

Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis VII
Glossar VIII
1 Einleitung 1
2 Technologie der Zahlungssysteme 2
2.1 Verschlüsselungsverfahren 2
2.1.1 Symmetrische Verschlüsselungsverfahren 3
2.1.2 Asymmetrische Verschlüsselungsverfahren 4
2.1.3 Hybride Verschlüsselungsverfahren 5
2.1.4 RSA 6
2.1.4.1 RSA- Algorithmus 6
2.1.4.2 RSA- Verschlüsselung 7
2.1.4.3 RSA- Entschlüsselung 8
2.1.5 Public Key Infrastructure - PKI 9
2.1.5.1 Zertifizierungsstellen 10
2.1.5.2 Kerberos 11
2.2 Authentifizierungsverfahren 12
2.2.1 Digitale Signaturen 13
2.2.2 Challenge Response 14
2.2.3 Persönliche Identifikationsnummer - PIN 15
2.3 Elektronische Zahlungssysteme mit Terminals 15
2.3.1 Electronic Cash 16
2.3.2 Point of Sale ohne Zahlungsgarantie - POZ 17
2.3.3 Elektronisches Lastschriftverfahren 18
2.3.4 Geldkarte 20
2.3.4.1 Zahlungen im Handel 21
2.3.4.2 Zahlungen im Internet 21
2.3.4.3 Verbreitung 22
2.3.4.4 Kosten 23
2.3.5 Kreditkarte 23
2.3.5.1 Technische Voraussetzungen 24
2.3.5.2 Kosten 24
2.3.5.3 Authentifizierung 25
2.4 Elektronische Zahlungssysteme im Internet 26
2.4.1 Kreditkarte 26
2.4.1.1 Secure Socket Layer - SSL 27
2.4.1.1.1 Technische Voraussetzungen und Kosten 27
2.4.1.1.2 Kommunikation 28
2.4.1.1.3 Authentifizierung 28
III
2.4.1.2 Secure Electronic Transaction - SET 29
2.4.1.2.1 Technische Voraussetzungen und Registrierung 30
2.4.1.2.2 Kommunikation 32
2.4.1.2.3 Authentifizierung 34
2.4.2 Lastschriftverfahren 34
2.4.2.1 Virtuelle Terminals 35
2.4.2.2 Automatisierte Anwendungen 36
3 Rechtlicher Rahmen 37
3.1 Elektronische Signatur 37
3.1.1 Herkömmliche elektronische Signatur 38
3.1.2 Fortgeschrittene elektronische Signatur 38
3.1.3 Qualifizierte elektronische Signatur 38
3.1.4 Beweiskraft von elektronischen Signaturen 39
3.2 Datenschutz 39
3.2.1 Grenzüberschreitender Datenaustausch 40
3.2.2 Bundesdatenschutzgesetz - BDSG 40
3.2.2.1 Begriffserklärungen 41
3.2.2.1.1 Personenbezogene Daten § 3 Abs. 1 BDSG 41
3.2.2.1.2 Dateien § 3 Abs. 2 BDSG 41
3.2.2.1.3 Datenerhebung § 3 Abs. 4 BDSG 41
3.2.2.1.4 Speichern, Verändern, Übermitteln, Löschen,
Sperren und Nutzen von Daten § 3 Abs. 5 6
BDSG 42
3.2.2.1.5 Anonymisieren und Pseudonymisieren § 3 Abs. 7
BDSG 42
3.2.2.1.6 Verantwortliche Stelle, Empfänger, Dritte § 3 Abs
8 9 BDSG 42
3.2.2.2 Wichtige Paragraphen für elektronische Zahlungssysteme 43
3.2.2.2.1 Vorschriften für mobile Speicher- und
Verarbeitungsmedien 43
3.2.2.2.2 Automatische Verarbeitung personenbezogener
Daten 44
3.2.2.2.3 Verantwortliche für die Einhaltung des
Datenschutzes 44
3.3 Elektronische Zahlungssysteme 44
3.3.1 Rechtsgrundlagen für Kreditkarten 45
3.3.2 Rechtsgrundlagen für Lastschriftverfahren 45
3.3.3 Rechtsgrundlagen für die Geldkarte 46
