Gliederung II
Gliederung
1 Problemstellung
S. 1
2 Begriffliche Abgrenzungen
S. 6
2.1 Betriebssport 6
2.1.1 Erscheinungsformen des Betriebssports 7
2.1.2 Aktuelle Situation in Deutschland 9
2.2 Betriebsklima 14
2.2.1 Wirkungen des Betriebsklimas 15
2.2.2 Wichtige Einflussfaktoren auf das Betriebsklima 17
3 Die Auswirkungen von Sport auf den Menschen
S. 25
3.1 Physische Auswirkungen 26
3.1.1 Kräftigung des Bewegungsapparates 26
3.1.2 Vermeidung von Zivilisationskrankheiten 27
3.1.3 Stärkung des Immunsystems 30
3.2 Psychische Auswirkungen 34
3.2.1 Erhöhung der geistigen Leistungsfähigkeit 34
3.2.2 Förderung der Leistungsbereitschaft 37
3.2.3 Steigerung des Wohlbefindens 43
4 Die empirische Untersuchung der Auswirkungen von Betriebssport
auf das Betriebsklima von Unternehmen
S. 48
4.1 Aufbau und Gestaltung der Untersuchung 48
4.1.1 Hypothesen 48
4.1.2 Gegenstand und Umfang der Untersuchung 50
4.2 Messinstrumente und Auswahl der geeigneten Methode 52
4.2.1 Datenanalyse 52
4.2.2 Beobachtung 53
4.2.3 Schriftliche Befragung 55
4.2.4 Das qualitative Interview 57
4.3 Entwicklung der Befragungstaktik 63
4.3.1 Frageformulierung 63
4.3.2 Fragearten 64
4.3.3 Fragebegründung 65
4.4 Durchführung der Untersuchung 68
4.4.1 Der Pretest 68
Gliederung III
4.4.2 Die Hauptuntersuchung 69
4.5 Auswertung und Ergebnisse 71
4.5.1 Vorgehensweise bei der Auswertung 71
4.5.2 Darstellung der wichtigsten Ergebnisse 73
4.5.3 Gegenüberstellung von Hypothesen und Ergebnissen 79
5 Zusammenfassung
S. 81
Literaturverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Meinungen von Unternehmensleitungen zu positiven und negativen
Auswirkungen des Betriebssportes
Abb. 2: Organisationsformen des Betriebssports
Abb. 3: Frauensportgruppe um
Abb. 4: Entwicklung der Mitgliederzahlen des
Abb. 5: Teilnehmerentwicklung des Frankfurter Firmenlaufs
Abb. 6: Die mitgliederstärksten Sportarten im Jahr
Abb. 7: Mannschaft des Bayer 04 Leverkusen
Abb. 8: Einfluss des Betriebsklimas auf Arbeitsbereitschaft und Arbeitsleistung
Abb. 9: Konzepte der Arbeitsstrukturierung
Abb. 10: Grundsätze eines gerechten Entlohnungssystems
Abb. 11: Klassifikation von Führungsstilen
Abb. 12: Führungsstilvarianten der Ohio-State-Studien
Abb. 13: Ergebnisse der Iowa-Studien
Abb. 14: Körperfitness - 15 Vorteile für den Job
Abb. 15: Effekt des Ausdauertrainings
Abb. 16: Häufigkeit von Erkältungen in Abhängigkeit von körperlicher Aktivität
Abb. 17: Abhängigkeit von Trainingsintensität und Leistungsfähigkeit des
Immunsystems
Abb. 18: Eustress als anspornende Herausforderung
Abb. 19: Wendy Ingraham (links) und Sian Welch kurz vor der Ziellinie in Kailua Kona,
Abb. 20: Bedürfnishierarchie nach Maslow
Abb. 21: Lance Armstrong (Mitte) mit dem US-Postal-Team bei der Ehrenrunde über
die Champs Elysées, Paris
Abb. 22: Arten von Variablenbeziehungen
Abb. 23: Formen der Beobachtung
Abb 24: Gegenüberstellung von Hypothesen und Ergebnissen
1 Problemstellung Seite 1
1 Problemstellung
Das Thema Betriebssport und seine Auswirkungen auf Mensch und Betrieb ist gerade in einer Zeit fortschreitender Technisierung und Automatisierung ein aktuelles Thema. Auf Grund des zunehmenden PC-Einsatzes in allen betrieblichen Bereichen führt die Mehrheit der Arbeitnehmer ihre Tätigkeit im Sitzen aus, wodurch der Körper einer sehr einseitigen Belastung unterliegt. Als Hauptursache krankheitsbedingter Fehltage in Unternehmen werden heute nicht mehr infektiöse oder berufsbedingte Erkrankungen genannt, sondern die so genannten „Zivilisationskrankheiten“. 1 Dazu gehören u. a. Fettleibigkeit, ein erhöhter Cholesterinspiegel, Wirbelsäulenerkrankungen und Schädigungen am Bewegungsapparat und dem Herz-Kreislaufsystem. Zurückzuführen sind diese Erkrankungen auf falsche oder einseitige Ernährung, überhöhten Alkohol- und Tabakkonsum und vor allem fehlende Bewegung. 2
In diesem Zusammenhang stellt die so genannte Frühverrentung ein großes gesellschaftliches Problem dar, weil immer mehr Arbeitnehmer vorzeitig in den Ruhestand treten und somit enorme Kosten entstehen, die von Staat und Krankenkasse nicht mehr getragen werden können. Eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland ist der Herzinfarkt, an dem jedes Jahr rund 180 000 Menschen sterben. 3 Wenn man bedenkt, dass die Ursachen eines Herzinfarktes (Bluthochdruck, Stoffwechselstörungen, etc. ) meist Folgen von Übergewicht sind, wird deutlich wie unverzichtbar sinnvolle körperliche Aktivität ist.
