„Die einsame Masse“ Caroline Rosenau
David Riesman Studiengang MK/ Film
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Kurze Biographie 2
3. Definition des Begriffs „Masse“ 3
4. „Die einsame Masse“
4.1. kurze Inhaltsangabe des Werks 4
5. Charakter 5
5.1. Charaktertypen und Gesellschaftsformen
5.2. Charakter und Gesellschaft
5.3. Charaktertyp der „traditions- gelenkten“ Gesellschaft 6
5.4. Charaktertyp der „innen- gelenkten“ Gesellschaft 7
5.5. Charaktertyp der „außen- gelenkten“ Gesellschaft 8
6. Rolle der Eltern und der Schule, eine Entwicklung 10
6.1. Traditions-Lenkung
6.2. Innen-Lenkung 11
6.3. Außen-Lenkung
6.4. Kurze Zusammenfassung der Unterschiede der
drei Charaktertypen 13
7. Die Entwicklung der Literatur in den drei Gesellschaftsformen 13
7.1. Traditions-Lenkung
7.2. Innen-Lenkung
7.3. Außen-Lenkung 14
8. Mensch und Arbeit 16
8.1. Unterschiede zwischen „innen- geleitetem“ und
„außen- geleitetem“ Charaktertyp
9. Wandlungen in der symbolischen Bedeutung des Essens 17
und der Sexualität
9.1. Essen
9.2. Sexualität
10. Politik 18
10.1. Die Gleichgültigen „Alter Stil“
10.2. Die Gleichgültigen„Neuer Stil“
10.3. Der Informationssammler in der
„außen- geleiteten“ Gesellschaftsform 19
10.4. Der Moralist
10.5. Der Wandel der Politik in den Massenkommunikationsmitteln 20
10.6. Politik und Massenkommunikationsmittel im 20. Jahrhundert 21
11. Wahlkampf in den USA im 21. Jahrhundert 22
11.1. Massenkommunikationsmittel im Wandel des 21. Jahrhunderts
11.2. Wahlkampagnen und das Image des Politikers 23
12. Zusammenfassung Politik als Konsumgut im 20. und 21. Jahrhundert 26
13. Autonomie 26
13.1. Definition des Begriffs Autonomie 13.2. Anpassung oder Autonomie 27
13.3. Die Autonomen unter den „Außen-Geleiteten“ 28
13.4. Der falsche persönliche Ton in den zwischenmenschlichen Beziehungen: Hindernisse für die Autonomie in der Arbeit 29 13.5. Die gesteigerte seelische Verarmung: Hindernisse für die Autonomie in der Freizeit 30
13.6. Die Geselligkeit und die seelische Verarmung der Frau 31
13.7. Formen höherer Kultivierung 13.8. Der Freizeitberater 32
13.9. Freier Markt für Kinder
14. Autonomie und Utopie 33
15. Literaturverzeichnis 34
1. Einleitung
Mit dieser Seminararbeit möchte ich aufzeigen, wie sich das Konsumverhalten in der amerikanischen Gesellschaft, mit dem Wandel der Zeit, verändert hat und welche Rolle die Massenkommunikationsmittel dabei tragen. Hierfür habe ich das Buch „Die einsame Masse“ von David Riesman gewählt. Sein Werk avancierte 1950 zum Bestseller auf dem sozialwissenschaftlichen Gebiet. Er galt als Idol der amerikanischen Beatgeneration und seine Theorie über die Entwicklung in den USA vom „selbstbestimmten“ Individuum zum „fremdbestimmten“, ging in die Geschichte ein.
Zunächst beginne ich mit einer kurzen Biografie von David Riesmann und einer Erläuterung des Begriffs „Masse“. Dann werde ich auf die drei Charaktertypen der „traditions- gelenkten“, der „innen- gelenkten“ sowie der „außen- gelenkten“ Gesellschaftsform eingehen. Anschließend wird beleuchtet wie sich der Wandel des Charaktertyps vollzog und welchen Einfluss er auf die amerikanische Gesellschaft hat. Geklärt werden soll auch in wie weit, die Massenkommunikationsmittel das private und öffentliche Leben sowie das Konsumverhalten der Menschen beeinflusst
1
und aktiv an ihrem Leben teilnimmt. Abschließend betrachte ich die Autonomie des „Außen-gelenkten“ und wie der moderne Mensch sie erreichen kann. Ich weise darauf hin, dass die allgemein aufgeführten Standpunkte in dieser Arbeit, sofern nicht anders gekennzeichnet, die Ansicht Riesmans wiedergeben.
2. Kurze Biographie
David Riesman wurde 1909 in Philadelphia (USA), als Sohn eines Professors, geboren. Er studierte Jura an der Harvard Universität und graduierte 1931. Mit dem Doktortitel, den er 1934 in Harvard erhielt, begann seine berufliche Karriere. Er arbeitete am amerikanischen Bundesgerichtshof und unterrichtete Jura an der Universität von Buffalo.
Als Mitarbeiter der Forschungsabteilung an der „Colombia Law school“, befasste er sich mit Margaret Mead und Ruth Benedict (Anthropologinnen) sowie Hannah Arendt (Philosophin) und dem Literaturkritiker Lionel Trilling mit Soziologie. Später studierte David Riesman Psychoanalyse.
1949 wurde er Mitglied der sozial-wissenschaftlichen Fakultät der Universität von Chicago und schrieb zusammen mit Nathan Glazer (Professor für Erziehung und sozialer Struktur) das Buch „Die einsame Masse“. Dieses Werk avancierte sofort zum Bestseller. Bis 1958 unterrichtete David Riesman in Chicago. Danach gab er als Professor für Sozialwissenschaften bis 1981 Vorlesungen zum Thema „Amerikanischer Charakter und soziale Strukturen“ in Harvard. Lange nach dem er seine akademische Laufbahn an der Harvard University beendet hatte, beeinflusste seine Theorie noch viele Studentengenerationen.
