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Förderung von hypoaktiven Kindern in der Grundschule und Interventionen in der Nachhilfe

Title: Förderung von hypoaktiven Kindern in der Grundschule und Interventionen in der Nachhilfe

Examination Thesis , 2005 , 74 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Lars Antoch (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Schulische Leistungsdefizite resultieren bei vielen Kindern aus der Unfähigkeit, dem Unterrichtsgeschehen aufmerksam folgen zu können. Nicht wahrgenommene Unterrichtsinhalte führen zu Informationslücken, was starke Probleme bei der Bewältigung des Schulalltags nach sich ziehen kann. Eine mögliche Ursache ist dabei das so genannte „Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom“ (kurz: ADS), was keinesfalls nur als medizinisches Problem verstanden werden sollte.

Möglichkeiten der Förderung dieser Kinder und ein theoretischer Hintergrund sollen Hauptgegenstand dieser Arbeit sein. Die Aspekte der außerschulischen Arbeit als Alternative und der zusätzlichen Unterstützung der Eltern wird untersucht und am Beispiel eines Nachhilfeinstitutes exemplarisch erläutert. Durch die langjährige Arbeit mit Kindern in einer Nachhilfeschule sollen Möglichkeiten und Grenzen einer solchen Förderung aufgezeigt und beschrieben werden.

Fokussiert wird dabei das ADS ohne Hyperaktivität. Neben dem hyperkinetischen Syndrom nimmt ADS ohne Hyperaktivität als Variante des Aufmerksamkeitsdefizits eine untergeordnete Rolle ein, was mit dem Erscheinungsbild dieser Störung zusammenhängen dürfte. Solche Kinder wirken nach Elisabeth Aust-Claus und Petra-Marina Hammer im Unterrichtsgeschehen eher unauffällig, ruhig und angepasst (vgl. Aust-Claus und Hammer 2001, S. 17). Uta Reimann-Höhn weist in diesem Zusammenhang auf eine Studie hin, die Mitte der neunziger Jahre in den USA durchgeführt wurde (vgl. Reimann-Höhn 2003, S. 10). Hieraus ergab sich ein doppelt so hohes Vorkommen des Aufmerksamkeits-Defizit- Syndroms ohne Hyperaktivität im Gegensatz zu der Variante des hyperkinetischen Syndroms. Nach Dieter Krowatschek sind Mädchen statistisch stärker betroffen. Betroffene Schüler benötigen auch im außerschulischen Bereich eine besondere Zuwendung, beispielsweise beim Verfassen ihrer Hausaufgaben (vgl. Krowatschek in: Lernchancen 30/2002). Das Wesen solcher hypoaktiven Kinder wird aus eigener Erfahrung als angenehm empfunden und somit zeigen sich erst bei genauerer Beobachtung die Schwierigkeiten und Komplikationen, mit denen verträumte und passive Kinder konfrontiert sind. Deren Eltern zeigen sich in Gesprächen oftmals hilflos und folgen dem Rat vieler Kinderärzte, diesem Problem medikamentös entgegen zu wirken. Stimulanzien sollen den ADS-Kindern dabei helfen, ihre Aufmerksamkeit auf den schulischen Unterricht besser fokussieren zu können. Doch berichteten viele Eltern von Nebenwirkungen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Einordnung

2.1 Besonderheiten der Aufmerksamkeitsstörungen

2.1.1 Mögliche externe und interne Konflikte der ADS-Kinder

2.2 Entdeckung der eigenen Selbstwirksamkeit

2.3 Nosologie des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms

2.3.1 DSM-IV und ICD-10 im Vergleich

2.4 Ein Spezialfall

2.5 Möglicher Verlauf des ADS

2.5.1 Das Säuglingsalter

2.5.2 Das Vorschulalter

2.5.3 Die Schulzeit

2.5.3.1 Rechnen

2.5.3.2 Rechtschreibung

2.5.3.3 Lesen

2.5.4 Das Jugendalter

3 Ursachen

4 Interventionsmöglichkeiten

4.1 Medikamentöse Interventionsmöglichkeiten

4.2 Wirkungsweisen der Stimulanzien

4.3 Effizienz von Psychopharmaka

4.4 Praktische Umsetzungen in der außerschulischen Förderung

4.4.1 Das Arbeiten mit Verstärkerplänen

4.5 Hilfe zur Selbsthilfe

4.6 Komplikationen

5 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Möglichkeiten zur Förderung von hypoaktiven Kindern in der Grundschule durch eine engmaschige Zusammenarbeit zwischen schulischer und außerschulischer Betreuung. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie durch gezielte, individualisierte Förderansätze ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess trotz bestehender Aufmerksamkeitsdefizite initiiert und stabilisiert werden kann.

