Gliederung
Seite
1 Einleitung 3
1.1 Problemstellung 3
1.2 Gang der Untersuchungen 4
1.2.1 Inhaltlicher Aufbau 4
1.2.2 Methodik 5
2 Corporate Branding 6
2.1 Definition und Abgrenzung des Begriffs Corporate Branding 6
2.2 Bedeutung des Corporate Branding für Unternehmen 8
2.3 Ziele und Aufgaben des Corporate Branding 11
2.4 „Holistic Solutions“ - eine Methode zur ganzheitlichen
Markenf ührung 13
2.5 Die sechs Dimensionen der Marken- bzw.
Unternehmensidentit ät 15
2.5.1 Dimension I: Kultur 16
2.5.2 Dimension II: Verhalten 17
2.5.3 Dimension III: Produkte und Dienstleistungen 18
2.5.4 Dimension IV: Märkte und Kunden 19
2.5.5 Dimension V: Design 20
2.5.6 Dimension VI: Kommunikation 21
2.6 Grenzen und Möglichkeiten des Corporate Branding 22
2.7 Corporate Branding - Strategien 24
2.7.1 Seperate-Branding-Strategie 25
2.7.2 Endorsed-Branding-Strategie 25
2.7.3 House-Branding-Strategie 25
2.7.4 One-Firm-Stategie 26
3 Sportsponsoring als Instrument des Corporate Branding 28
3.1 Definition und Einführung in das Thema Sportsponsoring 28
3.2 Unternehmenstypen im Sportsponsoring 31
3.3 Erscheinungsformen des Sportsponsoring 34
3.3.1 Sponsoring von Einzelsportlern 34
3.3.2 Sponsoring von Mannschaften 36
3.3.3 Sponsoring von Verbänden 37
3.3.4 Sponsoring von Sportveranstaltungen 37
3.4 Kommunikationsziele des Sportsponsoring 38
3.4.1 Steigerung des Bekanntheitsgrades 38
3.4.2 Imagetransfer 39
3.4.3 Markenstärkung und Product Placement 40
3.4.4 Zielgruppenansprache 40
3.4.5 Festigung der Markenakzeptanz 40
3.4.6 Unternehmensinterne bzw. ökonomische Ziele 41
3.5 Trends im Sportsponsoring 42
3.6 Integration des Sportsponsorings in das Corporate Branding Konzept des Unternehmens 44
3.6.1 Strategische Planungsebene im Sportsponsoring 45
3.6.2 Operative Planungsebene im Sportsponsoring 47
3.6.3 Erfolgskontrolle 50
3.7 Risiken des Sportsponsorings für die Corporate Brand 51
4 Fallstudie: Bayer AG 54
4.1 Einleitung 54
4.2 Die Bayer AG: das Unternehmen und die Marke 54
4.2.1 Fakten und Zahlen über die Bayer AG als Unternehmen 54
4.2.2 Bayer als Unternehmensmarke 55
4.3 Sportsponsoring in der Bayer AG 57
4.3.1 Hintergrund 57
4.3.2 Sportsponsoring in der Bayer AG heute 58
4.3.3 Das Sportsponsoring von Einzelsportlern 59
4.3.4 Das Sponsoring von Vereinen und Mannschaften 60
4.3.5 Das Sponsoring von Sportverbänden 61
4.3.6 Das Sponsoring von Veranstaltungen und Events 62
4.4 Der Beitrag des Sportsponsorings zum Corporate Branding-
Konzept der Bayer AG 63
5 Abschließende Würdigung 64
Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung bzw. beziehungsweise CEO Chief Executive Officer DFB Deutscher Fußball Bund d.Verf. der Verfasser etc. et cetera Hrsg. Herausgeber HSV Hamburger Sport Verein IJF International Judo Federation IOC International Olympic Committee M&A Merger and Acquisition Mrd. Milliarden NRW Nordrheinwestfalen s. siehe TuS Turn und Spielverein u.a. unter anderem Vgl. Vergleiche VIP Very Important Person VW Volkswagen
WM Weltmeisterschaft z.B. zum Beispiel € Euro
Abbildungsverzeichnis
Seite Abb.1 Verschiedene Markenstrategien 26 Abb.2 Entwicklung der ökonomischen Ziele beim Sponsoring in der Zukunft 43 Abb.3 Das Unternehmenslogo der Bayer AG 56
Einleitung Seite 3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
Im modernen Zeitalter des 21. Jahrhunderts dominieren Marken die Gesellschaft und sind aus dem alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken; man kann sie nicht ignorieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob eine Mutter ihrem Baby ein Glas Alete füttert, ein Geschäftmann am Morgen mit seinem Mercedes auf die Arbeit fährt, Jugendliche nach der Schule noch schnell bei McDonalds einkehren oder ein stolzer Vater seinem Sohn die neuesten Fußballschuhe von Adidas zum Geburtstag schenkt; wir werden permanent und in allen Bereichen unseres Lebens mit Marken konfrontiert.
