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Theologie nach Auschwitz

Title: Theologie nach Auschwitz

Term Paper , 2004 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sabine Storm (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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Einleitung

Theologie nach Auschwitz – das klingt wie eine Zeiteinteilung, vor und nach Auschwitz. Ist Theologie notwendig anders nach Auschwitz? Und wofür steht Auschwitz in diesem Zusammenhang? In dieser Arbeit werde ich zunächst die Bedeutung von Auschwitz als Synonym für die Gräueltaten des Nationalsozialismus hervorheben. Gläubigen Menschen stellt sich angesichts solcher Schrecken die Frage: Wie kann Gott dies zulassen? Diese Frage ist als sogenannte Theodizee bekannt und hat, nicht erst seit Auschwitz, immer wieder Menschen beschäftigt. Da die Theodizee eine bedeutsame Frage ist und in der Auseinandersetzung mit Auschwitz wieder zu einer der zentralen Fragen des Christentums wurde, widme ich mich in dieser Arbeit der Theodizee und ihrer vier Lösungsansätze.

Nach Auschwitz war das Außenverhältnis der christlichen Kirchen zum Judentum eine brisante Frage, denn die Schuld am Massenmord betraf auch viele Christen sehr konkret. Die Kirchen waren mitschuldig am Massenmord an den Juden geworden, hatten sogar den Hass auf Juden theologisch gerechtfertigt. Daher stelle ich den schrittweise wieder aufgenommenen Dialog der christlichen Kirchen mit Juden in den verschiedenen Phasen vor. In der Theologie nach Auschwitz gibt es unterschiedliche Positionen zum theologischen Umgang mit der Shoah. Die drei wichtigsten dieser Positionen erläutere ich kurz. Birte Petersen, eine junge Theologin, die sich in ihrer Dissertation mit der Theologie nach Auschwitz beschäftigt hat, stellt fünf Forderungen an die Theologie nach Auschwitz. Diese Forderungen untersuche ich kritisch. Zuletzt ordne ich die Theologie nach Auschwitz in das Gefüge der modernen Theologie des 20. Jahrhunderts ein und stelle damit den Bezug zur heutigen theologischen Debatte her.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Der Massenmord in Auschwitz

2. Die Theodizee und ihre Lösungsansätze

2.1 Gott existiert nicht

2.2 Gott ist nicht gut

2.3 Gott ist nicht allmächtig

2.4 Es gibt kein Böses

3. Dialog christlicher Kirchen mit dem Judentum

3.1 Die moralische Betroffenheit der Nachkriegsjahre

3.2 Beginnender Dialog mit dem Judentum

3.3 Konfessorische Phase

4. Positionen der Theologie nach Auschwitz

4.1 Von der Shoah veränderte Christologie

4.2 Von der Shoah berührte Christologie

4.3 Von der Shoah verletzte Christologie

5. Auswirkungen der Theologie nach Auschwitz auf die Theologie der Gegenwart

5.1 Folgerungen und Forderungen aus der Theologie nach Auschwitz

5.2 Einordnung der Theologie nach Auschwitz in die Theologie des 20. Jahrhunderts

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die tiefgreifenden theologischen Herausforderungen, die sich durch den Holocaust (Shoah) für das Christentum ergeben haben. Zentral ist dabei die Frage nach der Theodizee angesichts des Leidens in Auschwitz sowie die Aufarbeitung des christlichen Antijudaismus und der daraus resultierenden Neuausrichtung des kirchlichen Dialogs mit dem Judentum.

  • Theodizee-Problematik und die Frage nach Gottes Allmacht, Güte und Existenz.
  • Aufarbeitung der Schuldfrage und der historischen Mitschuld christlicher Kirchen.
  • Entwicklung neuer Ansätze in der Christologie nach dem Zivilisationsbruch.
  • Die politische Verantwortung der Theologie und ihr Bezug zum modernen Glaubensverständnis.

Auszug aus dem Buch

2.1 Gott existiert nicht

Eine mögliche Lösung der Theodizee liegt darin, die Schlussfolgerung zu ziehen, dass es Gott nicht gibt. Die Argumentationslinie ist folgende: Gott ist allmächtig. Gott ist gütig. Es gibt Böses. Kann oder will Gott das Böse nicht verhindern? Wenn er es nicht kann, so ist er nicht allmächtig. Das ist aber postuliert. Wenn er das Böse nicht verhindern will, so ist er nicht gütig. Auch das steht im Widerspruch zu den Grundannahmen über Gott. Für Atheisten steht damit fest: Gott kann es nicht geben.