  • Förderkonzepte für hypoaktive Kinder ohne Hyperaktivität
  • Integration von schulischer Arbeit und außerschulischer Nachhilfe
  • Psychologische und pädagogische Ursachen von Konzentrationsschwächen
  • Einsatz von Motivationsinstrumenten wie Verstärkerplänen (Tokensystemen)
  • Kritische Analyse der medikamentösen Behandlung im Kontext multimodaler Therapieansätze

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Mögliche externe und interne Konflikte der ADS-Kinder

Gerade während konzentrierter Arbeitsphasen in der Schule oder zu Hause scheinen hypoaktive Kinder in einen Teufelskreis zu geraten, in dem sie durch eigene Aufmerksamkeitsmängel und der daraus resultierenden Kritik von extern unter Druck geraten. Rosemarie Farnkopf beschreibt dieses Phänomen als „Widerspruch zwischen Erwartung und Wirklichkeit“ (vgl. Farnkopf 2002, S. 48). Anstrengungen und Bemühungen des betroffenen Kindes reichen nicht aus, um die anstehenden Aufgaben zu bewältigen. ADS-Kindern, die eher perfektionistisch und anspruchsvoll agieren, gelingt es nicht sich über einen längeren Zeitraum ihrer Arbeit zu widmen (ebd.). Born und Oehler differenzieren den sich aufbauenden Teufelskreis in drei weitere Subklassen, die vom sozialen Umfeld des hypoaktiven Kindes in seinem Alltag abhängig sind (vgl. Born und Oehler 2003, S. 45 ff.).

Dabei zielt der „soziale Teufelskreis“ primär auf die soziale Umwelt der Kinder sowie auf die Interaktion mit den Eltern und Lehrern. Born und Oehler weisen in diesem Zusammenhang auf den Erwartungsdruck hin, mit dem ein Kind im Schulalltag konfrontiert wird. Erfüllt es die Erwartungen nicht, so können Reaktionen der Eltern das Kind weiter beeinflussen. Kritik und Enttäuschungen seitens der Eltern und Lehrer können destruktiv auf das Kompensationsverhalten des Kindes wirken. Dabei wird von den Autoren das Beispiel eines hyperaktiven Jungen und eines hypoaktiven Mädchens angeführt (ebd.). Misserfolg und Unzufriedenheit kompensieren beide Kinder sehr differenziert. Aggressives und oppositionelles Verhalten seitens des ADS mit Hyperaktivität stehen im Kontrast zu innerer Verzweiflung und Depression des ADS ohne Hyperaktivität.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der hypoaktiven Kinder und Darstellung der Zielsetzung der Arbeit, die außerschulische Förderung zu beleuchten.

2 Theoretische Einordnung: Analyse der Symptomatik, der diagnostischen Kriterien (DSM-IV, ICD-10) und der psychologischen Teufelskreismodelle hypoaktiver Kinder.

3 Ursachen: Darstellung der neurologischen, genetischen und psychosozialen Faktoren, die zur Entstehung von ADS beitragen.

4 Interventionsmöglichkeiten: Evaluierung verschiedener Ansätze, von medikamentöser Behandlung bis hin zu pädagogischen Strategien wie Verstärkerplänen und Selbstinstruktion.

5 Zusammenfassung und Ausblick: Resümee über die Notwendigkeit ganzheitlicher, multiprofessioneller Förderansätze und Ausblick auf die Bedeutung frühzeitiger Intervention.

Schlüsselwörter

ADS, Hypoaktivität, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, außerschulische Förderung, Lernschwierigkeiten, Konzentrationsschwäche, Optimind-Konzept, Selbstwirksamkeit, Verstärkerpläne, multimodale Therapie, Schulerfolg, soziale Integration, Psychopharmaka, Selbstregulation, Teufelskreismodell.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die gezielte Unterstützung und Förderung von hypoaktiven Kindern im Grundschulalter, die aufgrund ihrer meist unauffälligen Art oft zu spät oder unzureichend unterstützt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Analyse der Symptome von ADS ohne Hyperaktivität, die Kooperation zwischen Schule, Elternhaus und außerschulischen Institutionen sowie die Identifikation geeigneter pädagogischer Lernhilfen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Hauptziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie durch eine kontinuierliche, vernetzte Zusammenarbeit die Lern- und Lebensqualität hypoaktiver Kinder verbessert und deren Selbstwirksamkeit gestärkt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit der Fachliteratur, ergänzt durch Fallbeispiele und persönliche Praxiserfahrungen aus einem Nachhilfeinstitut.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, Ursachenforschung, verschiedene Interventionsmöglichkeiten (Medikamente und Verhaltenspädagogik) sowie deren praktische Umsetzung im Alltag.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Hypoaktivität, ADS, schulische Leistungsdefizite, Selbststeuerung und multimodale Therapieansätze.

Warum ist eine frühzeitige Diagnose bei hypoaktiven Kindern so schwierig?

Im Gegensatz zu hyperaktiven Kindern wirken hypoaktive Kinder ruhig, angepasst und unauffällig, weshalb ihre Konzentrationsprobleme oft als mangelnde Intelligenz oder Desinteresse fehlinterpretiert werden.

Welche Rolle spielen Verstärkerpläne in der Förderung?

Verstärkerpläne (Tokensysteme) dienen dazu, das Kind zu motivieren, da sie auch kleinste Fortschritte sichtbar machen, die Eigenverantwortung fördern und helfen, negative Erfahrungsmuster zu durchbrechen.

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Details

Title
Förderung von hypoaktiven Kindern in der Grundschule und Interventionen in der Nachhilfe
College
University of Potsdam  (Institut für Grundschulpädagogik)
Grade
1,3
Author
Lars Antoch (Author)
Publication Year
2005
Pages
74
Catalog Number
V36136
ISBN (eBook)
9783638358484
ISBN (Book)
9783640750214
Language
German
Tags
Förderung Kindern Grundschule Interventionen Nachhilfe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lars Antoch (Author), 2005, Förderung von hypoaktiven Kindern in der Grundschule und Interventionen in der Nachhilfe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36136
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