1. Begründung des Themas
Die Schüler der Klasse 4b haben bislang nur wenige elementare Orff-Instrumente kennen gelernt und mit ihnen musiziert. Um die Möglichkeiten des Musikmachens auszudehnen, werde ich in dieser Unterrichtseinheit mehrere, den Schülern unbekannte Instrumente anbieten. Die musikpraktischen Kompetenzen sollen soweit ausgebildet werden dass es möglich wird, sowohl einfache Instrumentalstücke als auch Begleitungen zu Liedern oder Mitspielstücken zu erarbeiten. Neben den Stabspielen (Xylophon, Glockenspiel und Klangbausteinen) werde ich in Zukunft zudem aus verschiedenen Instrumentalgruppen altersgemäße Musikinstrumente einsetzen wie Gitarre, Keyboard und diverse Percussions. Holz- und Metallstabspiele eignen sich eingangs, um die Auge-Hand-Koordination zu beobachten sowie die Bewegungsmuster und - intensität dem Instrument anzupassen.
Viele Schüler sind im Umgang mit Instrumenten noch unerfahren und daher beim Spiel auf sich selbst fixiert. Die Fähigkeit, sich emotional, hörend und sehend auf ihre Mitschüler einzustellen, setzt den motorisch automatisierten Umgang mit dem Instrument voraus. Daher lege ich den Fokus in dieser Unterrichtsstunde auf das praktische Üben motorischen Abläufe. Als eine grundlegende Regel des gemeinschaftlichen Spiels wird das Stoppsignal eingeführt. In den darauffolgenden Musikstunden werden weitere fachspezifische Prinzipien wie Solo – Tutti, Duo – Tutti, Frage – Antwort und musikalische Dimensionen angeschlossen. Dabei wird das freie Spielen der heutigen Musikstunde im Solospiel und das Spiel nach Regeln im Tutti aufgegriffen. Eine genaue Trennung der Teile setzt das gemeinsame Abbrechen des Spiels (Stopp) voraus.
2. Einordnung der Stunde in die Unterrichtseinheit
3. Richtlinienbezug
Zu dem Bereich „Musik mit Instrumenten“ gehören unterschiedliche Aktivitäten, bei denen der „handelnde Umgang“ im Vordergrund steht (Rahmenplan Ästhetische Bildung Musik, S. 12). In der vorliegenden Unterrichtseinheit sollen praktische Erfahrungen mit Stabspielen gemacht werden. Ihre klanglichen Möglichkeiten werden im freien Spiel erprobt und die Schüler lernen die einheitliche Spielweise auf ähnliche Instrumente zu übertragen, die von Aussehen und Klang her differieren. Das „Spiel mit Ostinati, Bordun [und] verschiedenen harmonischen Stufen“ und das „Begleiten von Liedern“ (s.o., S. 28) wird in den kommenden Unterrichtsstunden thematisiert.
4. Sachanalyse
Als elementare Begleitformen eignen sich die Grundtonbegleitung, die Begleitung in Form einer leeren Quinte (Bordun) und darauf aufbaue nd einen Wechsel der Harmonik. Letzterer erklärt sich aus dem harmonischen Gefühl, welches die Spannung zwischen Melodie und Begleitung mithilfe eines Stufenwechsels zu lösen verlangt. Das einfache Liedgut bewegt sich vorrangig in den harmonischen Stufen I und V. Hinzu kommt oft die IV. Stufe, seltener andere. Wenn die verschiedenen Begleitformen bekannt sind, können sie auch im Wechsel eingesetzt werden. Die jeweilige Liedform (z.B. Barform) kann dann durch den gezielten Einsatz deutlich herausgearbeitet werden. (Gerg, S. 41f).
