- II -5.1.2 Zu hohes staatliches Mindesteinkommen 21 5.1.3 Hartz IV 23 5.1.3.1 Hartz IV fordert 24 5.1.3.1.1 Zumutbare Arbeit 24
5.1.3.1.2 Kürzung von Arbeitslosengeld II 24 5.1.3.2 Hartz IV fördert 24
5.1.3.2.1 Nicht jeder Cent soll angerechnet werden 24
5.1.3.2.2 Die Ein-Euro-Jobs (Sozialjobs) 25
5.1.3.2.3 Hilfe bei der Eingliederung in den Arbeitsmarkt 25
5.1.3.2.4 Arbeit für junge Menschen 26 5.2 Fehlende Unterstützung 26
5.2.1 Schlechte Einstiegschancen für Jugendliche ins Berufsleben 26
5.2.2 Zu wenig Hilfe bei der Kinderbetreuung 27
6. Die Reformnotwendigkeit bei der Arbeitsnachfrage 28 6.1 Zu hohe Kosten 28 6.1.1 Die Lohnsubventionen 29 6.1.1.1 Der Job Floater 30
6.1.1.2 Die Magdeburger Alternative 31 6.1.1.3 Das Mainzer Modell 31
6.1.2 Kritik an den Lohnsubventionen 32 6.2 Fehlende Flexibilität 33 6.3 Fehlendes Humankapital 34
7. Schlussbetrachtung und Ausblick 35
Literaturverzeichnis V
Deutschland Schlusslicht bei Wachstum und Beschäftigung 1
Der Arbeitsmarkt 3
Der Arbeitsmarkt 5
Arbeitslosigkeit in Deutschland 7
Ausbildungsstellenmarkt 8
Dauer der Arbeitslosigkeit in Deutschland 9
Schwarzarbeit in Deutschland 18
Entwicklung der Minijobs in Deutschland 19
Entwicklung der Ich-AGs in Deutschland 20
Sozialversicherungsabgaben 28
Die Kosten der Arbeitslosigkeit 33
bzw. beziehungsweise
ca. circa
CAST Chancen und Anreize zur Aufnahme sozialversicherungspflichtiger Tätigkeiten
JUMP Sofortprogramm der Bundesregierung zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit
max. maximal
PSA Personal Service Agenturen
TAG Tagesbetreuungsausbaugesetz
u.a. unter anderem
u.U. unter Umständen
usw. und so weiter
vgl. vergleiche
z.B. zum Beispiel
- 1 - 1.Einleitende Bemerkungen
Arbeitslosigkeit ist in Deutschland mittlerweile das Diskussionsthema Nr. 1. Sie schadet dem Wirtschaftswachstum sowie der effizienten Teilnahme am internationalen Wettbewerb. Neben den enormen Staatsausgaben bringt sie vor allem auch soziale Ausgrenzung für die Betroffenen mit sich.
Um dennoch den Anschluss an die internationale Konkurrenz nicht zu verlieren und um eine Zweiteilung der Gesellschaft zu vermeiden, muss am deutschen Arbeitsmarkt einiges geschehen.
Die Grafik macht deutlich wie schlecht der Standort Deutschland im internationalen Vergleich hinsichtlich Arbeitsmarktentwicklung und Wirtschaftswachstum dasteht. Fehlendes Humankapital der Arbeitsanbieter und zu starre Vorschriften für die Arbeitsnachfrager sind u.a. verantwortlich für diese Situation.
Allgemein wird deutlich: Reformen am Arbeitsmarkt sind in Deutschland unerlässlich.
In dieser Seminararbeit wird daher aus verschiedenen Perspektiven auf die Reformnotwendigkeit am deutschen Arbeitsmarkt eingegangen.
1) Vgl. Bertelsmann Stiftung (2004), online.
- 2 -Zum besseren Verständnis wird der Arbeitsmarkt zuerst aus volkswirtschaftlicher Sicht betrachtet. Um die Probleme am Arbeitsmarkt zu verdeutlichen, wird danach auf das Un-gleichgewicht von Angebot und Nachfrage sowie auf die Störfaktoren - beides beeinträchtigt die Flexibilität des Arbeitsmarktes - eingegangen.
