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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 4
2 Die Dritte Französische Republik in den dreißiger Jahren. 5
3 Die besetzte Zone 8
3.1 Résistance und Charles de Gaulle 9
4 Die freie Zone unter dem Vichy - Regime 10
4.1 La Révolution nationale - Frankreichs Innenpolitik 12
4.1.1 Mythos Landleben. 13
4.1.2 Die Jugend 13
4.1.3 Anti - France. 14
4.1.4 Antisemitismus und Judenverfolgung 15
4.2 Die Politik der Kollaboration - Frankreichs Außenpolitik 18
4.2.1 Die verlängerte Werkbank des Dritten Reiches - französische
Wirtschaftskollaboration 20
4.2.2 Militärische Kollaboration 21
4.2.3 Ideologische Kollaboration. 22
4.2.4 Generelle Züge der französischen Bevölkerung 22
5 Schluss 24
4
1 Einleitung
Der Zweite Weltkrieg und der Holocaust ist wohl eines der dunkelsten Kapitel der europäischen Geschichte.
Wie es dazu kam, der Krieg selbst und die Verbrechen an der Menschlichkeit, sowie seine Auswirkungen werden meist in seinen vollen Zügen erst danach wirklich sichtbar.
Seine Wiederaufarbeitung ist von großer Bedeutung für die nachkommenden Generationen, denn sie soll den Sinn für Humanität, Demokratie und damit ethischen Fortschritt schärfen.
Nach der Machtübernahme Hitlers in Deutschland durchlief Europa einen Wandel, der mit all seinen Konsequenzen zu jener Zeit sicher noch nicht abzusehen war. Jedes Land suchte nach einer Möglichkeit, sich neu zu orientieren und nach Staatsräson die beste Lösung für das eigene Wohl zu finden. Frankreich und das Vichy-Regime sind nur ein Beispiel dafür. Seine Rolle im Zweiten Weltkrieg, die Vorgeschichte dessen und die Ergebnisse werden im Folgenden betrachtet. Dabei handelt es sich vor allem um die Politik, die von der Vichy -Regierung unter Pétain und Laval verfolgt wurde. Die besetzte Zone im Norden Frankreichs wird zur Vollständigkeit nur kurz beschrieben, sowie die Rolle der Résistance, welche allerdings nicht an Bedeutung für diesen Abschnitt französischer Geschichte verlieren soll.
Im Mittelpunkt stehen die 4 Jahre von Vichy - die sogenannten düsteren Jahreseine Revolution Nationale und die Politik der Kollaboration mit Deutschland. Diese kontroverse Haltung blieb jahrelang hinter dem Mythos Résistance verborgen und rückt jetzt durch die Vergangenheitsbewältigung wieder ins Bewusstsein der Bevölkerung.
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2 Die Dritte Französische Republik in den dreißiger Jahren
Die Weltwirtschaftskrise, die 1929 mit dem Börsenkrach an der New Yorker Wall Street einsetzte, sorgte in allen westlichen Industrienationen für einen ökonomischen Kollaps und zog sich darüber hinaus noch weit in die dreißiger Jahre hinein. Obwohl Frankreich zunächst nicht so stark betroffen schien, hatte die Krise später doch enorme Auswirkungen auf die französische Wirtschaft, welche auch nicht durch Maßnahmen seitens der Politik verhindert werden konnten. Im Gegenteil, die Aufwertung des Franc durch Tardieu beispielsweise, führte zwar zunächst zu einem Aufschwung, stellte sich später aber als Nachteil heraus, als 1931 Deutschland die Reparationszahlungen des 1. Weltkrieges einstellte, und London den Goldstandart aufgeben musste. Die Währungen befanden sich in der Inflation und die Preise im europäischen Ausland sanken. Die Folge für Frankreich waren Produktionsrückgänge, Entlassungen und sinkende Steuereinnahmen. Allerdings lasteten nicht nur wirtschaftliche Probleme auf Frankreich, sondern auch außenpolitisch fand es sich nach einem Wandel der Machtverhältnisse in Europa, wie der Regierungsübernahme Hitlers in Deutschland 1933, orientierungslos, da das Bündnissystem der Nachkriegszeit durch neue Vereinbarungen, unter anderem der Nichtangriffspakt Deutschland - Polen, zu zerbrechen drohte. Alle Bemühungen Frankreichs, Bündnisse zu anderen europäischen Staaten zu festigen, führten nur zu oberflächlichem Erfolg oder scheiterten. 1
Die europäischen Staaten zeigten sich uneinig angesichts der neuen Regierung Hitler in Deutschland.
