Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 1
Abbildungsverzeichnis 5
Abk ürzungsverzeichnis 6
1. Einleitung 7
1.1 Bedeutung von Personalkosteneinsparungsmaßnahmen in der
deutschen Wirtschaft 7
1.2 Motivation und Hintergrund der Arbeit 11
1.3 Aufbau der Arbeit 11
2. Merkmale des Personalabbaus 13
2.1 Ursachen des Personalabbaus 13
2.1.1 Unternehmenspolitische Ursachen 13
2.1.2 Wirtschaftspolitische Ursachen 14
2.1.3 Die häufigsten Einzelursachen von Personalabbau 14
2.2 Ziele des Personalabbaus 15
2.3 Zusammenfassung 17
3. Folgewirkungen durch Personalabbau 17
3.1 Personalabbau und Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Arbeits-
losenstatistik 17
3.2 Negative arbeitnehmerbezogene Folgewirkungen von Entlassungen 19
3.2.1 Ausscheidende Mitarbeiter „Opfer“ 19
3.2.2 Verbleibende Mitarbeiter „Survivor“ 20
3.3 Negative unternehmensbezogene Folgewirkungen von Entlassungen 21
3.4 Zusammenfassung 22
4. Rolle der Führungskraft in Zeiten von Umstrukturierungsprozessen 23
2
5. Gesetzliche Rahmenbedingungen 24
5.1 Das Arbeitsrecht 24
5.1.1 Individuelles Arbeitsrecht 25
5.1.1.1 Allgemeiner Kündigungsschutz 25
5.1.1.2 Sonderkündigungsschutz 27
5.1.2 Kollektives Arbeitsrecht 29
5.1.2.1 Betriebsverfassungsgesetz 29
5.1.2.2 Tarifvertragsgesetz 30
5.1.2.3 Rationalisierungsschutzabkommen 31
5.2 Zusammenfassung 31
6. Darstellung von Personalabbauinstrumenten 32
6.1 Altersteilzeit 32
6.2 Aufhebungsvertrag mit Abfindungszahlung 34
6.3 Ausnutzung natürlicher Fluktuation 36
6.4 Betriebsbedingte Arbeitgeberkündigung 37
6.5 Gestaltungsmöglichkeiten zum humanen Personalabbau 40
6.5.1 Sozialplan 40
6.5.2 Outplacement 42
6.6 Zusammenfassung 44
7. Alternativen zum Stellenabbau 45
7.1 Maßnahmen der Produktions- und Absatzplanung 45
7.1.1 Erweiterte Lagerhaltung 46
7.1.2 Rücknahme von Fremdaufträgen 46
7.1.3 Vorziehen von Reparatur- und Erneuerungsaufgaben 47
7.1.4 Produktdiversifikation 47
7.1.5 Erhöhung der Marketingaktivitäten 48
7.2 Maßnahmen der Arbeitszeitverkürzung 48
7.2.1 Abbau von Mehrarbeit / Überstunden 49
7.2.2 Einführung von Kurzarbeit 50
7.2.3 Kürzung der Arbeitszeit 50
3
7.2.4 Urlaubsplanung 51
7.2.5 Umwandlung von Vollzeit- in Teilzeitstellen 52
7.3 Maßnahmen der indirekten Personalfreisetzung 52
7.3.1 Einstellungsbeschränkungen 52
7.3.2 Änderungskündigung mit Prämienzahlungen 53
7.3.3 Nichtverlängerung von Zeitverträgen 54
7.3.4 Abbau von Leiharbeit 54
7.4 Zusammenfassung 55
8. Zusammenfassung 56
Literaturverzeichnis 60
4
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1 Die zehn umsatzstärksten Unternehmen
mit Personalveränderung .....................................................................8 Abb. 2 Arbeitslosenzahlen 1979 bis 2003 .......................................................9
Abb. 3 Erwerbslose im 2003 nach Gründen der Arbeitssuche .......................10
Abb. 4 Ursachen des Personalabbaus ..............................................................15
Abb. 5 Ziele des Personalsabbaus ..................................................................16
Abb. 6 Einflussmöglichkeiten des Betriebsrates auf den Personalabbau
Abkürzungsverzeichnis
ArbPLSchG Arbeitsplatzschutzgesetz
AtG Altersteilzeitgesetz
BerzGG Bundeserziehungsgesetz
BetrVG Betriebsverfassungsgesetz
BGB Bürgerliches Gesetzbuch