Marken sind mächtig. „In einer starken Marke bündeln sich rationale und emotionale Gründe, ein Produkt einem anderen vorzuziehen. 1 “ Die Menschen können sich heutzutage immer mehr mit individuell unterschiedlichen Marken identifizieren und bedienen sich dieser vermehrt zur Orientierung bei der Entscheidungsfindung. Marken helfen den Menschen aber auch zunehmend bei der Selbstdarstellung und Selbstverwirklichung, denn sie stehen für bestimmte Werte und Eigenschaften wie Emotionen, Prestige, ein gewisses Image, Sicherheit, Vertrauen, Qualität, Tradition und vieles mehr.
Stark kommunizierte Marken sind freilich nicht nur von Vorteil für den Kunden, sondern auch für die Unternehmen, da sie als so genannte immaterielle Vermögensgegenstände deren Marktwert erheblich steigern können. Im Zuge der Globalisierung ist es für die Unternehmen zunehmend schwerer geworden, ihre Marktanteile zu sichern bzw. auszuweiten aufgrund der Tatsache, dass durch die Öffnung der Grenzen und Erschließung der Märkte die Wettbewerbsintensität immens zugenommen hat. Deshalb wird es für die Unternehmen immer wichtiger, neben dem Aufbau, der Sicherung und dem Ausbau eines starken Markenportfolios von profilierten Produkten bzw. Dienstleistungen auch eine Unternehmensmarke zu kreieren und zu kommunizieren, welche dazu beiträgt, dass sich das Unternehmen aus der Sicht der Stakeholder von der Konkurrenz unterscheidet und im Wettbewerb herausragt. 2 Die Rede ist von einer in sich schlüssigen, ganzheitlichen und
1 Schmidt (2003), S.17
2 Vgl. Schmidt (2003), S.17
Einleitung Seite 4
strategischen Kommunikation des Unternehmens als Ganzes, der Kreation und Übermittlung einer Unternehmensmarke, dem so genannten Corporate Branding. Corporate Branding, die Vernetzung von Corporate Identity und
Markenmanagement 3 , ist heute also eines der entscheidenden Mittel bzw. Disziplinen zur Erreichung des Unternehmensziels: Wettbewerbsvorteil durch Differenzierung. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten und Marketingtools wie z.B. Celebrity Endorsement, Product Placement, Bandenwerbung, Werbespots, Public Relations, Sponsoring, etc., um Corporate Branding in der Praxis durchzusetzen. Vor allem der Sport, als einer der wichtigsten Gesellschaftsbereiche unserer Zeit, wurde in den letzten 20 Jahren von den Unternehmen immer intensiver als Plattform für deren Kommunikationsbotschaften verwendet, wie z.B. im Sportsponsoring. Aufgabe dieser Dissertation ist es nun, sich auf Sportsponsoring als ganz spezielles Kommunikationsinstrument zur Verwirklichung der Corporate-Branding-Strategie zu konzentrieren. Das primäre Ziel der Diplomarbeit ist hierbei die Beleuchtung und Evaluierung der Grenzen und Möglichkeiten des Instruments Sportsponsoring im Rahmen des Corporate Branding.
