„Die Bearbeitung einer literarischen Vorlage verlangt die Berücksichtigung spezifischer Gesetze, dies gilt für die Hörspieladaption gleichermaßen wie für Filmadaptionen“ (Böckelmann 2002, S. 46).
Angelika Böckelmann hat in ihrem Buch „Hörspiele für Kinder“ einen Aufsatz über die „Strukturelemente des adaptierten Hörspiels für Kinder“ veröffentlicht, in diesem sie ein Kanon von Kriterien erstellt, die eine objektive Beurteilung von Adaptionen ermöglicht.
In der vorliegenden Arbeit wird nun dieser Kanon herangezogen, um den Kinderkrimi „Die drei im Turm“, bzw. dessen Hörspieladaption zu analysieren. Anhand der von Böckelmann aufgestellten Kriterien soll im Verlauf der Arbeit beurteilt werden, ob die einzelnen Elemente in der Hörspieladaption realisiert wurden und somit einer adäquaten Gestaltung entspricht.
Zunächst wird in Kapitel 1 auf die Handlung und den Aufbau eingegangen, daran schließen sich die Orte der Handlung in Kapitel 2 an. Im Folgenden Kapitel 3 stellt der Erzähler den Mittelpunkt dar, bevor es in Kapitel 4 um Sprecher und Stimmen geht. In Kapitel 5 der vorliegenden Arbeit wird daraufhin die Sprache der Hörspieladaption untersucht, die Geräusche sind das Thema des Kapitels 6.
Abschließend wird eine Zusammenfassung gegeben, um die wichtigsten Punkte der Hörspieladaption von „Die drei im Turm“ aufzugreifen und eine möglichst objektive Beurteilung des Krimis abzugeben.
Inhaltsverzeichnis
A) EINLEITUNG
B) DER INHALT VON „DIE DREI IM TURM“
C) ANALYSE DES HÖRSPIELS
1. HANDLUNG UND AUFBAU
1.1 EINGANGSSZENE
1.2 SPANNUNGSBOGEN
1.3 SCHLUSS
2. ORTE DER HANDLUNG
2.1 ANZAHL
2.2 AKUSTISCHE DARBIETUNG
2.3 WECHSEL DER HANDLUNGSORTE
3. ERZÄHLER
4. SPRECHER UND STIMMEN
4.1 ANZAHL
4.2 EINFÜHRUNG DER STIMMEN
4.3 INDIVIDUALITÄT DER STIMMEN
4.4 INTERPRETATION DURCH DIE SPRECHER
5. SPRACHE
5.1 IDIOLEKT / DIALEKT
5.2 KINDGEMÄßE SPRACHE
6. GERÄUSCHE
6.1 EINGESPIELTE GERÄUSCHE
6.2 REALISTISCHE GERÄUSCHE
6.3 VERFREMDETE GERÄUSCHE
6.4 FUNKTION
D) ABSCHLIEßENDE ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit analysiert die Hörspieladaption des Kinderkrimis „Die drei im Turm“ anhand der von Angelika Böckelmann aufgestellten Kriterien für Strukturelemente, um die Qualität und Adäquatheit der Umsetzung zu bewerten.
- Analyse von Handlungsaufbau und Spannungsdramaturgie
- Untersuchung der akustischen Gestaltung von Handlungsorten
- Evaluierung des Einsatzes von Erzähler, Sprecherstimmen und Sprache
- Funktionale Betrachtung der eingesetzten Geräuschkulissen
- Kritische Beurteilung der Adaptionsleistung
Auszug aus dem Buch
1.1 Eingangsszene
Die Eingangsszene einer Adaption sollte – ebenso wie das Kinderbuch – fesselnd sein, denn die ersten Sekunden oder Sätze entscheiden, ob ein Kind das Hörspiel weiterhin hören möchte. Stets muss eine ungewöhnliche Situation oder eine Konfliktsituation zur Exposition stehen, um die Neugier der Rezipienten zu wecken. Das Interesse der Rezipienten kann nicht nur mit Hilfe einer spannenden Szene geweckt werden, auch eine fesselnde Musik, ein ungewöhnliches Geräusch oder eine klangvolle Stimme lassen die Rezipienten „aufhorchen“.
