Inhalt:
1. Einleitung 3
2. Rahmen 3
3. Computerrahmen 5
6
3.1 Ent- und Rekontextualisirung
3.1.1 Verlust des realen Raumes und des
6
thematischen Kontextes
7
3.1.2 Verlust metakommunikativer Sprachelemente
9
3.1.3 Virtualisierung, Imagination und Egalität
4. Resümee 11
2
1. Einleitung
Jede Form der menschlichen Interaktion ist durch Regeln geprägt, welche eine vernünftige Kommunikation überhaupt erst möglich machen. Diese Regeln sind allerdings keine feststehenden und generell gültigen Verhaltensnormen, sondern eher ein ganzes „Regelwerk“, das es je nach Si tuation, Art der Kommunikation und Kommunikationspartner neu anzuwenden gilt. Zunächst muss also herausgefunden werden, in welchem Rahmen man sich befindet, ehe man beginnt zu interagieren. Erst wenn man einen (oder auch mehrere) Rahmen richtig identifiziert, machen menschliche Interaktionen Sinn, bzw. sie werden verständlich und wir werden in die Lage versetzt richtig darauf zu reagieren. 1
Die Veränderung von Kommunikation bringt also neue Handlungsanweisung mit sich, oder man könnte auch sagen, das bestehende Regelwerk muss auf diese Veränderung angewandt werden, sodass also auch dann, wenn ein neues technisches Medium zur Vermittlung von Kommunikation unsere Möglichkeiten erweitert, also neue Rahmen schafft, diese aus Erfahrungen bestehende Organisationsprinzipien neu ausgerichtet werden müssen. So auch bei der computervermittelten Kommunikation: alte Grenzen (geographische, zeitliche usw.) verlieren an Bedeutung, neue Grenzen (eingeschränkte Kommunikationsmöglichkeiten) kommen hinzu. Dieser Verschiebung v on Rahmenbedingungen muss in der Kommunikation Rechnung getragen werden, will man die computervermittelte Kommunikation nicht als chaotisch, sondern ebenfalls als sinnvoll ansehen.
In dieser Arbeit soll es genau um diese Verschiebung gehen, wobei ich weniger auf die Erweiterung von Möglichkeiten eingehen möchte, sondern mein Hauptaugenmerk soll auf den Einschränkungen der computervermittelten Kommunikation liegen und inwieweit sich neue Kommunikationsformen, Kontexte und Rahmenbedingungen, aufgrund dieser Einschränkungen entwickelt haben. Es geht also hauptsächlich um Ent-und Rekontextualisierung.
2. Der Rahmen
Ausgangspunkt für Erving Goffman ist die Situation, in der sich ein Mensch befindet und der er sich mit der Frage zuwendet: „Was ist hier eigentlich los?“. 2 Es geht also nicht um die Frage, was Wirklichkeit ist oder was sie ausmacht, sondern um die Frage,
1 Vgl. Willems, S.33
2 Vgl. Goffman, S.16
3
wie ein Mensch seine Wirklichkeit wahrnimmt und vor allem, wie er sie organisiert. In den wenigsten Fällen schafft sich der Mensch seine Wirklichkeit (die Situation in der er sich befindet) selbst und auch die Definition ist zumeist eine bereits festgelegte, sodass er für gewöhnlich „nur“ noch feststellen muss, was die Situation für ihn bedeutet und wie er sich in dieser Situation verhalten muss. 3 Wenn Goffman also von einem Rahmen spricht, so meint er bestimmte Situationen, in denen sich ein Mensch befinden kann und die ihm Verhaltensregeln und Erwartbarkeiten, also einen (oder auch mehrere) Rahmen mitgibt. Ein grundlegendes Organisationselement also im Kontext der Definition einer Situation. 4
Wichtig für die Rahmenanalyse bei Goffman sind die „sozialen Rahmen“, welche, im Gegensatz zu den „natürlichen Rahmen“, nicht als einfach vorhandene, unwillkürliche Rahmen existent sind, sondern hinter denen immer eine Intelligenz, in den meisten Fällen die eines Menschen, steht. Soziale Rahmen sind also Rahmen, hinter denen ein Ziel, eine Absicht oder ein gesteuertes Eingreifen steht. 5 Solche vom Menschen geschaffene Rahmen, sind dabei nicht unveränderbar, sondern können von jedem daran Beteiligten beeinflusst, verändert oder auch korrigiert werden. Wichtig für das Verständnis des Rahmenbegriffes ist, dass der Mensch, welcher sich einer bestimmten Situation gegenübersieht, auch gleichzeitig die Bedingungen dieser Situation einzuschätzen weiß und somit erkennen kann, welche Verhaltensweisen angebracht sind und welche nicht. 6 Diese Bedingungen sind wiederum vielfältiger Art. Rahmenbedingungen können sein: die Örtlichkeit der interpersonalen Kommunikation, die Kommunikationspartner, denen man sich gegenüber sieht, die Zeit oder auch der Zeitraum, in der sich der Rahmen befindet, der Anlass für das Zusammentreffen, usw. Ohne nun zu weit in die Theorie der Rahmenanalyse eindringen zu wollen, sei hier nur noch kurz festzuhalten, dass in den wenigsten Fällen nur ein Rahmen allein die menschliche Interaktion beeinflussen wird. Meist werden sich mehrere Rahmen „überlappen“ oder auch ineinander spielen. Rahmen gehen fließend ineinander über und manchmal wissen wir auch erst ganz am Ende einer interpersonalen Interaktion, was nun eigentlich los war und wie wir hätten handeln sollen.
