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Inhalt
I. Einleitung 3
II. Hauptteil 4
II.1 Alltagsweltliche Theorien der Kommunikation. 4
II.2 Metaphern als Ausdruck von Alltagstheorien. 5
II.2.1 Metaphorik und Denken. 6
II.2.1.1 Die Behälter- Metaphorik. 6
II.2.1.2 Transportmetaphern 6
II.2.2 Metaphorik und Handeln. 7
II.3 Die Kommunikationspraxis in westlichen Kulturen 8
II.3.1 Die Umsetzung von Alltagstheorien 8
II.3.2 Bewusstsein als ,,bewusstes Sein 9
II.3.3 Die Zuschreibung von Motiven. 10
II.4 Bewusstseinsmodelle in schriftlosen Kulturen 11
II.5 Konsequenzen für eine allgemeine Theorie der Kommunikation. 13
III. Schlusswort 14
IV. Literatur: 16
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I. Einleitung
“Die Beherrschung der jeweiligen Sprache einer fremden Kultur reicht auch auf Dauer völlig aus, um sich dort zurechtzufinden.” Es gibt wahrscheinlich kaum einen Sprach- und Kulturwissenschaftler, der einer solchen Behauptung nicht umgehend widersprechen würde. Welche Argumente jedoch sollte man bereit halten, um provokante Aussagen dieser und ähnlicher Art zu widerlegen? Oder anders gefragt, welche Faktoren spielen neben reinen Sprachkenntnissen, d. h. neben Grammatik und Wortschatz, eine mindestens ebenso wichtige Rolle, um in anderen Kulturkreisen langfristig bestehen zu können? “Kulturspezifisches Wissen“ ist ein Schlüsselbegriff, der im Zusammenhang mit Versuchen, eine Theorie Interkultureller Kommunikation aufzustellen, immer wieder auftaucht. Gemeint ist damit das Wissen, das sich die Mitglieder einer bestimmten Kultur nicht bewusst aneignen, sondern durch das Hineinwachsen die jeweilige Gesellschaft unbewusst aufnehmen und verinnerlichen. Interessant ist dabei besonders das implizite Wissen über Kommunikation und das menschliche Bewusstsein, da zwischen diesen beiden Bereichen eine enge Verbindung zu bestehen scheint. Diese Vermutung führt wiederum zu weiteren Fragen, die in der Interkulturellen Kommunikation sicherlich schon häufig gestellt wurden. Warum sind Kommunikation und Kognition Begriffe, die scheinbar nicht unabhängig voneinander definiert werden können? Worin genau besteht der Zusammenhang zwischen Sprache und Sprechen und unserer Vorstellung von der Psyche? Sind die Vorstellungen und Definitionen von menschlichem Denken und Kommunizieren, die wir in der westlichen Welt haben, universell? Oder sind diese Konzepte auch auf andere, d.h. nicht westliche Kulturen übertragbar? Inwiefern beeinflusst kulturspezifisches Wissen unser Handeln? Und was bedeutet das schließlich für die Ausarbeitung einer Theorie interkultureller Kommunikation? Ziel meiner Seminararbeit war zunächst, Antworten auf die oben gestellten Fragen zu finden, wobei der Versuch, jede dieser Fragen angemessen ausführlich zu beantworten, sicherlich den Rahmen dieser Arbeit gesprengt hätte. Darüber hinaus bestand meine Absicht jedoch darin, weitere Fragen aufzuwerfen, die zu einer vertieften Auseinandersetzung mit der Bedeutung kulturspezifischen Wissens im Allgemeinen neben der Notwendigkeit bestimmter Sprachkenntnissen im Besonderen anregen sollten.