1.2 Gang der Untersuchungen 1.2.1 Inhaltlicher Aufbau
Im Anschluss an die Einleitung ist die Arbeit in drei Teile und eine abschließende Zusammenfassung aufgegliedert. Im ersten Teil wird das Thema Corporate Branding als strategisch wichtige Disziplin der Unternehmenskommunikation von der theoretischen Seite her näher untersucht, wobei detailliert auf dessen Bedeutung für die Unternehmen eingegangen wird. Außerdem werden die verschiedenen Strategien des Corporate Branding geprüft. Im zweiten Teil der Arbeit geht es dann um die praktische Umsetzung des Corporate Branding mit Hilfe des Kommunikationsinstruments Sportsponsoring. Dabei wird zunächst die Thematik des Sportsponsorings generell betrachtet, bevor dann eine Verbindung zum Corporate Branding hergestellt wird und das Sportsponsoring als Instrument des Corporate Branding evaluiert wird. Der dritte und letzte Teil beschreibt eine Fallstudie, wobei der langzeitliche Nutzen und Erfolg des Sportsponsorings als Hilfsmittel des Corporate Branding analysiert wird. Hierfür wurde die Bayer AG herangezogen. Der Chemie- und Pharmakonzern ist einer der bekanntesten
3 Vgl. Schmidt (2003), S.22
Einleitung Seite 5
Unternehmen in Deutschland bzw. weltweit und verwendet schon seit Jahrzehnten erfolgreiches Sportsponsoring in sämtlichen Sportarten und auf sämtlichen Leistungsebenen.
1.2.2 Methodik
Der Aufwand einer Primärerhebung hätte leider sowohl den zeitlichen als auch den inhaltlichen Rahmen dieser Diplomarbeit gesprengt. Um dennoch eine wissenschaftliche Herangehensweise zu gewährleisten, hat sich der Autor dieser Arbeit den Methoden und Quellen der Sekundärliteratur bzw. Sekundärforschung bedient, was dem akademischen Charakter einer Dissertation entspricht. Sekundärliteratur ist unter anderem dadurch gekennzeichnet, dass sie ohne Ausnahme für die Öffentlichkeit zugänglich und erhältlich ist. Deshalb war sie für diese Arbeit von großem Nutzen, da sie es dem Autor ermöglicht hat, innerhalb des begrenzten Zeitrahmens, notwendige Daten zu beziehen.
Das Ziel dieser Arbeit ist die Erforschung der Effektivität und Vorteilhaftigkeit des Instruments Sportsponsoring als Kommunikationsmedium für das Corporate Branding. Hierfür wurden mehrere Quellen der Sekundärliteratur, wie z.B. Fachbücher, Fachzeitschriften, Magazine, Websites, etc. konsultiert. Abschließend muss hinzugefügt werden, dass der Autor sowohl deutsche als auch englische Literatur studiert hat, mit der Intention, einen maximal möglichen Einblick in die Thematik zu gewinnen.
Corporate Branding Seite 6
2 Corporate Branding
2.1 Definition und Abgrenzung des Begriffs Corporate Branding
Aufgrund der Tatsache, dass Corporate Branding erst im Laufe der letzten Jahre einen regelrechten Boom erlebt hat, gibt es natürlich in der aktuellen Wirtschaftsliteratur eine Vielzahl an Definitionen und Beschreibungen, die versuchen, diesem Begriff gerecht zu werden und ihn umfassend zu erläutern. Besonders renommierte Consultancy Firmen versuchen für ihre jeweilige Definition von Corporate Branding zu werben, weil sie sich davon Aufträge von Unternehmen versprechen, bei denen sie dann als Berater den Einführungsprozess von Corporate Branding begleiten können. Im Großen und Ganzen kann dennoch festgehalten werden, dass sich die einzelnen Definitionen mehr oder weniger entsprechen bzw. sich gegenseitig ergänzen. Im Folgenden werden nun Bausteine verschiedener Definitionsansätze aufgegriffen, um eine möglichst umfangreiche Erklärung des Begriffes zu gewährleisten.