GG Grundgesetz
IZA Institutes zur Zukunft der Arbeit
KSchG Kündigungsschutzgesetz
MuSchG Mutterschaftsschutzgesetzes
SGB III Sozialgesetzbuch III
SGB IX Sozialgesetzbuch IX
SprAuG Sprecherausschüsse
6
1. Einleitung
1.1 Bedeutung von Personalkosteneinsparungsmaßnahmen in der
deutschen Wirtschaft
Fast täglich informieren die Medien über Personalabbau in deutschen Unternehmen. In Tageszeitungen, in Wirtschafts- oder allgemeinen Magazinen und in Rundfunk oder Fernsehen wird von Unternehmen berichtet, die Personalkostenreduzierungen mit Hilfe von Personalabbau oder sonstigen personellen Maßnahmen durchführen. Industrieunternehmen, in denen Tausende von Arbeitnehmern 1 entlassen werden sollen, gewinnen dabei ein besonderes Augenmerk. Doch auch in mittelständischen Betrieben, Dienstleistungsgesellschaften und im öffentlichen Dienst setzt sich dieser Trend fort. In jüngster Zeit veröffentlichten deutsche Tageszeitungen zum Thema Personalabbau folgende Schlagzeilen: „Sparkurs bei Vivantes: Im Humboldt-Klinikum soll jeder vierte Arzt gehen“ 2
„Berliner Unis: Personalabbau gefährdet auch Forschungsmittel“ 3 „BSR setzt Stellenabbau fort“ 4 „Karstadt streicht 4000 Stellen“ 5 „Deutsche Telekom streicht erfolgreich“ 6
Um gegenüber Konkurrenten Wettbewerbsvorteile aufweisen zu können, müssen Unternehmen effizient sein. Das bedeutet Kosten einsparen bei gleichbleibender Leistungserbringung.
1 Um die Lesbarkeit der Arbeit zu erleichtern, sind alle Personenbenennungen größtenteils
in der männlichen Form gehalten und als Kurzform für beide Geschlechter gedacht.
2 Berliner Morgenpost 20.08.2004 Ressort Berlin
3 Berliner Morgenpost 07.09.2004 Ressort Berlin
4 Berliner Morgenpost 24.07.2004 Ressort Berlin
5 Berliner Morgenpost 04.07.2004 Ressort Wirtschaft
6 Die Welt 26.07.2004
7
Personalkosten machen einen bedeutenden Anteil an den Gesamtkosten eines Unternehmens aus, zudem ist Deutschland das Land mit den höchsten Personalkosten weltweit 7 . Für einen Arbeitnehmer im produzierenden Gewerbe wenden deutsche Arbeitgeber durchschnittlich 44.807 Euro 8 an Arbeitskosten inklusive Personalnebenkosten auf. Aufgrund dieser Betrachtung erscheint es naheliegend, dass Unternehmen im Bereich der Personalkosten ein schnell wirksam werdendes und ausschlaggebendes Kosteneinsparpotential sehen. Immer mehr Unternehmen greifen zu der drastischen Maßnahme des Personalabbaus. Diese soll eine kurzfristig umgesetzte Kostenreduzierung nach sich ziehen, um eine erhöhte Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und somit ein erfolgreiches Bestehen am Markt gewährleisten. Doch nicht nur das Ziel der Wettbewerbssicherung scheint ein Anlass für Stellenabbau zu sein, denn wie die Abbildung 1 zeigt, bauen Unternehmen trotz wirtschaftlicher Gewinne Personal ab.
Quelle: Wagner, Karl/Bartscher, Thomas/Nowak, Ulrich: 2002,S.175
Personalabbau ist in gewinnorientierten sowie in nicht gewinnorientierten Unternehmen zu beobachten. Und dies wird heutzutage scheinbar von Politikern, Wirtschaftlern, Managern und Mitarbeitern akzeptiert. Doch mit der daraus entstehen-
7 Wagner,Karl/Bartscher, Thomas/Nowak, Ulrich: 2002, S. 175
8 Quelle: Statistisches Bundesamt Arbeitskosten 2000
8
den Arbeitslosigkeit geht immer ein gesellschaftlicher und individueller Produktivitätsverlust einher 9 .