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II. Hauptteil
II.1 Alltagsweltliche Theorien der Kommunikation
Die Ausarbeitung einer Theorie Interkultureller Kommunikation setzt, wie sich schwer abstreiten lässt, zunächst einmal eine allgemeine Theorie der Kommunikation voraus. Da es bei Theorien über menschliche Interaktionen allerdings in erster Linie darum geht, sinnorientiertes Handeln zu beschreiben, werden diese wissenschaftlichen Modelle meist von vorreflexiven Erfahrungstheorien, auch Alltagstheorien genannt, beeinflusst. Diese nichtwissenschaftlichen Theorien, deren grundsätzlicher Einfluss in der Wissenschaft durchaus wahrgenommen wird, haben mehrere Aufgaben, die für den Verlauf von alltäglicher Kommunikation von nicht unerheblicher Bedeutung sind. ( s. Loenhoff, 2002, S. 128 ) Die Funktionen alltagsweltlicher Theorien der Kommunikation sind vielschichtig, wodurch sich womöglich die bereits angedeutete Tatsache erklären lässt, dass man sich zwar der Wechselwirkung zwischen Alltagstheorien und wissenschaftlichen Theorien bewusst ist, jedoch nicht immer Klarheit darüber herrscht, welche der im Alltag geschaffenen Erkenntnisse in die Konstruktion abstrakter Kommunikationsmodelle eingehen. Zu den grundlegendsten Aufgaben von Alltagstheorien gehört, Auskunft darüber zu geben, wann es sich bei einem bestimmten Vorgang überhaupt um einen Kommunikationsprozess handelt. Darüber hinaus enthalten sie Anweisungen bzw. Handlungspläne darüber, wie man sich in typischen Kommunikationssituationen verhält.
Ebenso geben sie Rückmeldung darüber, ob der Kommunikationsprozess erfolgreich verlaufen ist und steuern so das vom Gesprächspartner erwartete Antwortverhalten. Man kann also sagen, dass Alltagstheorien die Voraussetzung für Prozesse kommunikativer Sozialisation bilden, die innerhalb jeder Sprach- und Kulturgemeinschaft stattfinden. Das in ihnen enthaltene Wissen, das die Grundlage für den Verlauf von Kommunikationsprozessen bildet, findet nicht selten Ausdruck in der Sprache und zwar ganz konkret in Form von Metaphern. ( s. Loenhoff, 2002, S. 128/ 29 )
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II.2 Metaphern als Ausdruck von Alltagstheorien
Sprachliche Bilder sind ein wesentlicher und kaum wegzudenkender Bestandteil der tagtäglichen Kommunikation. Während man in der Wissenschaft stets darum bemüht ist, klare und unmissverständliche Aussagen mit Hilfe von Fachbegriffen zu treffen, wimmelt es in der Alltagskommunikation nur so von Metaphern, mit denen wir unserer Sprache mehr Ausdruck verleihen. In der Regel gebrauchen wir sie, um Ereignisse zu ”illustrieren“, Beschreibungen “plastischer“ zu gestalten, kurz gesagt, um unsere Erfahrungen zu vergegenständlichen. Dabei gehen wir in der Regel stillschweigend davon aus, dass die von uns verwendeten Bilder bei unserem Gesprächspartner dieselben Assoziationen und Empfindungen wecken. ( s. Graf, 1988, S. 3 )
Dafür, dass letzteres eine häufige Quelle für Missverständnisse bereits unter Angehörigen derselben Sprach- und Kulturgemeinschaft ist, lassen sich sicherlich viele Beispiele finden. Wichtig erscheint mir jedoch die Tatsache, dass eine Vielzahl an Metaphern existiert, ”die uns so in ’Fleisch und Blut’ übergegangen sind, dass wir über ihren Bildcharakter und dessen Geschichte gar nicht mehr nachdenken.” Dabei handelt es sich häufig um Metaphern aus dem Bereich Leib/ Körper und Körperhaltung, die einem
bestimmten Verinnerlichungsprozess unterlaufen sind, ohne den eine Verständigung kaum noch möglich wäre. ( s. Graf, 1988, S. 3 )
Festzuhalten ist also, dass abgesehen von den Bildern, mit denen wir den Schilderungen von Ereignissen ganz bewusst Expressivität verleihen, unsere alltägliche Kommunikation ”durchdrungen“ ist von Metaphern, die wir gar nicht mehr als solche wahrnehmen. Darüber hinaus ist Metaphorik jedoch nicht nur passiver Ausdruck unseres impliziten Wissens. Denn ebenso lässt sich nachweisen, dass sie das menschliche Wahrnehmen und Denken aktiv ”mitgestaltet“.
Arbeit zitieren:
Diplomübersetzerin Helena Schneider, 2002, Kulturspezifisches Wissen über Kommunikation und Bewusstsein, München, GRIN Verlag GmbH
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