Links-Terrorismus in Deutschland. Eine Motivations- und Ursachenanalyse
von Nicole Hänel
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung S. 02
2) Definition des Begriffs "Terrorismus" S. 03
3) Auftreten des Terrorismus in Deutschland von den 60er Jahren bis heute S. 04
3.1) Studentenunruhen Ende der 60er Jahre S. 04
3.2) Die Rote Armee Fraktion (RAF) S. 07
3.2.1) Welche Ursachen hatte die Gründung der RAF? S. 07
3.2.2) Taten der RAF S. 08
3.2.2.1) Die erste Generation S. 08
3.2.2.2) Die 2. und 3. Generation S. 10
3.2.2.3) Die RAF in den 80er Jahren S. 11
3.3) Die "Bewegung 2. Juni" S. 12
3.4) Die Revolutionären Zellen S. 12
3.4.1) die Rote Zora S. 14
3.5) Die "Antiimperialistische Zelle" S. 14
4) Was sind die politischen und gesellschaftlichen Ursachen für den Rückgang des
Terrorismus in der Gegenwart? S. 15
5) Heutige Formen des Terrorismus S. 16
5.1) Formen S. 16
5.2) Wirkungskreise S. 17
5.3) Mittel S. 17
6) Fazit S. 18
Literaturverzeichnis S. 21
1) Einleitung
Mit dem Begriff "Links-Terrorismus in Deutschland" verbindet man vor allem die 70er Jahre und Organisationen wie die RAF. Wie kommt es, dass der Terrorismus in dieser Zeit seinen Höhepunkt erlebte? Was waren die politischen und gesellschaftlichen Ursachen dafür? Dies ist die Hauptfrage, der ich mich in der Hausarbeit "Links-Terrorismus in Deutschland - Eine Motivations- und Ursachenanalyse" widmen werde.
Eine weitere Frage, die in diesem Zusammenhang interessant sein dürfte, ist folgende: Warum hat der Terrorismus in Deutschland keine Gegenwart?
Um mich diesen Fragen zu nähern, werde ich folgendermaßen vorgehen:
Zuerst werde ich versuchen, den Begriff "Terrorismus" zu definieren bzw. einzugrenzen, damit eine Basis geschaffen wird, auf der ich dann fortfahren werde. Anschließend beschreibe ich das Auftreten des Links-Terrorismus in Deutschland von den 60er Jahren bis in die heutige Zeit. Dabei werde ich mich insbesondere mit der Roten Armee Fraktion (RAF) befassen, da sie, meiner Meinung nach, eine Schlüsselrolle in dieser Zeit gespielt hat. Im speziellen gehe ich dabei auf die Ursachen der Gründung und ihre Hauptaussagen ein.
Anschließend werde ich mich mit den heutigen Entwicklungen auf diesem Gebiet beschäftigen und dabei die Frage behandeln: Was sind die politischen und gesellschaftlichen Ursachen für den Rückgang des Terrorismus in der Gegenwart? In diesem Zusammenhang beschreibe und analysiere ich die heutigen Formen des Links-Terrorismus. Am Ende werde ich ein Fazit ziehen und die Frage beantworten, warum der Schwerpunkt des Links-Terrorismus in den 70er Jahren lag und er in Deutschland in dieser Form keine Gegenwart besitzt.
2) Definition des Begriffs "Terrorismus"
In einem Punkt sind sich die Autoren, die über den Terrorismus geschrieben haben, einig: Es ist fast nicht möglich, den Begriff zu definieren. Walter Laqueur meint, dass er in so vielfältiger Art auftritt, dass er nur in seinen offensichtlichen Merkmalen
übereinstimmt: er hat stets mit Gewalt oder der Androhung von Gewalt zu tun. Andere Autoren grenzen den Terrorismus weiter ein: Terrorismus ist ein "gewaltsames
Vorgehen gegen eine politische Ordnung", er ist planmäßig und aus dem Untergrund vorbereitet; er ist eine "Gewaltstrategie schwacher Gruppen", die zu schwach seien, um "Teile einer Stadt oder eines Landes militärisch zu besetzen." Terroristen planen "spektakuläre, gut organisierte Anschläge, um die öffentliche Aufmerksamkeit zu erregen".
In die gleiche Richtung zielt die Definition zum Begriff "Terrorismus" im Bericht "Deutscher gewaltorientierter Linksextremismus in Berlin" ab:
"Terrorismus zielt auf die Beseitigung des demokratischen Verfassungsstaates mittels systematischer Anwendung massiver Gewaltakte ... Dabei handelt es sich um eine Strategie politisch relativ einflußarmer, die Legalität und die Legitimität der bestehenden Ordnung abstreitender Minderheiten. Mit ihren Aktionen wollen Terroristen Furcht und Schrecken bei den aus ihrer Sicht zu bekämpfenden gesellschaftlichen Gruppen erregen, gleichzeitig aber auch Aufmerksamkeit wecken und (längerfristig) Sympathie bei breiten Bevölkerungskreisen für ihre politischen Ziele bewirken. Terroristen erhoffen sich eine massenmobilisierende und revolutionierende Wirkung mit ihren Aktionen. In der Regel soll das politische System destabilisiert und schließlich durch ein Regime der eigenen Wahl ersetzt werden". Dies kommt einer
Zielsetzung näher als einer Definition des Begriffs "Terrorismus", aber er enthält, meiner Meinung nach ein paar wichtige Punkte, die beim Eingrenzen des Begriffs helfen. Terrorismus ist eine gewalttätige politische Äußerung. Terroristen wollen ein bestehendes System erschüttern und im ‚Idealfall′ stürzen.
Dies ist der kleinste gemeinsame Nenner, den alle Formen des Terrorismus gemein haben. Ansonsten taucht er in den unterschiedlichsten Formen auf.
Bernhard Rabert schreibt, dass Reinhard Rupprecht in seinem Bericht "Terrorismus - eine Bedrohung unserer Zeit" den Terrorismus unterteilt hat in sozialrevolutionären
(RAF oder Rote Brigaden), nationalen, seperatistischen (ETA), rassistischen und neonazistischen Terrorismus.
In unserem Fall ist der sozialrevolutionäre Terrorismus von Interesse. Auf ihn paßt nun wiederum die Definition des Landesamtes für Verfassungsschutz.
3) Auftreten des Terrorismus in Deutschland von den 60er Jahren bis heute
In diesem Abschnitt versuche ich, in einer chronologischen Reihenfolge die Entwicklung des Terrorismus darzustellen, mit einem Schwerpunkt auf der Roten Armee Fraktion (RAF), da sie die stärkste Strömung in der Entwicklung des Linksterrorismus darstellte.
[...]
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Nicole Hänel, 2001, Links-Terrorismus in Deutschland - Eine Motivations- und Ursachenanalyse, Munich, GRIN Publishing GmbH
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