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Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 3
2. DIE GESCHICHTE DES FERNSEHENS IN DEUTSCHLAND 4
2.1 Die Anfänge der Technikgeschichte des Fernsehens. 4
2.2 Das Fernsehen nach dem Ende des zweiten Weltkriegs 6
2.3 Der Wiederaufbau des Rundfunks in den westlichen Besatzungszonen 7
2.4 Die Anfänge des Fernsehens in der Bundesrepublik. 7
2.5 Der Aufbau des NWDR-Fernsehens 8
2.6 Die Gründung der ARD 10
2.7 Die Gründung des Zweiten Deutschen Fernsehens 11
3. FERNSEHEN IN DEUTSCHEN FAMILIEN. 12
3.1 Daten zur Fernsehnutzung 12
3.2 Der Einfluss des Einkommens auf die Verbreitung des Fernsehens. 12
3.3 Gründe für die Anschaffung 14
3.4 Der Einfluss des Fernsehens auf die Struktur des Alltags 14
4. WIE DAS FERNSEHEN FREIZEIT UND KULTUR VERÄNDERTE 16
4.1 Fernsehen versus Theater 16
4.2 Fernsehen versus Kino 17
4.3 Fernsehen in der Gastronomie. 18
5. ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT 19
6. LITERATURVERZEICHNIS 20
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1. Einleitung
Im Laufe der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts überstieg die Anzahl der angemeldeten Fernsehgeräte erstmalig die Millionengrenze und etablierte sich somit neben dem Radio als einflussreiches Massenmedium. Heutzutage ist das Fernsehen ein fester Bestandteil fast jeden Haushalts und beeinflusst einen großen Teil der Freizeitgestaltung der Menschen.
Innerhalb dieser Hausarbeit soll der Frage nachgegangen werden, inwiefern sich der „Einzug des Familienmitgliedes“ Fernsehgerät in den fünfziger Jahren auf den Alltag und das Zusammenleben der deutschen Familien ausgewirkt hat.
Innerhalb des zweiten Kapitels wird anhand der Entwickl ungsgeschichte des Fernsehens dargelegt, wie sich gesellschaftliche Entwicklungen auf das Fernsehen ausgewirkt haben und in welcher Art und Weise sich das Fernsehen von einem „Thema für Technikfans und Fachleute“ zu einem der dominierenden Massenmedien in Deutschland entwickelt hat. Der betrachtete Zeitraum beginnt mit den technischen Anfängen des Fernsehens und endet mit der Gründung des Zweiten Deutschen Fernsehens.
Das dritte Kapitel beschreibt, wie sich das Fernsehen in den fünfziger Jahren in den deutschen Haushalten verbreitete und inwiefern dies vom jeweiligen Einkommen des Einzelnen abhängig war. Des weiteren wird betrachtet, aus welchem Grund sich die Menschen ein Fernsehgerät zugelegt haben und wie sich der Alltag der Menschen veränderte.
Das vierte Kapitel befasst sich mit den Auswirkung des neuen Mediums Fernsehens auf das Leben der Bundesbürger außerhalb ihrer Wohnungen. Es wird betrachtet, wie sich das neue Medium auf Kino, Theater und die Gastronomie ausgewirkt und sich somit das Freizeitverhalten der Deutschen verändert hat.
