Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis. IV
1. Arbeitslosigkeit als zentrales soziales Problem des modernen Kapitalismus. 1
2. Wichtige Kennzeichen der Entwicklung von Arbeitslosigkeit 2
2.1 Die Entwicklung in den letzten vier Jahrzehnten 2
2.2 Arbeitsnachfrage und Arbeitsangebot. 3
2.3 Steigende Sockelarbeitslosigkeit. 4
3. Hysteresis- Phänomen 4
3.1 Erklärungsdefizite keynesianischer und neoklassischer Ansätze 4
3.2 Herkunft und Interpretation des Hysteresis- Begriffs. 5
3.3 Ökonomische Analogien 6
4. Theoretische Ansätze zur Erklärung von Hysteresis am Arbeitsmarkt 7
4.1 Kapitalmangel und Kapitalstockanpassung 7
4.2 Humankapitalentwertung (duration theory) und Dauer der Arbeitslosigkeit 8
4.3 Insider- Outsider- Theorie 10
5. Nachweis der Hysteresis- Theorie 12
5.1 Phillipskurvengleichung 12
5.2 Beveridge Kurve. 13
6. Fazit 15
Literaturverzeichnis 16
Versicherung 19
III
Abkürzungsverzeichnis
ABM Arbeitsbeschaffungsmaßnahme
BRD Bundesrepublik Deutschland bzgl. bezüglich bzw. beziehungsweise c.p. ceteris paribus ca. circa d.h. das heißt et. al. et alibi (und anderswo)/ et altera (und andere) etc. et cetera ff. fortfolgende, -r, -s incl. inklusive Hrsg. Herausgeber Mio. Millionen NAIRU non- accelerating inflation rate of unemployment engl. inflationsstabile Arbeitslosenquote sog. sogenannte, -er, -es u.a. unter anderem u.ä. und ähnliche, -r, -s usw. und so weiter z.B zum Beispiel
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Arbeitsmarkt in Westdeutschland..........................................................................2 Abb. 2: Die Hysteresis- Schleife.........................................................................................5 Abb. 3: Empirische Dynamik des Arbeitsmarktes im Hinblick auf Langzeitarbeitslose....10
Abb. 4: Stilisierte Form der Beveridge Kurve...................................................................14
IV
1. Arbeitslosigkeit als zentrales soziales Problem des modernen Kapitalismus
Die langanhaltend hohe Arbeitslosigkeit seit den 70er Jahren stellt ein herausragendes soziales und ökonomisches Problem in Deutschland dar, was durch den momentanen Wahlkampf deutlicher wird wie nie. Seit drei Jahren hat die Arbeitslosigkeit im Monat Juli 2002 mit 4,047 Millionen Erwerbslosen ihren Höchststand erreicht. 1 Dabei beschrieb die bundesdeutsche Arbeitslosenquote in den letzen 20 Jahren einen treppenförmigen Verlauf, der entstand, weil nach einem krisenhaften Anstieg der Arbeitslosenquote die folgende Phase verbesserter gesamtwirtschaftlicher Bedingungen nicht zu einem nachhaltigen Abbau der Arbeitslosigkeit führte (siehe Abb. 1). 2 Ein Erklärungsansatz für dieses Verharren der Arbeitslosenquote auf dem einmal erreichten Niveau ist Hysteresis. Hysteresis bedeutet, dass es keine gleichgewichtete Arbeitslosenquote gibt, die langfristig, nach vorrübergehender Störung, wieder erreicht wird, sondern dass die vorherrschende Arbeitslosenquote ihren langfristigen Gleichgewichtswert beeinflusst. Nach einem adversen Schock mit ansteigender Arbeitslosigkeit kehrt die Arbeitslosenquote nicht zu ihrem Ausgangswert zurück, sondern tendiert zu einem höheren Gleichgewichtswert hin. 3
Die langanhaltende hohe Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im weiteren eine klare Verfehlung des Beschäftigungszieles, welches im Stabilitäts- und Wachstumsgesetz verankert ist. Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht hat dies im Wesentlichen zwei Folgen: zum einen wird das vorhandene Humankapital nicht ausgeschöpft, was dazu führt, dass ein mögliches höheres Wohlfahrtsniveau nicht erreicht werden kann. Zum anderen werden die direkt Betroffenen vom Erwerbsleben ausgeschlossen, weshalb sie auf die finanzielle Unterstützung Dritter angewiesen sind. 4
Somit stellt die Arbeitslosigkeit die marktwirtschaftlich organisierten Volkswirtschaften -und wohl nicht nur diese- in den letzten zwei Jahrzehnten, vor immer größer werdende Probleme. 5
1 vgl. www.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/kurzinformation/bundesgebiet/index.html; entnommen
am 7.08.2002
2 vgl. Grassinger; Verfestigte Arbeitslosigkeit- Das Hysteresis- Phänomen unter besonderer Berück-
sichtigung des Humankapitalansatzes, S. 1
3 vgl. Franz; Das Hysteresis- Phänomen, WiSt Feb. 1989, S. 77
4 vgl. Borchert/ Schulz; Diagnose der Arbeitslosigkeit in Westdeutschland, WISU 5/00, S. 722
5 vgl. Baßeler/ Heinrich; Grundlagen und Probleme der Volkswirtschaft, S. 690
1
Im folgenden soll kurz darüber informiert werden wodurch die Entwicklung der Arbeitslosigkeit ist gekennzeichnet ist, ein theoretischer Erklärungsansatz zur anhaltend hohen Arbeitslosigkeit soll näher beleuchtet werden. Zunächst wird die Entwicklung der Arbeitslosigkeit betrachtet und es wird erörtert worin die keynesianischen und neoklassichen Erklärungsdefizite liegen, danach wird beschrieben was Hysteresis am Arbeitsmarkt bedeutet und wie man sie ökonomisch erklären kann. Schließlich werden ökonomische Erklärungsansätze der Hysteresis- Arbeitslosigkeit gegeben und deren empirische Evidenz dargestellt.