In einem ersten Ansatz wird Corporate Branding schlicht als jene Praktik bezeichnet, bei der die Unternehmen ihren Firmennamen als Brand 4 für ihre Produkte verwenden. Anstatt nur die einzelnen Produkte bzw. Dienstleistungen zu vermarkten, wird hauptsächlich das Unternehmen selbst als Marke sowohl innerhalb als auch außerhalb des Betriebs kommuniziert. Ziel hierbei ist es, von der mit der Zeit entstehenden Brand Equity 5 zu profitieren und durch einen einheitlichen Marktauftritt sowohl für das Unternehmen selbst als auch für dessen Produkte bzw. Dienstleistungen die Akzeptanz, das Vertrauen und den Erinnerungswert bei den Kunden zu steigern. Vorreiter sind hier globale Konzerne wie Disney, IBM, Microsoft, Siemens, Vodafone oder Mercedes-Benz, welche seit jeher ihren Firmennamen in sämtliche Namen ihrer Produkte einfügen und dabei durch Synergieeffekte bei ihren Werbekampagnen bemerkenswerte ‚economies of scope’ 6 generieren konnten. Ein weiterer Vorteil des einheitlichen Auftritts ist eine
4 „Als Brand bezeichnet man eine Marke (aus dem englischen). Daher ist Branding das Schaffen einer
Marke.“ http://www.marketing-lexikon-online.de/Lexikon/lexikon.html (2004-07-10)
5 „Unter ‚Brand Equity’ versteht man das „Markenkapital bzw. das "Eigenkapital", das eine Marke
repräsentiert. Der Begriff entstand zu Anfang der 80er Jahre in den USA und wurde dort zur
kapitaltheoretischen Bewertung einer Marke verwendet. In diesem Sinne bezeichnet ‚brand equity’ den
Barwert aller zukünftigen Einzahlungsüberschüsse, die ein Markenartikler aus einer Marke
erwirtschaften kann. Es handelt sich also, wie beim Gesamtwert eines Unternehmens, um ein Maß des
Zukunftserfolgs.“ http://www.desig-n.de/werbung_b.htm (2004-07-10)
6 Unter ‚economies of scope’ versteht man die Entstehung von Kostenvorteilen durch das Nutzen von
Synergieeffekten. Vgl. http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Economies_of_Scope.html (2004-07-11)
Corporate Branding Seite 7
erleichterte Akzeptanz neuer Waren bzw. Dienstleistungen bei den Kunden. Potentiellen Konsumenten ist die Brand des Unternehmens respektive die Marke schon bekannt; d.h. sie haben bereits einen Bezug zu der Marke aufgebaut und vertrauen auf ihre guten Erfahrungen, die sie aus der Vergangenheit mit anderen Angeboten derselben Marke assoziieren können. Ein außerordentliches Corporate Branding kann darüber hinaus dazu führen, dass die Öffentlichkeit eine bestimmte Unternehmensmarke als Synonym für eine ganze Produkt-oder
Dienstleistungskategorie verwendet. Exzellente Beispiele hierfür sind Unternehmen wie Tempo, Klenex oder Pampers. Es ist bestimmt jedem schon einmal passiert, dass er von einem Mitmenschen nach einem Tempo gefragt wurde, obwohl er eigentlich nur irgendein Taschentuch wollte. Auf der anderen Seite wird oftmals durch das Corporate Branding die Individualität der Produkte bzw. Dienstleistungen vernachlässigt, was zur Folge hat, dass einzelne produktspezifische oder servicespezifische Besonderheiten nicht kommuniziert werden, was wiederum zu einem Nachteil im Wettbewerb führen kann. Hier lässt bereits der erste Definitionsansatz erkennen, dass Corporate Branding eine komplexe Disziplin der Unternehmenskommunikation und Unternehmensführung ist und deswegen nur in Verbindung mit einer passenden Strategie, welche das Unternehmen als Ganzes inklusive seines Produkt- bzw. Dienstleistungsportfolios behandelt, zu einem Wettbewerbsvorteil avancieren kann. 7 Diese Problematik wird jedoch zu einem späteren Zeitpunkt detaillierter untersucht.
Ein weiterer Ansatz greift die Thematik Corporate Branding aus einer anderen Perspektive auf. Hier wird der Schwerpunkt auf die Notwendigkeit gesetzt, eine kohärente, allumfassende und methodische Herangehensweise an die Materie zu gewährleisten. In der Literatur wird Corporate Branding nach Gregory (1997) definiert als die Reputation eines Unternehmens die, zusammengefasst und entstanden aus dem Unternehmensethos und den kompletten Erfahrungen, bewusst auf eine ausgewählte Audienz projiziert wird. 8 Man kann also sagen, dass Corporate Branding demnach eine Art Impression Management ist, mit dem die Unternehmen eine gezielte und kontrollierte Imagebildung und Selbstdarstellung gegenüber ihren Stakeholdern verfolgen. 9 Anders formuliert, beschreitet das Management durch die Kreation einer Unternehmensmarke (Corporate Branding,
7 Vgl. http://www.fact-index.com/c/co/corporate_branding.html (2004-07-09)
8 Vgl. http://www.gfm.ch/i_story.cfm?id=31 (2004-07-10)
9 Vgl. http://www.konsulenten.ch/PDFDateien/corporate.pdf (2004-07-11)
Corporate Branding Seite 8
„d.Verf.“) neue Dimensionen, um die Corporate Identity 10 des Unternehmens sowohl unternehmensintern als auch extern zu versinnbildlichen. 11 Wie aus den bisherigen Erläuterungen zu schließen ist, kann eine Abgrenzung des Corporate Branding zu anderen Begriffen der Unternehmenskommunikation sinngemäß nicht vorgenommen werden. Stattdessen muss man Corporate Branding als eine Art Überbegriff verstehen, der wie bereits zuvor erwähnt mit der Vernetzung von Corporate Identity und Markenmanagement sämtliche Teilgebiete der Unternehmensführung und Unternehmenskommunikation in sich vereint. Im Anschluss an die umfangreiche Begriffsbestimmung wird nun unter dem folgenden Gliederungspunkt die Bedeutung des Corporate Branding für die Unternehmen veranschaulicht.
