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Die sozialdemokratische Frauenbewegung Österreichs am Beispiel des § 144

Title: Die sozialdemokratische Frauenbewegung Österreichs am Beispiel des § 144

Seminar Paper , 2001 , 11 Pages , Grade: 1

Autor:in: Nicole Hänel (Author)

Politics - Region: Western Europe
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Summary Excerpt Details

Die Frauen bilden in der SPÖ, der Sozialdemokratischen Partei Österreichs, keine eigene Organisation, sondern gelten als "Referat" der Partei.
Dies führt zu einer Unselbständigkeit der Frauenarbeit in der Partei. Sie haben keinen eigenen Finanzhaushalt und dürfen erst ab 1989 eine eigene Führungsriege wählen.
Die Frauen erkämpften sich allerdings im Laufe der Zeit eine nicht niedergeschriebene Unabhängigkeit, so daß man heute von einer Frauenorganisation und nicht von einem Frauenreferat spricht.

Der Frauenanteil in der SPÖ lag immer bei ca. 30%. Diese Frauen engagierten sich größtenteils im Frauenreferat und kämpften dort für die Rechte der Frauen in Österreich.
Die Rolle der Frau wurde bereits im ersten Parteiprogramm von 1947 besprochen. Damals wurde der Schwerpunkt aber auf die Frau als Mutter und die Familie gelegt.


Ich gehe auf die Geschichte der Frauenbewegung in Österreich ein, um die Ereignisse der letzten 20 Jahre in einen geschichtlichen Kontext bringen zu können und gehe ich darauf ein, welche beständigen Veränderungen die Frauen bewirkt haben und was noch zu verändern ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichte der Frauenbewegung in der SPÖ seit 1945

3. Streit um den §144

4. Welche Änderungen haben die Frauen durchgesetzt?

5. Was wird bzw. muß sich noch ändern?

6. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit analysiert die Entwicklung der sozialdemokratischen Frauenbewegung in Österreich über einen Zeitraum von 20 Jahren, wobei der Fokus primär auf der politischen Auseinandersetzung um den § 144 StGB (Schwangerschaftsabbruch) liegt. Ziel ist es aufzuzeigen, wie Frauen trotz struktureller Benachteiligung innerhalb der SPÖ durch hartnäckiges politisches Engagement und öffentliche Mobilisierung rechtliche Reformen sowie eine Entschärfung des Abtreibungsrechts erwirkten.

  • Strukturelle Rolle und Entwicklung der Frauen in der SPÖ seit 1945
  • Historischer Kontext und gesetzliche Entwicklung des § 144
  • Rolle der Frauenbewegung als treibende Kraft für politische Reformen
  • Diskrepanz zwischen politischer Forderung und gesetzlicher Umsetzung
  • Bedeutung der Selbstbestimmung der Frau in der politischen Debatte

Auszug aus dem Buch

Streit um den §144

Bis 1919 galt der Schwangerschaftsabbruch in jeglicher Form als Straftat und wurde als schweres Verbrechen geahndet. Der „Bund gegen den Mutterschaftszwang“ forderte eine straffreie Abtreibung, wenn sie innerhalb der ersten drei Monate geschieht und von einem Arzt durchgeführt wird. Die sozialdemokratischen Frauen machten das zu ihren Zielen und verlangten eine Gesetzesänderung.

Die Frauen wehrten sich vor allem gegen die Strafverfolgung, da es nur die Frauen aus ärmeren Schichten trifft und nicht die Reichen, die sich einen Arzt „kaufen“ können. Ein dementsprechender Antrag wurde 1920 in den Nationalrat eingebracht.

Eine Diskussion über die Selbstbestimmung der Frau wurde losgetreten. Viele Frauen wünschten sich eine komplette Abschaffung des §144. Die Frauen sollten selbst entscheiden, was sie mit ihrem Körper und ihrem Kind machen.

1926 entschied man sich für einen Kompromiß: Es werden Beratungsstellen geschaffen, die durch die Krankenkassen getragen werden; der Schwangerschaftsabbruch ist straffrei, wenn er von einem Arzt durchgeführt wird; man kann abtreiben, wenn das Leben der Mutter oder des ungeborenen Kindes in Gefahr sind oder wenn die wirtschaftliche, berufliche oder familiäre Existenz gefährdet wären.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Themenwahl und die Quellenlage zur Geschichte der sozialdemokratischen Frauenbewegung in Österreich im Kontext des § 144.