Für die Unternehmen stellt Betriebssport eine freiwillige betriebliche Sozialleistung 4 dar, durch die der Arbeitnehmer neben seinem Arbeitsentgelt eine zusätzliche Zuwendung bekommt. Da diese Sozialleistungen einen nicht unwesentlichen Kostenfaktor für den jeweiligen Betrieb bedeuten, wird nicht nur von einem entsprechenden Nutzen für den Arbeitnehmer, sondern auch für den Arbeitgeber ausgegangen.
Die Motive der Betriebssport fördernden Unternehmen sind dabei sehr zahlreich. So erwartet man von der Sport treibenden Belegschaft u. a. einen verbesserten Gesundheitszustand, eine
1 vgl. Sonnemann, Friederike: Pausen als Kraftquellen, in HelfRecht Methodik, I/98, S. 61
2 vgl. Fixx, James F.: Das komplette Buch vom Laufen, 19. Aufl., Frankfurt am Main 2000, S. 30
3 vgl. http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/23/0,1872,1020343,00htm (14.04.2004)
4 Zum Wesen und zur Motivation der Unternehmen Sozialleistungen anzubieten vgl. Nick, Franz R.:
Sozialleistungen, betriebliche und Sozialeinrichtungen, in Gaugler, Eduard / Weber, Wolfgang (Hrsg.):
Handwörterbuch des Personalwesens, 2. Aufl., Stuttgart 1992, Sp. 2066-2080
1 Problemstellung Seite 2
erhöhte Leistungsfähigkeit, eine wachsende Leistungsbereitschaft, die Förderung sozialer Kontakte und geringere Fehlzeiten. 5
Die Wechselwirkungen zwischen körperlicher und geistiger Gesundheit sind bereits seit langem bekannt. Ein gesunder Körper bewirkt somit nicht nur einen gesunden Geist, sondern dies gilt auch umgekehrt. 6 Die Auswirkungen mentaler Fitness können auch körperlich gespürt werden, denn wer in einem gesunden Körper steckt, „hat gute Voraussetzungen, auch im Kopf fit zu bleiben“ 7 .
Die Geschäftsführung der Verlagsgruppe Milchstraße in Hamburg verfolgt mit ihrem breiten Sport- und Gesundheitsangebot für die Mitarbeiter das Ziel: „Die viel zitierten Softskills der Beschäftigten, also Teamgeist, gegenseitiger Respekt und Vertrauen, Selbstverantwortung, körperliche und geistige Belastbarkeit, sollen möglichst gut entwickelt und ausgebildet sein.“ 8
Treffen diese Erwartungen zu, könnte dies durchaus positive Auswirkungen auf das Betriebsklima der betreffenden Unternehmen haben. Viele Unternehmen unterstellen deshalb intuitiv einen direkten Zusammenhang zwischen angebotenem Betriebssport und einem guten Betriebsklima. So widmet sich z. B. die Firma Jungheinrich, ein Logistikunternehmen aus Hamburg, in ihrem Personal- und Sozialbericht 2001 sehr ausführlich dem internen Sportwesen und behauptet, dass dadurch „für ein positives Arbeitsklima“ 9 gesorgt wird.
In der Realität zeigt sich allerdings, dass die Zusammenhänge zwischen Betriebssport und Betriebsklima „komplizierte, empirisch schwer nachweisbare Beziehungsgefüge“ 10 darstellen.
Zwar sind die positiven Auswirkungen sportlicher Betätigung auf Körper und Psyche wissenschaftlich bewiesen 11 , Zusammenhänge mit bestimmten zwischenmenschlichen Beziehungen lassen sich jedoch nur bedingt feststellen.
Die gegenwärtige Forschungslage zeigt keine (mir bekannten) Ergebnisse zu dieser Problematik auf, weil der Betriebssport in der Bundesrepublik Deutschland ein weitestgehend unerforschtes Phänomen ist. Eine Umfrage aus dem Jahr 1968 zeigt lediglich, dass bereits damals ein Zusammenhang zwischen Betriebssport und einem guten Betriebsklima unterstellt
5 vgl. Luh, Andreas: Betriebssport zwischen Arbeitgeberinteressen und Arbeitnehmerbedürfnissen, Aachen
1998, S. 387f.
6 Die Beziehungen zwischen geistiger und körperlicher Gesundheit sind seit langem bekannt, wie man am
Ausspruch des Dichters Juvenal (ca. 60-140n. Chr.) sehen kann: Mens sana in corpore sano (In einem
gesunden Körper steckt auch ein gesunder Geist).
7 vgl. Schwarz, Hubert: Power of Mind, Berlin 2002, S. 30
8 Lehmann, Jan: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen, in Personalmagazin, Mai (2002), S. 10
9 http://www.jungheinrich.de/files/lib/job/PSB_2001_dt.PDF (20.11.2003)
10 Tofahrn, Klaus W.: Soziologie des Betriebssportes, Berlin 1992, S. 63
11 zu den physischen und psychischen Auswirkungen von Sport auf den Menschen vgl. Kapitel 3
1 Problemstellung 3
wurde (s. Abb. 1: Meinungen von Unternehmensleitungen zu positiven und negativen
Auswirkungen des Betriebssportes) 12
12 vgl Tofahrn, Klaus W : Soziologie des Betriebssportes, Berlin 1992, 63
1 Problemstellung Seite 4
Abb. 1: Meinungen von Unternehmensleitungen zu positiven und negativen
Auswirkungen des Betriebssportes 13
Ziel dieser Arbeit ist, einen Zusammenhang zwischen Betriebssport und positivem Betriebsklima fest zu stellen, bzw. zu untersuchen, ob sich die Teilnahme am Betriebssport förderlich auf das Betriebsklima auswirkt.