Die daraus resultierende Unsicherheit im außenpolitischen Bereich und die wirtschaftliche Krise führten zu immer rascheren Regierungswechseln - allein von 1929 bis 1940 gab es 31 Regierungen - und zu einer enormen Instabilität im Inneren Frankreichs. Die Bevölkerung war enttäuscht von der Regierung, und Misstrauen verbreitete sich schnell, worin die extremen Parteien einen idealen Nährboden fanden, hier unter anderem die PCF auf dem linken Flügel und die Action française
1 April 1935 Konferenz von Stresa: Großbritannien, Frankreich und Italien erklären, sich jeder weiteren
einseitigen Aufkündigung von Verträgen widersetzen zu wollen. Allerdings schloss GB im Juni ’35 mit
Hitler ein Flottenabkommen ab und brach damit die Vereinbarung.
Mai 1935 Beistandspakt mit UdSSR
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als nationalistisch-monarchistische Formation. Weiterhin folgten Proteste und Streiks.
Bei den Wahlen 1936 siegte die neu gegründete front populaire, „l’alliance des classes moyennes avec la classe ouvrière“, aus der sozialistischen SFIO und der kommunistischen PCF, mit Léon Blum an der Spitze.
Die neue Regierung strebte soziale Reformen an, um die Situation der Bevölkerung zu verbessern, wie die Zulassung von Gewerkschaften, das Streikrecht, Lohnanhebungen und bezahlten Urlaub. Diese mussten zu Lasten der Arbeitgeber gehen und verschärften die Krise der Wirtschaft. Dies wiederum, und der Beginn des Spanischen Bürgerkrieges 2 spalteten die neue front populaire. Léon Blum trat daraufhin als Regierungschef zurück.
1938 übernimmt dann die Parti radical, die radikalsozialistische Partei, unter Édouard Daladier die Regierung.
Für Daladier, der zusätzlich wieder das Amt des Kriegsministers übernahm, war der Anschluss Österreichs am 10. März 1938 ein Indiz, dass Frankreich unweigerlich auf einen neuen Krieg mit Deutschland zusteuerte, für den es weder militärisch noch politisch, geschweige denn psychologisch gerüstet war. 3 Das bedeutete Aufrüstung. Weil es nicht möglich war, dies allein durch Steuereinnahmen zu finanzieren, musste das Vorhaben auf Kosten der neu eingeführten Sozialreformen gehen. Streiks und Proteste brachen erneut aus, die mit Hilfe von Soldaten niedergeschlagen wurden - ein Zeichen dafür, dass die Regierung durch die Krise eine mehr autoritäre Richtung einschlug. Neue Hoffnung auf einen Kriegsaufschub gab das Münchner Abkommen (Septermber ’38), in dem Hitler Zugeständnisse bezüglich seiner Gebietsansprüche in der Tschechoslowakei gemacht wurden. Der britische Premierminister bezeichnete dieses Vorgehen als Appeasement-Politik. Auch der deutsch-französische
2 Im spanischen Bürgerkrieg unterstützte Frankreich zunächst die spanische, republikanische
Regierung mit Waffen, da die UdSSR dies auch tat, wurde Blum vorgeworfen, der „kommunistischen
Sache“ zu dienen. Später wurde ein Nichteinmischungspakt mit anderen europäischen Staaten
geschlossen. Weiterhin verschärfte der Bürgerkrieg die Situation der französischen Finanzpolitik,
wodurch Léon Blum 1937 zurücktreten musste.
3 Hinrichs, Ernst (Hrsg.): Kleine Geschichte Frankreichs. Stuttgart bei Reclam. 2000. S.399
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Nichtangriffspakt (Dezember ’38) versprach einen weiteren Kriegsaufschub, doch verhindern konnte man ihn schließlich nicht.
Innenpolitisch zerstritten, mit einer schwachen Wirtschaft und schlecht gerüstet, erklärten Frankreich und Großbritannien am 3. September 1939, zwei Tage nach Hitlers Überfall auf Polen, Deutschland den Krieg.