4 Wirtschaftliche Bedeutung 47
4.1 Unternehmen 47
4.1.1 Rationalisierung 48
4.1.2 Umsatzsteigerung 48
4.1.3 Kosteneinsparungen 49
4.1.3.1 Transaktionskosten 49
IV
4.1.3.2 Kostenreduzierung durch Virtuelle Terminals 50
4.1.3.3 Kosteneinsparungen durch automatisierte Prozesse 50
4.1.4 Sicherheit 51
4.1.4.1 Magnetstreifenkarten 52
4.1.4.2 Persönliche Identifikationsnummer - PIN 53
4.1.4.3 Geldkarte 53
4.1.5 Verlässlichkeit 54
4.1.6 Steigerung der Serviceleistungen 54
4.2 Kunden 55
4.2.1 Flexibilität 55
4.2.2 Verfügbarkeit 55
4.2.3 Anonymität 56
5 Akzeptanz und Affinität 57
5.1 Anforderungen an elektronische Zahlungssysteme 58
5.1.1 Verbreitung und Marktdurchdringung 59
5.1.2 Sicherheit 59
5.1.3 Zahlungszeitpunkt 59
5.1.4 Zahlungsbereich 60
5.1.5 Kosten 60
5.1.6 Anonymität 60
5.1.7 Bedienbarkeit 60
5.1.8 Geschwindigkeit 61
5.1.9 Skalierbarkeit 61
5.1.10 Stornierungsmöglichkeiten 61
5.1.11 Absicherung im Schadensfall 61
5.2 Bewertung elektronischer Zahlungssysteme 62
5.2.1 Kreditkartenzahlung 62
5.2.1.1 Verbreitung und Marktdurchdringung 62
5.2.1.2 Sicherheit 63
5.2.1.3 Zahlungszeitpunkt 64
5.2.1.4 Zahlungsbereich 64
5.2.1.5 Kosten 64
5.2.1.6 Anonymität 65
5.2.1.7 Bedienbarkeit Geschwindigkeit 65
5.2.1.8 Skalierbarkeit 65
5.2.1.9 Stornierungsmöglichkeiten 65
5.2.1.10 Absicherung im Schadensfall 66
5.2.1.11 Zusammenfassung 66
5.2.2 Lastschriftverfahren 67
5.2.2.1 Verbreitung und Marktdurchdringung 67
5.2.2.2 Sicherheit 68
5.2.2.3 Zahlungszeitpunkt 68
5.2.2.4 Zahlungsbereich 69
V
5.2.2.5 Kosten 69
5.2.2.6 Anonymität 69
5.2.2.7 Bedienbarkeit Geschwindigkeit 69
5.2.2.8 Skalierbarkeit 70
5.2.2.9 Stornierungsmöglichkeiten 70
5.2.2.10 Absicherung im Schadensfall 70
5.2.2.11 Zusammenfassung 70
5.2.3 Geldkarte 71
5.2.3.1 Verbreitung und Marktdurchdringung 71
5.2.3.2 Sicherheit 71
5.2.3.3 Zahlungszeitpunkt 72
5.2.3.4 Zahlungsbereich 72
5.2.3.5 Kosten 72
5.2.3.6 Anonymität 73
5.2.3.7 Bedienbarkeit Geschwindigkeit 73
5.2.3.8 Skalierbarkeit 73
5.2.3.9 Stornierungsmöglichkeiten 73
5.2.3.10 Absicherung im Schadensfall 73
5.2.3.11 Zusammenfassung 74
5.2.4 Vergleich elektronischer Zahlungssysteme 74
5.3 Umfrageergebnis 76
5.3.1 Aufbau der Umfrage 76
5.3.2 Ergebnisse der Umfrage 77
5.3.3 Zusammenfassung 83
6 Fazit 84
Literaturverzeichnis 86
VI
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 : Symmetrische Verschlüsselung
Abbildung 2 : Asymmetrische Verschlüsselung
Abbildung 3 : Hybride Verschlüsselungsverfahren
Abbildung 4 : Public Key Infrastructure mit Zertifizierungsstellen
Abbildung 5 : Public Key Infrastructure mit Kerberos Server
Abbildung 6 : Digitale Signatur
Abbildung 7 : Challenge Response
Abbildung 8 : Electronic Cash, altes Logo
Abbildung 9 : Electronic Cash, neues Logo
