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Der Verfassungskonvent zur Erarbeitung einer Grundrechtecharta für die EU

Title: Der Verfassungskonvent zur Erarbeitung einer Grundrechtecharta für die EU

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 28 Pages , Grade: 2

Autor:in: Nick Scheder (Author)

Politics - Topic: European Union
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Summary Excerpt Details

Die Europäische Union hat sich seit ihrer Gründung im Jahre 1957 nicht nur geographisch erweitert, es hat sich in ihr auch immer mehr eine ökonomische und politische Integration vollzogen.
Für diesen Prozess, der sich langsam, in kleinen Schritte, aber scheinbar unaufhaltsam vollzogen hat, sind verschiedene institutionelle Reformschritte unabdingbar. Nur so kann einerseits die Legitimation der EU durch Institutionen und Verfahren und auf der anderen Seite die Effizienz des Entscheidungsprozesses und ihres Outputs verbessert werden.
Um längerfristig die Akzeptanz der Gemeinschaft bei den Bürgern zu gewährleisten, bedarf es zusätzlich einer grundlegenden Debatte über die Zukunft des Integrationsprozesses. Die Union muss ihren Bürgern Orientierung und Identifikation bieten, ihnen die Grundlagen und Ziele ihrer Politik vermitteln und die politischen Partizipationsmöglichkeiten verbessern.
Auf dem Weg zur Vollendung dieser Ziele sind konkrete Schritte erforderlich, ohne dass sich hieraus bereits Vertragsänderungen oder gar ein verfassungsgebender Akt ergeben müssen. Ein wichtiges Element dieser Verfassungsdebatte könnte dabei die Art und die Reichweite der geplanten Grundrechtscharta bilden.
Diese Arbeit setzt sich auseinander mit der Vorbereitung eines wichtigen Integrationsschrittes, der Charta der Grundrechte der Europäischen Unio. Das Dokument wurde auf den Gipfeln von Köln, Tampere und Brüssel vorbereitet. Um die Eigenheiten dieser Gipfel, insbesondere den „Verfassungskonvent“, der im Dezember 1999 für ein Jahr die Arbeit aufnahm, und im März 2002 fortgesetzt werden soll, wird es im weiteren gehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Verfassungskonvent zur Erarbeitung einer Grundrechtscharta für die EU

2.1 Die historischen Rahmenbedingungen

2.2 Die Gipfel von Köln und Tampere

2.2.1 Entwurf für eine Grundrechtscharta

2.2.2 Bedeutung europäischer Grundrechte

2.3 Besonderheiten des Verfassungskonvents

2.3.1 Zusammensetzung des Konvents

2.3.2 Verfahrensweise des Verfassungskonvents

2.3.3 Funktion der NGOs

2.4 Das Gipfeltreffen von Laeken vom 14./ 15. Dezember 2001

2.4.1 Beschlüsse des Konvents

2.4.2 Zusammensetzung des Konvents

2.4.3 Verfahrensweise des Konvents

2.5 Besonderheiten und Ergebnis für den Konvent

3. Fazit und Ausblick

4. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Verfassungskonvent der Europäischen Union als innovatives Instrument zur Erarbeitung einer Grundrechtecharta. Ziel ist es, die spezifische Zusammensetzung, Arbeitsweise und den Einfluss dieses Konvents auf die Demokratisierung und Transparenz der EU-Entscheidungsprozesse zu analysieren.

  • Rolle und Struktur des Verfassungskonvents
  • Bedeutung der Einbindung zivilgesellschaftlicher Akteure und NGOs
  • Entstehungsprozess und politische Dynamik der Grundrechtecharta
  • Vergleich der Konventsmethode mit klassischen Regierungskonferenzen
  • Beitrag des Konvents zur Akzeptanz und Legitimation der EU

Auszug aus dem Buch

Besonderheiten des Verfassungskonvents

In den Entscheidungsprozess einer offenen demokratischen Gesellschaft spielen vielfältige Faktoren mit hinein. Es gibt Gremien, Ausschüsse, nichtstaatliche und natürlich staatliche Akteure, Politiker, die in verschiedenen Politikbereichen und staatlichen Bereichen Entscheidungen vorbereiten, darüber verhandeln und abstimmen und dabei von Lobbies, anderen Organisationen und Akteuren beeinflusst werden.

In einem so großen staatlichen oder föderativen Gebilde, wie sie die Europäische Union darstellt, liegt die Annahme nahe, dass sich der Entscheidungsprozess noch komplizierter, ausdifferenzierter und bürokratischer vollzieht.

Das bisherige Verfahren zur Verhandlung von grundsätzlichen Problemen bestand aus Regierungskonferenzen, auf denen sich in der Europäischen Union die Bevollmächtigten der nationalen Regierungen der Mitgliedsstaaten zur Beschlussfassung versammelten. Die dort ausgehandelten Kompromisse wurden i.d.R. hinter verschlossenen Türen erdacht und erst nach Abschluss der Verhandlungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Nicht-Mitgliedsstaaten und die Allgemeinheit wurden so meist vor vollendete Tatsachen gestellt. „Fraglich ist, ob das Verfahren der Vertragsänderungen für eine [...] öffentliche Debatte Raum lässt“. Bisherige Ergebnisse und Vertragsänderungen wurden, evtl. unter Hinzunahme von Experten, wie im Fall der Währungsunion, von den Regierungen ausgehandelt, von den nationalen Parlamenten war eine Zustimmung erforderlich, in manchen Fällen auch eine Volksabstimmung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit institutioneller Reformen und einer Grundrechtecharta zur Stärkung der Legitimation und Identifikation der EU-Bürger.