Laut Neuse-Schneider eignen sich bei Spielern mit geringer instrumentaler Vorerfahrung insbesondere „akkordisch gestimmte Gitarren, Leiern, einzelne Klangstäbe oder durch herausgenommene Stäbe reduzierte Metallophone/ Xylophone, markierte Töne (mit Farben oder Zahlen) auf dem Keyboard, auf einer Melodika, einem Akkordeon sowie die breite Palette der Percussioninstrumente und percussiven „Effektinstrumente“ (bar chimes, rain maker, ocean drum etc.)“ (Neuse-Schneider, S. 114). Das Herausnehmen einzelner Töne bei den Holz- und Metallstabspielen soll auch in der heutigen Unterrichtsstunde eine vorübergehende Hilfestellung sein. Sobald der rein motorische Spielvorgang eingeprägt ist, werde ich künftig die fehlenden Stäbe wieder einsetzen. Allerdings zunächst mit der Rückseite nach oben, um weiterhin vom Optischen und vom Spielgefühl her die nicht dazugehörigen Töne zu kennzeichnen. Später wird – wenn nötig – auf rein visuelle Hilfen in Form von Klebepunkten übergegangen. Die akustische Kontrollleistung wird hierbei nicht ersetzt sondern lediglich so unterstützt, dass eine Selbstkontrolle möglich ist.
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Außerdem nennt Neuse-Schneider den Bordun als eine der grundlegenden Formen im Umgang mit diesen Musikinstrumenten. Bordune sind Bassfundamente und bieten daher den Einsatz möglichst tiefer Instrumente an. Darum habe ich in dieser Stunde die eingestrichenen Klangbausteine (c´, d´, e´, g´, a´) – Bassstäbe sind hier nicht vorhanden – sowie die tiefsten zur Verfügung stehenden Xylophone und Glockenspiele ausgewählt. Ein Metallophon ist an dieser Schule ebenfalls nicht vorhanden. Zwar bestünde die Möglichkeit, aus einer anderen Schule eines zu entleihen, doch erachte ich es als wenig sinnvoll, da die Schüler im hiesigen späteren Musikunterricht keine n Kontakt mehr damit haben werden.
Das Spiel mit Schlägeln erfordert eine korrekte Schlägelhaltung, ein möglichst abfederndes Schlagen sowie Treffsicherheit.
Gemeinsames Spiel verlangt den Schülern ein hohes Maß an Konzentration ab. Das gegenseitige Aufeinandereinstellen erfordert das routinierte Beherrschen des jeweiligen Instrumentes. Um die Bewegungsabläufe zu automatisieren, bedarf es einiger Übung. „Das Üben von Einsetzen und Schlüssen erfordert in einer Anfangsgruppe sehr viel Zeit, weil die Spiele r noch nicht über Dirigiererfahrungen verfügen. Die Aufmerksamkeit für den Dirigenten vor der Gruppe erhöht sich sehr, wenn man umgekehrt auch einmal in die Rolle des Dirigenten schlüpfen konnte. Einfache Dirigierspiele lassen sich beispielsweise mit Symbolkarten für die einzelnen Instrumente, die dann jeweils spielen dürfen, gestalten“ (Neuse-Schneider, S. 117).
5. Lerngruppenanalyse und Lernvoraussetzungen
Die Klasse 4b setzt sich aus neun Jungen und zwei Mädchen zusammen. Seit Beginn des Schuljahres sind vier Schüler (Jury, Stefan, Steven, Vivienne) in die Klasse hinzugekommen. Diese Lerngruppe wird von mir einmal wöchentlich für nur eine Stunde in Musik unterrichtet. Bislang sind lediglich wenige elementare Instrumente, wie Trommeln oder Klanghölzer, bekannt. Stabspiele, Saiten- und Tasteninstrumente sind den Schülern fremd. Dem Wunsch der Schüler entsprechend soll in der nächsten Zeit das eigene Musikmachen im Vordergrund stehen. Um sie altersgemäß anzusprechen, habe ich die Stabspiele ausgewählt. Ihre Größe und relativ einfach zu erlernende Spielweise soll motivieren.
Die Schüler sind momentan noch so fixiert auf ihr eigenes Spiel, dass sie sich nicht auf die Gruppe einstellen können. Ein gleichmäßiges Metrum oder auch ein Sättigungseffekt, wie er sich meist bei gruppendynamischem Geschehen durchsetzt, war in der Vergangenheit nicht zu
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Arbeit zitieren:
Jessica Freis, 2004, Begleitung mit Stabspielen, München, GRIN Verlag GmbH
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