Abbildung 10 : MASTERCARD Logo
Abbildung 11 : Point of Sale ohne Zahlungsgarantie Logo
Abbildung 12 : Elektronisches Lastschriftverfahren Logo
Abbildung 13 : Geldkarte Logo
Abbildung 14 : Geldkartenzahlung im Internet
Abbildung 15 : VISA Logo
Abbildung 16 : MASTERCARD Logo
Abbildung 17 : VISA/ MASTERCARD Classic
Abbildung 18 : VISA/ MASTERCARD Gold
Abbildung 19 : SET - Kundenregistrierung
Abbildung 20 : SET - Händlerregistrierung
Abbildung 21 : SET - Bestellabwicklung
Abbildung 22 : Aufteilung der Befragten nach Geschlecht und Alter
Abbildung 23 : Bekanntheitsgrad und Nutzung im Handel
Abbildung 24 : Bekanntheitsgrad und Internetnutzung
Abbildung 25 : Vorteile elektronischer Zahlungssysteme
Abbildung 26 : Nachteile elektronischer Zahlungssysteme
VII
Glossar
Acquirer Vertragsunternehmen eines Händlers, welches die Kartendaten autorisiert, erfasst und Zahlungen transferiert.
Authentifizierung Verfahren zur Überprüfung der Identität, dies kann mit Hilfe von
Asymmetrische Verschlüsselungsverfahren, bei dem zwei Schlüssel verwendet Verschlüsselung werden; ein Schlüssel zum Verschlüsseln und einer zum Entschlüsseln.
B2C Kurzform von Business-to-Consumer, bezeichnet Geschäftsbeziehungen zwischen Händlern und Privatkunden.
Challenge Verfahren, bei dem die Autorisierung über persönliches Response Geheimnis erfolgt; wird unter anderem bei EC-Karten mit PIN eingesetzt.
Digitale Signatur Daten, die elektronischen Nachrichten hinzugefügt werden und der Authentifizierung dienen.
Disagio Gebühr, die ein Händler für Kartentransaktionen an Acquirer oder entsprechendes Vertragsunternehmen zahlt.
Hash- Funktion Verfahren, welches zur Komprimierung von Nachrichten und
Hybride Kombination aus symmetrischer und asymmetrischer Verschlüsselung Verschlüsselung. Eine Nachricht wird symmetrisch verschlüsselt.
Kerberos Dienst der auf einem Server aktiviert ist und die Authentifizierung
Persönliche Persönliches Geheimnis, welches aus Zahlen- und/ oder Identifikations- Buchstabenkombinationenbesteht und der Authentifizierung nummer (PIN) dient.
Public Key Methode für die Erstellung, Ausgabe und Verwaltung von Infrastructure Zertifikaten und digitalen Signaturen. (PKI)
Random Access Speicher, der lesbar, adressierbar und beschreibbar ist; speichert Memory (RAM) die Daten nur solange eine Stromversorgung vorhanden ist.
Read Only Speicher, der lesbar, aber nicht wieder beschreibbar ist. Memory (ROM)
RSA Asymmetrisches Verschlüsselungsverfahren, 1978 veröffentlicht
Secure Electronic Protokoll zur sicheren Datenübertragung im Internet, speziell für Transaction sensible Daten entwickelt. Verwendet Zertifikate bei allen (SET) Vertragspartnern und garantiert die eindeutige Identifizierung.
