I. Inhaltsverzeichnis
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3 1. NLP- ein universales Wunderprogramm?
3 2. Was ist NLP?
2.1 Entstehungsgeschichte: Vom Anfang bis heute 3 2.2 Begiffserklärung 4
5 3. Die Grundannahmen des NLP
7 4. Methoden und Techniken des NLP
9 5. Kritische Betrachtung und wissenschaftliche Überprüfung des NLP-Modells
5.1 NLP wird als Wissenschaft bezeichnet 9
5.2 Die Rolle der Magie im NLP - Kontext im Zusammenhang mit der Überprüfung 11 einzelner NLP - Techniken
5.3 Allgemeine Kritik am Neurolinguistischen Programmieren 13
14 6. Fazit
??. Literaturverzeichnis 15
???. Anhang 16
16 Abb. 1 Zugangssignale eines typischen Rechtshänders 17 Studien über das NLP - Komzept 19 Text zum „Dissoziationsexperiment“ 20 Internetquellen 36 Erklärung
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1. NLP- ein universales Wunderprogramm?
Gegenwärtig gibt es zahlreiche Therapierichtungen, die unter anderem darauf abzielen, die Lebensqualität unzufriedener Menschen zu verbessern und gewünschte Veränderungen zu bewirken. Das Neurolinguistische Programmieren, kurz NLP, beschäftigt sich ebenfalls mit diesen und mehr Ansatzpunkten. Im Vordergrund beim NLP steht die Kommunikation des Individuums mit anderen Menschen, der Umgebung und sich selbst. Das Neurolinguistische Programmieren als solches, die NLP - Befürworter und - Anwender versprechen viel: Mit Hilfe von NLP könne man angeblich alles schaffen, was man wolle ; Träume würden Wirklichkeit; mit NLP könne man spielend leicht das Rauchen aufgeben und das Gewicht reduzieren; sei man Meister und Herr seines Lebens; sei man endlich erfolgreich im Beruf und im Leben; könne man grenzenlose Energien freisetzen; Ängste, Schmerzen und Stress beseitigen; und so weiter. In NLP - Kreisen wird mit Begeisterung und Enthusiasmus von den Wirkungen und Erfolgen des Modells geschwärmt, wird als universales Wunderprogramm profiliert und erhebt in diesem Zusammenhang den Anspruch, eine Wissenschaft zu sein. Schon allein das sollte nachdenklich stimmen. Aber was ist NLP wirklich? Welche Wirkungen und Funktionen hat NLP? Was sind die Grundlehren und Grundannahmen, was sind die wirklichen Hintergründe und Grundlagen von NLP? Gibt es Risiken und Nebenwirkungen? Lassen sich die Erfolge von NLP belegen? Findet man Studien, die die Zweifel an dem Kommunikationsmodell ausräumen? Im Folgenden wird ausführlich zu diesen Fragen Stellung genommen und nach Antworten gesucht. Diese Arbeit soll einen guten sachlichen Überblick über das NLP- Modell als solches geben, setzt sich jedoch auch mit den kritischen Aspekten auseinander.
2. Was ist NLP?
2.1. Entstehungsgeschichte: Vom Anfang bis heute
Das neurolinguistische Programmieren findet seine Wurzeln in den 70iger Jahren, als sich die beiden Amerikaner John Grinder - damals Professor für Linguistik - und Informatiker und Gestalttherapeut Richard Bandler 1976 die Fragen stellten, was die Merkmale seien, die erfolgreiche Therapiesitzungen ausmachten, was gelungene und gute Kommunikation überhaupt bedeute, und ob man diese anhand eines Modells lehr- und lernbar machen könne.
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Um Antworten auf ihre Fragen zu bekommen untersuchten die NLP- Begründer die Arbeitsmethoden und Verhaltensmuster berühmter Personen, wie Hypnosetherapeut Milton Erickson, Familientherapeutin Virginia Satir und Gestalttherapiebegründer Fritz Pearls, die bemerkenswerte Ergebnisse in i hren Therapiesitzungen mit schwierigen Klienten erzielten. John Grinder und Richard Bandler fragten sich, inwieweit deren Verhalten als Modell für alle Menschen gelten könne. Durch Zerlegung der gemeinsamen Verhaltensmuster in kleine Schritte und Übungen und durch die Anwendung des sogenannten „Master - Modelings“ 1 entwickelten sie das Meta- Modell des Neurolinguistischen Programmierens (kurz NLP). Dieses Modeling kann wohl auch als ursprüngliche und grundlegende Methodik des NLP gesehen werden.
