Die Klasse setzt sich aus 23 Schülern im Alter von sechzehn bis siebzehn Jahren zusammen. Die anthropogenen Voraussetzungen der Schüler sind meist altersangemessen. Bei Jana und Dirk ist noch zu beobachten das sie sich manchmal zu recht kindischen Reaktionen hinreißen lassen, welche eigentlich nur dazu dienen Aufmerksamkeit zu erhalten. Qualitativ ist das Leistungsvermögen der Schüler heterogen.
Einstellung zum Fach und zum Thema
Die Einstellung gegenüber dem Erlernen von Fremdsprachen ist bei diesen Schülern, die sich bereits durch ihre Wahl des Französischen als erste Fremdsprache auf einen sprachlichen Schwerpunkt festgelegt haben, als sehr positiv einzuschätzen. Ich glaube, dass das Thema für die Schüler relativ leicht zugänglich ist, da viele von Ihnen schon Auslandsurlaub gemacht und so Abweichungen in Mentalität und Lebensgewohnheiten hautnah erfahren haben. Gerade in Bezug auf Engländer und Amerikaner, mit denen wir viele kulturelle Gemeinsamkeiten pflegen, ist es daher für die Schüler immer wieder amüsant, wenn sie auf
die kleinen, aber feinen Unterschiede in der täglichen Lebenspraxis aufmerksam gemacht werden. Die eigenen deutschen Gewohnheiten durch die „Klischeebrille“ eines Amerikaners zu betrachten und als Anlass zu einem Vergleich zu nehmen, macht das Thema hoffentlich auch für die Schüler noch reizvoller.
Arbeitshaltung und Leistungsfähigkeit
Die Leistungsfähigkeit des Kurses ist insgesamt als recht hoch einzustufen, die Arbeitshaltung variiert eher sprunghaft zwischen mittelmäßig und gut. Nur mäßigen Einsatz zeigen die Schüler vor allem dann, wenn ihnen selbständiges Denken abverlangt wird, wohingegen schematische Übungsaufgaben konzentriert und mit reger Beteiligung von ihnen bearbeitet werden. Unterrichtsphasen, in denen eigene Ideen gefragt sind, verlaufen aber auch deshalb bisweilen etwas schleppend, weil gerade viele gute Schüler, besonders die Mädchen die sich aber in diesem Kurs bei mir oft nicht trauen, etwas vermeintlich (sei es nun grammatisch oder inhaltlich) „Falsches“ zu sagen. Diese Angst vor Fehlern zu durchbrechen, versuche ich, bisher aber auch schon mit etwas Erfolg.
Relevante Arbeitstechniken
Mit folgenden für die heutige Stunde relevanten Arbeitstechniken sind den Schülern vertraut:
- reading comprehension
- stating one's opinion
- using a dictionary
- working on one's own
- partner work
Differenzierungsmaßnahmen
Durch die zahlen- und leistungsmäßige Kompaktheit des Kurses sind Differenzierungsmaßnahmen meist nicht erforderlich oder können von mir spontan durchgeführt werden. In dieser Stunde halte ich eine Differenzierung in der Aufgabenstellung nicht für nötig. Durch die Phasen des schriftlichen Formulierens ist jedoch eine gewisse Differenzierung gewährleistet, da sich die etwas schwächeren Schüler dann Hilfen von mir oder aus ihrem Umfeld geben lassen können.
Eigene Stärken, Besonderheiten im Umgang mit dem Kurs
Die Unterrichtsatmosphäre in diesem kleinen Kurs ist insgesamt sehr angenehm, da sie (mittlerweile) von einem freundschaftlichen und vertrauensvollen Verhältnis geprägt ist. Zu Beginn gab es einige Spannungen, da ich nicht gewillt war, bei jeder kleinen Verständigungsschwierigkeit ins Deutsche auszuweichen, und auch die Schüler immer wieder auf die Fremdsprache zurückverwiesen habe. Inzwischen haben sie sich jedoch durch meinen natürlichen Gebrauch des Englischen auch Smalltalk oder kleine Witze zwischendurch gibt es während der Stunde nur auf Englisch gewöhnt und akzeptieren das Unterrichtsprinzip der Einsprachigkeit weitestgehend.
Sachanalyse
Strukturell
Der eigentliche „Text", sprich die Aussagen zu den deutschen Lebensgewohnheiten, weisen keine besonderen strukturellen oder grammatischen Schwierigkeiten auf. Folgende Redemittel zur Meinungsäußerung sind den Schülern bereits bekannt und wurden zuletzt verstärkt im schriftlichen Sprachgebrauch geübt. Diese bekannten Phrasen können auf den Kontext der heutigen Stunde ebenfalls angewendet werden.
I (don't) think ... / I (don't) believe ...
I am sure (that) ...
In my opinion .../I am of the opinion that ... As far as I know ... I am (absolutely) convinced that ... If you ask me ... I (don't) agree that ... On the one hand ... on the other hand On the contrary ...
Bei der Einübung dieser Redemittel wurde nicht nach ablehnender oder zustimmender Haltung differenziert, da viele Phrasen durch eine Modifikation mit not beides leisten können. Die für diese spezielle Stunde zur Verfügung gestellten zusätzlichen Redemittel werden jedoch nach Redefunktion optisch von einander abgetrennt, da es bei der Anwendung auf diesen Text speziell um Ablehnung bzw. Zustimmung oder eine indifferente Haltung
gegenüber den zum Teil klischeehaften Aussagen geht. Zudem gibt die Formulierung dieser Wendungen auch vor, dass die Meinungsäußerung von einer Begründung gestützt werden sollte.
Redefunktion Redemittel / sprachliche Form Ablehnung ausdrücken und begründen That's nonsense! I don't think ...
verhinderte Meinungsbildung I can't comment on that because ... partielle Zustimmung ausdrücken There is some truth in that, but ...
Zustimmung ausdrücken und begründen: I have to agree with that. I know lots of
Von einer expliziten Thematisierung dieser Redemittel kann jedoch abgesehen werden, da sie beim Durchlesen ohne weiteres verstanden und danach angewendet werden können. Dass sie überhaupt vorgegeben werden, ist jedoch notwendig, da die Redemittel zwar im passiven bzw. rezeptiven Sprachgebrauch kein Problem darstellen, jedoch für die eigene Sprachproduktion der Schüler nicht verfügbar sind. Auch diese speziellen formelhaften Wendungen, in denen zwar keine unbekannten Strukturen vorkommen, sind neu und müssen deshalb für den aktiven Gebrauch zur Verfügung gestellt werden.
Lexikalisch/ semantisch
Die Aussagen zum „German way of life“ wurden lexikalisch und semantisch vorentlastet durch die Einführung und Übung folgender neuer Vokabeln:
a shade, the health, (to) shave, a refrigerator, (to) raid, processed food, uneven (number), the front, a restroom, (to) waste, (to) go overboard on sth., rude (behavior), unless, an attendant Trotzdem werde ich nach dem ersten Lesen des Textes auf Anfrage unbekanntes Wortmaterial klären (lassen). Denn es ist in diesem Kurs für mich nicht immer vorherzusehen, ob neue Vokabeln auftauchen, da in den Vorjahren nicht nur nach dem Lehrbuch gearbeitet
Arbeit zitieren:
Christian Emke, 2004, The American way of life, München, GRIN Verlag GmbH
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