In Kapitel 2 werden zunächst die Begriffe Betriebssport und Betriebsklima abgegrenzt und definiert. Danach folgt in Kapitel 3 eine Darstellung der Auswirkungen von Sport auf den Menschen in physischer und insbesondere psychischer Hinsicht, da gerade die psychischen Auswirkungen in Zusammenhang mit einer Verbesserung des Betriebsklimas stehen könnten. Darauf aufbauend werden in Kapitel 4 Inhalt und Vorgehensweise der empirischen Untersuchung beschrieben. Im Rahmen dieser Untersuchung wurden Interviews mit Personen aus unterschiedlichen Unternehmen mit Betriebssportangebot durchgeführt und ausgewertet. Abschließend folgt eine Darstellung der wichtigsten Ergebnisse und eine Zusammenfassung der Arbeit.
13 vgl. Tofahrn, Klaus W.: Arbeit und Betriebssport, Berlin 1991, S. 38
2 Begriffliche Abgenzung Seite 5
2 Begriffliche Abgrenzungen
Um ein eindeutiges Verständnis der verwendeten Begriffe zu gewährleisten, ist es nötig, im Vorfeld dieser Arbeit einige Definitionen und Begriffsabgrenzungen vorzunehmen.
2.1 Betriebssport
Unter Betriebssport kann eine besondere Erscheinungsform von Sport verstanden werden, die in irgendeiner Art (materiell, personell oder organisatorisch) im Zusammenhang mit einem Unternehmen oder anderen Arbeitsstätte steht. Im Mittelpunkt betrieblich bedingter sportlicher Aktivitäten steht nicht etwa die sportliche Leistung, sondern der Ausgleich einseitiger Arbeitsbelastungen und die Förderung der sozialen Beziehungen im Betrieb. 14 Deshalb wird Betriebssport in den vielfältigen Formen des Breiten- und Freizeitsportes ausgeübt, wobei eben nicht die individuelle Höchstleistung, sondern das sportliche und gesellschaftliche Miteinander im Vordergrund stehen.
Betriebssport ist auch eine betriebliche Maßnahme zur Gesundheitsförderung. Hierbei reicht das Angebot von Sportkursen, wie beispielsweise Rückenschule und ähnlichen Bewegungstherapien, bis hin zu Entspannungstechniken und Bewegungspausen am Arbeitsplatz. Die Aufgaben des organisierten Betriebssports sind dabei koordinierende und beratende Funktionen. 15 Gesundheitsfördernde Maßnahmen werden meist in Zusammenarbeit mit einer Krankenkasse angeboten, zum Beispiel mit der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK), die den Firmen verschiedene Programme (Rückenschule, Mit dem Rad zur Arbeit, etc.) anbietet. 16
14 vgl. Müller-Seitz, Peter: Betriebssport, in Gaugler, Eduard / Weber, Wolfgang (Hrsg.): Handwörterbuch des
Personalwesens, 2. Aufl., Stuttgart 1992, Sp. 636
15 vgl. http://www.deutscher-betriebssportverband.de/dokumente/aufgabenzielestrukturen.doc (17.02.2004)
16 vgl. http://www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de/bayern (16.06.2004)
2 Begriffliche Abgenzung Seite 6
2.1.1 Erscheinungsformen des Betriebssports
Die Organisation des Betriebssports kann entweder von der Arbeitnehmer- oder von der Arbeitgeberseite ausgehen, wobei unterschieden werden muss, wann die sportliche Betätigung stattfindet. Grundsätzlich kann aber angenommen werden, dass Sport, der vom Unternehmen aus angeboten wird, häufig ein Bestandteil des Arbeitsalltags ist, während der arbeitnehmerseitig organisierte Betriebssport eher außerhalb der Arbeitszeit betrieben wird. 17
Die Bewegungspause am Arbeitsplatz findet während der Arbeitszeit statt, unterbricht somit den möglicherweise monotonen Arbeitsablauf und bietet dem Arbeiter die Möglichkeit, einseitige körperliche Belastung noch während seiner Arbeitszeit zu kompensieren. Trotzdem hat sich „die Bewegungspause in der betrieblichen Praxis nicht umsetzen können“ 19 . Anders der verbandsungebundene Betriebssport, der hauptsächlich in vom Betrieb bereitgestellten Sportanlagen (Mehrzweckhallen, Fußballplätze, Schwimmbäder, etc.) betrieben wird. Diese Erscheinungsform des Betriebssport ist weit verbreitet, da die Mitarbeiter sich nicht nach bestimmten Zeiten richten müssen und das Sportangebot nutzen können wie und wann sie wollen.