Seit der Entstehung in den 70iger Jahren ist NLP nicht nur durch seine Gründer weiterentwickelt worden, sondern auch von vielen anderen Anwendern. Es wurden neue Bereiche erschlossen, neue Akzente gesetzt und weitere Techniken entwickelt, die genau auf bestimmte Anwendungsgebiete ausgeric htet sind. Aufgrund dessen und wegen der Vielseitigkeit kommt NLP gegenwärtig in vielen Bereichen zum Einsatz, wie zum Beispiel Pädagogik, Medien, Juristik, Verkauf, Wirtschaft, Politik, Therapie (z.B. gegen Phobien oder Angstzustände) und Sport, um nur einige zu nennen. Das NLP- Konzept unterlag einer raschen Verbreitung und erlangte schell den Ruf , eine erfolgreiche Therapiemethode zu sein. Inzwischen gibt es Institute, Seminare, Workshops und Ausbildungsgänge mit Abschlusszertifikaten. In Deutschland ist die NLP- Gemeinde im Dachverband DVNLP (Deutscher Verband für Neurolinguistisches Programmieren e.V.) organisiert 2 .
2.2. Begriffserklärung
Das Neurolinguistische Programmieren ist ein vielseitiges Kommunikationssystem, das auf kontrollierbare Erfolge und rasche Verhaltensänderungen abzielt. Außerdem soll es der Persönlichkeitsentwicklung dienen.
Das Wort besteht aus drei Komponenten, die jeweils als Teil des Gesamtprogramms verstanden werden. So könnte NLP mit folgenden Umschreibungen charakterisiert werden: Ø Neuro: bezieht sich auf den Aufbau und die Funktion des Nervensystems und steht demnach unter anderem für die sinnliche Wahrnehmung, die durch unsere 5 Sinnesorgane erfolgt.
1 Rückerl, Thomas: NLP in Action. Die Kunst des NLP als angewandte Psychologie im täglichen Leben und in der
professionellen Kommunikation. Paderborn. Junfermann- Verlag., 1997. S.16. (Master- Modeling heißt, die „Meister“ als
Anschauungsobjekt betrachten und nachnahmen).
2 Vgl. http://www.dvnlp.de/broschuere/.
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Ø Linguistisch: meint sowohl die verbale als auch die nonverbale Sprache. Sie bildet die Grundla ge für die zwischenmenschliche Kommunikation und verleiht der sinnlichen Wahrnehmung Ausdruck. Die Sprache wird als treibende Kraft der Modellbildung verstanden.
Ø Programmieren: verweist darauf, dass unser Verhalten durch feste Programme (einmal Gelerntes) gesteuert wird. Diese Programme können jedoch neu programmiert (ergänzt, verändert oder/und vervollständigt) werden 3 .
3. Die Grundannahmen des NLP
Die Grundannahmen, die durchgängig auf ein hoffnungsvolles Menschenbild verweisen, bilden die Basis für die Techniken des NLP und dienen zur Orientierung in der praktischen Anwendung. Sie werden auch als Axiome oder Glaubenssätze bezeichnet, die jedoch nicht als Wahrheit, sondern als nützlich und grundlegend apostrophiert werden. Es sind wie in der Mathematik Sätze, die ohne fundierte Beweise als gültig angenommen werden. Für das richtige Verständnis und zur erfolgreichen Anwendung des NLP gilt das Wissen über die Existenz und den Inhalt dieser Axiome als notwendige, implizite Voraussetzung. Anzumerken ist jedoch, dass die Anzahl und Formulierungen der Grundannahmen in der NLP- Literatur sehr unterschiedlich ist, sodass die folgende Darstellung keinen Anspruch auf Maßgeblichkeit oder Vollständigkeit erhebt, aber dennoch einen guten Überblick verschaffen soll:
Ø Das Bewusstsein und Unterbewusstsein spielen zusammen
Die Annahme soll zunächst nur verdeutlichen, dass es im NLP wichtig ist, zwischen bewussten und unbewussten Prozessen zu unterscheiden, obwohl beide Seiten sich gegenseitig bedingen.
Ø Wenn ein Mensch etwas lernen und tun kann, dann können es andere Menschen prinzipiell auch
Diese Grundannahme spielt schon in der Entwicklung des NLP eine Rolle. Gemeint ist damit das Konzept des Modelings: Menschen lernen am Modell. So können sie sich Fähig keiten durch wiederholen, üben und lernen, die sie an einem Modell, einem Vorbild bewundern und schätzen, aneignen 4 .
