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Idyllenkonzeptionen bei Wilhelm Busch in ausgewählten Werken unter besonderer Berücksichtigung seiner bebilderten Geschichten

Title: Idyllenkonzeptionen bei Wilhelm Busch in ausgewählten Werken unter besonderer Berücksichtigung seiner bebilderten Geschichten

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Jörn Finger (Author)

German Studies - Literature of History, Eras
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Deutsche Literatur lebt stets von Bildern und von Metaphern, die Autoren und Verfasser zum besseren Textverständnis und Sinnverständnis mit in den Text involvieren. Große Deutsche Schriftsteller wie Johann Wolfgang von Goethe oder Eduard Mörike arbeiteten in ihren großen Werken mit Bildern und erreichten somit bei ihrem damaligen Publikum eine hohe Anerkennung. Sie bauten eine wunderbare, eben idyllische Welt auf, die dann wiederum sehr selbstparodistisch zerstört oder verworfen wurde.

Heutzutage versteht man unter Idylle eher eine kitschig aufgeladene Welt, in der die Natur und die Freiheit des Menschen im Vordergrund stehen. Jedoch hat es in der Literatur, besonders zur Zeit Bismarcks in Deutschland, immer wieder große Werke gegeben, in denen Idyllen konzipiert wurden, um sie dann wiederum zum Einsturz zu bringen. Kritik am politischen System im damaligen Deutschen Reich oder die Freude der Autoren an dieser Art der Textverfassung sorgten dafür, dass Idyllen sehr häufig falsch interpretiert wurden und die teilweise harsche Kritik in ihnen gar nicht erkannt wurde. Eines der besten Beispiele hierfür sind die Werke von Wilhelm Busch. Besonders in seinen bebilderten Stücken, wie „Max und Moritz“ oder „Die fromme Helene“, übt der Verfasser teilweise sehr harsche Kritik an der damaligen Lebensphilosophie in Deutschland, die aber von den meisten Lesern gar nicht erkannt wurde. Sie amüsierten sich stets beim Genuss der von Busch liebevoll gezeichneten Bildergeschichten, wurden aber auf die eigentlich sehr kritischen Interpretationsmöglichkeiten dieser Stücke so gut wie nie aufmerksam.

Diese Arbeit soll sich stellvertretend mit zwei bebilderten Stücken von Wilhelm Busch befassen, in denen seine zum Teil sehr versteckten Idyllenkonzeptionen aufgezeigt und diskutiert werden sollen. Zuvor wird der Begriff „Idylle“ und das Leben Wilhelm Buschs kurz zu skizzieren sein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung in die Thematik

2.) Kurzer Lebenslauf Wilhelm Buschs

3.) Definition Idylle

4.) Idyllenkonzeptionen in „Max und Moritz“

5.) Idyllenkonzeptionen in „Abenteuer eines Junggesellen“

6.) Schlussbemerkungen

7.) Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Idyllenkonzeptionen im Werk des deutschen Humoristen Wilhelm Busch. Dabei steht die zentrale Fragestellung im Fokus, wie Busch in seinen bebilderten Geschichten zunächst harmonische Idyllen aufbaut, um diese anschließend durch gezielte Störungen oder Zerstörungen als Medium für unterschwellige Gesellschaftskritik zu nutzen.

  • Analyse des Begriffs der Idylle in der Literaturgeschichte.
  • Untersuchung der Struktur von Bildergeschichten als kritische Lebenswelt-Darstellung.
  • Detailbetrachtung der Idyllenzerstörung in „Max und Moritz“.
  • Untersuchung der Biedermeier-Idyllen in „Abenteuer eines Junggesellen“.
  • Aufzeigen der Diskrepanz zwischen vordergründiger Unterhaltung und tieferliegender Gesellschaftskritik.

Auszug aus dem Buch

Idyllenkonzeptionen in „Max und Moritz“

Zu den wohl bekanntesten Werken von Wilhelm Busch gehört zweifellos die Geschichte von „Max und Moritz“. Diese Lausbubengeschichte, die bereits mit den Worten „Ach, was muss man oft von bösen // Kindern hören oder lesen!! // Wie zum Beispiel hier von diesen, // welche Max und Moritz hießen; // Die, anstatt durch weise Lehren // Sich zum Guten zu bekehren, // Oftmals noch darüber lachten // Und sich heimlich lustig machten.“ beginnt und somit bereits in den ersten Versen nahezu nach einer Störung von aufgebauten Idyllen schreit. Weiterhin heißt es im Vorwort zu dieser Erzählung „Menschen necken, Tiere quälen, // Äpfel, Birnen, Zwetschen stehlen - - // Das ist freilich angenehmer // Und dazu noch viel bequemer, // Als in der Kirche oder Schule // Festzusitzen auf dem Stuhle“.

