Abb. 1 Das Timing-Konzept 3
Abb. 2 Das Temporary-Konzept 4
Abb. 3 Methoden und Konzepte latenter Steuerverrechnung 5
Abb. 4 Fälle aktiver und passiver latenter Steuern nach HGB 8
Abb. 5 Fälle aktiver und passiver latenter Steuern nach IAS 12 12
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1 Entstehung passiver latenter Steuern nach HGB 9
Tabelle 2 Entstehung aktiver latenter Steuern nach HGB 10
Abb. Abbildung Abs. Absatz Aufl. Auflage Ausg. Ausgabe Bilanz.hilfe Bilanzierungshilfe bzw. beziehungsweise E-DRS 10 Entwurf - Deutscher Rechnungslegungs Standard Nr. 10 EStG Einkommensteuergesetz f. folgende ff. fortfolgende Fifo First in - first out GE Geldeinheiten gem. gemäss GuV Gewinn- und Verlustrechnung HB Handelsbilanz HGB Handelsgesetzbuch Hrsg. Herausgeber i.A. im Allgemeinen IAS International Accounting Standards IFRS International Financial Reporting Standards KStG Körperschaftsteuergesetz lat. latent lt. laut Nr. Nummer Rst Rückstellung S. Seite sog. sogenannte StBil Steuerbilanz u.a. unter anderem vgl. vergleiche z.B. zum Beispiel
Beispiel 1 Passive latente Steuern - zu Seite 8 und 9 der Seminararbeit Beispiel 2 Aktive latente Steuern - zu Seite 9 und 10 der Seminararbeit
- 1 - 1.Einleitende Bemerkungen
Dem Bereich der latenten Steuern im deutschen Einzelabschluss kommt bis heute nur eine geringe Bedeutung zu. Aufgrund der abweichenden Regelungen des Bilanzsteuerrechts vom HGB entstehen meist aktive Steuerlatenzen, dessen Ansatzwahlrecht selten in Gebrauch genommen wird.
Es darf jedoch nicht außer Acht gelassen werden, dass die Globalisierung der Absatz-, Beschaffungs- und Kapitalmärkte immer weiter voran getrieben wird. Aufgrund dieser absehbaren Internationalisierung werden immer mehr Unternehmen dazu veranlasst, ihre externen Berichterstattungen an internationale Grundsätze anzupassen. Um auf internationalen Absatzmärkten konkurrenzfähig zu bleiben sowie auf weltweiten Finanzmärkten Kapital aufnehmen zu können, werden international vergleichbare Jahresabschlüsse vorausgesetzt.
Aufgrund des fehlenden (umgekehrten) Maßgeblichkeitsprinzips in der internationalen Rechnungslegung nach IFRS und des dort verankerten Ansatzgebotes für aktive sowie passive latente Steuern, werden vermehrt Steuerlatenzen in den Handelsbilanzen entstehen.
In dieser Seminararbeit soll daher auf die Grundlagen und Entstehung latenter Steuern eingegangen werden. Wichtige Fragen, die im Rahmen dieser Seminararbeit beantwortet werden, sind: Welche Konzeptionen stecken hinter dem Begriff der latenten Steuern? Welche Methoden müssen bzw. können angewandt werden?
Im Anschluss daran wird auf die unterschiedliche Behandlung latenter Steuern nach HGB und IFRS eingegangen. Ziel ist es, die jeweiligen Bilanzierungsvoraussetzungen, die unterschiedlichen Fälle und Entstehungsursachen aktiver und passiver latenter Steuern, sowie deren Ausweis und Bewertung aufzuzeigen.
Die Entstehung latenter Steuern aufgrund von Verlustvorträgen wird im Rahmen dieser Seminararbeit nicht angesprochen.
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Definition und Entstehung latenter Steuern
Latente Steuern entstehen, sobald Handelsbilanz- und Steuerbilanzgewinn voneinander abweichen. Die aus dem steuerlichen Ergebnis resultierende Steuerlast ergibt demzufolge keinen sinnvollen und erklärbaren Zusammenhang zum handelsrechtlichen Ergebnis. Das Wort „latent“ stammt aus dem lateinischen und bedeutet soviel wie „verborgen“ 1 . Aus der Handelsbilanz werden aufgrund der latenten Steuern die „verborgenen Steuern“, die
1 Vgl. Wahrig, G. (1975), S. 359.
- 2 -sich aus dem abweichenden Steuerbilanzgewinn ergeben haben, ersichtlich. Somit kann man es als „Aufgabe der latenten Steuern“ sehen, eine erklärbare Relation zwischen dem Ergebnis der Handelsbilanz und dem darin ausgewiesenen Ertragsteueraufwand herzustellen. 2 Sie dienen der periodengerechten Abgrenzung des Steueraufwands sowie dem verbesserten Einblick in die Vermögens- und Ertragslage des Unternehmens. 3 Wie kann es jedoch zu einer Abweichung von Handels- und Steuerbilanz kommen? Verursacht wird diese Abweichung vor allem aufgrund der unterschiedlichen Zielsetzung von Handels- und Steuerbilanz. Während die Handelsbilanz schwerpunktmäßig den Inves-toren und Gläubigern einen Einblick in die wirtschaftliche Lage des Unternehmens geben soll (und daher auch Gläubigerschutz und Vorsichtsprinzip eine tragende Rolle spielen), ist das Ziel der Steuerbilanz die Ermittlung der Bemessungsgrundlage für die abzuführende Steuer. Gleiche Sachverhalte werden daher oftmals in den beiden Bilanzen unterschiedlich, z.B. aufgrund verschiedener Abschreibungsmethoden oder der Bildung stiller Reserven, erfasst. Die daraus resultierende Steuerdifferenz kann entweder positiv oder negativ sein und führt je nachdem zu einem Aktiv- oder Passivposten für latente Steuern. Meistens werden diese Abweichungen allerdings zu späteren Zeitpunkten wieder ausgeglichen. 4
2.2 Konzepte der Steuerabgrenzung
2.2.1 Differenzierung nach dem Zeitpunkt der Umkehr 5
Für die Abgrenzung latenter Steuern gibt es zwei verschiedene Konzepte. Im HGB gilt das Timing-Konzept, während das Temporary-Konzept im IFRS Anwendung findet. Beide Konzepte unterscheiden die folgenden drei Differenzen:
- zeitlich unbegrenzte Differenzen
- zeitlich begrenzte Differenzen
- quasi zeitlich begrenzte Differenzen
Zeitlich unbegrenzte Differenzen werden auch als permanent differences bezeichnet. Hiervon sind alle Differenzen betroffen, die in den folgenden Perioden nicht wieder ausgeglichen werden.
Werden Aufwendungen oder Erträge in gleicher Höhe, aber in unterschiedlichen Abrechnungsperioden erfasst, und gleichen sich diese über mehrere Perioden hinweg aus, spricht man von den zeitlich begrenzten Differenzen. Die steuerlichen Auswirkungen schlagen sich dabei in späteren Perioden ins Gegenteil um 6 . Wird die Steuerlast aufgrund von
2 Vgl. Heno, R. (2003), S. 377.
3 Vgl. Klein, O. (2001), S. 1451.
4 Zu diesem Abschnitt vgl. Klein, O. (2001), S. 1450.
5 Mit Umkehr ist die Auflösung der Differenzen in späteren Perioden gemeint.
6 Vgl. Coenenberg, A. (2003), S. 384.
Arbeit zitieren:
Kathrin Wacker, 2004, Latente Steuern nach HGB und IFRS, München, GRIN Verlag GmbH
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