Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Definition von Diskriminierung 4
3. Ursachen von Diskriminierung in der Persönlichkeit der Individuen 4
3.1 Das Vorurteil als Persönlichkeitsmerkmal Die „autoritäre Persönlichkeit“ 5
3.2 Die Frustrations-Aggressions Hypothese 6
3.3 Interindividuelles vs Intergruppenverhalten 7
4. Die Theorie des realistischen Gruppenkonflikts 7
4.1 Sherifs Ferienlagerexperimente 8
4.2 Wichtige Folgerungen 9
4.3 Kritik 10
5. Das Paradigma der minimalen Gruppen (MGP) 10
5.1 Grundlage des experimentellen Designs (eingeführt von Tajfel et al 1970 1971) 10
5.2 Vorgehen 11
5.3 Ergebnisse 11
6. Die Theorie der sozialen Identität 12
6.1 Soziale Kategorisierung 13
6.2 Soziale Identität 13
6.3 Sozialer Vergleich 14
6.4 Soziale Distinktheit 14
7. Möglichkeiten des Abbaus der Diskriminierung zwischen Gruppen 15
7.1 Kontakthypothese 15
7.2 Übergeordnete Ziele 15
7.3 Dekategorisierung 16
7.4 Rekategorisierung (Das common ingroup identity model) 16
7.5 Das Modell der wechselseitigen Differenzierung 16
8. Literatur 17
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1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Soziale Diskriminierung“. Nach der Klärung des Begriffs soll es zunächst um sozialpsychologische Ansätze gehen, die die Ursache von Diskriminierung in der Persönlichkeit von Individuen suchen. Da diese Ansätze aber nur in einem begrenzten Maße der Erklärung von diskriminierendem Verhalten dienen, möchte ich anschließend auf wesentliche Theorien und Paradigmen der Psychologie der Gruppe eingehen; diese sind die Theorie des realistischen Gruppenkonflikts, das Paradigma der minimalen Gruppen und die Theorie der sozialen Identität. Am Schluss stehen verschiedene Möglichkeiten des Abbaus der Diskriminierung zwischen Gruppen.
2. Definition von Diskriminierung
Eine der wichtigsten Definitionen sozialer Diskriminierung stammt von Gordon W. Allport (1971): „Diskriminierung liegt vor, wenn einzelnen oder Gruppen von Menschen die Gleichheit der Behandlung vorenthalten wird, die sie wünschen. Diskriminierung umfaßt alles Verhalten, das auf Unterschieden sozialer und natürlicher Art beruht, die keine Beziehung zu individuellen Fähigkeiten oder Verdiensten haben noch zu dem wirklichen Verhalten der individuellen Person“ (zitiert nach Petersen & Blank, 2001, S.302). Petersen & Blank (2001) weisen darauf hin, dass neuere Definitionen vor allem den Aspekt betonen, dass soziale Diskriminierung häufig allein auf Grund der Zugehörigkeit zu einer anderen Gruppe oder Kategorie erfolgt. Das ist zum Beispiel bei Brehm, Kassin & Fein (2002) der Fall. Sie sagen, diskriminierendes Verhalten ist „[a]ny behavior directed against persons because of their membership in a particular group“ (p.133).
3. Ursachen von Diskriminierung in der Persönlichkeit der
Individuen
In der Sozialpsychologie gab es viele Versuche, breite soziale Phänomene wie auch das der sozialen Diskriminierung zu individualisieren und mit Hilfe von theoretischen Konzepten zu beschreiben, die auf individuelles Verhalten zugeschnitten sind (vgl. Mummendey, 1985).
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3.1 Das Vorurteil als Persönlichkeitsmerkmal – Die „autoritäre Persönlichkeit“
Eines der einflussreichsten Beispiele für die verbreitete Auffassung, dass Vorurteile hauptsächlich ein Problem sind, das eng mit der Persönlichkeit zusammenhängt, ist die 1950 von Adorno, Frenkel-Brunswick, Levinson und Sanford formulierte Theorie. Für die genauere Erklärung dieser Theorie, werde ich mich auf die Ausführungen von Brown (2002) beziehen. Die Hypothese Adornos und seiner Mitarbeiter besagt, dass die sozialen Einstellungen eines Individuums einen „Ausdruck tief liegender Züge der Persönlichkeit“ (Adorno et al., 1950, S.1; zitiert nach Brown, 2002, S.541) darstellen. Sie gingen von einer psychoanalytischen Perspektive aus und glaubten, dass die Persönlichkeitsentwicklung der meisten Menschen auf Grund der Zwänge der sozialen Existenz eine Verdrängung und Verschiebung verschiedener Triebbedürfnisse beinhalte. Dabei betrachten sie die Eltern als Hauptagenten d es Sozialisationsprozesses, die bei der „normalen“ Entwicklung einen gesunden Mittelweg zwischen der erforderlichen Disziplin und der Selbstentfaltung des Kindes finden. Wenn die Eltern diesen gesunden Mittelweg nicht finden und einen Erziehungsstil praktizieren, der durch extreme Disziplin und Unnachgiebigkeit gekennzeichnet ist, kommt es zu einer natürliche n Aggression des Kindes gegen die Eltern, was als unausweichliche Folge der auferlegten Einschränkungen zu verstehen ist. Diese Aggression wird auf Grund der Angst, sie direkt zu zeigen, auf alternative Ziele verschoben. Wahrscheinliche Zielobjekte sind dabei vor allem als schwächer oder minderwertiger als man selbst angesehene Personen, zum Beispiel Mitglieder abweichender Gruppen oder ethnischer Minderheiten. Es ergibt sich eine Persönlichkeit, die gegenüber Autoritäten sehr unterwürfig, weil diese die Eltern symbolisieren, und gegenüber Fremdgruppenmitgliedern offen feindselig ist, die so genannte „autoritäre Persönlichkeit“. Die Beziehung zwischen Autoritarismus und verschiedenen Formen von Vorurteilen wurde in Bezug auf mehrere Kontexte zwischen Gruppen bestätigt, beispielsweise bei Vorurteilen gegenüber ethnischen Gruppen in den Vereinigten Staaten, bei Vorurteilen gegenüber Moslems in Indien, bei Antipathien gegenüber psychisch kranken Menschen und Aids-Kranken und auch bei sexueller Aggression von Männern gegenüber Frauen.
