Gliederung:
Seite
1. Einleitung 1
2. Ausgangssituation für die Industrialisierung 2
3. Die Phase der Industrialisierung (1840-1918) 3
3.1 Die Maschinenbauindustrie 4
4. Die Zwischenkriegsphase 4
4.1 Die Elektroindustrie 6
5. Der zweite Weltkrieg und die Folgen für die Berliner Industrie 7
6. Die Nachkriegszeit 8
6.1 Demontagen, Reparationen und Firmenabwanderungen 8
6.2 Wiederaufbau und Berlin-Blockade 9
7. Industrielle Entwicklung im geteilten Berlin 9
7.1 Industrielle Entwicklung in Ostberlin 1949-90 10
7.2 Industrielle Entwicklung in Westberlin 1949-90 11
8. Industrielle Entwicklung nach der Wiedervereinigung bis heute 12
9. Fazit und Ausblick 13
10. Literaturverzeichnis
II
1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der industriellen Entwicklung der Hauptstadtregion Berlin und geht dabei näher auf traditionell gewachsene Industriestrukturen ein. Des weiteren soll ein aktueller Stand der Entwicklung sowie ein Ausblick über zukünftige Chancen und Möglichkeiten der Industrie dieser Region gegeben werden. Berlin ist seit seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1237 eng mit den Ereignissen der deutschen Geschichte verbunden. Die Stadt nahm eine rasante Entwicklung. Laut Scherf war „die Entscheidende Funktionsaufwertung mit der Wahl zur ständigen ersten Residenz der brandenburgischen Kurfürsten ab 1486 verbunden.“(vgl.Scherf,1998,S.11). Im Jahre 1701 w urde Berlin preußische Residenzstadt, wodurch sich die Entwicklung noch beschleunigte, denn „in der durch Armut und zumeist wenig Fruchtbarkeit gekennzeichneten Mark Brandenburg förderte die Ansiedlungs-, Wirtschafts- Verkehrs- und Handelspolitik Preußens die landwirtschaftlich erbliche Produktion, die im 19. Jahrhundert in eine erfolgreiche Industrialisierung Berlin-Brandenburgs mündete.“(Leupolt,1993,S.594). Im Zuge der Staatsgründung 1871 wurde Berlin die Hauptstadt des Deutschen Kaiserreiches. Die damit verbundene Häufung zentralörtlicher Funktionsträger in der Stadt wurde zu einem entscheidenden Standortvorteil, so das „Berlin im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts nach der Zahl und dem Anteil der Gewerbebetriebe und beschäftigten Personen nicht nur deutlich vor fast allen deutschen Städten und Provinzen lag, sondern zur 3. größten großstädtischen Industriesiedlung der Welt nach London und New York aufgestiegen
war.“ (Leupolt,1993,S.594). Der erste Weltkrieg und seine Folgen bremsten den funktionellen und städtebaulichen Aufstieg der Stadt zur Metropole nur vorübergehend (vgl.Scherf,1998,S.12). Mit der größten Eingemeindung der deutschen Geschichte 1920 und der damit geschaffenen einheitlichen Verwaltungseinheit Großberlin leben 3,8 Mio. Menschen in der Stadt (vgl.www.berlin.de). Eine Zäsur in der bis dahin aufstrebenden Entwicklung Berlins zur Weltmetropole bildet der 2. Weltkrieg. „In der kurzen Zeitspanne von nur 12 Jahren erfuhr die Metropole Berlin unter der NS-Herrschaft und durch die Zerstörungen des 2. Weltkrieges einen katastrophalen Niedergang." (Scherf,1998,S.20). Die Nachkriegszeit war geprägt durch die Teilung der Stadt in Ost- und Westsektor, die im Mauerbau 1961 ihren Höhepunkt fand. Für die industrielle Entwicklung sollte das schwerwiegende Folgen haben. Im Zuge des Verlustes der Hauptstadtfunktion im Westeil verließen auch viele Industriepioniere, wie Siemens oder AEG die Stadt, während die Industrie im Ostteil unter der sozialistischen Planwirtschaft zu leiden hatte. Nach der Wiedervereinigung 1990 und der Wiedererlangung des Hauptstadtstatus 1991 sowie dem Umzug der Bundesregierung an den Spreebogen 1999 (www.berlin.de) konnte Berlin nie wieder an die „Glanzzeiten“ aus der Zwischenkriegsphase anknüpfen.
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Diese Hausarbeit soll die Gründe und Indikatoren für den stetigen Aufschwung der Stadt anhand ihrer Industrieentwicklung, besonders im Bereich der Maschinenbau- und Elektroindustrie, bis zum 2. Weltkrieg aufzeigen und klären welche Probleme sich aus der Zerstörung und anschließenden Teilung für die heutige Zeit ergeben.