Ungebundene Betriebssportgruppen sind lose Interessengemeinschaften, bei denen sich die Teilnehmer unregelmäßig und unorganisiert zum gelegentlichen Sport treffen. Dies sind zum
17 vgl. Tofahrn, Klaus W.: Arbeit und Betriebssport, Berlin 1991, S. 28
18 vgl. ebenda, S. 29
19 Tofahrn, Klaus W.: Soziologie des Betriebssportes, Berlin 1992, S. 54
2 Begriffliche Abgenzung Seite 7
Beispiel Fußballmannschaften oder Kegelgruppen. Charakteristisch für diese Art von Betriebssport ist, dass sich die Gruppe bei jedem Treffen unterschiedlich zusammensetzt und unterschiedlich groß ist. Im Gegensatz dazu stehen die organisierten
Betriebssportgemeinschaften, die von den Unternehmen meistens gefördert und unterstützt werden. 20
Ein Beispiel für betriebsnahe Sportvereine ist die Outdoor-Sportgruppe des VfB Rehau, einem lokalen Sportverein. Die Outdoor-Gruppe entstand auf Wunsch von Mitarbeitern der Firma Rehau, als Untergruppe des VfB Rehau, so dass Räumlichkeiten und Gerätschaften zusammen genutzt werden konnten. Mitglieder in der Outdoor-Sportgruppe sind zwar meist gleichzeitig Mitarbeiter der Firma Rehau, es kann aber jeder diesem betriebsnahen Sportverein beitreten. 21
Teilnehmer am Betriebssport sind nicht nur die Arbeitnehmer des jeweiligen Betriebes, sondern auch „Pensionäre, Angehörige und in Ausnahmefällen auch Betriebsfremde“ 22 , wobei die Teilnahme auf freiwilliger Basis beruht. Betriebssport vermittelt auch weniger Talentierten, Älteren und Untrainierten Freude und Vergnügen am Sport, da es weniger auf die Leistung, sondern getreu dem olympischen Gedanken „Dabei sein ist alles!“ auf die Teilnahme ankommt.
Betriebssportgemeinschaften werden sehr häufig von den Unternehmen finanziert oder zumindest finanziell unterstützt, zum Beispiel durch die Bereitstellung von Sportanlagen, notwendigen Gerätschaften, Übungsleitern, Trainern, etc. Um die Kosten für die Unternehmen möglichst gering zu halten, arbeiten viele Firmen mit örtlichen Sportvereinen und Fitnesseinrichtungen zusammen. Eine solche Zusammenarbeit hat nicht nur den Vorteil, dass Firmenmitarbeiter die sportlichen Angebote vergünstigt oder sogar kostenfrei nutzen können, sondern das Unternehmen selbst hat die Möglichkeit, „den Sportanbieter durch firmeninterne Werbung zu pushen“ 23 , was sich wiederum günstig auf das Image auswirkt.
Allgemein gilt ein Unternehmen, das in Zusammenhang mit sportlichen Aktivitäten gebracht wird, als „modern, mitarbeiterfreundlich und fit“ 24 .
20 vgl. Tofahrn, Klaus W.: Soziologie des Betriebssportes, Berlin 1992, S. 54
21 vgl. http://www.outdoor-im-vfb.de/arch/press/Rehau_is_running.htm (23.03.2004)
22 Tofahrn, Klaus W.: Arbeit und Betriebssport, Berlin 1991, S. 26
23 Lehmann, Jan: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen, in Personalmagazin, Mai (2002), S. 10
24 Lehmann, Jan: Wenn das Team für die Firma spielt, in Personalmagazin, Mai (2002), S. 7
2 Begriffliche Abgenzung Seite 8
2.1.2 Aktuelle Situation in Deutschland
Betriebssport wurde schon vereinzelt zu Beginn des 20. Jahrhunderts als „Fabrikturnen und Werkssport“ 25 betrieben und ist daher eine der ältesten Sozialleistungen, die Betriebe ihren Mitarbeitern anbieten. Die eigentlichen Wurzeln des Betriebssports liegen aber erst in den zwanziger Jahren, als der Sport schädliche Begleiterscheinungen der zunehmenden Industrialisierung auf Körper und Geist der Arbeiter ausgleichen sollte. Damals wurden vor allem körperliche Übungen als Ausgleichsgymnastik in die Arbeitszeit eingeflochten, wobei es jedoch schon vereinzelte arbeitnehmerseitig organisierte Gruppen gab, die den Sport gemeinsam in ihrer Freizeit ausübten. 26
In der Zeit während des Nationalsozialismus wurde zwar weiterhin Betriebssport betrieben, jedoch musste die Idee des körperlichen Ausgleichs dem Gedanken der allgemeinen Wehrertüchtigung weichen.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde 1949 in Hamburg der Vorläufer des heutigen Betriebssportverbandes gegründet, während die Mitgliederzahlen in den Folgejahren kontinuierlich angestiegen sind. 28 Obwohl die Mitgliederzahlen seit 1995 zurückgehen, verzeichnet der Deutsche Betriebssportverband e. V., ein Zusammenschluss zahlreicher Betriebssportgemeinschaften, immer noch über 300.000 Mitglieder und 5530 Betriebs-sportvereine. Die Ursache für den Rückgang der Teilnehmerzahlen führt der Deutsche
25 http://www.deutscher-betriebssportverband.de/dokumente/leitbild.doc (17.02.2004)
26 vgl. Tofahrn, Klaus W.: Soziologie des Betriebssportes, Berlin 1992, S. 44
27 vgl. http://www.deutscher-betriebssportverband.de/dbsv-info1.html (17.02.2004)
28 vgl. Müller-Seitz, Peter: Betriebssport, in Gaugler, Eduard / Weber, Wolfgang (Hrsg.): Handwörterbuch des
Personalwesens, 2. Aufl., Stuttgart 1992, Sp. 636
2 Begriffliche Abgenzung Seite 9
Betriebssportverband jedoch nicht auf ein gesunkenes Interesse am Betriebssport seitens der Arbeitgeber zurück, sondern vielmehr auf den kontinuierlichen Personalabbau von Großunternehmen und Konzernen. 29
Der Betriebssport in seiner zahlenmäßigen Entwicklung
Zeitpunkt Zahl der BSG Frauen Männer Gesamt
1971
1983
1990
2000
2001
2002
Entwicklung der Mitgliederzahlen des DBSV 30 Abb. 4:
Das Dach des organisierten Betriebssports bildet in Deutschland der Deutsche Betriebs-sportverband e. V. (DBSV), ein Sportverband mit besonderer Aufgabenstellung im Deutschen Sportbund (DSB). Das Leitbild des DBSV verkörpert den Grundsatz, dass Betriebssport den Unternehmen und Behörden ebenso wie deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gut tut und sieht den Menschen im Mittelpunkt des sportlichen Geschehens. Als Dachverband des betrieblichen Sportwesens ist der DBSV seit fünf Jahren Veranstalter der Deutschen Betriebssportmeisterschaften, die in verschiedenen Sportarten stattfinden.