Ein massiver Personalabbau ist seit der Rezession in den frühen 80er Jahren zu beobachten. Der bis heute andauernde Stellenabbau ist ein Grund für ständige Negativrekorde in der Arbeitsmarktstatistik. Zur Verdeutlichung dieses Trends zeigt die Abbildung 2 die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen von 1979 bis 2003.
Abb.2 Arbeitslosenzahlen von 1979 bis 2003
Quelle: Bundesagentur für Arbeit Statistik Arbeitslose Seit 1991 werden die Menschen aus den neuen Bundesländern in der Arbeitslosenstatistik berücksichtigt. Die Grafik zeigt einen steigenden Trend der Arbeitslosenzahlen, der immer wieder von neuen Negativrekorden gekrönt wird. Bei der Analyse der Gründe der Arbeitslosigkeit in der Abbildung 3, die eine Übersicht der Erwerbslosen nach Gründen der Arbeitssuche im Mai 2003 wiedergibt, stellt man folgendes fest: 77 Prozent der erwerbslosen Männer im Gebiet der neuen Länder und Berlin und 58 Prozent im Gebiet der alten Länder sind auf Entlassungen zurückzuführen. Bei den Frauen zeigt sich ein ähnliches Bild, hier sind 75 Prozent der Erwerbslosen im neuen Bundesgebiet und 46 Prozent im alten Bun-
9 Röttig,Paul F.: 1993, S. 15-21
9
desgebiet aufgrund von arbeitgeberseitigen Entlassungen nicht mehr in der Lage, am Arbeitsalltag teilzunehmen.
Quelle: Statistisches Bundesamt Mikrozensus 2003, Schaubild 39
Institute, die sich mit der zukünftigen arbeitsmarktpolitischen Entwicklung beschäftigen, bescheinigen einen steigenden Trend der Arbeitslosenzahlen. Laut Prognose des Institutes zur Zukunft der Arbeit (IZA) werden sich die Arbeitslo-
10
senzahlen auch in den Jahren 2004 und 2005 um die 4,5 Millionenmarke herum bewegen 10 .
1.2 Motivation und Hintergrund der Arbeit
Auch in Zukunft werden das Thema Personalabbau und die damit verbundene steigende Arbeitslosigkeit einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft haben. In der industrialisierten Welt des Westens hat es noch nie so viele Arbeitsplätze gegeben wie heute und doch versuchen Millionen von Erwerbslosen, einen Arbeitsplatz zu finden 11 . Personalabbau ist ein unbeliebtes, aber aktuelles Thema und daher ist das Ziel dieser Arbeit, folgende Aspekte zu ergründen: Welche Ursachen gibt es für den Personalabbau? Welche Ziele werden durch die Unternehmensleitung verfolgt? Welche Auswirkungen auf die Betroffenen sind zu beobachten? Welche gesetzlichen Bestimmungen müssen beachtet werden? Welche Instrumente werden eingesetzt? Welche Alternativen stehen Personalentlassungen gegenüber? Diese Fragestellungen werden sowohl aus der Sicht der Arbeitgeberseite als auch aus der Sicht der Arbeitnehmerseite betrachtet.
1.3 Aufbau der Arbeit
Im Kapitel 1.1 wird auf die aktuelle Bedeutung des Themas eingegangen. Zur Verdeutlichung wird Zahlenmaterial herangezogen, das die Arbeitsmarktsituation quantifiziert darstellt. Die Gründe, die diese Arbeit veranlasst haben, sollen im Kapitel 1.2 erläutert werden. Des Weiteren werden die mit der Erstellung der Arbeit verfolgten Ziele in Form von Fragestellungen aufgezeigt.