IX
Secure Socket Protokoll zur sicheren Datenübertragung im Internet. Vor einer Layer (SSL) Kommunikation wird eine verschlüsselte Verbindung aufgebaut, über die die Daten ausgetauscht werden.
Server Physikalische Maschine, die in einem Netzwerk Daten und Applikationen für andere Rechner zur Verfügung stellt.
Symmetrische Verschlüsselungsverfahren, bei dem ein Schlüssel für die Ver- Verschlüsselung und Entschlüsselung verwendet wird. Der Schlüssel muss im Vorfeld über ein sicheres Medium ausgetauscht werden.
Verschlüsselung Transformation einer lesbaren Nachricht (Klartext) in eine nicht
Zertifikat Öffentlicher Schlüssel, der von einer Zertifizierungsstelle ausgestellt wird und den Inhaber eindeutig identifiziert.
Zertifizierungs-
Organisation,die für die Erstellung, Ausgabe und Verwaltung von
stelle
Zertifikaten und digitalen Signaturen zuständig ist. Auch Certificate Authority oder Trust Center genannt.
Elektronische Zahlungssysteme
1 Einleitung
Elektronische Zahlungssysteme spielen heutzutage eine entscheidende Rolle. Neben Flexibilität und Verfügbarkeit geben sie dem Kunden im B2C Bereich ein gewisses Maß an Freiheit. Mit der freien Entscheidung, aus verschiedenen elektronischen Zahlungssystemen wählen zu können, stellt sich nicht nur für Kunden, sondern auch für Händler die Frage nach dem geeignetsten Zahlungssystem. Welches der elektronischen Zahlungssysteme ist aber das sicherste und beste? Gibt es überhaupt ein bestes Zahlungssystem oder macht nur die richtige Kombination verschiedener Zahlungssysteme das beste Zahlungssystem aus? Spielt es bei der Auswahl des besten Zahlungssystems eine Rolle, ob der Händler seine Ware in einem Geschäft mit Öffnungszeiten oder über das Internet verkauft?
Mittlerweile gibt es ein breites Spektrum an verschiedenen Zahlungssystemen. Einige können sich durchsetzen, andere nicht. Warum ist dies so? Warum genießen einige Zahlungssysteme weltweite Akzeptanz und andere verschwinden eine Woche nach der Einführung wieder?
Ziel dieser Arbeit ist es, herauszufinden, welche Anforderungen ein elektronisches Zahlungssystem erfüllen muss, um weltweite Akzeptanz im B2C Bereich zu bekommen. In diesem Rahmen werden klassische elektronische Zahlungssysteme vorgestellt, bewertet und verglichen. Dabei wird auf rechtliche Grundlagen und die wirtschaftliche Bedeutung für Händler und Kunden eingegangen. Die Bewertung erfolgt anhand vorher festgelegter Kriterien, so dass sich Kunden, Händler und Portalbetreiber ein Bild von den verschiedenen elektronischen Zahlungssystemen machen können. So kann jeder individuell nach seinen Bedürfnissen entscheiden, welches das geeignetste Zahlungssystem für ihn ist.
Gang der Untersuchung:
Diese Arbeit besteht aus 6 Kapiteln, beginnend mit Kapitel 1, das die Zielsetzung und die Motivation beschreibt. Anschließend erfolgt der Ablauf der Umsetzung.
Kapitel 2 erläutert die Grundlagen elektronischer Zahlungssysteme und deren Funktionen. Des Weiteren werden die klassischen Zahlungssysteme, um die es in dieser Arbeit geht, vorgestellt und erklärt.
1
Elektronische Zahlungssysteme
Kapitel 3 beschäftigt sich mit den Rechtsgrundlagen elektronischer Zahlungssysteme, wobei hier besonderer Wert auf die entsprechenden Datenschutzrichtlinien gelegt wird. Zum Schluss des Kapitels werden die einzelnen elektronischen Zahlungssysteme nach Bereichen aufgeteilt und noch einmal im Hinblick auf die Rechtsgrundlagen analysiert.