Fehlende Anreize und mangelnde Unterstützung sind die Kritikpunkte auf Seiten des Arbeitsangebotes. Die Tatsache, dass viele Arbeitslose aufgrund der guten staatlichen Versorgung überhaupt nicht bereit sind zu arbeiten, ist erschreckend und soll hauptsächlich durch Hartz IV eingedämmt werden. Ein weiterer Reformansatz ist die verstärkte Unterstützung von jungen Menschen und Erziehenden durch den Staat, wodurch man sich eine höhere Anzahl qualifizierter Arbeitskräfte verspricht.
Betrachtet man den Arbeitsmarkt aus der Perspektive der Arbeitsnachfrager, so ist vor allem in der zu teueren Arbeit ein großes Manko zu sehen. Deutschland hat im internationalen Vergleich die höchsten Lohnkosten. Dass die Unternehmen daher Neueinstellungen vermeiden, ist verständlich.
2. Der Arbeitsmarkt in der Theorie
2.1 Die Definition
Zunächst wird darauf eingegangen, was man in der volkswirtschaftlichen Theorie unter dem Begriff „Arbeitsmarkt“ versteht. Hierfür werden einige Definitionen aufgeführt:
2) Vgl. Siebert, H. (1991), S. 202.
3) Vgl. RM Buch und Medien Vertrieb GmbH (2004), S. 56. 4) Vgl. Bender, D. u.a. (1990), S. 90.
- 3 - 2.2Die Teilnehmer am Arbeitsmarkt
Auf dem Arbeitsmarkt treffen zwei Interessensgruppen, die beide abhängig vom Reallohn 5) reagieren, aufeinander. Die erste Gruppe besteht aus den Unternehmen (Arbeitgeber). Sie fragt die Faktorleistung Arbeit nach, wobei ihre Nachfrage bei steigendem Reallohn abnimmt. Die zweite Gruppe bilden die Haushalte (Arbeitnehmer). Sie bietet ihre Arbeit auf dem Arbeitsmarkt an. Das Arbeitsangebot steigt dabei mit zunehmendem Reallohn. Schon hier kann man erkennen, dass beide Marktteilnehmer (Nachfrager und Anbieter) unterschiedliche Vorstellungen von der Preis- und Mengengestaltung des Produktes „Arbeit“ haben.
Während die Arbeitnehmer generell eine möglichst hohe Entlohnung anstreben, wollen die Arbeitgeber die Lohnkosten so gering wie möglich halten. Trägt der Arbeitnehmer allerdings viel Verantwortung, so ist der Arbeitgeber meistens bereit, ihn auch entsprechend hoch zu entlohnen.
Wie die beiden Marktteilnehmer reagieren, wird im nächsten Abschnitt dargestellt.
2.3 Die Darstellung des Arbeitsmarktes
Die folgende Grafik stellt die Arbeitsmarkttheorie dar. 6)
5) Der Reallohn entspricht der Kaufkraft des Lohns. Reallohn = Nominallohn / Preisniveau. 6) Bei dieser Darstellung des Arbeitsmarktes wird vorausgesetzt, dass die Arbeitszeit pro Beschäftig- tem relativ fix ist (was in der Realität kaum der Fall sein wird).
- 4 -Anhand der Grafik erkennt man, dass bei einem hohen Reallohn wenig Arbeit nachgefragt, aber gleichzeitig viel Arbeit angeboten wird. Die Nachfragekurve verläuft aus diesem Grund fallend, während die Angebotskurve ansteigt.
