I. DIE NOTWENDIGKEIT VON INDIKATOREN 4
II. UNITED NATIONS DEVELOPMENT PROGRAMME
(UNDP) 4
1. HISTORISCHE HINTERGRÜNDE UND ORGANISATION 4
2. ZIELE 5
III. HUMAN DEVELOPMENT REPORT (HDR) 5
1. ORGANISATION 5
2. ZIELE 6
IV. DIE INDIKATOREN DES HUMAN DEVELOPMENT
REPORT 7
1. HUMAN DEVELOPMENT INDEX (HDI) 7
2. GENDER-RELATED DEVELOPMENT INDEX (GDI) 9
3. GENDER EMPOWERMENT MEASURE (GEM) 10
4. HUMAN POVERTY INDEX (HPI) 11
5. HUMAN FREEDOM INDEX (HFI) / POLITICAL FREEDOM
INDEX(PFI) 12
6. KRITIK AN DEN INDIKATOREN DES HDR 12
V. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: IST
ENTWICKLUNG MIT DEN INDIKATOREN DES HDR
MESSBAR? 13
LITERATURVERZEICHNIS 15
3
I. Die Notwendigkeit von Indikatoren
In vielen Ländern der Welt ist der Stand der Entwicklung immer noch nicht ausreichend, um den dort lebenden Menschen zufriedenstellende Lebensbedingungen ermöglichen zu können. Deshalb wurden überall auf der Welt Einrichtungen gegründet, die versuchen wollen, diesen Entwicklungsrückstand zu beseitigen. Ein Problem solcher Einrichtungen und Organisationen, wie der gesamten Entwicklungszusammenarbeit ist zunächst einmal die Erfassung des Entwicklungsstandes eines Landes. Nur anhand von Vergleichswerten ist es möglich, das Ausmaß der Armut verschiedener Länder zu erkennen und herauszufinden, in welcher Region oder welchem Land Unterstützung am ehesten benötigt wird und an welcher Stelle Hilfe ansetzen muss, um bestmögliche Erfolge erzielen zu können.
Daten, die den Entwicklungsstand eines Landes anzeigen sind auch deshalb unerlässlich, da sie eine Quantifizierung bereits erreichter Verbesserungen ermöglichen. Ein Versuch den Stand der Entwicklung eines Landes durch Indikatoren greifbar zu machen, stammt vom United Nations Development Programme und wurde im Rahmen seines Human Development Reports veröffentlicht.
II. United Nations Development Programme (UNDP)
1. Historische Hintergründe und Organisation
Am 22.November 1965 wurde das United Nations Development Programme, das Programm für menschliche Entwicklung, als globales Entwicklungsnetzwerk von der
Generalversammlung der Vereinigten Staaten im Zuge der „Resolution 2029 (XX)“ ins Leben gerufen. Finanziert wird das Programm zum größten Teil aus freiwilligen Beiträgen der Industrienationen, die allerdings in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen sind. Der deutsche Beitrag sank im Zeitraum der Jahre 1998 bis 2000 von insgesamt 62 Milliarden US-Dollar auf nur noch 24 Milliarden.
Zuständig für die Koordination des Programms ist zur Zeit noch der Administrator Mark Malloch Brown.
UNDP verfügt über einen Exekutivrat (Executive Board), dem die Steuerung und Kontrolle des Entwicklungsprogramms unterliegt. Diesem wird nach Absprache des UNDP mit den Regierungen des jeweiligen Entwicklungslandes ein Programmvorschlag für die Verteilung der Unterstützung vorgelegt. Diese Programme umfassten 1970 noch einen Zeitraum von fünf Jahren, der jedoch aufgrund der Unvorhersehbarkeit der Beitragsleistungen über einen so langen Zeitraum hinweg, 1997 erst auf eine Dreijahresplanung, 1998 dann auf das Beitragssystem MYFF umgestellt wurde.
4
1998 war UNDP mit 132 Büros in den Entwicklungsländern vertreten. Von dort aus werden Programme in insgesamt 174 Ländern koordiniert. Der Sitz dieser Organisation befindet sich in New York.
2. Ziele
Der United Nations Development Programme (UNDP) ist ein von den Vereinten Nationen initiiertes Entwicklungsprogramm, das versucht den Menschen dieser Welt bessere Lebensbedingungen zu ermöglichen. Oberstes Ziel ist die Halbierung der Armut auf der Welt bis zum Jahre 2015. Die Vereinten Nationen arbeiten mit 166 Ländern zusammen und versuchen gemeinsam mit diesen in verschiedenen Bereichen der Entwicklung Verbesserungen zu erzielen. UNDP ist verantwortlich für die Koordination und Finanzierung der Hilfsprojekte.