2. Der Verfassungskonvent zur Erarbeitung einer Grundrechtscharta für die EU: Dieses Kapitel beschreibt den historischen Prozess der europäischen Integration und die Entstehung der Forderung nach einer verbindlichen Grundrechtsabsicherung.

2.1 Die historischen Rahmenbedingungen: Es wird die Entwicklung der europäischen Grundrechtsdiskussion und die zunehmende Bedeutung der Grundrechte in der EU-Rechtspraxis seit den 1970er Jahren dargestellt.

2.2 Die Gipfel von Köln und Tampere: Fokus auf die Beschlüsse der Gipfeltreffen, die den Grundstein für die Ausarbeitung einer Grundrechtscharta legten.

2.2.1 Entwurf für eine Grundrechtscharta: Analyse der Zielsetzung, eine sichtbare Verankerung von Grundrechten für die Unionsbürger zu schaffen.

2.2.2 Bedeutung europäischer Grundrechte: Diskussion über die symbolische und identitätsstiftende Funktion einer europäischen Verfassung für die Bürger.

2.3 Besonderheiten des Verfassungskonvents: Analyse der Abkehr von rein regierungszentrierten Verfahren hin zu einer offeneren, diskursiven Struktur.

2.3.1 Zusammensetzung des Konvents: Darstellung der innovativen Zusammensetzung aus Regierungsvertretern, EU-Parlamentariern und nationalen Abgeordneten.

2.3.2 Verfahrensweise des Verfassungskonvents: Erläuterung der internen Arbeitsweise unter der Leitung von Roman Herzog und dem Präsidium.

2.3.3 Funktion der NGOs: Untersuchung der erstmals ermöglichten Partizipation von Nichtregierungsorganisationen im Konventsprozess.

2.4 Das Gipfeltreffen von Laeken vom 14./ 15. Dezember 2001: Rückblick auf die Konferenz, die den Impuls für einen neuen, umfassenderen Konvent gab.

2.4.1 Beschlüsse des Konvents: Fokus auf die Ziele einer EU-Verfassung und der Klärung von Kompetenzverteilungen.

2.4.2 Zusammensetzung des Konvents: Aufschlüsselung der erweiterten Teilnehmerstruktur des zweiten Konvents.

2.4.3 Verfahrensweise des Konvents: Analyse der angewandten Methoden, um Transparenz durch Internet und öffentliche Foren zu gewährleisten.

2.5 Besonderheiten und Ergebnis für den Konvent: Bewertung des Konvents als revolutionäre Methode der europäischen Entscheidungsfindung.

3. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung des Verfassungskonvents als zentraler Schritt für die zukünftige Integration und die Rolle der Bürgerbeteiligung.

4. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen zur Thematik.

Schlüsselwörter

Europäische Union, Verfassungskonvent, Grundrechtecharta, Europäische Integration, Regierungsführung, Legitimation, Transparenz, Demokratie, Nichtregierungsorganisationen, Laeken, Parlamentarismus, Bürgerbeteiligung, politische Reform, Grundrechte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Verfassungskonvent als neuartiges Gremium zur Ausarbeitung einer Grundrechtecharta für die EU und untersucht dessen Einfluss auf die Transparenz und Legitimation der europäischen Politik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Zusammensetzung des Konvents, die Einbindung von Parlamentariern und NGOs, die Arbeitsweise im Vergleich zu Regierungskonferenzen sowie die Bedeutung für eine künftige europäische Verfassung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist festzustellen, ob die spezifische Konventsstruktur einen positiven Beitrag zur Effizienz und demokratischen Legitimität der europäischen Integration leisten kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse der historischen Dokumente, der Beschlüsse der Gipfeltreffen (Köln, Tampere, Laeken) und einer fachwissenschaftlichen Literaturrecherche.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit dem historischen Kontext, dem Verlauf der Konventssitzungen, der Zusammensetzung der Gremien und der Beteiligung zivilgesellschaftlicher Akteure.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Europäische Union, Grundrechtecharta, Demokratisierung, Transparenz und Konventsmethode charakterisiert.

Welche Rolle spielten die NGOs im Konventsprozess?

NGOs erhielten erstmals die Möglichkeit, ihre Sichtweisen in den Prozess einzubringen und wurden als wichtige Akteure zur Stärkung der gesellschaftlichen Partizipation anerkannt.

Warum wird der Verfassungskonvent als "revolutionär" bezeichnet?

Er bricht mit der Tradition, komplexe Vertragsänderungen hinter verschlossenen Türen durch Regierungen auszuhandeln, und setzt stattdessen auf ein öffentliches, parlamentarisch geprägtes Diskussionsformat.

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Details

Title
Der Verfassungskonvent zur Erarbeitung einer Grundrechtecharta für die EU
College
University of Tubingen  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Hauptseminar: Reformprozesse und Konzepte zur Vertiefung der Europäischen Gemeinschaft von ihren Anfängen bis heute
Grade
2
Author
Nick Scheder (Author)
Publication Year
2002
Pages
28
Catalog Number
V3652
ISBN (eBook)
9783638122542
ISBN (Book)
9783638638289
Language
German
Tags
EU Verfassungskonvent
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nick Scheder (Author), 2002, Der Verfassungskonvent zur Erarbeitung einer Grundrechtecharta für die EU, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3652
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