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Körpererfahrung am Beispiel Fußball

Title: Körpererfahrung am Beispiel Fußball

Term Paper , 2004 , 13 Pages , Grade: 2

Autor:in: Till-Bastian Fehringer (Author)

Didactics - Sport, Sport Pedagogy
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Immanuel Kant sagte einmal, dass die Quelle aller Erkenntnis die Erfahrung sei. Das mag wohl soviel heißen, dass sich erst durch eine Ansammlung von Erfahrungen mit etwas meine Erkenntnisse und Schlüsse über etwas erreiche. Gleiches muss folglich auch für die Erfahrung mit dem Körper gelten: Nur durch individuelle Körpererfahrungen bekomme ich Erkenntnisse über mich selbst und meine Umwelt.
Um diese These soll es in der vorliegenden Arbeit gehen, jedoch speziell angewandt auf den Sportunterricht und die Sportspiele.
In einem ersten Schritt möchte ich vorab eine kurze Bestandsaufnahme umreißen, in der es darum gehen soll, wie es eigentlich um die Körpererfahrung im Schulsport bestellt ist- leider ist es vermutlich eher so, dass dies im Schulsportalltag eher zu kurz kommt. Als Schlussfolgerung darauf möchte ich zeigen, warum es aber so enorm wichtig ist, und immer wichtiger werden wird, sportliche Körpererfahrungen zu machen.
Den Hauptteil der Arbeit will ich aber den Sportspielen und den in ihnen liegenden Möglichkeiten der Körpererfahrung widmen. Diese sollen danach am Beispiel Fußball konkret und praxisbezogen erläutert werden.
Bei der ganzen Bandbreite des Themas, die hier in Abschnitt 3 nur auszugsweise, aber hoffentlich schlüssig, bearbeitet wird, muss man sich eines stets vor Augen führen: Körpererfahrungen sind keine linearen Prozesse. Sie können für den Betroffenen auch Problemstellungen und Irrwege bedeuten, die aber für das Ziel der Erfahrung mehr als hilfreich sind. Diese Auffassung legen Brodtmann und Landau ihrer Forderung zu Grunde, dass im Sportunterricht dazu übergegangen werden solle, an Problemen und ursprünglichen Phänomenen zu lernen.
Die Frage nach Körpererfahrungen in den Sportspielen ist deshalb so spannend, weil in ihnen, anders als in manchen Individualsportarten (besonders im Turnen), die ursprüngliche Eigenschaft des Sports, nämlich völlig zweckfrei zu sein und um seiner selbst Willen betrieben zu werden , zum Tragen kommt. Schaut man sich einmal fußballspezifische Bewegungen und Regeln an, stellt man fest, dass beispielsweise der Torschuss keine Bewegung mit Alltagsbezug, und schon gar nicht mit alltäglichem Nutzen ist.
Es wird aber zu zeigen sein, dass auch bei etwas scheinbar Zweckfreiem, Körpererfahrungen gemacht werden können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

2. Einleitung

3. Körpererfahrung und Schulsport

3.1. Bestandsaufnahme

3.2. Legitimation und Notwendigkeit der Körpererfahrung

4. Körpererfahrung und Sportspiele

4.1. Lässt sich der Körper in Sportspielen erfahren?

4.2. Körpererfahrung im Fußball

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Körpererfahrungen im Sportunterricht. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, inwiefern Sportspiele und speziell das Fußballspiel als Medium dienen können, um Schülern durch bewusste Wahrnehmung und individuelles Handeln tiefgreifende Erkenntnisse über sich selbst und ihre Umwelt zu vermitteln.

  • Die Rolle der Körpererfahrung als pädagogischer Grundpfeiler des Sportunterrichts
  • Notwendigkeit einer Abkehr von rein technisch-orientierter Vermittlung hin zu phänomenologischem Lernen
  • Analyse des Potentials von Sportspielen zur Förderung der Körperwahrnehmung
  • Konkrete Anwendung und Erläuterung des "Erfahrungsvierecks" am Beispiel Fußball
  • Bedeutung von Zweikampf, sozialer Interaktion und taktischem Verständnis für die Körpererfahrung

Auszug aus dem Buch

4.2. Körpererfahrung im Fußball

Im Folgenden soll das in 4.1. allgemein Erörterte, nämlich dass sich der Körper in Sportspielen sehr wohl „erfahren“ lässt, auf das (auch in der Schule) immer noch höchst beliebte Sportspiel Fußball angewandt werden. Dabei erscheint es ein wenig paradox, dass gerade in dem von den Betreibenden so oft deklarierten „harten Männersport“ Sinne eine große Rolle spielen können. Dies gilt nicht nur für den Anfänger, sondern kann auch den Fortgeschrittenen zu einer Weiterentwicklung seiner Fähigkeiten bringen.

Die Erfahrungen, die im Fußball gemacht werden können, sind ganz unterschiedlicher Natur. Ich möchte hier das Bild des „Erfahrungsvierecks im Fußball“ konstruieren, zwischen dessen Eckpunkten sich alle Körpererfahrungen abspielen, mit Hilfe des in der Mitte liegenden Mediums, des Balles. Ein ähnliches Bild findet sich bei Hamsen, der es „Interaktionsfeld im Sportspiel Fußball“ nennt, in dem aber die Körpererfahrungen latent bleiben und eher Beziehungen zwischen den einzelnen Akteuren hergestellt werden. Meine Eckpunkte sind: das Individuum, das Spiel, Mit- und Gegenspieler, die Mannschaft.