Es wird hier jedoch nur die Arbeitslosigkeit in Westdeutschland analysiert, damit vermieden wird, dass einige Argumente mit dem Hinweiß auf die besonderen Umstände in den neuen Bundesländern angezweifelt werden.
2. Wichtige Kennzeichen der Entwicklung von Arbeitslosigkeit
2.1 Die Entwicklung in den letzten vier Jahrzehnten
Die Zahl der Beschäftigten (Arbeitnehmer) stieg in den vergangenen vierzig Jahren in Westdeutschland stets an. Dabei verlief die Entwicklung der Bevölkerung und die der (abhängig) Beschäftigten bis zu Beginn der neunziger Jahre weitgehend gleichförmig.
Abb. 1: Arbeitsmarkt in Westdeutschland (Quelle: Statistisches Jahrbuch für die Bundes-
republik Deutschland 1999 und Bundesanstalt für Arbeit 1999) 6
6 vgl. Borchert/ Schulz; Diagnose der Arbeitslosigkeit in Westdeutschland, WISU 5/00, S. 724
2
Die Zahl der abhängig Beschäftigten ist in der Zeit von 1983 bis 1992 um fast 4 Mio. gestiegen, was einer Zunahme von Arbeitsplätzen von fast 20 Prozent entspricht. 7 Dies stellt eine außerordentliche Leistung der deutschen Wirtschaft dar, denn die Zunahme ist größer als die Zahl neuer Jobs in den gesamten 24 Jahren zuvor, also in der Zeit von 1959 bis 1983. Seit Beginn der neunziger Jahre driften dagegen die Bevölkerungs- und Beschäftigungszahlen auseinander. Dies spiegelt sich sowohl in den gestiegenen A rbeitslosenzahlen als auch in einem Zuwachs bei der Stillen Reserve wieder.
2.2 Arbeitsnachfrage und Arbeitsangebot.
Auch beim Arbeitsmarkt ist die Angebots- und Nachfrageseite gedanklich zu trennen: Die Arbeitsnachfrage besteht aus dem Arbeitskräftebedarf der Unternehmen, also aus den tatsächlichen Beschäftigten und den gemeldeten sowie nicht gemeldeten offenen Stellen. 8 Eine auf der Nachfrageseite ansetzende Erklärung, die den Anstieg der Arbeitslosigkeit auf eine restriktive Geld- und Fiskalpolitik (Konsolidierung öffentlicher Haushalte) sowie den Nachfrageausfall infolge der zweiten Ölpreiskrise zurückführt, kann jedoch nicht bezüglich der Fortdauer der Arbeitslosigkeit überzeugen. 9 Die Aufteilung des Arbeitsangebots bzw. Erwerbspotentials ist dagegen etwas komplexer. Dies setzt sich aus den Erwerbstätigen, den registrierten Arbeitslosen sowie der Stillen Reserve zusammen. Diese umfasst sowohl Nichterwerbspersonen, die aktuell keine Arbeitstelle suchen (Kindererziehung, Entmutigte), als auch Nichterwerbspersonen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (ABM, Vorruhestand, Umschulung), die dem A rbeitsmarkt nur unter Vorbehalt zur Verfügung stehen. Konsequenter Weise muss die Stille Reserve zu den registrierten Arbeitslosen addiert werden, um zur gesamtwirtschaftlichen bestehenden Beschäftigungslücke zu gelangen. 10 Aber auch eine auf der Angebotsseite ansetzende Erklärung weist Defizite auf. Sieht man nämlich in höheren Ölpreisen, steigenden Lohnlücken, sinkender Kapitalrentabilität und der Dollaraufwertung wesentliche angebotsseitige Faktoren für den Anstieg der Arbeitslosigkeit, so lässt sich die in der zweiten Hälfte der 80er Jahre anhaltende hohe Arbeitslosigkeit schlecht mit den gleichen Determinanten begründen. Denn hier hätten ein sinkender Dollarkurs, fallende
7 vgl. Cezanne; Allgemeine Volkwirtschaftslehre, S. 281
8 vgl. Borchert/ Schulz; Diagnose der Arbeitslosigkeit in Westdeutschland, WISU 5/00, S. 722
9 vgl. Kösters/ Belke; Arbeitslosigkeit als Hysteresis- Phänomen, WISU 5/90, S. 277
10 vgl. Hausschulz; Die Hysteresis- Hypothese und der Arbeitsmarkt der Bundesrepublik Deutschland,
S.12
3
Arbeit zitieren:
Katharina Korff, 2002, Arbeitslosigkeit in Deutschland - ein Hysteresis-Phänomen?, München, GRIN Verlag GmbH
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