Kapitel 4 befasst sich mit der wirtschaftlichen Bedeutung elektronischer Zahlungssysteme für Händler und Kunden. Hierbei werden vor allem die Vor- und Nachteile für Händler und Kunden behandelt.
Kapitel 5 betrachtet die Anforderungen an elektronische Zahlungssysteme. Hierfür werden die elektronischen Zahlungssysteme, gegliedert nach Bereichen, in den einzelnen Anforderungen bewertet. Nach der Bewertung erfolgen ein Vergleich aller genannten elektronischen Zahlungssysteme und die Auswertung einer für diese Arbeit angefertigten Umfrage.
Kapitel 6 enthält eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse dieser Arbeit.
2 Technologie der Zahlungssysteme
In der heutigen Zeit gibt es viele verschiedene elektronische Zahlungssysteme, die in der Regel auf unterschiedliche Techniken zurückgreifen. Allerdings haben alle elektronischen Zahlungssysteme einen gemeinsamen Nenner, die Verschlüsselung. Um die Sicherheit von elektronischen Zahlungssystemen gewährleisten zu können, finden verschiedene Verschlüsselungsverfahren Anwendung. Neben den Verschlüsselungsverfahren ist die Authentifizierung ein zweiter wichtiger Sicherheitsaspekt. Aus diesem Grunde werden im Folgenden erst einige Verschlüsselungs- und Authentifizierungsverfahren erklärt und danach die klassischen elektronischen Zahlungssysteme. 1
2.1 Verschlüsselungsverfahren
Eine Nachricht durchläuft im Internet viele Knotenpunkte, an denen sie problemlos abgefangen, eingesehen und manipuliert werden kann. Um dies zu verhindern, sind symmetrische und asymmetrische Verschlüsselungsverfahren entwickelt worden. Die Nachrichten können zwar immer noch abgefangen, aber nicht mehr gelesen werden. Erst
1 Vgl. Weber 2002, S.8f.
2
Elektronische Zahlungssysteme
durch das Entschlüsseln einer Nachricht ist das Lesen wieder möglich. Ohne einen entsprechenden Schlüssel ist dies allerdings nicht so ohne weiteres realisierbar. Eine 100% Garantie, gegen unbefugtes Einsehen der Daten, gibt es bei Verschlüsselungsverfahren nicht, da mit einer entsprechend hohen Rechenleistung und genügend Zeit jeder Schlüssel entschlüsselt werden kann. 2
2.1.1 Symmetrische Verschlüsselungsverfahren
Die symmetrische Verschlüsselung benutzt einen Schlüssel für die Ver- und Entschlüsselung. Dafür ist es wichtig, dass der Schlüssel im Vorfeld über ein sicheres Medium an den Empfänger der Nachricht gesendet wird. Der Nachteil bei der symmetrischen Verschlüsselung besteht darin, dass der Verwaltungsaufwand für die hohe Anzahl der Schlüssel recht hoch ist. 3
Zwei der bekanntesten Verfahren, die auf der symmetrischen Verschlüsselung aufbauen, sind der Data Encryption Standard, kurz (DES), und der International Data Encryption Algorithm, kurz IDEA. Der Data Encryption Standard ist in den siebziger Jahren von IBM entwickelt worden und verwendet eine 56 Bit Verschlüsselungstiefe. Mit einer Verschlüsselungstiefe von 128 Bit ist der International Data Encryption Algorithm wesentlich sicherer als der Data