3 Vgl. Kutschera, Gundel: Tanz zwischen Bewußt-sein & Unbewußt-sein. NLP Arbeits- und Übungsbuch. Band 32 aus der
Reihe Pragmatismus & Tradition. Paderborn. Junfermann- Verlag, 1994. S. 57f.
4 Vgl. Birker, Gabriele u. Klaus: Was ist NLP? Grundlagen und Begriffe des Neurolinguistischen Programmierens. 4. Auflage.
Reinbek bei Hamburg. Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2002. S.16-20 u. 29f.
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Ø Jeder hat bereits alle nötigen Ressourcen für jede erwünschte Veränderung in sich Nur oft sind diese Ressourcen nicht dort, wo sie gebraucht werden. Es gibt zum Beispiel Menschen, die sich frei fühlen, wenn sie alleine sind. Aber in Gegenwart von anderen Menschen fühlen sie sich eingeengt und sind gehemmt. Im NLP werden die gewünschten Zustände verankert, sodass sich diese Menschen auch in Gegenwart anderer wohl fühlen. Ø Es wird stets (unbewusst) die beste Möglichkeit gewählt, die zur Verfügung steht Der Mensch entscheidet sich immer (wenn auch oft unbewusst) für die Alternative, die ihm subje ktiv am sinnvollsten erscheint. Sobald sich dem I ndividuum eine bessere Wahlmöglichkeit bietet, wird er sie ergreifen. Aus diesem Grund ist es wichtig im NLP, neue Wahlmöglichkeiten zu entwickeln. Ø Hinter jedem Verhalten steckt eine positive Absicht
Diese Grundannahme lässt sich gut an der Eltern- Kind- Beziehung erklären. Wenn Eltern ihre Kinder bestrafen, dann kann das so gesehen ein Ausdruck sein, wie Eltern ihren Kindern zeigen, dass sie sich um sie kümmern, sie mögen und wie sehr sie wollen, dass es ihnen auch in der Zukunft gut geht. Hinter jedem Verhalten steckt also eine (unbewusst) positive Absicht. 5
Ø Menschen nehmen jede Information durch ihre fünf Sinne wahr
Die Wahrnehmung spielt im NLP eine große und wichtige Rolle. Durch sie wird festgelegt, welche Informationen aufgenommen, demnach gespeichert werden und als Grundlage für bestimmte Entscheidungen gelten. Die menschlichen Sinnessysteme umfassen die visuellen (das Sehen), die auditiven (das Hören), die kinästhetischen (das Fühlen), die olfaktorischen (das Riechen) und die gustatorischen (das Schmecken) Reize. Hierfür wird das Kürzel V.A.K.O. verwendet. Jede Wahrnehmung lässt sich noch weiter aufgliedern in die sogenannten Submodalitäten. Submodalitäten sind Feinunterscheidungen innerhalb jedes Sinnessystems (zum Beispiel: dunkel/hell, groß/klein, nah/weit weg oder laut/leise). In diesem Zusammenhang kann auf das Modell der Augenbewegungen verwiesen werden. Es besagt, dass man an den Augenbewegungen des Gesprächspartners erkennen kann, was dieser im Moment denkt. So erinnert sich der Mensch beim Blick nach oben links an Bilder, die er tatsächlich einmal gesehen und in seinem Gedächtnis abgespeichert hat 6 . Ø „Die Landkarte ist nicht das Gebiet“ 7
Jeder Mensch nimmt seine Umwelt individuell wahr und hat demnach ein ganz eigene, innere und subjektive Wirklichkeit. Dieses innere Modell von der Welt wird im NLP als innere Landkarte bezeichnet. Hierin liegt auch der Kern der NLP - Methodik, denn es wird
5 Vgl. Weerth, Rupprecht: NLP & Imagination. Grundannahmen, Methoden, Möglichkeiten und Grenzen. Reihe Pragmatismus
& Tradition. Band 19. 2. Auflage. Paderborn. Junfermann- Verlag, 1994. S.25f. Vgl. auch: Kutschera, Gundel: a.a.O., S.62f.
6 Vgl. Birker, Gabriele u. Klaus: a.a.O., S. 37-59 und siehe dazu Abbildung 1im Anhang (S.16).
7 Bachmann, Winfried: Das neue Lernen. Eine systematische Einführung in das Konzept des NLP. Band 12 aus der Reihe
Pragmatismus & Tradition. 3. Auflage. Paderborn. Junfermann- Verlag, 1993. S.115 f.
Arbeit zitieren:
Heike Ganseforth, 2004, NLP - Neurolinguistisches Programmieren. Wissenschaft, Magie oder Methode?, München, GRIN Verlag GmbH
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