Danach folgt ein kurzer Vergleich zwischen dem Print- und
1 Vgl. Brunhuber, R. (1907): S. 19.
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Vergleich von Print- und Onlinetageszeitung am Beispiel der Süddeutschen Zeitung
Onlinejournalismus. Davon ausgehend werden die Gründe der Verlage für ihr Online-Engagement beleuchtet und in diesem Zusammenhang die
Finanzierungsmöglichkeiten für dieses untersucht.
Nach diesen allgemein geltenden Themen wird dann der direkter Vergleich zwischen einer Print- und Onlineausgabe einer Tageszeitung anhand der Süddeutschen Zeitung gezogen, wobei dazu der angewandte Kriterienkatalog kurz dargestellt wird. Zum Schluss wird abschließend auf die künftigen Online-Strategien der Verlage eingegangen und ein persönliches Fazit gezogen, inwieweit die Onlineausgabe die Printausgabe verdrängt hat bzw. verdrängen wird.
2. Zeitung - Medium der Vergangenheit?
In diesem Kapitel wird zunächst ein kurzer Blick in die Entwicklungsgeschichte der Zeitung unternommen. Danach werden die spezifischen Eigenschaften der Zeitung durchleuchtet.
2.1. Geschichtliche Entwicklung
Das Wort Zeitung (zidinge, zidunge, Zeytung) bedeutete ursprünglich schlicht Nachricht oder Neuigkeit. Die Vorgänger der heutigen Zeitungen waren geschriebene Zeitungen und gedruckte Flugschriften mit Nachrichten über Zeitereignisse, teilweise auch schon bebildert (1482). 1502 erscheint das älteste nachweisbare Neuigkeitsblatt mit dem Wort Zeitung im Titel „Newe Zeytung von orient und auffgange“. In Deutschland stammen die frühesten Zeitungsfunde aus Wolfenbüttel und Straßburg aus dem Jahre 1609. Diese beiden Titel („Avisa“ und „Relation“) erschienen wöchentlich. Wohingegen ab dem Jahre 1650 in Leipzig die Zeitung „Einkommende Zeitung“ mit einer Auflage von 100 Exemplaren täglich erschien.
Um 1450 Mainz führte Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern zur Verbreitung von Schriften in weitere, über Klöster und Herrschaftshäuser hinausreichende Bevölkerungskreise und die Mechanisierung von Druckvorgang und Bleisatzherstellung im 19. Jahrhundert bereitete der Massenpresse den Weg. Die erste mit Dampf betriebene Schnellpresse konstruierte Friedrich Koenig 1811. Die erste Rotationspresse entstand Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Setzmaschine wurde
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1884 von Ottmar Mergenthaler erfunden. Auch bei der Papierherstellung gelang 1974 mit der maschinellen Massenherstellung aus Holz der große Durchbruch, wodurch das Papier billiger wurde. Mit dem Trend zum Fotosatz und Rollenoffsetdruck wurde die Produktion von Bleisetzmaschinen 1976 eingestellt. Im gleichen Jahr wurde die elektronischen Textverarbeitung über Bildschirmterminals erstmals in Deutschland eingeführt, wodurch sich erneut eine grundlegende Umstrukturierung der Zeitungsherstellung durch Reduktion und Beschleunigung der Arbeitsgänge anbahnte. Dies fand ihren vorläufigen Höhepunkt in den neunziger Jahren durch die zunehmende Digitalisierung, die schließlich zur CTP-Technik (Computer-to-Plate) führte. Bei dieser Methode wird die komplette Zeitung in digitaler Form auf die Druckplatten übertragen, ohne dabei den Umweg über belichtete Filme zu gehen. Mit der dazu parallel ansteigenden Verbreitung des Internets werden immer mehr Zeitungen auch in einer Online-Version angeboten. 2
2.2. Spezifische Eigenschaften der Zeitung
Das Grundbedürfnis, das für die Entstehung der Zeitung verantwortlich war, war der Wunsch nach Aufheben zeitlicher Flüchtigkeit. Die Zeitung ist ein sekundäres Medium und hat als Medienträger das Papier, wodurch ein Entsorgungsproblem entsteht. Sie ist ein Druckmedium, das durch öffentliche und allgemeine Zugänglichkeit (Publizität), zeitnahe Berichterstattung (Aktualität), regelmäßiges, mindestens zweimaliges wöchentliches Erscheinen (Periodizität) und inhaltliche Vielfalt (Universalität) gekennzeichnet ist. 3
Die Zeitung ist ein leistungsfähiges (zeitüberwindendes) Speichermedium allerdings kein raumüberwindendes Fernmedium. Die Informationsvermittlung von verbalen und nonverbalen Botschaften erfolgt mittels Codes auf dem materiellen Wege (visuellstatisch), wodurch eine relativ lange Transportzeit entsteht. Die Rezeption des Angebots ist weder zeitlich noch räumlich gebunden. Man spricht in diesem Zusammenhang von Disponibilität (Ort, Zeit, Tempo und Auswahl des Lesewerten sind selbst bestimmbar). Die Zeitung lässt sich ohne viel Aufwand an jeden beliebigen Platz mitnehmen, ist einfach in der Benutzung, ein voraussetzungsloser
2 Vgl. Die Zeit (2001).
3 Vgl. Groth, O. (1928): S. 43.
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Speicher und billig. Die geschriebene Sprache erfordert ein aktives Rezeptionsverhalten. Die Kommunikationsform ist monologisch. 4 Die Tageszeitung lassen sich nach Art der Berichterstattung und der Verbreitung in überregionale, lokale und regionale Zeitung sowie nach Art des Vertriebs in Abonnement- und Straßenverkaufszeitung (Boulevardzeitung) gliedern.