In der Bevölkerung herrschte, durch die Erinnerung and den 1. Weltkrieg, der Trend zum Pazifismus vor. So fanden Politiker wie Laval, der sich für Friedensverhandlungen einsetzte, großen Zuspruch. Die deutsche Westoffensive im Mai 1940 durchbrach die französischen Linien innerhalb weniger Tage. In Dünkirchen konnte nur knapp eine Katastrophe vermieden werden, und die Bevölkerung floh mitsamt der Pariser Regierung unter Reynaud in Richtung Süden.
Am 18. Mai hatte Reynaud den Sieger von Verdun, Philippe Pétain, zu seinem Stellvertreter ernannt. Es war eine symbolische Geste, um in der Stunde der höchsten Not die Franzosen zur Einheit zu mahnen, doch im Kabinett war ihm Pétain keine Hilfe. 4
Reynaud fand weder in Großbritannien, noch in den USA die dringend benötigte Unterstützung, und als er wusste, dass auch die Armee unter General Weygand nicht mehr hinter ihm stand, trat er schließlich zurück. Präsident Lebrun ernannte Pétain zum neuen Regierungschef, der mit dem Deutschen Reich Kontakt aufnahm. Am 22. Juni 1940 wurde der Waffenstillstand in Compiègne unterzeichnet.
Zwischen Pétain und Laval, die sich persönlich wenig Vertrauen entgegenbrachten, entwickelte sich ein Zweckbündnis. Als letzte Amtshandlung berief Präsident Lebrun die Nationalversammlung nach Vichy ein. Unter dem Einfluss von Laval [...] erteilte
4 Hinrichs, Ernst: 2000. S.404
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sie am 10. Juli 1940 Pétain den Auftrag, eine neue Verfassung zu auszuarbeiten. Nach 70 Jahren hatte die Republik aufgehört zu existieren. 5 Nach der Niederlage wurde Frankreich in zwei Zonen geteilte, die besetzte Zone im Norden mit Paris als Sitz und die freie Zone im Süden mit Regierungssitz in Vichy. 6
3 Die besetzte Zone
Die nördliche Hälfte Frankreichs, einschließlich der Industriegebiete, sowie der französischen Atlantik- und Kanalküste, bis zur spanischen Grenze unterstand einer deutschen Militärverwaltung unter General Otto von Stülpnagel. Ziel der Deutschen war eine Besatzungsform mit einem Minimum an militärischem und verwaltungsmäßigem Aufwand, was die Bereitschaft französischer Verwaltungsbehörden und nicht zuletzt eines großen Teils der französischen Bevölkerung zu einer reibungslosen Zusammenarbeit mit den deutschen Besatzern voraussetzte. Tatsächlich reichte ein relativ kleiner Apparat von insgesamt 1200 Beamten und Offizieren, um den besetzten Teil Frankreichs zu regieren und die vom Deutschen Reich zur Kriegsführung dringend benötigten industriellen und landwirtschaftlichen Lieferungen sicherzustellen. 7 Innerhalb kurzer Zeit war die französische Wirtschaft auf die deutsche Kriegswirtschaft abgestimmt. Zusätzlich forderte das Reich 20 Millionen Reichsmark täglich an Besatzungskosten, die viel zu hoch angesetzt waren und damit zu Frankreichs Hauptlast wurden.
Schon im August und September 1940 wurden die ersten antijüdischen Maßnahmen eingeleitet. Diese waren: ein Rückkehrverbot für Juden in die besetzte Zone, Meldepflicht und Schaffung eines „Judenregisters“ (das die Grundlage der späteren Razzien und Massenverhaftungen bildete), sowie Kennzeichnung aller jüdischen Geschäfte und Einsetzen von Treuhändern, falls die Eigentümer geflohen waren. Am
5 ebd.: S.405
6 ebd.: S.388 - 405
7 [Unbekannt]: Das deutsche Besatzungsregime in Frankreich. 06.06.2003
http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/kriegsverlauf/besatzungfr/
Arbeit zitieren:
Magister Artium Ariane Ackermann, 2003, Les années noires - Frankreich unter dem Vichy-Regime, München, GRIN Verlag GmbH
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