2 Vgl. Höft 2002, S. 11f.
3 Vgl. ebenda.
3
Elektronische Zahlungssysteme
Encryption Standard. Der International Data Encryption Algorithm ist von den Schweizern Lay und Massey entwickelt und 1990 veröffentlicht worden. Das Patent für den International Data Encryption Algorithm besitzt im europäischen Raum die Schweizer Firma Ascom. 4
2.1.2 Asymmetrische Verschlüsselungsverfahren
Die asymmetrische Verschlüsselung verwendet zwei Schlüssel -einen privaten und einen öffentlichen. Bei der asymmetrischen Verschlüsselung stellt der Händler seinen öffentlichen Schlüssel den Kunden zur Verfügung. Diese können dann Nachrichten, mit Hilfe des öffentlichen Schlüssels, verschlüsselt an den Händler übertragen. In diesem Fall ist nur der Händler im Besitz des privaten Schlüssels, dementsprechend kann auch nur der Händler die Nachrichten entschlüsseln. 5
Das am häufigsten verwendete asymmetrische Verschlüsselungsverfahren ist RSA. Es ist 1978 veröffentlicht worden und nach seinen Erfindern Ron Rivest, Adi Shamir und Leonard Adleman benannt. Da asymmetrische Verschlüsselungsverfahren eine hohe Rechenleistung voraussetzen, werden oft hybride Verschlüsselungsverfahren eingesetzt. 6
4 Vgl. Lauert 1999, (17.02.2005)
5 Vgl. Lepschies 2000, S.14f.
6 Vgl. Lauert 1999, (17.02.2005)
4
Elektronische Zahlungssysteme
2.1.3 Hybride Verschlüsselungsverfahren
Bei den hybriden Verschlüsselungsverfahren werden die Vorteile von symmetrischer und asymmetrischer Verschlüsselung genutzt. Die entsprechende Nachricht wird mit einem zufällig generierten symmetrischen Schlüssel verschlüsselt. Dieser wird mit dem öffentlichen Schlüssel des Empfängers asymmetrisch verschlüsselt. Die Nachricht und der verschlüsselte Schlüssel werden dann zusammen an den Empfänger gesendet. Der Empfänger ist in der Lage, mit seinem privaten Schlüssel den asymmetrisch verschlüsselten Schlüssel zu entschlüsseln. Mit diesem entschlüsselten Schlüssel kann der Empfänger die Nachricht entschlüsseln. 7
Pretty Good Privacy, kurz PGP, ist eines der bekanntesten Verfahren, welches auf der hybriden Verschlüsselung aufsetzt. Pretty Good Privacy verwendet für das Verschlüsseln von Nachrichten den International Data Encryption Algorithm und für den Schlüssel das RSA Verfahren. 8
7 Vgl. Höft 2002, S. 12.
8 Vgl. Zöppig, (17.02.2005)
5
Elektronische Zahlungssysteme
2.1.4 RSA
Wie oben schon erwähnt ist RSA das am häufigsten verwendete asymmetrische Verschlüsselungsverfahren, welches 1978 veröffentlicht worden und nach seinen Erfindern Ron Rivest, Adi Shamir und Leonard Adleman benannt worden ist.
2.1.4.1 RSA- Algorithmus
RSA basiert auf der Faktorisierung von Primzahlen. Hierbei gilt für die natürlichen Zahlen m
≤ n und k, wenn ein Produkt n von zwei verschiedenen Primzahlen p und q ist, die folgende Gleichung:
m k (p-1) (q-1)+1 mod n = m
Für die Erzeugung eines Schlüsselpaares mittels RSA werden demnach zwei möglichst große
Primzahlen p und q bestimmt. Aus diesen Primzahlen wird das Produkt n und die Zahl (n) = (p-1)(q-1) errechnet. Danach wird eine natürliche Zahl e, die teilerfremd zu (n) ist, ermittelt. Mit dieser natürlichen Zahl kann die Zahl d mit
e ∙ d = k(p-1)(q-1 ) + 1 , k ε N
errechnet werden. Die Zahlen e und n bilden den öffentlichen Schlüssel und d bildet den
geheimen Schlüssel. Die Zahlen p, q und (n) werden nicht mehr benötigt, sollten aber ebenfalls nicht weitergegeben werden. 9
Am leichtesten lässt sich das RSA Verfahren an einem Beispiel verdeutlichen. Zur Vereinfachung werden zwei sehr kleine Primzahlen p = 33 und q = 47 verwendet. Aus den
Primzahlen werden das Produkt n = 1.551 und die Zahl (n) = 1.472 berechnet. Die teilerfremde Zahl zu (n) ist e = 3. Diese Zahlen können in die folgende Gleichung eingesetzt werden:
In diesem Beispiel ist die Ermittlung von d relativ einfach, da auf den ersten Blick ersichtlich ist, dass bei k = 1 und demnach d = 491 die Gleichung ausgeglichen ist. Bei der Nutzung von