3. Internet - Medium der Zukunft?
Dieses Kapitel beschäftigt sich mit dem Medium Internet, wobei auch hier zunächst mit einem kurzen Abriss der geschichtlichen Entwicklung begonnen wird und dann die Darlegung der webspezifischen Eigenschaften folgt.
3.1. Geschichtliche Entwicklung
Das Internet ist ein weltweiter Zusammenschluss von Computernetzwerken, an den Millionen von Rechnern angeschlossen sind, die über das Internet-Protokoll miteinander kommunizieren. 5
Das Internet wurde Ende der 60er Jahre in den USA entwickelt, und zwar zunächst um die akademische und militärische Forschung zu schützen. Der Grundidee war, dass es die Kommunikation der Rechner in Krisenzeiten aufrecht halten sollte. Denn die Leitungen eines Netzwerkes im gewöhnlichen Stil wären trotz einer starken Bewachung und Beschützung einem Nuklearangriff ausgeliefert. Aus diesem Grund entwickelten sich zwei Ansätze: Das Netzwerk sollte keine zentrale Steuerung und damit auch keine zentrale Autorität erhalten und es sollte von Beginn an so ausgebildet werden, dass schon kleinste Komponenten - also die einzelnen Computer - komplett funktionsfähig wären. Dadurch erhielten die einzelnen Computer im Vergleich zu allen anderen den gleichen Status beim Versenden, Weitergeben und Empfangen von Nachrichten. Das Netz (ARPA-Net) wurde nach der Advanced Research Projekts Agency, die mit zum Aufbau beigetragen hat, benannt. In der Folgezeit wurden immer wieder Weiterentwicklungen hervorgebracht, die allerdings keinen so entscheidenden Schritt bedeuteten.
4 Vgl. Neuberger, C. (1999a): S. 17f.
5 Vgl. Brüggemann, M. (2002): S. 12-14.
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Erst als im Jahre 1989 das World Wide Web entstand, eine Softwareapplikation, welche einen plattformunabhängigen Datenaustausch ermöglicht, war der Weg in Richtung Internetboom möglich geworden. Das World Wide Web ist ein Hypertext basierendes Informations- und Quellensystem. Es ist der Metadienst des Internet aufgrund seiner Einfachheit und seiner Schnittstellenqualität. 6
3.2. Webspezifika
Das Internet ist ein tertiäres Medium, da man für das Rezipieren ein Gerät zur Umwandlung des Codes in wahrnehmbare Signale benötigt. Die Distribution der Inhalte erfolgt ohne Papier direkt auf die Bildschirme der Rechner. Es vereint folgende Eigenschaften, die im folgenden erläutert werden: Multimedialität, Vernetzung/Hypertextualität, große Speicherkapazität, globale Verbreitung, permanente Aktualisierbarkeit, Selektivität, Interaktivität sowie kostengünstige Produktion und Verbreitung. 7 Multimedialität
Durch das World Wide Web wird die Kombination von Text, Foto, Graphik, Video, Animation und Musik möglich. Ein Problem entsteht hierbei durch den Grenzbereich zum Rundfunk. Dies wird durch das Informations- und Kommunikationsgesetz geregelt. Vernetzung/Hypertextualität
Mit Hilfe des Word Wide Web werden Verbindungen zwischen einzelnen Verbindungseinheiten (Links) möglich. Folgende Links-Arten existieren: innerhalb des Angebots, innerhalb eines Artikels und zu anderen Angeboten. Bei den externen Links muss beachtet werden, dass eine aufwendige Recherche notwendig ist, da die angegebene Quelle verlässlich, glaubwürdig und abrufbar sein muss. Das räumliche Nebeneinander der Artikel und das zeitlich flexible Lesen in der Printausgabe ist auf die Onlineausgabe bedingt durch die kleinere Präsentationsfläche des Bildschirms nur beschränkt möglich. Links und Scrollen sind mit dem Schweifen und Weiterblättern begrenzt vergleichbar. Durch die Hypertextualität ist es möglich die Texte in eine nicht-lineare, modulare Präsentation darzustellen. Es ist dadurch auch möglich auf mehren multimedialen Ebenen und mit externen Verbindungen zu
6 Vgl. Brüggemann, M. (2002): S. 12-14.
7 Vgl. Neuberger, C. (1999a): S. 34-46.
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Arbeit zitieren:
Diplom-Medienwirtin (FH) Nina Lampret, 2003, Vergleich von Print- und Onlinetageszeitungen am Beispiel der Süddeutschen Zeitung, München, GRIN Verlag GmbH
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