In der vorliegenden Arbeit sollen Konzeptionen jüdischer Identität analysiert werden. Der näheren Betrachtung dient hier George Taboris Theaterstück Weisman und Rotgesicht. Zunächst möchte ich auf das in Taboris Werk immer wiederkehrende Sujet der Shoah und seinen theaterästhetischen Umgang mit diesem eingehen. Darauf aufbauend wird erläutert wie Tabori jüdische Identität im Allgemeinen gestaltet. Die spezifische Judenthematik und inhärente Konflikte in „Weisman und Rotgesicht“ werden anschließend offengelegt. Neben der für Tabori charakteristischen Opfer-Täter-Konstellation, sollen zusätzliche Dimensionen wie die des sozialen Konflikts zwischen Minderheiten oder die Identitätsproblematik für die 2. Generation nach Auschwitz beleuchtet werden. Dies wird exemplarisch an den drei Hauptfiguren des Stückes passieren. Wichtig scheint mir auch den Zusammenhang zwischen Figurenkonzeption und Kommunikation herauszustellen, da sich Identität in Kommunikationsformen spiegelt. Ebenso beziehe ich mich auf den Zusammenhang zwischen Figurenkonzeption und Gattungsbezeichnung, denn mit der von Tabori selbstdefinierten Gattungsbezeichnung „jüdischer Western“ werden bestimmte Charakteristika und Handlungsräume von Figurentypen vorherbestimmt. Nachdem die einzelnen Identitäten der verschiedenen Figuren und ihr Zusammenspiel erläutert wurden, gehe ich, am Beispiel der drei Hauptfiguren auf Strategien der Emanzipation von stereotypen und klischeebehafteten Identitäten ein.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Zentrale Thematik taborischer Bühnenarbeit
- Shoah in Taboris Werk
- Jüdische Figurenkonzepte bei Tabori
- Die jüdische Thematik in Weisman und Rotgesicht
- Drei Opfertypen
- Opfer-Täter- Relation
- Weisman
- Rotgesicht
- Ruth
- Der Zusammenhang zwischen Kommunikation und Figurenkonzeption
- Der Zusammenhang zwischen Gattungsbezeichnung und Figurenkonzeption
- Die Frage nach der Emanzipation der Figuren
- Das Duell
- Weisman
- Rotgesicht
- Ruth
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert Konzeptionen jüdischer Identität im Theaterstück „Weisman und Rotgesicht“ von George Tabori. Zunächst wird das Sujet der Shoah und Taboris theaterästhetischer Umgang mit diesem Thema beleuchtet. Anschließend werden Taboris allgemeine Konzepte jüdischer Identität erläutert. Die spezifische Judenthematik in „Weisman und Rotgesicht“ wird im Kontext der Opfer-Täter-Konstellation und weiteren Dimensionen wie dem sozialen Konflikt zwischen Minderheiten oder der Identitätsproblematik der zweiten Generation nach Auschwitz betrachtet. Darüber hinaus werden die Beziehungen zwischen Figurenkonzeption und Kommunikation sowie Figurenkonzeption und der von Tabori selbstdefinierten Gattungsbezeichnung „jüdischer Western“ untersucht. Abschließend werden Strategien zur Emanzipation von stereotypen Identitäten am Beispiel der drei Hauptfiguren des Stückes analysiert.
- Shoah und Taboris Theaterästhetik
- Jüdische Figurenkonzepte bei Tabori
- Opfer-Täter-Konstellation und soziale Konflikte zwischen Minderheiten
- Identitätsproblematik der zweiten Generation nach Auschwitz
- Zusammenhang zwischen Figurenkonzeption und Kommunikation sowie Gattungsbezeichnung
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Forschungsfrage und den Fokus der Arbeit dar, die sich auf die Analyse von Konzeptionen jüdischer Identität im Stück „Weisman und Rotgesicht“ konzentriert. Im zweiten Kapitel werden Taboris zentrale Themen, wie die Shoah und seine theaterästhetische Herangehensweise an diese, sowie seine allgemeinen Konzepte jüdischer Figuren beleuchtet. Das dritte Kapitel befasst sich mit der spezifischen Judenthematik im Stück und stellt die drei Opfertypen Weisman, Rotgesicht und Ruth vor. In den folgenden Kapiteln werden der Zusammenhang zwischen Figurenkonzeption und Kommunikation sowie zwischen Figurenkonzeption und Gattungsbezeichnung „jüdischer Western“ untersucht. Schließlich werden Strategien der Figuren zur Emanzipation von stereotypen Identitäten beleuchtet.
Schlüsselwörter
Jüdische Identität, George Tabori, Shoah, Theaterästhetik, Opfer-Täter-Konstellation, Sozialer Konflikt, Minderheiten, Identitätsproblematik, Zweite Generation, Kommunikation, Gattungsbezeichnung, „jüdischer Western“, Emanzipation, Stereotype.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema von George Taboris „Weisman und Rotgesicht“?
Das Stück thematisiert jüdische Identitätskonzepte, das Erbe der Shoah und die komplexe Beziehung zwischen Opfern und Tätern in einem modernen Kontext.
Was versteht Tabori unter einem „jüdischen Western“?
Dies ist eine von Tabori selbst definierte Gattungsbezeichnung, die bestimmte Charakteristika und Handlungsräume für die jüdischen Figuren im Stück vorgibt.
Welche Hauptfiguren werden in der Analyse betrachtet?
Die Untersuchung konzentriert sich exemplarisch auf die drei Hauptfiguren Weisman, Rotgesicht und Ruth.
Wie geht Tabori mit dem Thema Shoah um?
Tabori nutzt eine spezifische Theaterästhetik, um die Shoah als immer wiederkehrendes Sujet zu bearbeiten, ohne dabei in klischeehafte Darstellungen zu verfallen.
Was wird über die „zweite Generation nach Auschwitz“ ausgesagt?
Die Arbeit beleuchtet die spezifische Identitätsproblematik und die sozialen Konflikte, mit denen die Nachfolgegeneration der Holocaust-Überlebenden konfrontiert ist.
Wie emanzipieren sich die Figuren von Stereotypen?
Die Analyse untersucht Strategien der Figuren, um sich von klischeebehafteten Identitäten zu lösen, wobei die Kommunikation eine zentrale Rolle spielt.
- Quote paper
- Silke Weber (Author), 2003, Jüdische Figurenkonzepte in Taboris Weisman und Rotgesicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36128