Inhaltsverzeichnis
1 1. Vorwort 3
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2 2. Kurzbiographie Kaspar Hausers 4
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3 3. „Lernen“ 6
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3.1. Was bedeutet eigentlich „etwas lernen“? 6
3.2. Entwicklungsstadien von Kindern 8
4 4. Kaspar Hausers Lernverhalten und dessen Erfolge 11
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5 5. Literaturverzeichnis 17
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1 1. . . Vorwort 1
Diese Hausarbeit thematisiert das Leben Kaspar Hausers, der trotz jahrelanger Isolation und fehlender menschlicher Kontakte viele andere Personen nach seinem Auffinden an Lernwillen, Ehrgeiz und unerschöpflicher Wissbegierde übertraf und dennoch für seine Fortschritte und seine enorme Entwicklung in der menschlichen Gesellschaft mit dem Tod bestraft wurde.
Zu Beginn dieser Arbeit werde ich die Person Kaspar Hauser anhand einer Kurzbiographie darstellen und einige Fragen bezüglich seines Lebenslaufs klären. Wer war er überhaupt, wie lebte er und wie kam es zu seinem Ausschluss von jeglichen sozialen Kontakten? Des Weiteren möchte ich zum grundlegenden Verständnis der Lernerfahrungen von Kaspar Hauser darlegen, was Lernen überhaupt bedeutet, wie man lernt und welche Lernstadien Kinder durchlaufen, die in Kontakt mit anderen Menschen aufwachsen und positiv gefördert werden. Somit können diese Entwicklungsphasen mit denen Hausers verglichen werden und seine Rückstände nach der Befreiung aus dem Kerker verdeutlicht werden.
Abschließend werde ich auf das Lernen Kaspar Hausers an sich eingehen und über seine Fortschritte, Lernerfahrungen und Entwicklungen seit seiner Einführung in die damalige Gesellschaft berichten.
Die hauptsächlichen Quellen meiner Hausarbeit stammen aus dem Buch Kaspar Hauser, das Kind von Europa von Johannes Mayer, der die wichtigsten Schriften und Berichte von Personen, die H auser nahe standen, zusammen getragen hat und somit umfassend über die Aufsehen erregende Geschichte erzählen konnte und mir mit seinem Buch eine große Hilfe war, um einen Überblick über die Fülle von Erzählungen zu erhalten.
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2 2. . . Kurzbiographie Kaspar Hausers 2
Am 26. Mai 1828, es war der zweite Pfingsttag, entdeckte ein Bürger auf dem Unschlittplatz in Nürnberg einen Jungen, der „einem Betrunkenen ähnlich“ 1 , am Tor stand und schwankend versuchte, durch die Stadt zu gehen. Er war kaum in der Lage einen Fuß vor den anderen zu setzen und seine Beine unter Kontrolle zu halten. Für die Pfingsttage war dieses Verhalten nicht besonders auffällig, da viele Bewohner der Stadt Nürnberg zu dieser Zeit von den Kneipen nach Hause torkelten. Erst nach einer Weile näherte sich der erwähnte Bürger dem Jungen, der ihm sofort einen Brief entgegenhielt. Der Adressat war der Rittmeister des 4. Eskadron 2 mit Namen Wessenig, wo der Fremdling auch umgehend hingebracht wurde. Dort angekommen wurde der Fremdling von den Bedienstete n des Hauses Wessenig intensiv befragt, wo er herkomme, wer er sei und was er möchte. Doch sie bekamen keine Antwort außer die Worte: „Ä sechtene möchte ich wähn, wie mei Vottä wähn is.“ 3 Übersetzt heißt dies so viel wie, „Ein Reiter möchte ich werden, wie mein Vater gewesen ist.“ Schließlich gaben sie die Befragung auf und versorgten ihn mit Brot und Wasser, da dies das Einzige war, was er als Nahrung zu sich nehmen wollte. Völlig erschöpft schlief er im Pferdestall ein. Am nächsten Tag wurde der Findling zum Polizeipräsidium gebracht, da im Hause des Rittmeisters niemand mehr Verwendung für ihn hatte. Dort konzentrierte man sich auf den mitgegebenen Brief, der einige Aufschlüsse über die Herkunft des Jungen erbrachte. Er sei am 30. April 1812 geboren und einem Tagelöhner vor die Tür gelegt worden, der ihn zwar taufen ließ, aber selbst nicht über genügend finanzielle Mittel verfügte, um noch ein Kind groß zu ziehen. Der Findling trage des Weiteren den Namen Kaspar Hauser und sei seit 1812 nicht mehr aus dem Haus gekommen. Daraufhin gaben ihm die Polizeibeamten einen Stift, da sie vermuteten, dass der Junge eventuell taub sei. In leserlicher Schrift schrieb er seinen Namenszug „Kaspar Hauser“ - sein nun offizieller Name.
1 Mayer, Johannes: Kaspar Hauser, das Kind von Europa, Stuttgart: Urachhaus, 1984, Seite 19
2 kleinste Truppeneinheit der Kavallerie, heute als eher Schwadron bezeichnet
3 Mayer, Seite 19
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Nach einigen Vernehmungen und Untersuc hungen durch den Bürgermeister Jakob Friedrich Binder und den Stadtgerichtsarzt Dr. P. S. K. Preu beginnt Professor Georg Friedrich Daumer mithilfe der Vermittlung Gottlieb von Tuchers seinen Unterricht im Stadtgefängnis, wo sich Kaspar ab sofort aufhält. Erst am 18. Juli 1828 zieht er in Daumers Wohnung, in der nach einer Erkrankung Kaspars der Unterricht fortgesetzt wird. Daumer war Gymnasiallehrer, der in seiner Jugend Theologie und Philosophie studiert hatte, jedoch aus gesundheitlichen Gründen seinen Beruf aufgeben musste und sich seitdem mit dem Verfassen von religiösphilosophischen Studien beschäftigte.
Im Oktober 1829 wurde auf Kaspar Hauser ein Mordanschlag verübt, den er mit einer Wunde auf der Stirn überlebte. Der Täter konnte trotz aller Bemühungen nicht gefasst werden. Gegen Ende des Jahres verschlechterte sich Daumers
Gesundheitszustand dermaßen, so dass Kaspar Hauser bei dem Kaufmann Johann Christian Bibernach unterkam und dort ständig aufgrund des Mordversuchs von zwei Polizeisoldaten bewacht wurde. Während dieses Aufenthalts machte er eine Lehre bei dem Buchbinder und Etuifabrikanten Schnerr. Doch auch dieser Aufenthalt blieb nicht von langer Dauer. Hauser kam in das Haus des Barons Gottlieb von Tucher, der bereits die Vormundschaft für ihn besaß.
Im Jahre 1831 tauchte ein zwielichtiger englischer Adliger, Lord Stanhope auf, der durch eine Stiftung von 500 Gulden erreichte, dass ihm im November die Pflegschaft übertragen wurde. Dieser übergab Hauser schließlich in die Hände des Lehrers Johann Georg Meyer in Ansbach. Daraufhin erhielt Hauser eine Schreibtätigkeit beim Appellationsgericht 4 , sowie Religionsunterricht bei einem Pfarrer namens Fuhrmann. Im Mai 1833 folgte schließlich die Konfirmation. Diese erstaunliche Entwicklung Hausers, der schließlich im Lesen, Schreiben und im Umgang mit Menschen geübt war, nahm am 11. Dezember 1833 ein Ende:
4 Berufungsgericht
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Arbeit zitieren:
Julia Klewin, 2004, Beobachtungen zum Lernen am Fall Kaspar Hauser, München, GRIN Verlag GmbH
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