Während die einzelnen Entwicklungsländer an eigenen Strategien arbeiten, um eine Verbesserung der Lebensqualität zu erreichen, versteht sich UNDP „als Anwalt für diese von den Staaten in eigener Regie initiierten Lösungen 1 “. Im Vordergrund steht dabei zum Beispiel die Förderung innovativer Pilotprojekte, e ine Stärkung der Rolle der Frau im Entwicklungsprozess oder die Ermöglichung eines Zugangs der entwicklungsschwächeren Länder zu Fördermitteln.
Auch Krisenprävention und –bewältigung zählen zu den Aufgaben des UNDP, das in diesem Bereich versucht, Frühwarnsysteme und Konfliktlösungen zu entwickeln sowie immer vor Ort präsent zu sein, um direkt Unterstützung anbieten zu können. UNDP verfolgt außerdem das Ziel, Umweltzerstörung zu beseitigen und den Zugang zu sauberen, bezahlbaren Dienstleistungen zu ermöglichen, indem es die Länder dabei unterstützt ihre Kapazitäten zu stärken, indem es Lösungsansätze bietet und innovative Politikberatung zur Verfügung stellt. Ebenfalls wird die Entwicklung von Strategien angestrebt, die es möglich machen den Zugang zu Information- und Kommunikationstechnologie zu erweitern oder um die Bekämpfung von Krankheiten wie zum Beispiel Aids voranzutreiben. Insgesamt verfolgt UNDP das Konzept einer nachhaltigen Entwicklung und versucht dies durch eine sinnvolle Verteilung der Ressourcen zu erreichen.
III. Human Development Report (HDR)
1. Organisation
Seit 1990 wird alljährlich vom UNDP der „Human Development Report“ (HDR), der Bericht über die menschliche Entwicklung herausgegeben, der seit 1994 auch ins Deutsche übersetzt erscheint.
1 Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen (2002), o.A.
5
Zuständig für diesen Bericht ist ein Team unabhängiger Mitarbeiter verschiedener Nationen, Fachleute aus Wissenschaft, Politik oder Zivilgesellschaft, die Daten und Ideen aus ihren eigenen Aufgabenbereichen beisteuern. Die Leitung übernehmen gegenwärtig Sakiko Fukuda-Parr und Nancy Birdsall.
Die Berichte beinhalten jeweils ein Thema der gegenwärtigen Entwicklungsdebatte, sie enthalten zunächst eine Hinführung an die Problemstellung, des weiteren Lösungsvorschläge und liefern außerdem die zugehörigen Daten. Insgesamt soll die politische, soziale und wirtschaftliche Entwicklung in 174 Ländern analysiert werden. Die Darstellungen des HDR sind nicht auf die Sichtweise der westlichen Länder beschränkt, die Thematik wird auch vom Standpunkt der gesamten internationalen Gesellschaft aus betrachtet.
2. Ziele
Ziel des HDR ist es, auch die menschliche Dimension von Entwicklung zu behandeln und dabei weniger nur das wirtschaftliche Wachstum als Maßstab für die Entwicklung zu betrachten.
So konstatiert der HDR: „Der Vorteil des Wirtschaftswachstums ist nicht die Mehrung des Wohlstands, sondern die Erweiterung der menschlichen Wahlmöglichkeiten (the prozess of widening people`s choice)“ 2
Eine damit verbundene Erhöhung des Wohlstandsniveaus soll zur Bildung von Fähigkeiten beitragen, die für die Bevölkerung eine Notwendigkeit darstellen um ihre Entwicklung voranzutreiben.
Der HDI verfasste einige Ansätze zur Problematik der Verwendung des Pro-Kopf-Einkommens als Indikator für menschliche Entwicklung:
Das häufig verwendete Bruttosozialprodukt (BSP) stellt zwar einen Indikator für wirtschaftliche Entwicklung dar, lässt allerdings soziale Faktoren unberücksichtigt, so dass die Erhöhung der Wachstumszahlen einer Bevölkerung nicht mit einem angemessenen Grad der Entwicklung gleichzusetz en ist.
Unbeachtet bei der Erstellung des Bruttosozialprodukts bleiben die nicht-monetäre Werte, die der Bevölkerung oftmals ein besseres Leben ermöglichen, auf der anderen Seite Belastungen, die das Leben trotz Wachstum zerstören können. Zudem erfasst das BSP nur Leistungen, die über den Markt gehen. Unberücksichtigt bleiben deshalb der eventuell hohe Anteil an Selbstversorgern sowie der informelle Sektor der Subsistenzwirtschaft, Bereiche, die oft einen großen Beitrag für die Gesellschaft leisten.
2 Nuscheler (1997), S. 2
6
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Miriam Rottmann, 2004, Die Indikatoren des Human Development Report (HDR), Munich, GRIN Publishing GmbH
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