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INHALTSVERZEICHNIS :
I. EINLEITUNG : Allgemeine Informationen
zum Friedrich Schlegel und
seinem Roman ??Lucinde??
II. EHE UND LIEBE: Was charakterisierte Ehe
und Liebe im achtzehnten
Jahrhundert ?
III. DAS IDEAL DER ROMANTISCHEN LIEBE: Wie sollte
die Ehe und am wichtigsten die
romantische Liebe nach Schlegel sein?
IV BIBLIOGRAPHIE
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I. Allgemeine Informationen zum Friedrich Schlegel und seinem Roman ,,Lucinde“.
Gegenstand meiner Hausarbeit ist die Analyse und die Interpretation des Romans ,,Lucinde” von Friedrich Schlegel. Damit ich aber spezifischer werde, werde ich mich hier sowohl mit dem Ideal der romantischen Liebe im Roman, als auch mit den verschiedenen Aspekten und Wechselbeziehungen dieser romantischen Liebe, möglichst ausführlich beschäftigen.
Zunächst einmal, wäre es sehr nützlich, unerlässlich und nötig für die weitere Analyse, dass wir uns die Figur von Friedrich Schlegel und seinen Roman ,,Lucinde” kurz anschauen. Friedrich Schlegel ( 1772-1829) war schon 1790 nach Jena, die “ Residenz der romantischen Schule” 1 gezogen und versuchte einen Lehrstuhl an der Universität zu erhalten. Friedrich, wie auch sein Bruder August Wilhelm Schlegel war Philologe, Literaturkritiker, Kunsthistoriker und Publizist. Im Juli 1797 war Friedrich Schlegel vo n Jena nach Berlin gekommen und rund einen Monat nach seiner Ankunft “ lernte er im Salon der Henriette Herz, wo ihn J.F. Reichardt eingeführt hatte, seine künftige Frau kennen: Dorothea Veit, die älteste Tochter Moses Mendelssohns. Schlegel war damals fünfundzwanzig, Dorothea sieben Jahre älter. Dorothea war als neunzehnjähriges Mädchen dem Bankier Simon Veit, der dem Hause Mendelsohn befreundet war, zur Frau gegeben worden, und zwar nach damaliger Sitte, ohne dass sie um ihre Neigung befragt worden war.’’ 2
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1 N.J Berkowski, die Romantik in Deutschland ( 1 Auflage, Leipzig : Koehler und Amelang, 1979), S.7.
2 Friedrich Schlegel, Dichtungen : Herausgegeben und eingeleitet von Hans Eichner (Band 5, München Paderborn Wien : Verlag Ferdinand Schöningh, 1962), S. XX f.
5
Als Dorothea ein Jahr später Friedrich traf, war sie sehr verzweifelt wegen ihrer unglücklichen Ehe und schien sehr begeistert von diesem geistreichen, äußerlich anziehenden, tatenfreudigen und zukunftssicherem jungen Mann. Friedrich, seinerseits, fand in dieser reifen Frau “die Mischung und Verschmelzung von Freundschaft, schönem Umgang, geistiger Einfühlung und sinnlicher Leidenschaft, die er, mit einem Sprachgebrauch, der sich bei näherem Zusehen durchaus nicht als trivial erweist, Liebe nannte.” 3
Die Liebesbeziehung zwischen den beiden führte Anfang 1799 zur Scheidung Dorotheas von ihrem Mann. Erst nach einer fünfjährigen und das wichtigste (gemäss den Ansichten dieser Epoche ) ohne Trauschein geführter Beziehung, heirateten Dorothea und Friedrich Schlegel in Paris. Also, zur Zeit der Frühromantik, und zwar im Herbst 1799 erschien der Roman ,,Lucinde’’, der von Friedrich Schlegel selbst verfasst wurde, und wahrscheinlich wie zu erwarten, viel Aufsehen erregte. Dafür kann man folgende Begründung anführen: In ,,Lucinde’’ wird die Liebesbeziehung zwischen Friedrich Schlegel und Dorothea beschrieben, mit den Namen der Protagonisten des Romans Julius und natürlich seiner Geliebten, Lucinde. Diese unkonventionelle Liebesbeziehung und folglich auch der Roman wurden ein Skandal und zwar ein gesellschaftlicher und moralischer Skandal 4 , weil sie nicht, wie schon erwähnt, “aus dem bürgerrechtlichen Status der Ehe besteht, sondern allein aus der geistigen und sinnlichen Intensität der gegenseitigen Zuwendung des Paares.’’ 5
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3 Ebd., S. XXII.
4 Vgl. Cordula Braun, Divergentes Bewusstsein : Romanprosa an der Wende zum 19. Jahrhundert ( Band 13, Frankfurt am Main: Europäischer Verlag der Wissenschaften, 1999), S.121 f.
5 Horst Albert Glaser, Annärungsversuche : Zur Geschichte und Ästhetik des Erotischen in der Literatur (Band 4, Bern Stuttgart Wien: Verlag Paul Haupt, 1993), S.159.
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??. Was charakterisierte Ehe und Liebe im achtzehnten Jahrhundert?
“ Da liebt der Mann in der Frau nur die Gattung, die Frau im Mann nur den Grad seiner natürlichen Qualitäten und seiner bürgerlichen Existenz, und beyde in den Kindern nur ihr Machwerk und ihr Eigenthum. Da ist die Treue ein Verdienst und eine Tugend; und da ist auch die Eifersucht an ihrer Stelle. Denn darin fühlen sie ungemein richtig, dass sie stillschweigend glauben, es gäbe ihres Gleichen viele, und einer sey als Mensch ungefähr so viel wert wie der andre, und alle zusammen nicht eben sonderlich viel.’’ 6
Dieser Abschnitt aus dem Roman, wie auch die erste Ehe seiner Heroin Dorothea / Lucinde, ist typisch für die Art und Weise, nach der man sich für seinen Ehegatten b.z.w. seine Ehegattin entschied, und für eine typische Ehe im achtzehnten Jahrhundert im allgemeinen. Nach den Sitten und Gebräuchen dieser Epoche spielten die entscheidente Rolle für eine Ehe die sogennanten Familienoberhäupte nämlich die Väter und nicht die unmittelbaren Interessenten. Außerdem waren die Auswahlkriterien alles andere als das wichtigste Kriterium der Liebe und der Gegenliebe.Also, die ausschlaggebenden Kriterien waren:“Soziale Absicherung, Standesgemässheit, Religionszugehörigkeit, freundschaftliche und andere Bindungen der Familie.’’ 7
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6 Friedrich Schlegel, Lucinde : Kritisch herausgegeben und mit Begriffs-Repertorium, Bibliographie und Nachwort versehen von Karl Konrad Polheim (Studienausgabe, Stuttgart: Phillip Reclam junior,1999), S.49.
7 H.A.Glaser, S. 163.
Arbeit zitieren:
Eleni Papadopoulou, 2001, Das Ideal der romantischen Liebe im Roman Lucinde von Friedrich Schlegel, München, GRIN Verlag GmbH
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