Als bekanntestes Event gilt hierbei der Frankfurter Firmenlauf, der auch oft als „Betriebsausflug mit Bewegungsprogramm“ 31 bezeichnet wird. Die Teilnehmerzahlen seit der ersten Veranstaltung im Jahr 1993 haben sich sehr rasant gesteigert (s. Abb. 5: Teilnehmerentwicklung des Frankfurter Firmenlaufs). Im Jahr 2002 waren sogar mehr als 50 000 Starter verzeichnet. 32
29 vgl. http://www.hdako.de/dbsv/dokumente/dbsv-klausurtagung-muenster2003.doc (20.02.2004)
30 vgl. http://www.deutscher-betriebssportverband.de/dokumente/50-jahre-deutscher-betriebssportver- band.doc
(17.02.2004)
31 Roßel, Stefanie: Betriebsausflug an den Main, in Runner´s World, August (2003), S. 54f.
32 vgl. ebenda, S. 54
2 Begriffliche Abgenzung Seite 10
Die Sportarten, die am häufigsten von den Firmen betrieben werden, sind nach wie vor Fußball oder Tennis, wobei sich in den letzten Jahren wie im Freizeitsport so auch im Betriebssport der Trend zum Ausdauersport beobachten lässt, so dass nun auch häufig Laufgruppen oder Radmannschaften anzutreffen sind. 34 Der Vorteil hierbei ist der geringe Aufwand für den entsprechenden Betrieb, da keine hohen Kosten für spezielle Räumlichkeiten (Mehrzweckhalle, Fußballplatz, Schwimmbad, etc.) oder Trainer anfallen.
Die Zahl der angebotenen Sportarten kann aber auch sehr umfangreich sein, wie das Beispiel der Firma Jungheinrich in Hamburg zeigt. Dort werden neben gängigen Sportarten wie Fußball, Laufen oder Fitness auch Sportarten wie Schießen, Bowling oder sogar Hochseeangeln angeboten. 35
33 vgl. Steffens, Thomas : 40 000 liefen durch Mainhattan, in Runner´s World, Juli (2001), S. 43
34 vgl. http://www. deutscher-betriebssportverband.de/dbsv-info1.html (17.02.2004)
35 vgl. http://www.jungheinrich.de/files/lib/job/PSB_2001_dt.PDF (20.11.2003)
2 Begriffliche Abgenzung Seite 11
Tennis
Gymnastik
Tischtennis
Kegeln
Bowling
Leichtathletik
Schwimmen
Volleyball
Badminton
Die mitgliederstärksten Sportarten im Jahr 2002 36 Abb. 6:
Ein Beispiel für ein Unternehmen, das sehr großen Wert auf betriebsinternen Sport legt, ist die Verlagsgruppe Milchstraße (u. a. Verleger des Sport-Magazins „Fit for Fun“) in Hamburg, welche einen hauseigenen Sportclub namens „Milky Way“ hat, an dem 520 von 800 Beschäftigten, sowie rund 60 Angehörige teilnehmen. Das Sportangebot ist sehr vielfältig und reicht vom Golfkurs über Reitgruppen bis hin zur Fußballmannschaft, so dass für jeden Mitarbeiter das Richtige dabei ist.
Zur Förderung der Motivation veranstaltet die Verlagsgruppe Milchstraße einmal im Jahr einen Sporttag, eine Art zwanglose Betriebsolympiade, wo die Mitarbeiter gegeneinander antreten können. Wie ernst dieses Unternehmen den Sport nimmt, zeigt die Summe, die das Unternehmen jährlich für den Betriebssport ausgibt und die bei 500.000 bis 600.000 Euro liegt. 37
Die bekannteste Sportgruppe, die aus einer ehemaligen Betriebssport-Mannschaft hervor gegangen ist, ist die Fußballmannschaft des Bayer 04 Leverkusen, die oft als „Werkself“ bezeichnet wurde und im Jahr 1904 von Werksangehörigen des Bayer-Unternehmens gegründet wurde. Mittlerweile spielt der Verein Bayer 04 Leverkusen seit 1979 in der Ersten Bundesliga und war bereits dreimal Deutscher Fußballvizemeister. Die Bayer-Sportvereine verzeichnen heute rund 70.000 Mitglieder in ihren verschiedenen Werken und gehören damit zu den Unternehmen mit dem größten Sportangebot. 38
36 vgl. http://www.deutscher-betriebssportverband.de/dokumente/50-jahre-deutscher-betriebssportverband.doc
(17.02.2004)
37 vgl. Lehmann, Jan: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen, in Personalmagazin, Mai (2002), S. 10f.
38 vgl. Lehmann, Jan: Wenn das Team für die Firma spielt, in Personalmagazin, Mai (2002), S. 6f.
