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3 1.1.3 Offener Unterricht ist ein Ober- bzw. Sammel-3
4 6 6 7 1.2.6 Offener Unterricht: Pro und Kontra 7 8
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Der Offene Unterricht resultiert aus einer Vielzahl verschiedener reformpädagogischer Strömungen. Jürgens führt als einen Grund für die Notwendigkeit eines Umbruchs der klassischen Lehrmethode auf, daß ÄGLH6FKXOH DXI$QIRUGHUXQJHQYRQPRUJHQPLWGHQ0HWKRGHQYRQJHVWHUQUHDJLHUHQZUGH³ (Jürgens 1994, S. 25).
Er bezieht sich dabei auf die veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die neue familiale Lebenswirklichkeit, das vielfältigere elterliche Erziehungsverhalten, den Umgang mit Medien, das umgestaltete Spiel- und Freizeitverhalten und die Vielfalt der Kulturen. Seiner Meinung nach hat Schule nun auch die Pflicht, das „Kind im Wandel“ zu unterstützen. (vgl. Jürgens 1994,S 27 ff.)
Die Ursprünge des Offenen Unterrichts gehen auf zwei spezifisch englische Entwicklungsstränge zurück. Zum einen wäre da die „Infant School“, deren Tradition bis 1809 zurückreicht und zum anderen gibt es den innerschulischen Großraum. In England wurden diese beiden Konzepte unter „Informal Education“ zusammengefaßt.
Grundideen dieses Unterrichtskonzeptes sind zum Beispiel, die Kinder herausfinden zu lassen, anstatt ihnen zu erzählen. Ä'LH6FKXOHPDFKWVLFKEHZXW DQ GLH $XIJDEH GLH IU .LQGHU JHHLJQHWH 8PJHEXQJ DQ]XELHWHQ GLH LKQHQ HUODXEWVLHVHOEVW]XVHLQXQGVLFKDXIGLHLKQHQJHPlH:HLVHXQGLQGHPLKQHQ JHPlHQ 7HPSR ]X HQWZLFNHOQ 6LH OHJW EHVRQGHUHQ :HUW DXI LQGLYLGXHOOH (QWGHFNXQJXQPLWWHOEDUH(UIDKUXQJXQGVFK|SIHULVFKH$UEHLW³ (Göhlich 1997, S. 27)
Bevor der Trend zum Offenen Unterricht aber in Deutschland einzieht, macht er in den 60er Jahren eine Zwischenstation in den USA.
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Durch die dortigen Unruhen von seiten der Studenten und im Zeichen des gestärkten schwarzen Selbstbewußtseins wirkt hier nun eine politische Bewegung um eine neue pädagogische Konzeption mit. Es wird gefordert, auch die Interessen der Schwarzen und Hispanoamerikaner stärker zur Geltung zu bringen. Das „Open-Corridor-Programm“ wird ins Leben gerufen, welches insbesondere Schulen mit einer großen Zahl von Kindern gesellschaftlicher Minderheiten unterstützen soll. Ziel dabei ist es, die Klassenräume zu „öffnen“.
In Deutschland findet 1969 ein Grundschulkongreß statt, der insbesondere an den schlecht ausgestatteten, konzeptionslosen Schulen ohne Ansehen Ausbesserungen vornehmen möchte. In dem daraus entstandenen Strukturplan des Deutschen Bildungsrates wird zwar der rechtliche Grundstein für eine Offenere Schule gelegt, indem der Hinweis auf Binnendifferenzierung und Stunden Freier Arbeit gegeben wird, jedoch ist diese Wende weg vom herkömmlichen Unterricht kein Schritt in Richtung „informal education“. Es wird eher eine strikte Unterrichtsplanung angestrebt, in der lernzielorientierte Unterrichtsplanung dominiert.
Als Brügelmann 1972 einen Aufsatz mit der Überschrift „Offene Curricula“ veröffentlicht, der sich auf die englischen Unterrichtsprojekte bezieht, wird auch in Deutschland ernsthaft über diese Unterrichtsmethode diskutiert. Jedoch diesmal nicht (wie in England) als „Informellen Unterricht“, sondern als „Offenen Unterricht“, wie in den USA.
Der erste Versuch des Transfers und der Erzeugung des Offenen Unterrichts, der sich komplett auf die englischen Wurzeln bezieht, ist das Tempelhofer Projekt an der Berliner Paul-Klee-Schule, welches 1974 ins Leben gerufen wird. Bis zum Ende der 70er Jahre bleibt der Offene Unterricht in Deutschland sehr einflußreich, erhält aber 1977 sowohl Unterstützung als auch Konkurrenz durch die wiederentdeckte Freinetpädagogik. Unterstützung, indem sie den von den Grundschulen befürworteten schriftsprachlichen Aspekt (Schuldruckerei, Klassenkorrespondenz) anführt.
Erst Mitte der 80er Jahre ist diese Unterrichtsform in Anfangsklassen der Grundschule zumindest als Idee, weniger in der Praxis verbreitet. (vgl.: Göhlich
1997, S. 26 ff.)
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Arbeit zitieren:
Kathrin Im Winkel, 2001, Offener Unterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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