Dieses Schaubild beinhaltet alle Arten von Körpererfahrungen, die, und das ist bedeutsam, auch miteinander verknüpft sind. Sie können positiv und negativ sein, sozial oder rein physisch sowie individuell, partnerschaftlich und gruppenbedingt. Dabei kann der Ball als Medium wortwörtlich ins Spiel kommen, muss er aber nicht.

Zusammenfassung der Kapitel

2. Einleitung: Diese Einleitung führt in die zentrale These ein, dass Körpererfahrung eine wesentliche Quelle für Erkenntnisse über das eigene Ich und die Umwelt darstellt, und skizziert das Ziel, dies auf den Sportunterricht und insbesondere Sportspiele anzuwenden.

3. Körpererfahrung und Schulsport: Hier wird der gegenwärtige Sportunterricht kritisch beleuchtet, indem die Kluft zwischen notwendiger Körpererfahrung und einer oft zu technisch-vorgefertigten Vermittlungsmethodik aufgezeigt wird.

3.1. Bestandsaufnahme: Dieses Kapitel analysiert das Defizit an bewusster Wahrnehmung im Sportunterricht, bei dem häufig nur vorgefertigte Bewegungsabläufe ohne Sinnzusammenhang übernommen werden.

3.2. Legitimation und Notwendigkeit der Körpererfahrung: Die Ausführungen begründen die Dringlichkeit von Primärerfahrungen in einer zunehmend passiven Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen.

4. Körpererfahrung und Sportspiele: Dieser Abschnitt überträgt das Konzept der Körpererfahrung auf Sportspiele und betont das Potential, welches in der Interaktion mit Mit- und Gegenspielern liegt.

4.1. Lässt sich der Körper in Sportspielen erfahren?: Es wird argumentiert, dass trotz Zweckfreiheit in Sportspielen durch Sinnesschärfung und Reflexion bedeutsame Körpererfahrungen möglich sind.

4.2. Körpererfahrung im Fußball: Dieses Kapitel veranschaulicht anhand des "Erfahrungsvierecks" die vielfältigen Dimensionen – von physischen bis zu sozialen – die Fußball als Lernfeld für den Körper bietet.

5. Fazit: Das Fazit resümiert die Notwendigkeit eines Umdenkens im Sportunterricht hin zu einer prozessorientierten Pädagogik, in der das Erfahren des eigenen Körpers im Vordergrund steht.

Schlüsselwörter

Körpererfahrung, Schulsport, Sportspiele, Fußball, Primärerfahrungen, Bewegungslernen, Körperwahrnehmung, Sportdidaktik, Zweikampf, Taktik, Erfahrungsviereck, Sozialform, Bewegungsphänomene, Sportunterricht, Körperlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung der Körpererfahrung im Sportunterricht und untersucht, wie Sportspiele – insbesondere Fußball – als Mittel zur Förderung einer bewussten Körperwahrnehmung genutzt werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die pädagogische Begründung von Körpererfahrungen, die Kritik an einer rein technisch-orientierten Vermittlung im Sport sowie die Analyse sozialer und physischer Interaktionen innerhalb von Sportspielen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Körpererfahrungen ein integraler Bestandteil des Sports sein müssen und dass durch eine methodische Neuausrichtung im Sportunterricht Schülern ermöglicht wird, den eigenen Körper bewusst als Hilfsmittel und Erkenntnisquelle zu nutzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine sportdidaktische Untersuchung, die auf der Analyse theoretischer Konzepte verschiedener Sportpädagogen (wie Funke, Kurz, Hamsen) basiert und diese auf das konkrete Praxisbeispiel Fußball anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Analyse des Sportunterrichts, der Legitimation von Körpererfahrungen und der detaillierten Untersuchung des Potentials von Sportspielen. Den Schwerpunkt bildet das "Erfahrungsviereck im Fußball".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe wie Körpererfahrung, Sportdidaktik, Schulsport, Primärerfahrungen, Bewegungslernen und die Interaktionsaspekte im Fußball kennzeichnen die Arbeit maßgeblich.

Wie genau lässt sich der Körper im Fußball erfahren?

Die Arbeit beschreibt, dass dies durch das "Erfahrungsviereck" geschieht, welches das Individuum, das Spiel, Mit- und Gegenspieler sowie die Mannschaft verbindet. Erfahrungen reichen hierbei von physischen Eindrücken beim Ballkontakt bis hin zu komplexen taktischen und sozialen Interaktionen.

Welche Rolle spielen "negative" Körpererfahrungen laut der Arbeit?

Negative Erfahrungen, wie etwa ein verunglückter Pass oder Schmerz durch eine Verletzung, werden als wertvolle Lernmomente eingestuft. Sie führen zur Erkenntnis über die eigenen körperlichen Grenzen und fordern den Lernenden heraus, seine Fähigkeiten gezielter einzusetzen.

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Details

Title
Körpererfahrung am Beispiel Fußball
College
University of Marburg
Grade
2
Author
Till-Bastian Fehringer (Author)
Publication Year
2004
Pages
13
Catalog Number
V36706
ISBN (eBook)
9783638362511
ISBN (Book)
9783638749435
Language
German
Tags
Körpererfahrung Beispiel Fußball
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Till-Bastian Fehringer (Author), 2004, Körpererfahrung am Beispiel Fußball, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36706
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