2 Begriffliche Abgenzung Seite 12
Obwohl die zukünftige Entwicklung des Betriebssports in Deutschland nicht zuletzt von der Entwicklung des Arbeitsmarktes abhängt, können einige Trends für die Zukunft prognostiziert werden. Zunächst ist zu erwarten, dass der Anteil von Frauen am Betriebssport steigen wird. Während im Jahr 1998 noch 91.222 (26%) Betriebssportler Frauen waren, waren es 2002 bereits 93.758 (28%), wobei der Männeranteil im selben Jahr um 18.621 (5,5%) Teilnehmer zurückging. 40
Weiterhin kann festgehalten werden, dass Erfolgschancen für die Zukunft am ehesten bei den Betriebssportvereinen zu erwarten sind, die eine gesunde Mischung aus unterschiedlichen sportlichen und geselligen Angeboten aufweisen. Außerdem sollte auch im Betriebssport der Trend zu Gesundheit und Fitness beachtet werden und eine Umorientierung zu entsprechenden Sportarten (z. B. Nordic Walking) erfolgen. 41
39 vgl. http://www.sport.bayer.de/index.cfm?PAGE_ID=3436 (18.03.2004)
40 vgl. http://www.deutscher-betriebssportverband.de/dokumente/50-jahre-deutscher-betriebssportverband.doc
(17.02.2004)
41 vgl. http://www.hdako.de/dbsv/dokumente/dbsv-klausurtagung-muenster2003.doc (20.02.2004)
2 Begriffliche Abgenzung Seite 13
2.2 Betriebsklima
Eine einheitliche Definition dessen, was unter dem Betriebsklima eines Unternehmens verstanden wird, gibt es nicht. Je nachdem wie das Betriebsklima durch einen Beschäftigten wahrgenommen wird, wird es subjektiv beurteilt. So verbindet z. B. ein Arbeitnehmer mit dem Betriebsklima die Begriffe Arbeitszufriedenheit oder Arbeitsmoral, während ein anderer damit die vorherrschende Unternehmenskultur assoziiert. Nun kann aber nicht gesagt werden, dass der eine oder andere Aspekt falsch sei, wobei es beim Betriebsklima um die Wahrnehmung und Bewertung betrieblicher Gegebenheiten auf der Ebene der Belegschaft geht. Das Betriebsklima beinhaltet also zahlreiche subjektiv wahrgenommene Faktoren und spiegelt die Stimmung im Betrieb wider. 42
Ausgeschlossen werden kann, dass unter Betriebsklima ausschließlich die äußeren Arbeitsbedingungen wie Raumtemperatur oder Luftfeuchtigkeit verstanden werden, sondern eher das „Erleben und Verhalten von Menschen in einem Betrieb“ 43 , wobei zwischenmenschliche Beziehungen eine große Rolle spielen. Gemeint ist hiermit das Verhältnis von Mitarbeitern zu Vorgesetzten (vertikale soziale Beziehung) und das Verhältnis der Arbeitnehmer untereinander (horizontale soziale Beziehung). Da diese Beziehungen von jedem Beschäftigten des Betriebes unterschiedlich empfunden werden, wird das Betriebsklima immer subjektiv erlebt und beurteilt.
2.2.1 Wirkungen des Betriebsklimas
Weil das Betriebsklima „in erheblichem Umfang die Arbeitsfreude und damit auch das positive Erleben der Arbeit“ 44 beeinflusst, wirkt es sich auch auf die Arbeitsleistung aus. So wird z. B. ein Arbeitnehmer, der Freude an seiner täglichen Beschäftigung hat, in der Regel eine höhere Motivation aufweisen und bessere Arbeitsergebnisse erzielen als ein Arbeitnehmer, der seiner Tätigkeit nur nachgeht, um seinen Lebensunterhalt zu sichern.
Dass weniger die äußeren Arbeitsbedingungen, sondern vor allem „die informellen zwischenmenschlichen Beziehungen und die Normen des sozialen Verhaltens für die Arbeit
42 vgl. Beyer, Horst-Thilo: Personallexikon, München 1990, S.95 f.
43 von Rosenstiel, Lutz: Betriebsklima geht jeden an, 4. Aufl., München 1992, S. 17
44 von Rosenstiel, Lutz/Falkenberg, Thomas/Hehn, Walter: Betriebsklima heute, 2. Aufl., Ludwigshafen 1983,
Vorwort
2 Begriffliche Abgenzung Seite 14
und die Arbeitsergebnisse” 45 verantwortlich sind, wurde erstmals in den so genannten Hawthorne-Untersuchungen (1927-1932) erkannt.
Aufgrund dieser Studien konnte erstmals eine Abhängigkeit zwischen sozialen Beziehungen und Arbeitsleistung hergestellt werden. Im Rahmen von Beleuchtungsexperimenten, bei denen man die Intensität der Beleuchtung am Arbeitsplatz veränderte, wurde erkannt, dass eine Verbesserung der Arbeitsleistung allein dadurch erreicht werden konnte, dass die Arbeitnehmer der beobachteten Gruppe eine erhöhte Aufmerksamkeit erfuhren. Diese damals überraschenden Ergebnisse wurden darauf zurückgeführt, dass sich die Mitglieder der beobachteten Arbeitsgruppe ernst genommen und anerkannt fühlten. Folglich wurde dadurch die Gruppendynamik verstärkt, die zwischenmenschlichen Beziehungen gefördert und das Betriebsklima verbessert, was zu positiven Effekten auf das Leistungsverhalten führte. 46
Doch nicht nur die Arbeitsleistung wird durch ein gutes Betriebsklima erhöht, sondern es bewirkt gleichzeitig eine geringe Fluktuation. Unter Fluktuation versteht man „jedes auf Dauer angelegte Ausscheiden eines Arbeitnehmers aus der Unternehmung, das nicht einseitig betrieblich verfügt ist“ 47 .