10 http://www.iza.org/, Stand: 30.08.2004
11 Röttig, Paul F.: 1993, S. 64
11
Die einen Personalabbauprozess bestimmenden Merkmale werden im 2. Kapitel erörtert. Zum einen sind dies die Ursachen, die einen Personalabbau bedingen können. Hierzu erfolgt eine Einteilung in unternehmens- und wirtschaftspolitische Ursachen. Zum anderen wird in diesem Abschnitt erläutert, welche Ziele Unternehmen mit einem Abbau von Personal erreichen wollen. Ein Personalabbau hat Auswirkungen auf alle Beteiligten. Im 3. Kapitel sollen daher die Folgewirkungen auf die Arbeitslosenstatistik, das Unternehmen und die ausscheidenden und verbleibenden Arbeitnehmer aufgezeigt werden. Da das Verhalten der Führungskraft vor, während und nach einem Personalabbauprozess einen entscheidenden Faktor für die erfolgreiche Umsetzung entsprechender Maßnahmen darstellt, wird dieses Thema im 4. Kapitel behandelt. Zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer besteht eine arbeitsrechtliche Beziehung. Aufgrund dessen müssen im Rahmen von Personalabbauprozessen eine Vielzahl von Gesetzen berücksichtigt werden. Im 5. Kapitel werden dementsprechend die Bestimmungen des individuellen und kollektiven Arbeitsrechts aufgezeigt, die im Zuge eines Personalabbaus berücksichtigt werden müssen. Im 6. und 7. Kapitel werden Maßnahmen vorgestellt, die eine Personalkostenreduzierung zum Ziel haben. Dazu werden im 6. Kapitel Maßnahmen des direkten Personalabbaus vorgestellt, die in letzter Konsequenz die Beendigung des bisherigen Arbeitsverhältnisses vorsehen und des Weiteren Möglichkeiten, diese sozialverträglich zu gestalten. Im Gegensatz dazu werden im 7. Kapitel Maßnahmen des indirekten Personalabbaus dargestellt. Ziel dieser Maßnahmen ist im Vorfeld, personelle Überkapazitäten zu vermeiden, beziehungsweise diese ohne Durchführung von Entlassungen zu beseitigen.
Das 8. Kapitel gibt in Form einer Zusammenfassung abschließend einen Überblick über den in der Arbeit beschriebenen Prozess des Personalabbaus und der darin vorgestellten Abbauinstrumente.
12
2. Merkmale des Personalabbaus
2.1 Ursachen des Personalabbaus
Die Personalplanung hat die Aufgabe, Personal in der richtigen Zahl, mit der richtigen Qualität, zur richtigen Zeit und am richtigen Ort bereitzustellen. Ein Teil dieser Planung ist die Personalbeschaffungs- bzw. -freisetzungsplanung 12 . Im Rahmen dieser Planung kann eine Unter- oder Überdeckung an Personalkapazitäten ermittelt werden. Ist ein Personalabbau aufgrund von personellen Überkapazitäten notwendig, so können unternehmens- oder wirtschaftspolitische Faktoren die Ursache sein.
2.1.1 Unternehmenspolitische Ursachen
Unter diesem Begriff sind Ursachen zusammengefasst, die aus dem Unternehmen heraus begründet sind und keine Impulse aus der Unternehmensumwelt erhalten. Im Besonderen handelt es sich um ablauf- und strukturorganisatorische Maßnahmen wie zum Beispiel die Einführung von Gruppenarbeit, Fusionen, Stilllegungen, Outsourcing, sowie Veränderungen von Aufgaben- und Stellenbeschreibungen 13 . Fusionieren artgleiche Unternehmen, gibt es einige Bereiche, die redundant werden und somit einen Personalabbau ohne Outputminderungen ermöglichen. Outsourcing kann zum einen in der Form stattfinden, dass bestimmte Funktionsbereiche an externe Dienstleister ausgelagert werden und dadurch personelle Überkapazitäten entstehen. Zum anderen gibt es Outsourcing in Form von Ausgründungen. Diese Maßnahme muss nicht zwangsläufig mit Personalentlassungen einhergehen, da die Mitarbeiter in der Regel per Betriebsübergang in das neue Unternehmen überführt werden, jedoch meist zu schlechteren Konditionen. Eine weitere unternehmenspolitische Ursache für Personalentlassungen können bestimmte Verhaltensweisen der verantwortlichen Manager sein. Durch den Stellenabbau werden schnell wirksame Kosteneinsparungen erreicht, die das Ergebnis
12 Wagner, Karl/Bartscher, Thomas/Nowak, Ulrich (2002), S. 33
13 Hermann, Arnd: 2001, S. 34
13
Arbeit zitieren:
Susanne Breuer, 2005, Der Personalabbauprozess - Ein Einblick in die verschiedenen Abbauinstrumente, München, GRIN Verlag GmbH
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