2. Geschichte der Frauenbewegung in der SPÖ seit 1945: Dieses Kapitel beschreibt die untergeordnete Rolle der Frauen innerhalb der SPÖ-Parteistruktur und deren langjährigen Kampf um eigenständige politische Mitsprache und Anerkennung.

3. Streit um den §144: Das Kapitel zeichnet die historische Entwicklung und die gesellschaftlichen Konfliktlinien bezüglich der gesetzlichen Regelungen zum Schwangerschaftsabbruch in Österreich nach.

4. Welche Änderungen haben die Frauen durchgesetzt?: Hier wird die Rolle der Frauen als treibende politische Kraft hervorgehoben, die durch beharrliche Arbeit den Diskurs zur Strafrechtsreform maßgeblich beeinflusst haben.

5. Was wird bzw. muß sich noch ändern?: Das Kapitel diskutiert die bestehenden Defizite, insbesondere die Diskrepanz zwischen der rechtlichen Straffreiheit und der praktischen Umsetzung durch die sogenannte Abtreibungsgeographie.

6. Fazit: Das Fazit resümiert die politische Leistung der Frauen in der SPÖ und bewertet den Fortschritt hin zur Selbstbestimmung als mühsamen, aber notwendigen Prozess.

Schlüsselwörter

Österreich, SPÖ, Frauenbewegung, § 144, Schwangerschaftsabbruch, Abtreibungsrecht, Selbstbestimmung, Strafrechtsreform, Frauenreferat, politische Partizipation, soziale Indikation, Gleichberechtigung, Geschlechterrollen, Rechtsgeschichte, Diskriminierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung und dem politischen Einfluss der sozialdemokratischen Frauenbewegung in Österreich im Zeitraum von 1945 bis zum Ende der 1990er Jahre.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die innerparteiliche Stellung der Frauen in der SPÖ, der Kampf um das Selbstbestimmungsrecht der Frau sowie die juristische und gesellschaftliche Auseinandersetzung um den § 144.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie sozialdemokratische Frauen trotz Widerständen aus den eigenen männlich geprägten Parteistrukturen und von konservativen Kräften den Prozess der Strafrechtsreform hin zur Straffreiheit des Schwangerschaftsabbruchs maßgeblich vorantrieben.

Welche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, wobei primär auf das Werk "Frauen in Bewegung – Frauen in der SPÖ" zurückgegriffen wird, um die zeitgenössische Entwicklung und die politischen Rahmenbedingungen zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der parteiinternen Frauenarbeit, die detaillierte Historie der Abtreibungsdebatte von 1919 bis 1975 sowie die Bewertung der erreichten Fortschritte und noch bestehender Missstände.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie österreichische Politikgeschichte, Frauenbewegung, Abtreibungsgesetzgebung, politische Teilhabe und Selbstbestimmung charakterisieren.

Warum war der § 144 für die Frauen in der SPÖ ein so zentraler Streitpunkt?

Er wurde als Symbol für die mangelnde Selbstbestimmung über den eigenen Körper gesehen, wobei insbesondere Frauen aus ärmeren Schichten unter dem Abtreibungsverbot und der Kriminalisierung litten.

Was ist mit dem Begriff der "Abtreibungsgeographie" gemeint?

Der Begriff beschreibt den Umstand, dass trotz der gesetzlichen Straffreiheit in Österreich der Zugang zum Schwangerschaftsabbruch regional stark variiert, da medizinisches Personal den Eingriff verweigern kann.

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Details

Title
Die sozialdemokratische Frauenbewegung Österreichs am Beispiel des § 144
College
University of Marburg  (Politikwissenschaften)
Course
Proseminar: Politik in Österreich
Grade
1
Author
Nicole Hänel (Author)
Publication Year
2001
Pages
11
Catalog Number
V3590
ISBN (eBook)
9783638122139
ISBN (Book)
9783638770774
Language
German
Tags
Österreich Frauenbewegung Abtreibung sozialdemokratisch § 144 § 128 Emanzipation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicole Hänel (Author), 2001, Die sozialdemokratische Frauenbewegung Österreichs am Beispiel des § 144, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3590
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