9 Vgl. Beutelspacher/ Schwenk/ Wolfenstetter 2004, S. 20.
6
Elektronische Zahlungssysteme
größeren Primzahlen werden geeignete mathematische Berechnungen, zum Beispiel der erweiterte euklidische Algorithmus, für die Ermittlung von d verwendet.
Je größer die verwendeten Primzahlen bei RSA sind, umso schwieriger wird die Entschlüsselung. Momentan werden bei RSA überwiegend Schlüssel mit einer Länge von 1024 Bit verwendet. Bis jetzt ist diese Schlüssellänge noch nicht entschlüsselt. Um zu verdeutlichen, wie sicher RSA ist und um neue Erkenntnisse im Bereich der Verschlüsselung und Zahlentheorie zu erlangen, hat die RSA Security Inc. 1991 die Primfaktorzerlegungsaufgaben ins Leben gerufen. In jeder Aufgabe wird ein Schlüssel mit einer entsprechenden Länge vorgegeben, der entschlüsselt werden soll. Die letzte Primfaktorzerlegungsaufgabe RSA- 576 ist am 3. Dezember 2003 gelöst worden. Hierbei handelt es sich um einen 576 Bit langen Schlüssel. Für die Entschlüsselung sind drei Monate und über 100 Rechner benötigt worden. Weitere sieben Aufgaben von RSA- 640 bis RSA-2048 können auf den Seiten der RSA Security Inc. nachgeschlagen werden. Erfolgreiche Lösungen werden mit einem Honorar belohnt, im Falle von RSA- 2048 beträgt das Honorar 200.000 Dollar. 10
2.1.4.2 RSA- Verschlüsselung
Bei RSA wird die Blockchiffre verwendet. Dies bedeutet, dass der Klartext m in ganze Zahlen umgewandelt werden muss. Hierfür wird der Klartext in Blöcke aufgeteilt, die dann als Zahlen zwischen 0 und n-1 interpretiert werden. 11
Für die RSA- Verschlüsselung wird der öffentliche Schlüssel benötigt. Wie beschrieben wird der öffentliche Schlüssel aus dem Produkt n und der Zahl e gebildet. Der öffentliche Schlüssel in dem Beispiel ist (1.551,3). Mit diesem Schlüssel kann der Klartext m = 199 gemäß der folgenden Gleichung verschlüsselt werden:
c = m e mod n
Asymmetrische Verschlüsselungsverfahren besitzen die Eigenschaft, dass die Zahl d nur berechnet werden kann, wenn das Produkt n und die Zahl e bekannt sind. 12
10 Vgl. RSA Security 2004, (17.02.2005)
11 Vgl. Popall 1996/97, (18.02.2005)
7
Elektronische Zahlungssysteme
Für die Verschlüsselung wird m³ mod 1.551 berechnet.
199² 39.601 826 mod 1.551 199³ 826 ∙ 199 164.374 1.519 mod 1.551 Der Klartext m = 199 wird zu dem verschlüsselten Text c = 1.519. Exkurs: Euklidischer Algorithmus
Die Berechnung im vorangegangenen Beispiel ist über den euklidischen Algorithmus erfolgt. Über den euklidischen Algorithmus kann der größte gemeinsame Teiler (ggT) von zwei Zahlen errechnet werden. Für die Berechnung gilt:
m > n, ist dies nicht der Fall, werden m und n getauscht berechne Rest r = m -n ersetze m durch n und n durch r (m = n, n = r) ist m 0 dann weiter mit Punkt 1 13
Im vorangegangenen Beispiel wird die Schleife nicht bis m = 0 durchlaufen, sondern endet mit der Erreichung des Exponenten e.