2.2 Bedeutung des Corporate Branding für Unternehmen
Das Erreichen traditioneller, ökonomischer Unternehmensziele wie Effizienz, Effektivität, Produktivitätssteigerung, operative Gewinne oder etwa
Marktführerschaft reichen heutzutage nicht mehr aus, um das langfristige Fortbestehen eines Betriebes zu sichern. Auch ein qualitativer Vorsprung gegenüber der Konkurrenz kann mittlerweile aufgrund des technischen Fortschrittes und Informationsplattformen wie dem Internet nicht mehr dauerhaft bestehen. Die Homogenität der Produkte und Dienstleistungen, innerhalb eines Industriesektors, nimmt stetig zu. Außerdem werden die Identitätsstrukturen der Unternehmen immer komplexer, bedingt durch die Tatsache, dass die Anzahl an M&As im Zuge der Globalisierung in den letzten Jahren tendenziell zugenommen hat. 12 Darüber hinaus ist vor allem auch die Erwartung der Gesellschaft an die Wirtschaftsunternehmen gewachsen, denn das Verantwortungsbewusstsein der Gesellschaft hat sich verändert. Unter dem Einfluss eines fortschreitenden Wertewandels verlangt die Öffentlichkeit inzwischen von den Unternehmen neben der Verfolgung ökonomischer Aspekte auch die Berücksichtigung sozialer und ethischer Normen
10 „Corporate Identity umfasst die gesamte Selbstdarstellung eines Unternehmens nach Außen und
Innen. Sie beruht auf dem Unternehmensverhalten (Corporate Behaviour) und wird durch die
Unternehmenskommunikation (Corporate Communications) und das Unternehmenserscheinungsbild
(Corporate Design) vermittelt. Die Basis der Corporate Identity bildet eine ausgeprägte
Unternehmenskultur.“ http://www.desig-n.de/werbung_c.htm (2004-07-10)
11 Vgl. http://www.bickmann.de/cgi-bin/bickmann.pl?http://www.bickmann.de/bickmann/bickmann-
corporate-branding.htm (2004-07-11)
12 Vgl. Schmidt (2003), S.22
Corporate Branding Seite 9
bei der Verwirklichung ihrer operativen Geschäfte. 13 Firmen wie der Ölgigant Shell, die Fast-Food-Kette McDonalds oder der Sportartikelhersteller Nike zum Beispiel mussten diese Entwicklungen im Bereich des öffentlichen Interesses schon am eigenen Leibe erfahren. Alle drei Global Player mussten sich in der Vergangenheit schon öfter aufgrund unethischer bzw. unsozialer Handlungen rechtfertigen bzw. der Kritik von Schutzverbänden und der Bevölkerung stellen, was teilweise schwerwiegende Imageschäden für die Konzerne zur Folge hatte.
Shell geriet vor allem Mitte der 80er Jahre in den Mittelpunkt öffentlicher Kritik, weil die Umweltschützer von Greenpeace die Versenkung einer nördlich von Schottland liegenden Bohrinsel als umweltschädlich bezeichneten und sich deswegen dagegen zur Wehr stellten. Obwohl die Versenkung der stillgelegten Bohrinsel Brent Spar sowohl aus ökonomischer als auch ökologischer Sicht die beste Lösung war, ist es damals dem Konzern nicht gelungen, Greenpeace und die Öffentlichkeit davon zu überzeugen. Es mangelte an einer klaren Kommunikation der plausiblen Fakten gegenüber der Öffentlichkeit. Die Konsequenz war, dass das Ansehen von Shell in den Folgejahren immens unter diesem Vorfall gelitten hat. 14 In den Fällen von McDonalds und Nike handelt es sich seit etlichen Jahren hauptsächlich um Vorwürfe aus der Gesellschaft, welche auf die angeblich hemmungslose Ausbeutung von Arbeitnehmern durch die Konzerne bezogen sind, besonders in Entwicklungsländern. Trotz außerordentlichen Engagements in der
Öffentlichkeitsarbeit, werden beide Firmen immer wieder mit Vorwürfen dieser Art konfrontiert.