Das heißt, bei einer schwach ausgeprägten Fluktuationsquote (F) 48 liegt eine lange Betriebszugehörigkeit vor, weil Mitarbeiter, die sich in der Gemeinschaft der Arbeitnehmer eines Betriebes wohl fühlen, ihren Arbeitsplatz nicht so häufig wechseln wie Mitarbeiter, die sich nicht wohl fühlen.
Weiterhin wirkt sich das Betriebsklima auf die Fehlzeiten in einem Unternehmen aus, wobei hier im Zusammenhang mit dem Betriebsklima insbesondere die Problematik des Absentismus betrachtet werden muss. Unter Absentismus werden Fehlzeiten verstanden, die auftreten, obwohl Mitarbeiter ihre Tätigkeiten ausüben könnten und müssten. Nicht krankheitsbedingte Fehlzeiten sind folglich auf andere Ursachen zurückzuführen, die entweder von der privaten Lebenssituation oder von der Arbeitssituation des jeweiligen Mitarbeiters abhängen können. Wird nun das Betriebsklima in einem Unternehmen von den Mitarbeitern als schlecht empfunden, ist die Bereitschaft, dem Arbeitsplatz fern zu bleiben höher, als wenn das Klima positiv erlebt wird. 49
45 ebenda, S. 125
46 vgl. Staehle, Wolfgang H.: Management, 8. Aufl., München 1999, S. 33-35
47 Dincher, Roland: Fluktuation, in Gaugler, Eduard/Weber, Wolfgang (Hrsg.): Handwörterbuch des
Personalwesens, 2. Aufl., Stuttgart 1992, Sp. 875
48 Beyer, Horst-Thilo: Personallexikon, 1. Aufl., München 1990, S. 134
49 vgl. Nieder, Peter: Absentismus, in Gaugler, Eduard/Weber, Wolfgang (Hrsg.): Handwörterbuch des
Personalwesens, 2. Aufl., Stuttgart 1992, Sp. 1-9
2 Begriffliche Abgenzung Seite 15
Das Betriebsklima hat aber nicht nur Auswirkungen auf betrieblicher Ebene, sondern auch auf den Privatbereich des Arbeitnehmers. Ein Mitarbeiter, der in einem Betrieb mit schlechtem Betriebsklima arbeitet, wird sich in einer schlechteren Stimmung befinden, als ein Mitarbeiter, der seine Aufgaben in einer positiven Atmosphäre verrichtet. Diese Stimmung überträgt sich somit auch in die Freizeit und das Privatleben. 51
2.2.2 Wichtige Einflussfaktoren auf das Betriebsklima
Da das Betriebsklima unterschiedlich wahrgenommen wird und deshalb für jeden Menschen andere Faktoren für das Betriebsklima entscheidend sind, gibt es eine Vielzahl von möglichen Einflussfaktoren.
50 vgl. Beyer, Horst-Thilo: Personallexikon, 1. Aufl., München 1990, S.97
51 Gemeint sind hiermit die Wechselwirkungen zwischen Beruf und Privatleben. Die Laune aus dem Berufsleben
wird meist (unbewusst) in das Privatleben übertragen und umgekehrt. Je besser die Stimmung im einen Milieu
ist, desto besser ist sie auch im anderen.
2 Begriffliche Abgenzung Seite 16
a) Betriebliche Sozialleistungen
Einen wichtigen Einflussfaktor stellen betriebliche Sozialleistungen dar. Dies sind „nicht unmittelbar zum Arbeitslohn gehörende Geld- und Sachleistungen, die der Unternehmer seinen Arbeitnehmern ohne gesetzliche und tarifvertragliche Verpflichtung gewährt“. 52
Beispiele für betriebliche Sozialleistungen sind:
Die Gründe, warum Unternehmen Sozialleistungen anbieten liegen zum einen in steuerlichen Vergünstigungen, zum anderen sollen dadurch zusätzliche Leistungsanreize für die Mitarbeiter geschaffen werden. Anreize sind dabei „solche Bestandteile der wahrgenommenen Situation, die Motive anregen und motiviertes Verhalten herbeiführen.“ 53 Anreize in Form von betrieblichen Sozialleistungen wirken demnach motivierend auf die Arbeitnehmer, fördern ihre Leistungsbereitschaft und erhöhen damit ihre Arbeitszufriedenheit. Diese Faktoren bewirken daher ein gutes Betriebsklima, weil motivierte und zufriedene Mitarbeiter ihre Arbeitssituation als positiv empfinden.
b) Arbeitsbedingungen
Ein weiterer Einflussfaktor auf das Betriebsklima sind die Arbeitsbedingungen, unter denen der Mitarbeiter seine Tätigkeiten verrichtet. Gemeint sind hiermit die „äußeren Bedingungen am Arbeitsplatz, wie z. B. Lärm, Staub, Hitze und Geruch“ 54 .
Diese Bedingungen gewährleisten nicht nur die ungehinderte Ausführung der Arbeit, sondern wirken sich auch auf das Wohlbefinden des Miarbeiters aus. Je besser die Bedingungen sind,
52 http://www.wissen.de/xt/default.do?MENUNAME=Suche&SEARCHTYPE=topic&query=
sozialleistungen (11.12.2003)
53 von Rosenstiel, Lutz: Motivation im Betrieb, 10. Aufl., Leonberg 2001, S. 234
54 von Rosenstiel, Lutz: Betriebsklima geht jeden an, 4. Aufl., München 1992, S. 25
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unter denen der Mitarbeiter seine alltägliche Arbeitszeit verbringt, desto wohler wird er sich fühlen und somit auch das Betriebsklima als positiv empfinden.
c) Arbeitsstrukturierung
Unter Arbeitsstrukturierung werden Methoden der Arbeitsgestaltung verstanden, die sich „an ergonomischen Prinzipien ebenso wie an organisatorischen Zielen und individuellen Wünschen der betroffenen Mitarbeiter orientieren“ 55 sollen.