Aus seiner Erfahrung heraus ist der Mensch in den meisten Fällen dazu in der Lage, den jeweiligen Rahmen zu erkennen, auch mehrere Rahmen gleichze itig zu meistern und den Erwartungen der Beteiligten gerecht zu werden, wobei man dann von einem klaren
3 ebd. S.9
4 Vgl. Höflich (2003), S.39
5 Vgl. Goffman, S.32
4
Quote paper:
Marko Tomasini, 2005, Kommunikation in neuen Kontexten - Der Computerrahmen als Voraussetzung computervermittelter Kommunikation, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Kompetenzen in der ambulanten Drogenberatung - Beratungsansätze bei Me...
Termpaper, 17 Pages
Eine Beschreibung des Arbeitsfeldes Sucht in der Sozialen Arbeit
Scholary Paper (Seminar), 14 Pages
Drogenabhängigkeit und Drogenberatung
Psychology - Consulting, Therapy
Scholary Paper (Seminar), 12 Pages
Gesundheitsförderung und Prävention durch SozialpädagogenInnen / Sozia...
Termpaper, 25 Pages
Vergleich präventiver Angebote im Internet für KonsumentInnen von lega...
Termpaper, 25 Pages
Vergleich der Vater-Sohn-Beziehung in Jurek Beckers Romanen Der Boxer ...
German Studies - Modern German Literature
Scholary Paper (Seminar), 18 Pages
Systemische Beratung / Selbstkonzept nach Schulz von Thun
Pedagogy - Science, Theory, Anthropology
Presentation (Elaboration), 16 Pages
Vergleich der Rollenbilder von Mann und Frau in der Werbung in den 195...
Communications - Public Relations, Advertising, Marketing
Scholary Paper (Seminar), 23 Pages
Technische Innovation - Kommunikationszerstörung versus Electronic Com...
Communications - Media History
Termpaper, 20 Pages
Communications - Multimedia, Internet, New Technologies
Scholary Paper (Seminar), 29 Pages
Pierre Bourdieus Theorie der Felder und Niklas Luhmanns Theorie der Sy...
Sociology - Methodology and Methods
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 31 Pages
Online-Beratung - Herausforderung für Beratungsstellen
Diploma Thesis, 118 Pages
Computervermittelte Kommunikation unter besonderer Berücksichtigung de...
Psychology - Social Psychology
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 20 Pages
Marko Tomasini's text Kommunikation in neuen Kontexten - Der Computerrahmen als Voraussetzung computervermittelter Kommunikation is now available as a printed book
Marko Tomasini has published the text Kommunikation in neuen Kontexten - Der Computerrahmen als Voraussetzung computervermittelter Kommunikation
Marko Tomasini has uploaded a new text
Sprache Kommunikation Medien 5. Schülerbuch. Neubearbeitung 2004. Gymn...
Klaus Vonderwerth, Verena Walter, Mareike Zastrow
Bildung im Neuen Medium - Education Within a New Medium
Wissensformation und digitale ...
Torsten Meyer, Michael Scheibel, Stephan Münte-Goussar, Timo Meisel, Julia Schawe
0 comments