Universität Rostock
Institut für Romanistik
PS: Einführung in die italienische Literaturwissenschaft
Umberto Eco: Baudolino
von: Sophia Gerber
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung 2
1. Inhaltliche Darstellung 3
2. Analyse des Aufsatzes Umberto Eco`s Baudolino and the language of monsters von Christina Farronato 5
3. Analyse der Rezension Baudolino, der Lügner von Werner Raith 7
4. Textvergleich 9
5. Fazit 10
6. Literaturverzeichnis 11
0. Einleitung
Erano ormai dieci anni che Baudolino stava a Parigi, aveva letto tutto quello che si po-teva leggere, aveva imparato il greco da una prostituta bizantina, aveva scritto poesie e lettere amorose che sarebbero state attribuite ad altri, aveva praticamente costruito un regno che ormai nessuno conosceva meglio di lui e dei suoi amici, ma non aveva terminato gli studi. (Eco 2000, Cap.13)
Ecos Roman Baudolino erzählt die mittelalterliche Geschichte des piemontesischen Bauernsohns Baudolino, der als Kind von Kaiser Friedrich Barbarossa adoptiert wird und in den folgenden Jahren bedeutende historische Ereignisse nicht nur miterlebt, sondern sie auch selbst gestaltet. Ziel der folgenden Arbeit ist zu-nächst eine kurze inhaltliche Darstellung des Romans. Dann soll die Analyse und der Vergleich der Aufsätze Cristina Farronatos, die sich mit der Rolle der Fabelwesen befasst, und Werner Raiths erfolgen, der sich insbesondere mit dem Verhältnis von Wahrheit und Fiktion in der Romangeschichte auseinandersetzt. Im Fazit sollen die Ergebnisse resümiert und mögliche weiterführende Gedanken angeführt werden.
1. Inhaltliche Darstellung
In Ecos Roman Baudolino, der zur Zeit der Kreuzzüge im 12. und 13. Jahrhundert spielt, erzählt die Hauptfigur Baudolino dem Historiker Niceta rückblickend seine Lebensgeschichte: Als Bauernsohn in Piemont geboren, begegnet er 1155 als Dreizehnjähriger Friedrich Barbarossa, dem er die Eroberung der Stadt Tortona prophezeit. Dieser adoptiert ihn daraufhin und übergibt ihn in die Obhut des Bischofs von Freising und dessen Sekretär. Nach dem Unterricht beim Bischof studiert Baudolino einige Jahre in Paris und kehrt erst wieder als 26jähriger an den Hof des Kaisers zurück. Nach der verlorenen Schlacht bei Legnano gegen die auf-ständischen papsttreuen norditalienischen Stadtstaaten soll Baudolino im April 1177 im Auftrag seines Adoptivvaters nach Venedig reisen, um ein geplantes Versöhnungstreffen mit Papst Alexander III. vorzubereiten. Dort lernt er in einer Taverne den orthodoxen Mönch Zosimos kennen, der für das Byzantinische Reich in Venedig spioniert und der von einer Landkarte des orientalischen Reiches des sagenhaften Presbyters Johannes berichtet. Baudolino, der schon mit seinen Kommilitonen in Paris davon träumte, dieses Reich zu finden, erzählt Zosimos im angetrunkenen Zustand von einem Brief, den der Priesterkönig angeblich zusammen mit einem wertvollen Gradal Kaiser Friedrich I. überbringen ließ. Da Zosimos daraufhin diese Geschichte für seine Zwecke verwendet und das Gerücht verbreitet, der Presbyter habe diesen Brief dem Basileus, dem persischen Großkönig, übermittelt, erfindet Baudolino eine neue Version der Sage, um mit dem vermeintlichen Bündnis mit Johannes die Vormachtstellung seines Adoptivvaters sowohl gegenüber dem Papst in Rom als auch dem Basileus in Konstantinopel zu begründen. So reist Baudolino 1189 mit Kaiser Friedrich, der den Kreuzzug auf Jerusalem plant, und seinen ehemaligen Kommilitonen in den Orient, um den angeblich in Jerusalem gestohlenen Gradal, der in Wirklichkeit eine Trinkschale ist, dem Priesterkönig zurückzubringen. In Konstantinopel können sie Zosimos überwältigen, der fortan als Gefangener mitreist, und sie begegnen dem armenischen Würdenträger Ardzrouni, der sich als ortskundiger Begleiter anbietet und sie ein-lädt, auf seiner Burg am Fluss Saleph in Anatolien zu übernachten. Am nächsten Morgen finden Baudolino und die anderen den Kaiser leblos neben seinem Bett am Boden liegend und sie beschließen, seinen Tod zu vertuschen. Da Friedrich angekündigt hatte, er werde am Morgen im Fluss baden gehen, werfen sie den Leichnam ins Wasser, wo er später von Kreuzfahrern entdeckt wird und sich bald die Nachricht verbreitet, der Kaiser sei beim Baden ertrunken. Zosimos konnte inzwischen den Gradal in einer der falschen Reliquien verstecken und damit fliehen, sodass Baudolino und seine Gefährten allein weiterziehen. Auf ihrer vier Jahre langen Reise erleben sie gefährliche Abenteuer mit zahlreichen Fabelwesen, wobei einer der Gefährten ums Leben kommt. In der Stadt Pndapetzim treffen sie schließlich auf den designierten Nachfolger des Priesterkönigs, der diesen jedoch nie gesehen hat, an seiner Existenz zweifelt und bald darauf stirbt. In der Zwischenzeit hatte sich Baudolino in die chimärische Hypatia verliebt, die Mitglied einer abgeschieden lebenden Frauensekte war. Als jedoch die Weißen Hunnen im Jahr 1197 Pndapetztim angreifen, muss Baudolino Hypatia und ihr noch ungeborenes gemeinsames Kind, die in unzulänglichen Bergregionen in Sicherheit gebracht werden, zurücklassen, während er selbst mit seinen Gefährten vor den Angreifern nach Westen flieht. Schon einmal hatte Baudolino damals durch tragische Umstände Frau und Kind verloren. Nach weiteren gefahrvollen Ereignissen, bei denen zwei andere Begleiter sterben, trifft Baudolino 1204 wieder in Konstantinopel ein, das gerade von den Venezianern und den Rittern des vierten Kreuzzuges eingenommen wird. Inmitten der Wirren entdeckt Baudolino, dass Zosimos die Reliquien unabsichtlich vertauscht hatte und er selbst die ganze Zeit den Gradal mit sich herumgetragen hatte.
[...]
Arbeit zitieren:
Sophia Gerber, 2003, Umberto Eco: Baudolino, München, GRIN Verlag GmbH
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