Wegen seiner Begrenztheit auf individuelle Unterschiede, ist dieser Ansatz einer starken Kritik ausgeliefert. Der erste wesentliche Kritikpunkt ist, dass die Bedeutung der momentanen sozialen Situation für die Ausformung der Einstellungen von Menschen unterschätzt wird. Wenn jemand zum Beispiel einer Organisation oder Gruppe beitritt, wird er ja ständ ig von deren Normen beeinflusst. Wenn das Argument außerdem auf die Gesellschaft ausgeweitet
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wird neigt man dazu, die soziokulturellen Bestimmungsfaktoren des Vorurteils zu vernachlässigen. Weiterhin ist der Ansatz nur in mangelnder Weise fähig, die Uniformität von Vorurteilen in bestimmten Gesellschaften und Teilen von Gesellschaften zu erklären. Kritiker gehen auch davon aus, dass die Einstellungen von Mitgliedern verschiedener Gruppen zueinander mehr mit objektiven Beziehungen zwischen diesen Gruppen zu tun haben als mit den familiären Verhältnissen, in denen diese Menschen aufgewachsen sind.
3.2 Die Frustrations-Aggressions-Hypothese
Die ursprünglich 1939 von Dollard, Doob, Miller, Mowrer und Sears entwickelte Frustrations-Aggressions-Hypothese besagt, dass Aggression stets ein Resultat von Frustration ist (vgl. Brown, 2002). Aggression richtet sich oft nicht gegen den wirklichen Ausgangspunkt d er Frustration, sondern wird dann auf eher verwundbare und le icht zugängliche Ziele wie beispielsweise auf Mitglieder einer Minderheitengruppe umgelenkt. Dieser Vorgang wird als Frustrations-Aggressions-Verschiebung bezeichnet und kommt insbesondere dann zum Tragen, wenn für die Aggressionen gegenüber dem Frustrator negative Sanktionen zu erwarten sind (siehe auch Mummendey, 1985). Es wird auch von der „Sündenbocktheorie“ des Vorurteils gesprochen (vgl. Brown, 2002). Brown (2002) und Mummendey (1985) bringen folgende Kritikpunkte an: Nach dieser Theorie müssten zur Entstehung kollektiver Phä nomene „zufälligerweise“ Tausende vo n einzelnen Individuen in den gleichen motivationalen Zustand geraten, sodass sie dann in einer großen Zahl die gleichen Verhaltensweisen zeigen würden. Außerdem lässt dieser Ansatz völlig die Faktoren außer Acht, die eine Vielzahl von Individuen dazu bringen, eine bestimmte Situation gemeinsam und übereinstimmend als frustrierend, unerträglich und deprivierend wahrzunehmen und zu interpretieren. Weiterhin ist davon aus zugehen, dass weniger der individuelle Erregungszustand als vielmehr die sozial geteilte Wahrne hmung der Legitimität von Aggression in der jeweiligen Situation das Ausmaß von offen aggressivem Verhalten vorherzusagen vermag. D as wurde durch zahlreiche empirische Überprüfungen gezeigt. Die Ergebnisse der Experimente zur Frustrations-Aggressions-Hypothese sind zum Teil wenig eindeutig. Es kommt zu konzeptuellen und empirische n Widersprüchen. Außerdem hält Brown (2002) die Annahme, dass Intergruppenverhalten hauptsächlich durch Emotionen bestimmt wird und nicht zielgerichtet ist, für sehr fragwürdig.
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Anna Badstübner, 2003, Soziale Diskriminierung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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Zu: Die neuen Kriege von Herfried Münkler, 2002
Politics - International Politics - Topic: Peace and Conflict Studies, Security
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