2.1.4.3 RSA- Entschlüsselung
Für die Entschlüsselung wird der private Schlüssel d = 491 und das Produkt n = 1.551 benötigt. Mit Hilfe des privaten Schlüssels kann gemäß der folgenden Formel der Klartext berechnet werden: m = c d mod n
Die Berechnung kann analog zur Verschlüsselung mit m 491 mod 1551 erfolgen. 1519 491 1.519 mod 1.551
Womit der Klartext m = 1.519 wiederhergestellt ist. 12 Vgl. Beutelspacher/ Schwenk/ Wolfenstetter 2004, S. 20.
13 Vgl. RTC 2003, (18.02.2005)
8
Elektronische Zahlungssysteme
2.1.5 Public Key Infrastructure - PKI
Bei den vorher genannten Verschlüsselungsverfahren ist es wichtig, dass mit Hilfe der entsprechenden Schlüssel eine Authentifizierung, Identifizierung, Vertraulichkeit und Nichtabstreitbarkeit gegeben ist. Dies ist allerdings nur der Fall, wenn einer Person ein bestimmter Schlüssel zugeordnet werden kann und nur diese Person Nachrichten mit diesem Schlüssel erstellen kann. Um dies zu gewährleisten, ist es notwendig, unabhängige Organisationen mit der Schlüsselüberwachung zu beauftragen. Dieses so genannte Schlüsselmanagement, auch Public Key Infrastructure, kurz PKI genannt, hat die folgenden Aufgaben: 14
Benutzerregistrierung
Zertifikaterstellung Zertifikatverwaltung Zertifikatzuordnung Zertifikatbeglaubigung Zertifikatausgabe Pflege der Zertifizierungsverzeichnisse Festlegung der Gültigkeit von Zertifikaten 15
Die Verwaltung von Schlüsseln erfolgt demnach über Zertifikate. Die Public Key Infrastructure kann durch verschiedene Instanzen realisiert werden.
14 Vgl. Chief Information Office 2004, (27.02.2005)
15 Vgl. Rebstock/ Hildebrand 1999, S. 264.
9
Elektronische Zahlungssysteme
2.1.5.1 Zertifizierungsstellen
Zertifizierungsstellen sind staatliche, staatlich überwachte oder private Organisationen. Sie werden Certificate Authority, kurz CA oder Trust Center genannt.
Für die Ausstellung eines Zertifikates identifiziert sich der Antragsteller bei einer Zertifizierungsstelle. Nach erfolgreicher Identifikation wird der öffentliche Schlüssel des Antragstellers an die Zertifizierungsstelle übertragen. Mit diesem öffentlichen Schlüssel des Antragstellers und dem privaten Schlüssel der Zertifizierungsstelle wird das Zertifikat für den Antragsteller gebildet. Jeder Empfänger dieses Zertifikates kann die Echtheit durch den öffentlichen Schlüssel der Zertifizierungsstelle überprüfen. 16
16 Vgl. Höft 2002, S. 17.
10
Quote paper:
Stephanie Kretschmar, 2005, Elektronische Zahlungssysteme - Verbreitung und Akzeptanz im B2C Bereich, Munich, GRIN Publishing GmbH
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DOI
Anforderungen und Systematisierungskriterien elektronischer Zahlungssy...
Business economics - Trade and Distribution
Termpaper, 70 Pages
Die Transaktionskostentheorie im Überblick
Business economics - Business Management, Corporate Governance
Research Paper, 21 Pages
Kooperationen aus Sicht der Transaktionskostentheorie
Business economics - Business Management, Corporate Governance
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 39 Pages
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Stephanie Kretschmar has uploaded a new text
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