Dabei gibt es im wesentlichen vier unterschiedliche Konzepte, die versuchen, diesen Anforderungen gerecht zu werden. Jedes dieser Konzepte wirkt sich positiv auf das Betriebsklima aus, da alle Maßnahmen selbständiges und eigenverantwortliches Arbeiten fördern und den Mitarbeitern Abwechslung am Arbeitsplatz bieten. Hingegen werden Faktoren, wie Monotonie, einseitige Belastung und geistige Unterforderung vermieden, weil sie ein schlechtes Betriebsklima bewirken.
55 Drumm, Hans Jürgen: Personalwirtschaft, 4. Aufl., Berlin, 2000, S. 144
56 Schanz, Günther: Personalwirtschaftslehre, 3. Aufl., München, 2000, S. 569
57 ebenda, S. 570
2 Begriffliche Abgenzung Seite 18
d) Vergütung
Die Vergütung ist das Arbeitsentgelt, das Arbeitnehmer für ihre erbrachte Arbeitsleistung erhalten. Eine entsprechende Entlohnung hat aber nicht nur den Zweck den Lebensunterhalt zu sichern, sondern kann auch „als Symbol für Erfolg und Prestige“ 59 angesehen werden. Im Zusammenhang mit dem Einfluss auf das Betriebsklima, stellt sich nun die Frage, wie die betriebliche Vergütung gestaltet sein muss, damit sie möglichst positive Auswirkungen hat.
Zunächst einmal muss der Forderung nach einem möglichst gerechten Entlohnungssystem nachgekommen werden, um Unzufriedenheit, Neid und Streitigkeiten unter den Mitarbeitern vorzubeugen. Dabei gilt es, folgende vier Grundsätze einzuhalten:
58 vgl. ebenda, S. 570
59 Staehle, Wolfgang H.: Management, 8. Aufl., München 1999, S. 820
60 vgl. Hopfenbeck, Waldemar: Allgemeine Betriebswirtschafts- und Managementlehre, 13. Aufl.,
Landsberg/Lech 2000, S. 440f.
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Neben einem gerechten Lohnsystem, steht aber auch die Forderung nach einer Entlohnung, die „Ausdruck der Anerkennung für erbrachte Leistung“ 61 sein soll. Die Bezahlung muss demnach auch das Bedürfnis nach Anerkennung und Selbstdarstellung eines Arbeitnehmers erfüllen. Bei der Frage nach der Auswirkung auf das Betriebsklima kommt es daher auf die Sichtweise des jeweiligen Arbeitnehmers an. Sieht er sein Entgelt als Vergütung an, die ihm zusteht, weil sie tariflich vorgeschrieben oder marktüblich ist, wird er zwar weiterhin seiner Arbeit nachgehen, jedoch ohne größere Anstrengungen zu unternehmen. Nimmt er seine Bezahlung aber als Belohnung für seine geleistete Arbeit wahr, ist er zufriedener und seine Leistungsbereitschaft steigt, weil er merkt, dass seine erbrachte Arbeit anerkannt wird.
Für ein gutes Betriebsklima ist es also nicht nur wichtig, dass die Entlohnung vom Empfänger als gerecht angesehen wird, sondern dass sie ihm auch Anerkennung für seine geleisteten Tätigkeiten bietet.
e) Führungsstil
Führungsstile sind „Grundausrichtungen des Führungsverhaltens“ 62 von Vorgesetzten, die dadurch ihre Macht auf die ihnen unterstellten Mitarbeiter ausüben. Der angewandte Führungsstil in einem Unternehmen beeinflusst das Betriebsklima, weil durch die Führung des Personals die vertikale soziale Beziehung zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten gestaltet werden kann. Dabei gibt es unterschiedliche Führungsstilvarianten, die sich im Grad der Entscheidungsbefugnis der Unterstellten unterscheiden.
61 von Rosenstiel, Lutz: Betriebklima geht jeden an, 4. Aufl., München 1992, S.25
62 Schanz, Günther: Personalwirtschaftslehre, 3. Aufl., München 2000, S. 679
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Aus Abb. 5 ist erkennbar, dass es zwei extreme Varianten von Führungsstilen gibt, bei der die Entscheidungsbefugnis der Mitarbeiter überhaupt nicht (autoritärer Führungsstil) oder sehr stark (kooperativer Führungsstil) ausgeprägt ist. Während beim autoritären Führungsstil Entscheidungen allein vom Vorgesetzten getroffen und auch durchgesetzt werden, sind beim kooperativen Führungsstil auch die Unterstellten befugt innerhalb bestimmter Grenzen (z. B. innerhalb des jeweiligen Zuständigkeitsbereichs) eigene Entscheidungen zu treffen.
Im Zusammenhang mit den Wirkungsweisen der verschiedenen Führungsstile wird in der Literatur meist auf die sog. Ohio-State-Studien verwiesen, die eine Abhängigkeit zwischen Aufgaben- und Mitarbeiterorientierung ergaben.
63 vgl. Hentze, Joachim: Personalwirtschaftlehre 2, 6. Aufl., Bern, 1995, S. 195
Arbeit zitieren:
Silke Jena, 2004, Die Auswirkungen von Betriebssport auf das Betriebsklima von Unternehmen, München, GRIN Verlag GmbH
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