Unser Kinderkrimi beginnt in der Eingangsszene mit einer Eingangsmusik, die das Interesse der Kinder weckt, da sie eine Mischung aus Country und Rockmusik darstellt und für Kinderohren eher ungewöhnlich ist. Die Handlung steigt direkt ein, als in der ersten Szene die beiden Freunde Jussy und Nelly aufeinandertreffen. Jussy ist traurig, dass seine Eltern nie Zeit für ihn haben und schildert seinem Freund die Situation zu Hause. Wenn die Eltern zu Hause sein, streiten sie ständig. Somit werden die Rezipienten direkt in den ersten Konflikt eingeführt, der zwischen Jussy und seinen Eltern stattfindet. Die Spannung wird in der Eingangsszene aber noch weiter geführt, da Jussy vorschlägt, in einem verwilderten Park zu frühstücken. Um dort hin zu gelangen, muss man über die Gleise gehen und die Eltern haben ihnen dies verboten, da der Park zu einer stillgelegten Fabrik gehört. Die Jungen äußern ihre Bedenken und steigern somit die Spannung in der ersten Szene. Dennoch machen sie sich auf den Weg durch den „Urwald“.
Zusammenfassung der Kapitel
A) EINLEITUNG: Darstellung des theoretischen Rahmens nach Böckelmann und Erläuterung des methodischen Vorgehens für die Analyse des Hörspiels.
B) DER INHALT VON „DIE DREI IM TURM“: Zusammenfassung der Krimihandlung über die illegalen Müllentsorgungen und die verschiedenen sozialen Themen des Werkes.
C) ANALYSE DES HÖRSPIELS: Detaillierte Untersuchung der verschiedenen Strukturelemente wie Handlung, Orte, Erzähler, Stimmen, Sprache und Geräusche.
1. HANDLUNG UND AUFBAU: Analyse der Spannungsdramaturgie und der Exposition in der Hörspieladaption.
2. ORTE DER HANDLUNG: Untersuchung der akustischen Markierung und Charakterisierung der verschiedenen Schauplätze.
3. ERZÄHLER: Diskussion über die Notwendigkeit und den Verzicht auf einen Erzähler in der Adaption.
4. SPRECHER UND STIMMEN: Bewertung der Rollenbesetzung und der charakteristischen Interpretation durch die Sprecher.
5. SPRACHE: Analyse des Idiolekts und der kindgemäßen Sprachgestaltung im Hörspiel.
6. GERÄUSCHE: Prüfung der realistischen und funktionalen Einbindung von Geräuschen zur Stimmungsunterstützung.
D) ABSCHLIEßENDE ZUSAMMENFASSUNG: Fazit zur Adaptionsqualität und kritische Würdigung der inhaltlichen Umsetzung.
Schlüsselwörter
Hörspieladaption, Kinderkrimi, Strukturelemente, Angelika Böckelmann, Wellendramaturgie, Handlungsorte, Sprecherstimmen, kindgemäße Sprache, Geräuschkulisse, akustische Charakterisierung, Medienanalyse, Kinderliteratur, Medienpädagogik, Realismus, Spannungsaufbau.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert, wie ein literarischer Kinderkrimi erfolgreich in ein Hörspiel adaptiert wurde, basierend auf festgelegten strukturellen Qualitätskriterien.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Felder sind der dramaturgische Aufbau, die akustische Gestaltung der Handlungsorte, der stimmliche Ausdruck der Charaktere, die Sprachqualität und der funktionale Einsatz von Geräuschen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist eine objektive Beurteilung der Hörspieladaption „Die drei im Turm“ im Vergleich zu den theoretischen Anforderungen von Angelika Böckelmann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin verwendet eine analytische Vergleichsmethode, bei der das Hörspiel systematisch an einem Kriterienkatalog für Strukturelemente des Kinderhörspiels gemessen wird.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil ist in sechs Kapitel untergliedert, die von der Exposition und Spannung über die akustische Inszenierung von Orten bis hin zur Sprache und Geräuschen reichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Hörspieladaption, Kinderkrimi, Strukturelemente, Wellendramaturgie und akustische Charakterisierung.
Warum ist laut der Analyse die Eingangsszene besonders wichtig?
Die Eingangsszene entscheidet laut Arbeit darüber, ob das Kind das Hörspiel weiterhören möchte, weshalb sie durch ungewöhnliche Situationen oder Konflikte Neugier wecken muss.
Wie wird das Fehlen eines Erzählers in „Die drei im Turm“ bewertet?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass ein Erzähler aufgrund der Zielgruppe (Kinder ab acht Jahren) nicht unbedingt notwendig ist, da die Handlungsträger die Situationen selbst ausreichend kommentieren.
- Arbeit zitieren
- Dominique Becker (Autor:in), 2004, Strukturelemente des adaptierten Hörspiels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36004