An dieser Stelle kommt die Bedeutung des Corporate Branding für die Unternehmen eindrucksvoll zum Vorschein. Durch die Schaffung und Kommunikation einer Unternehmensmarke wird eine Personifizierung des Unternehmens ermöglicht. Mit der Unternehmensmarke offerieren die Firmen ihren Interessengruppen einen direkten Bezugspunkt, anhand dessen die Stakeholder den Betrieb messen können. Die Corporate Brand wird zum Symbol für die sozialen und ethischen Werte, für die das Unternehmen als Ganzes einsteht. Die Führungskräfte haben also erkannt,
13 Vgl. http://www.konsulenten.ch/PDFDateien/corporate.pdf (2004-07-11)
14 Vgl. http://www.konsulenten.ch/PDFDateien/corporate.pdf (2004-07-11)
Corporate Branding Seite 10
dass die Unternehmen selbst die Menschen in gleichem Maße ansprechen wie ihre Produkte und Dienstleistung und deshalb einer Personifizierung benötigen. 15 Damit folgen die Manager einem allgegenwärtigen Trend in der Gesellschaft. Egal ob es sich um Sportler, Topmanager, Politiker, Entertainer, Unternehmen oder Schauspieler handelt, alle Personen respektive Institutionen des öffentlichen Interesses müssen heute zusätzlich zu Höchstleistungen in ihrem Fachgebiet, ein Image verkörpern, das sie in den Augen der Kunden zu Sympathieträgern macht. Bundeskanzler Gerhard Schröder, Sportler wie Boris Becker, Tiger Woods oder etwa der Entertainer Robbie Williams sind allesamt Beispiele für ein erfolgreiches Personal Branding, dass ihnen auch in Momenten öffentlicher Kritik die nötige Unterstützung der Masse gesichert hat. Darüber hinaus ist die Marke ‚David Beckham’ das Paradebeispiel für Branding schlecht hin. Der englische Fußballer beherrscht die persönliche Vermarktung so gut, dass er inzwischen weltweit zum Popidol der Teenager geworden ist. Der Empfang bei seinem aktuellen Arbeitgeber Real Madrid war eines der größten Medienspektakels des 21. Jahrhunderts. Wie für Individuen das Personal Branding, so bedeutet für die Unternehmen das Corporate Branding die Möglichkeit zur optimalen Darstellung in der Öffentlichkeit. Durch die folgende Studie wird offensichtlich, dass der Stellenwert des Corporate Branding für die Zukunft als noch bedeutsamer angesehen wird. In einer vom Magazin Capital im Juni 2002 durchgeführten repräsentativen Umfrage wurden Führungskräfte, Journalisten und Finanzanalysten dazu befragt, wie sie die zukünftige Bedeutung der Unternehmenskommunikation für den
Unternehmenserfolg einschätzen. Daraufhin antworteten 88% der Journalisten, 76,4% der Führungskräfte und 74,5% der Finanzanalysten, dass Corporate Branding in der Zukunft noch wichtiger sein wird als heute. 16 Es ist nun mehrmals darauf hingewiesen worden, dass Corporate Branding eine fundamentale Bedeutung für die Unternehmen eingenommen hat. Im nächsten Schritt werden nun die einzelnen Ziele und Aufgaben des Corporate Branding konkretisiert.
15 Vgl.
http://thexis.imh.unisg.ch/org/imh/web.nsf/df76d44a9ef44c6cc12568e400393eb2/e649e94713ff50aec1
256bc200235051/$FILE/To_et_al.pdf (2004-07-09)
16 Vgl. http://www.wuv.de/daten/studien/062002/547/1738.html (2004-07-10)
Arbeit zitieren:
Matthias Weth, 2004, Corporate Branding durch Sportsponsoring, München, GRIN Verlag GmbH
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