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2. Die Geschichte des Fernsehens in Deutschland
2.1 Die Anfänge der Technikgeschichte des Fernsehens
Die Entdeckung, das es möglich ist komplexe visuelle Bilder an einen beliebig weit entfernten Ort zu senden, geschah 1873 eher zufällig. Man entdeckte bei der Verlegung eines Atlantikkabels, dass das chemische Element Selen in der Lage ist, Lichtimpulse in Ströme umzuwandeln. 1875 entwickelte Werner von Siemens eine Selenzelle mit der unterschiedliche Helligkeiten in unterschiedliche Stromstärken transformiert werden konnten und man hoffte Bilder mit Hilfe elektrische Impulse übertragen zu können. Mit Beginn der achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts häuften sich die Erfindungen bezüglich des Fernsehens in vie len Ländern. So erfand 1884 ein Berliner Student der Naturwissenschaften, Paul Nipkow, eine rotierende Scheibe mit spiralförmig angeordneten Löchern, die einen auftreffenden Lichtstrahl in Lichtpunkte zerteilt und bezeichnete es als elektrisches Teleskop. Lazare Weiller entwickelte aus der auch als Nipkow-Scheibe bezeichneten Erfindung das Spiegelrad. Doch dieses „elektrische Teleskop“ war, wie viele der damaligen Entwicklungen, vorerst nur eine theoretische Überlegung und wurde zunächst nicht verwirklicht. Dennoch wurde das Prinzip als Grundlage für Erfindungen des folgenden Jahrhunderts immer wieder aufgegriffen. (vgl. Hickethier, 1998, S.22) Mit Beginn des 20. Jahrhunderts begann die Elektroindustrie die technische Weiterentwicklung der Fernsehtechnik voranzutreiben. Sie hatte neben der Möglichkeit einer systematischeren Versuchsdurchführung auch die Möglichkeit mehr Materialen und Kapazitäten einzusetzen. Desweiteren hatte man sich schon mit vergleichbaren Problematiken, z.B. der Übertragung von Audiosignalen, beschäftigt. In Deutschland befassten sich im wesentlichen die AEG und Siemens, später auch Bosch, Telefunken sowie die Reichsrundfunkgesellschaft mit der Fernsehentwicklung. Zwischen 1910 und 1920 kam es zu einer enormen technologischen Weiterentwicklung. 1910 gelang es ein Bild zwischen Paris und Berlin mittels elektrischer Leitungen zu übertragen. Basierend auf dieser Erfindung entwickelte Denes von Milhaly, ein Angestellter einer Budapester Telefonfabrik, das „Telehor“ („tele“ bedeutet „in die Ferne“, „horan“ schauen). Es bestand aus einem um zwei Achsen schwingenden Spiegel, einer Selenzelle sowie einem oszillographischem Lichtrelais. Mit Hilfe dieser Apparatur soll es von Milhaly gelungen sein, das erste Fernsehbild zu erzeugen.
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August Karalus, ein Mitarbeiter der Telefunken, kauft 1924 das Patent der Lichtsteuerung bei der Fernbildübertragung. Unter Verwendung der Nipkow-Scheibe entwickelt er den „Großen Fernseher“ und es gelang ihm erstmals bewegte Bilder zu übertragen. Im Auftrag der Telefunken modifizierte er die Nipkow-Scheibe so, das er statt über 24 Bildzeilen über 96 Zeilen verfügte.1928 wurde in einem Fernsehvertrag zwischen Telefunken und Karolus die kommerzielle Verwertung geregelt. Denes von Milhaly gründete die Telehor AG. Auf der Berliner Funkausstellung 1918 stellten beide ihre Weiterentwicklung vor. Karolus präsentierte sein 96 zeiliges Bild mit Hilfe von Dias, der Übertragung von Filmen und Direktaufnahmen. Sein Konkurrent stellte einen 30-zeiligen Bildschreiber vor, welcher aus einem Bildgebers, der einen Film abtastete, der Nipkow-Scheibe, die diesen Film in Lichtpunkte und Zeilen auffächerte, und einer Selenzellen, die diese Impulse in elektrische Signale umwandelte, bestand. Die erzeugten Signale konnten mittels einer zweiten Scheibe in ein Bild zurück transformiert werden.
Ab März 1929 sendeten von Milhaly und die deutsche Post gemeinsam erste offizielle Versuchssendungen, jedoch ohne Zusammenhang und Ton. Später wurden vom Berliner Rundfunksender Witzleben während der Hörfunkpausen Sendungen ausgestrahlt. Im gleichen Jahr wurde der Allgemeine Deutsche Fernsehverband gegründet. Er wurde dominiert von der Post und der Industrie. Desweiteren wurde eine Fernsehnorm von 30 Zeilen festgelegt, die später auf 48 Zeilen erweitert wurde.(vgl. Hickethier, 1998, S.28) Obwohl man anfangs der dreißiger Jahre die ersten Fernsehgeräte, teilweise als Bastelsätze, von der Firma Telehor erwerben konnte, blieb das Fernsehen ein „Thema für Technikfans und Fachleute“ und „noch nicht wirklich ein Medium“.
Ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zum elektronischen Fernsehen war eine Erfindung von Zworkykin. Mittels einer braunschen Röhre, eine Kathodenstrahlröhre, entwickelte er einen neuen Bildabtaster, das sogenannte Ikonoskop. Dieses ist bis heute di e technische Grundlage des Fernsehens. Basierend auf diesem Prinzip entwickelte Manfred von Adenne einen Apparat, der sowohl Bilder aufnehmen als auch empfangen konnte. Dieser Empfangsapparat, der ein 100 zeiliges Bild erzeugen konnte, wurde auf der Berliner Funkausstellung 1932 präsentiert.
Von den Nationalsozialisten wurde das Fernsehen anfänglich wenig beachtet, weil es den „in Film und Radio entwickelten Prinzipien von Machtrepräsentation“ nicht entsprach, da die Bildqualität wesentlich schlechter als im Kino und das kleine Format nicht imposant genug war. Desweiteren war das Radio als Übertragungsmedium der Reden aufgrund seiner Reichweite besser geeignet.(vgl. Hickethier, 1998, S.34)
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Dennoch startete im Frühjahr 1935 ein regelmäßiges Versuchsprogramm, welches dreimal die Woche ausgestrahlt wurde. So wollten die Nationalsozialisten der Entwicklung in Großbritannien zuvorkommen.
Nachdem die Produktion von Fernsehgeräten eingestellt worden war, begann die Post öffentliche Fernsehstellen, sogenannte „Fernsehstuben“ einzurichten. Während der Olympischen Spiele 1936 wurde die Sendezeit von 2 auf 8 Stunden täglich erhöht, obwohl die Anzahl der Empfangsgeräte in Deutschland nur wenige Hundert betrug, die von Technikern, Funktionären und Programmmitarbeitern genutzt wurden. Der Fernsehempfang wurde 1939 für den privaten Empfang freigegeben und der als „Volksempfänger“ bezeichnete FE 1 von Telefunken wird auf der Funkausstellung präsentiert. (vgl. Hickethier, 1998, S.35)
2.2 Das Fernsehen nach dem Ende des zweiten Weltkriegs
Während und nach dem zweiten Weltkrieg war der Rundfunk das Massenmedium in Deutschland, dass seinen Zuhörern ermöglichte, privat aktuelle Informationen aus der näheren Umgebung und der Welt zu bekommen.
In dieser Zeit war das Fernsehen noch weitestgehend unbekannt beziehungsweise für einen Grossteil der Bevölkerung in Anbetracht der Lebensumstände nach dem Ende des Krieges sowohl unbezahlbar als auch entbehrlich. Als sich das Fernsehen als Programmbetrieb etablieren konnte, waren die dringendsten Probleme gelöst und die Bundesrepublik Deutschland erlebte in Folge des Koreakrieges einen wirtschaftlichen Aufschwung. Auch die politische Neuordnung Deutschlands war mit der Gründung der beiden deutschen Staaten abgeschlossen, sodass das Fernsehen auf stabilen Verhältnissen aufgebaut werden konnte.
Das Fernsehen förderte die Trennung von öffentlichem Leben und Privatheit, in dem es seinen Konsumenten ermöglichte audiovisuell am Weltgeschehen teilzuhaben und das Bedürfnis nach Bildung, Information, Lebenshilfe und Unterhaltung zu stillen, ohne die Notwendigkeit sich z.B. einer Kleider- oder Verhaltensordnung zu unterwerfen. Das Fernsehen wurde als Symbol für die amerikanische Welt und Kulturgut der U.S.amerikanischen Gesellschaft angesehen. Die Vereinigten Staaten waren nach dem Ende des 2. Weltkrieges die einzige Nation in dem das Fernsehen ein Teil der Gesellschaft war. Alle anderen Länder hatten es mit Beginn oder während des Krieges eingestellt oder hatten es noch gar nicht aufgebaut.. Somit wurde das Fernsehen für die Menschen ein Symbol für eine
Arbeit zitieren:
Jörg Deggendorfer, 2003, Die Anfänge des Fernsehens in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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