Ein ursprünglich an Gott glaubender Vertreter dieser Position ist der jüdische Autor Rubenstein, der in der tradierten Vorstellung aufwuchs, die Juden würden von Gott bestraft für ihre Sünden. Diese Erklärung konnte er jedoch für Auschwitz nicht hinnehmen. So schreibt er: „So konnte ich unmöglich mehr an einen solchen Gott glauben, noch konnte ich nach Auschwitz länger mehr glauben, dass Israel das erwählte Volk Gottes sei.“ Aus der Reflexion über die Geschichte der Juden erwuchs bei ihm die Vorstellung, dass Gott Nichts sei, nicht allmächtig, nicht gütig, nicht leidend. „Nach letzter Analyse ist die allmächtige Nichtsheit Herr alles Geschaffenen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Massenmord in Auschwitz: Einführung in die historische Bedeutung von Auschwitz als Vernichtungsort und als Symbol für den nationalsozialistischen Massenmord.

2. Die Theodizee und ihre Lösungsansätze: Erörterung der zentralen theologischen Frage, wie Gott angesichts des Leidens in der Welt bestehen kann, unterteilt in vier logische Lösungsansätze.

3. Dialog christlicher Kirchen mit dem Judentum: Analyse der schrittweisen Aufarbeitung der kirchlichen Mitschuld und des Wandels im christlich-jüdischen Verhältnis nach 1945.

4. Positionen der Theologie nach Auschwitz: Vorstellung verschiedener theologischer Strömungen, die das Gottesbild und die Christologie nach dem Holocaust neu bewerten.

5. Auswirkungen der Theologie nach Auschwitz auf die Theologie der Gegenwart: Diskussion über die Forderungen an eine zeitgemäße Theologie und ihre Verankerung in der modernen Theologiegeschichte.

6. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Shoah als Wendepunkt für das christliche Selbstverständnis und den Glauben.

Schlüsselwörter

Theologie nach Auschwitz, Holocaust, Shoah, Theodizee, Christologie, Antijudaismus, Schuldfrage, politisches Christentum, christlich-jüdischer Dialog, Gottesbild, Leiden, Gottverlassenheit, Emanzipation, Moral, Glaubensverständnis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den massiven Erschütterungen des christlichen Glaubens und der Theologie durch die Ereignisse in Auschwitz und wie diese das Verhältnis zum Judentum verändert haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Theodizeefrage, der christliche Antijudaismus, die Entwicklung einer "Theologie nach Auschwitz" sowie die politische Rolle der Kirche nach 1945.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den theologischen Umgang mit dem Holocaust aufzuzeigen und zu untersuchen, wie christliche Lehren angesichts des industriellen Massenmords an den Juden hinterfragt und erneuert wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturgestützte, systematische Analyse theologischer Ansätze und Synodalbeschlüsse sowie eine kritische Reflexion zeitgenössischer theologischer Forderungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Theodizee-Lösungsansätze, den kirchlichen Dialogprozess in drei Phasen, verschiedene christologische Positionen nach der Shoah und die Einordnung in die politische Theologie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Theologie nach Auschwitz, Theodizee, Christologie, Antijudaismus und der christlich-jüdische Dialog.

Wie unterscheidet sich die "von der Shoah verletzte Christologie" von anderen Ansätzen?

Dieser Ansatz, vertreten etwa durch das Ehepaar Eckardt, lehnt Parallelen zwischen dem leidenden Christus und dem leidenden jüdischen Volk ab, da letzteres theologisch nicht sinnvoll verwertet werden darf.

Warum wird die politische Theologie als wichtiges Ergebnis dieser Arbeit genannt?

Die Arbeit zeigt auf, dass der Zivilisationsbruch von Auschwitz zu einer kritisch-emanzipatorischen Theologie geführt hat, die sich von einer rein gottgegebenen Ordnung hin zu einem ethisch handelnden Christentum in der Nachfolge Christi entwickelt hat.

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Details

Title
Theologie nach Auschwitz
College
University of Flensburg
Course
Vom neuen Testament zur Shoah
Grade
1,0
Author
Sabine Storm (Author)
Publication Year
2004
Pages
21
Catalog Number
V36500
ISBN (eBook)
9783638361071
ISBN (Book)
9783656208150
Language
German
Tags
Theologie Auschwitz Testament Shoah Theodizee Holocaust
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabine Storm (Author), 2004, Theologie nach Auschwitz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36500
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