2. Ausgangsituation für die Industrialisierung
„Durch die 1806 beginnende Kontinentalsperre gegen englischen Wettbewerb geschützt, ist die Textilindustrie in Berlin zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch immer das führende Gewerbe“(Pfannschmidt,1937,S.12) und damit verbunden ist die Stellung „Berlins als größte Manufakturstadt Deutschlands“( Scherf,1998,S.10). "Um 1800 arbeiteten ca. 50% der 36.000 in den verschiedenen Berliner Gewerben Beschäftigten in der
Textilbranche“(Hofmeister,1990,S.98). Doch durch die Napoleonischen Kriege und die Rückwirkungen der Kontinentalsperre kommt es zu einer „ersten großen Krisenauslese“ und einer daraus resultierenden Massenarbeitslosigkeit (vgl. Pfannschmidt,1937,S.13). Die dadurch freigesetzten Arbeitskräfte bilden laut Pfannschmidt mit dem „...weiter bestehenden Handwerk das eigentliche Wurzelbett für das Wachstum jener neuen Industrien, die im 19. Jahrhundert der Berliner Wirtschaft ein völlig verändertes Aussehen verleihen. Unter ihnen stehen der großindustrielle Maschinenbau und das Konfektionsgewerbe an erster Stelle.“(Pfannschmidt,1937,S.13).
Tabelle1: Einwohnerentwicklung Berlins (ab 1925 Groß-Berlin)
Quelle: (Pfannschmidt S.69; www.Berlin.de; Scherf S.20)
Das Hauptproblem der neuen Berliner Industrien, gerade des Maschinebaus ist „das der Berliner Raum über keinerlei Primärenergieträger und Mineralien verfügt, auf denen sich eine Explorationswirtschaft mit nachgeordneten Grundstoffindustrien hätte ausbilden
2
können“ und die ortsansässigen Firmen, somit immer von Grundstoffimporten abhängig gewesen sind (Hofmeister,1990,S.92). Von Vorteil ist das große Arbeitskräftepotential, Berlin hatte 1840 bereits 350000 Einwohner und die gut ausgebildeten Arbeitskräfte (vgl. Tab.1).
3. Die Phase der Industrialisierung und 1.Weltkrieg 1840-1918
Der Aufschwung der Berliner Industrie geht einher mit dem voranschreitenden Ausbau der Infrastruktur, so wird „1840 das erste Gaswerk“ und „1850 das erste Wasserwerk“ in Betrieb genommen, sowie „1864 Die Berliner Pferde-Omnibusgesellschaft
gegründet“(vgl.Pfannschmidt,1937,S.14). Wichtiger jedoch als der Ausbau der Gas- und Wasserversorgung erwies sich der Bau der Eisenbahn. So wird im Jahr 1839 die Linie Berlin Potsdam fertig gestellt, ihr folgen Berlin-Anhalt 1841, Berlin- Frankturt/O. 1842 und Berlin-Stettin 1843 und schließlich im Jahre 1882 die Ringbahn. „Nach Vollendung des deutschen Eisenbahnnetzes gelangt Berlin in den vollen Besitz der Vorzüge seinerw wirtschaftsgeographischen Lage zu den Bezugs-und
Absatzgebieten.“ (Pfannschmidt,1937,S.15). 1937 werden in Berlin die Borsig Werke, spezialisiert auf den Lokomotivbau, gegründet ( www.Borsig.de), welche die Industrielandschaft der Stadt in den folgenden Jahrzehnten entscheidend mitgestalten werden. Pfannschmidt bezeichnet sie als erste kombinierte Großunternehmung der verarbeitenden Industrie. Durch den Aufstieg zur Millionenstadt etwa um 1870 fanden die Industriebetriebe in Berlin einen krisenfesten örtlichen Absatzmarkt
(vgl.Pfannschmidt,1937,S.14-16). Im Jahre 1871 kommt es zu einer ersten Wanderungsbewegung der Industriebetriebe, die ihre Standorte in den Bereich der Ringbahn verlagern, worauf sich aufgrund schneller Produktionssteigerungen eine zweite Wanderungswelle entlang der Schienenwege, Wasserstraßen und Hauptverkehrsstraßen anschließt (vgl. Leupolt,1993,S.594). „Nachdem um 1890 das Stadtgebiet im Bereich der Ringbahn geschlossen bebaut worden ist und um 1895 die Vorortbahnen ausgebaut worden sind, werden alle Neugründungen außerhalb der Ringbahn angelegt
(Pfannschmidt,1937,S.34). Im Wachstum der städtischen Gewerbe spiegeln sich zum einen die gute „wirtschaftsgeographische Lage“ im nördlichen Zentrum des Landes und zum anderen die Agglomerationsvorteile die sich seit 1871 mit der Hauptstadtfunktion und daraus resultierender „Organisation von Unternehmern und Verwaltungen von Reich, Staat und Stadt“ ergeben, wieder (vgl.Pfannschmidt,1937,S.16) .
„Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich die deutsche Hauptstadt auch zur wirtschaftlich dominierenden Großstadt Deutschlands entwickelt. Auf dem kleinen Stadtgebiet von 63,17 km² ballten sich immerhin 7% der industriell-gewerblichen Betriebe und Beschäftigten des Reiches“(Scherf,1998,S.11)
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Arbeit zitieren:
Martin Zeitler, 2004, Industrie in der Hauptstadtregion Berlin, München, GRIN Verlag GmbH
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