Ruhr-Universität Bochum
Fakultät für Sozialwissenschaften
Seminar in Organisationssoziologie
SS 1998
„Arbeit und Liebe – Sexualität, Herrschaft
und Gefühle in Organisationen“
Hausarbeit
Gender, Sexualität und Organisationen
Sascha Wingen / Ricarda Wildförster
Bedeutung von „Geschlecht“ für Organisationsanalyse
0 EINLEITUNG 3
1 GENDER UND SEXUALITÄT 4
1.1 EINFÜHRUNG IN DIE THEMATIK 4
1.2 SEX, GENDER UND SEXUALITÄT - EINDEUTIGE ORDNUNGSKATEGORIEN? 4
1.3 GENDER-THEORIEN 6
1.3.1 UNTERSCHIEDLICHE FOKUSSIERUNGEN 6
1.3.2 BIOLOGISMUS/NATURALISMUS 6
1.3.3 MARXISMUS UND MATERIALISTISCHER FEMINISMUS 7
1.3.4 POSTMODERNE DEKONSTRUKTION 8
1.4 ZWISCHENFAZIT 10
2 GENDER UND ORGANISATIONEN 11
2.1 GENDER-TRENNUNG DER ARBEIT 11
2.2 GENDER UND ORGANISATIONEN – EINE KULTURELLE DIALEKTIK 13
2.3 SOZIALE VERHALTENSREGELN BEZÜGLICH GENDER UND ORGANISATIONEN 15
3 REFLEXION 18
LITERATUR 21
0 Einleitung
Diese Hausarbeit befaßt sich mit dem Zusammenhang von Gender, Sexualität und Organisationen.
Ziel der Ausführungen ist,
Vor allem dem dritten genannten Punkt liegt die Ideologie der Gleichberechtigung von Männern und Frauen zugrunde. Diese Ideologie wiederum setzt an der Erkenntnis an – soviel sei hier schon vorweggenommen – daß Gender Unterschiede nach wie vor stark mit Unterschieden bzgl. Macht, Wertigkeit, Entfaltungsmöglichkeiten und dergleichen zugunsten von Männern assoziiert sind. Gender-Konstruktionen in Organisationen scheinen entscheidend zur Aufrechterhaltung der angedeuteten Herrschaftsverhältnisse beizutragen.
1 Gender und Sexualität
1.1 Einführung in die Thematik
Die Zweiteilung der Geschlechter in Männer und Frauen als sich gegenseitig ausschließende Kategorien erscheint in weiten Teilen menschlicher Gesellschaften seit denkbar langer Zeit als unhinterfragbare Tatsache. Während in früheren Zeiten der Frage nach dem Ursprung der Zweigeschlechtlichkeit mit einem Verweis auf die göttliche Schöpfung (im Christentum) begegnet wurde, wird die Existenz zweier Geschlechtskategorien in heutiger Zeit vorwiegend über die Natur (Evolution, Biologie) begründet (vgl. Gildemeister/Wetterer, 1992, S. 201). Diese Letztbegründung bietet den Ausgangspunkt für alle darauf aufbauenden geschlechtsspezifischen Unterscheidungen (wie z. B. die der männlichen und weiblichen Sexualität) in diversen gesellschaftlichen Kontexten. Auch die Frauenforschung und Frauenbewegung hat in ihren frühen Stadien Konzepte auf Grundlage der Zweigeschlechtlichkeit entwickelt und diese sozialisationstheoretisch begründet (vgl. dies., S. 202). In jüngerer Zeit läßt sich jedoch ein Wandel weg von der Akzeptanz natürlicher Geschlechtsunterschiede hin zur Dekonstruktion eben dieser Unterschiede erkennen. Frau (und teilweise auch man) geht mit Bezug auf bestimmte erkenntnistheoretische Annahmen (z. b. der konstruktivistischen Epistemologie) davon aus, daß die Zweigeschlechtlichkeit im sozialen Prozeß konstruiert wird (vgl. ebd. S. 207 u. 210ff.). In diesem Kapitel sollen zunächst die Geschlechtskategorien anhand der Konzepte „sex“ und „gender“ gegenübergestellt und kritisch beleuchtet werden. Im Zusammenhang damit wird auch die Sexualität als geschlechtsspezifisches Konstrukt definiert und diskutiert. Anschließend werden einige theoretische Grundpositionen vorgestellt, die Gender- und Sexualitätsdifferenzen oder deren Aufhebung in unterschiedlicher Weise erklären. Diese Erklärungsansätze werden wir im Hinblick auf ihre Sinnhaftigkeit und Konsequenzen aus unserer Sicht kritisch diskutieren.
[...]
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Sascha Wingen, Ricarda Wildförster, 1998, Gender, Sexualität und Organisationen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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