Beide Kurven schneiden sich in einem Punkt. An dieser Stelle einigen sich die Arbeitnehmer mit den Arbeitgebern ihre Arbeit zu einem bestimmten Marktpreis anzubieten bzw. nachzufragen. 7) Auf dem Arbeitsmarkt entsteht dadurch ein Gleichgewicht, in dem das Arbeitsangebot gleich der Arbeitsnachfrage ist. Hier spricht man auch von einer Vollbeschäftigung. In diesem Punkt wird der Markt „geräumt“, da durch flexible Preise und Löhne (eine wichtige Voraussetzung, die allerdings nur in der Theorie möglich ist) alle Personen, die zum gegebenen Reallohn arbeiten wollen auch tatsächlich einen Arbeitsplatz finden. 8) Obwohl man von Vollbeschäftigung spricht, bedeutet das nicht, dass die Arbeitslosenquote gleich Null ist. Dies liegt daran, dass viele Arbeitslose zwar nach einer Arbeit suchen, jedoch nicht bereit sind zum gegebenen Reallohn (Marktpreis) zu arbeiten. Diese Art der Arbeitslosigkeit nennt man „freiwillige Arbeitslosigkeit“.
An dieser Stelle wird kurz auf die Arbeitslosigkeit eingegangen, die als ständige Begleiterscheinung des Arbeitsmarktes auftritt.
Im Normalfall spricht man von Arbeitslosigkeit, wenn arbeitsfähige Personen, die arbeiten wollen, keine Beschäftigung finden. 9) Als arbeitslos werden allerdings nur diejenigen bezeichnet, die bei der Bundesagentur für Arbeit 10) arbeitslos gemeldet sind. Langzeitarbeitslos sind alle Personen, die länger als ein Jahr ohne Arbeit sind. 11) Pessimistische Zukunftserwartungen und Steuererhöhungen können zu einer Verschiebung der Nachfragekurve nach links führen. Die Nachfrage nach Arbeit ist dann geringer als das Arbeitsangebot - so kann Arbeitslosigkeit entstehen 12) .
7) Vgl. Wagner, R. (2001), S. 1, online.
8) Vgl. Volkert, J. (2004), S. 21. 9) Vgl. Serges Medien GmbH (2000), S.31.
10) Früher war dies die Bundesanstalt für Arbeit, die im Rahmen von Hartz III am 1. Januar 2004 umbenannt wurde. Gesetzliche Grundlage ist das „Dritte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“.
11) Vgl. Volkert, J.(2004), S. 6.
12) Auf die Verschiebung der Angebotskurve wird an dieser Stelle nicht eingegangen.
Obwohl es viele Arten von Arbeitslosigkeit gibt, wird im Folgenden nur auf die friktionelle, die konjunkturelle, die strukturelle und auf die Missmatch-Arbeitslosigkeit eingegangen. Die friktionelle Arbeitslosigkeit wird beispielsweise aufgrund des Übergangszeitraums bei einem Arbeitsplatzwechsel hervorgerufen.
Eine konjunkturelle Arbeitslosigkeit entsteht, wenn die gesamtwirtschaftliche Nachfrage nachlässt und aufgrund dessen Arbeitsplätze abgebaut werden. Die strukturelle Arbeitslosigkeit hingegen wird durch eine mangelhafte Anpassung an strukturelle Veränderungen sowie durch die daraus resultierende wirtschaftliche Wachstumsschwäche hervorgerufen. Sie ist in der Regel langfristig ausgerichtet und zum größten Teil für die deutsche Massenarbeitslosigkeit verantwortlich.
Die Missmatch-Arbeitslosigkeit hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung zugenommen. Hier stimmen die Anforderungen der offenen Stellen mit den Voraussetzungen der Bewerber nicht überein. 13)
Nachdem auf das Marktgleichgewicht und auf die Verschiebung der Nachfragekurve als Ursache für Arbeitslosigkeit eingegangen wurde, wird der Reallohn nochmals genauer betrachtet. Es ist wichtig, dass die Reallohnsteigerungen hinter dem Produktivitätsfortschritt zurückbleiben. Nur so können die Arbeitslosen wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden. Die Reallohnelastizität gibt an, um wie viel Prozent die Beschäftigung zunimmt, wenn sich
13) Vgl. Volkert, J. (2004), S. 6.
Arbeit zitieren:
Kathrin Wacker, Jutta Zähringer, Kathrin Wacker, 2004, Reformnotwendigkeiten am deutschen Arbeitsmarkt, München, GRIN Verlag GmbH
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