So ist es auch bereits im ersten Streich von Max und Moritz der Fall, dass eine mühsam aufgebaute Idylle von den beiden Buben auf garstige Weise zerstört wird. Auch hier wird bereits in den ersten Versen des ersten Streichs von Max und Moritz deutlich, dass der Aufbau und die Aufrechterhaltung dieser Idylle mit viel Mühen und Kraft verbunden ist. So heißt es über Witwe Bolte, die durch die von Wilhelm Busch angefertigte Zeichnung als der biedere und strenge Haushälterin, bedingt durch die dicke Knollennase und dem Kopftuch mit der Schleife, charakterisiert wird: „Mancher gibt sich viele Müh’ // Mit dem lieben Federvieh“.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung in die Thematik: Einführung in die Bedeutung von Bildern und Metaphern in der deutschen Literatur sowie Hinführung zur Fragestellung der Idylle bei Wilhelm Busch.

2.) Kurzer Lebenslauf Wilhelm Buschs: Biografischer Abriss des Künstlers, der von seiner Ausbildung bis hin zum Erfolg als Satiriker reicht.

3.) Definition Idylle: Erläuterung des Begriffs „Idylle“ und Einordnung der Idyllendichtung in ihren historischen und literarischen Kontext.

4.) Idyllenkonzeptionen in „Max und Moritz“: Analyse der sieben Streiche und wie diese die heile Welt der Protagonisten gezielt destabilisieren.

5.) Idyllenkonzeptionen in „Abenteuer eines Junggesellen“: Untersuchung der bürgerlichen Ideale und deren Zerstörung durch die Erlebnisse des Junggesellen Tobias Knopp.

6.) Schlussbemerkungen: Zusammenfassendes Fazit über Buschs Talent zur Gesellschaftskritik durch die Verbindung von Text und Bild.

7.) Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur und Quellen für die Arbeit.

Schlüsselwörter

Wilhelm Busch, Idylle, Idyllenkonzeption, Bildergeschichten, Gesellschaftskritik, Max und Moritz, Abenteuer eines Junggesellen, Biedermeier, Satire, Literaturanalyse, Humor, Menschenbild, Pädagogik, Bild-Text-Beziehung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Konzeption der Idylle bei Wilhelm Busch und wie dieser sie nutzt, um gesellschaftliche Kritik zu üben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Idyllenbilder, ihre Zerstörung durch Lausbubenstreiche oder Schicksalsschläge sowie die dahinter liegende Gesellschaftskritik der Epoche.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll aufgezeigt werden, dass Buschs Werke weit über eine reine Unterhaltungsfunktion hinausgehen und als scharfzüngige, kritische Kommentare zur damaligen Gesellschaft zu verstehen sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse von ausgewählten Bildergeschichten in Verbindung mit fachspezifischer Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert explizit „Max und Moritz“ sowie „Abenteuer eines Junggesellen“ hinsichtlich ihrer internen Idyllenstrukturen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Idyllenkonzeption, Satire, Gesellschaftskritik und die Verbindung von Bild und Text.

Welche Rolle spielen die Zeichnungen in Buschs Werken?

Die Zeichnungen fungieren nicht nur als Illustration, sondern sind essenzieller Bestandteil der Erzählung, die den Bruch mit der Idylle erst visuell erfahrbar machen.

Warum wird gerade der Biedermeier-Kontext herangezogen?

Die Zeit des Biedermeiers wird als Kulisse gewählt, da sie den Kontrast zwischen dem Wunsch nach einer heilen Welt und der ironischen Brechung durch den Autor besonders deutlich macht.

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Details

Title
Idyllenkonzeptionen bei Wilhelm Busch in ausgewählten Werken unter besonderer Berücksichtigung seiner bebilderten Geschichten
College
University of Duisburg-Essen  (Institut für Germanistik)
Course
Von der Dauer des Schönen - Idyllenkonzeptionen in der Literatur ab 1800
Grade
2,0
Author
Jörn Finger (Author)
Publication Year
2004
Pages
17
Catalog Number
V36380
ISBN (eBook)
9783638360302
ISBN (Book)
9783638761932
Language
German
Tags
Idyllenkonzeptionen Wilhelm Busch Werken Berücksichtigung Geschichten Dauer Schönen Idyllenkonzeptionen Literatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jörn Finger (Author), 2004, Idyllenkonzeptionen bei Wilhelm Busch in ausgewählten Werken unter besonderer Berücksichtigung seiner bebilderten Geschichten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36380
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