Der Soziologe David Riesman starb im Alter von 92 Jahren in Birmingham/ New York. Er galt als Idol der amerikanischen Beatgeneration und seine Theorie über die Entwicklung in den USA vom „selbstbestimmten“ Individuum zum „fremdbestimmten“, ging in die Geschichte ein.
Zum Tod von David Riesman erschien folgender Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung:
„Wollte man seine lite arische Wirkung bilanzieren, so müsste man (...) r
gerechtigkeitshalber alle Verkaufszahlen von Büchern über die postindustrielle Gesellschaft, die Erlebnisgesellschaft und die diversen Generationenbrüche seit 1945 in Anteilen Riesman zuschreiben. Denn viel Neues ist seitdem über jenen Mentalitätswandel zur „other- di ected- person“ nicht mitgeteilt worden, r 1 nur viel Buntes.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 13.05.02, Artikel „Wir Radarmännchen“ von Jürgen Kaube 1
2
3. Definition des Begriffs „Masse“
Masse (Soziologie) :
„Der Begriff Masse bezeichnet eine große Menge von Menschen, die konzentriert auf relativ engem Raum miteinander kommunizieren, agieren und reagieren.“ 2
Das Auftreten der Menschen in der Geschichte als Masse wird als Phänomen weiter entwickelter Zivilisationen gedeutet. Die Ursache dafür liegt am Bevölkerungswachstum und der damit verbundenen Urbanisierung. Der Charakter, also das Auftreten und das soziale Verhalten einer so genannten „Masse“, folgt eigenen Gesetzmäßigkeiten.
Man unterscheidet die Gruppe, Horde, Meute usw. von der „Masse“, allerdings kann man gewisse Wesenszüge der oben genannten Kollektivformen in der „Masse“ wieder finden. Eine Masse wird durch ein System von Signalen und Symbolen koordiniert. Die Koordination erfolgt durch z.B. Politik, Religion, Tradition. Allerdings ist die Masse auch zu einer gewissen Eigendynamik imstande, wie z.B. Panik, Flucht... .
In der Neuzeit findet man eine Orientierung zu neuen Massenkoordinationssystemen, die durch den Einsatz von Massenmedien in den Vordergrund tritt. Massenmedien sind: Presse, Radio, Fernsehen usw. Sie übernehmen abgewandelte Regularien und bringen ihre Eigendynamik mit. So dass eine ganz individuelle und neue Struktur entsteht. Die Massenmedien dienen als Instrument von Politik und Kommerz und entfalten somit ihre Macht bis ins Totale bzw. Globale. Es gibt eine Vielfalt an Massen, einige davon möchte ich nennen.
Arten von Massen:
• Gerichtete Masse
Definition: Spontane oder provozierte Ausschreitungen, Ziel gerichtet gegen abweichende Einzelne und kleine Gruppen.
• Indifferente Masse
Definition: Masse schlägt in ihrer Meinung ins Gegenteil um - z.B. Euphorie wird zu Hass und Aggression.
2 www.wikipedia.de : freie Enzyklopädie
3
• Hetzmasse
Definition: Die Gewissheit der Zugehörigen zu den „Guten“ führt oder erleichtert das Vorgehen gegen andere Randgruppen, die Bereitschaft zur Vernichtung ist gegeben (Bsp. 2. Weltkrieg, Antisemitismus/Ideologie)
• Fluchtmasse
Definition: Bei drohender Gefahr verhält sich diese Masse irrational und damit vergrößert sie u. a. die Bedrohung.
• Verbotsmasse
Definition: Durch Benachteiligung z.B. im Arbeitsalltag kann eine solche Verbotsmasse entstehen (z.B. Warnstreiks, Demonstrationen...)
• Umkehrungsmasse
Definition: Eine unterdrückte Gruppe kann sich zu einer Umkehrungsmasse entwickeln (z.B. 1989 DDR/ Revolutionen/ Demonstrationen/ Rebellionen), sie gehen gegen ihre „Peiniger“ vor.
4. „Die einsame Masse“
4.1. Kurze Inhaltsangabe des Werks
Riesman befasst sich in „Die einsame Masse“ mit der Entwicklung der neuzeitlichen Gesellschaft. Seine Arbeit bezieht sich vor allem auf Amerika. Er untersucht den sozialen Charakter sowie die Veränderung der gesellschaftlichen Werte. Dabei erläutert er die Ablösung des „traditionsgelenkten Menschen“ durch den „außengelenkten Menschen“ in seinen gesamten Lebensvollzügen und die Auswirkungen in der amerikanischen Gesellschaft. Der „außengelenkte Mensch“ wird insbesondere durch die Massenmedien (z.B. Presse, Radio, Fernsehen), die sich die Politik und der Kommerz zu Nutze machen, in seinem sozialen Verhalten geformt. Riesman stellt in seinem Buch „Die einsame Masse“ drei Gesellschaftsformen vor:
1. die „traditions-geleitete“
2. die „innen-geleitete“
3. die „außen-geleitete“
4
und definiert sie. Er vermittelt dem Leser eine umfangreiche Darstellung der Entwicklung der Gesellschaftsform bis in die Neuzeit. Vieles von dem, was der Autor Werk erläutert, können auf unsere heutige Zeit im sozialwissenschaftlichen Sinne übertragen werden. Auch wenn er sich auf die Charakterstudie der amerikanischen Gesellschaft bezieht, so kann man heutzutage seine Theorie auf Europa und andere Kontinente wie z.B. Australien übertragen.
5. Charakter
5.1. Charaktertypen und Gesellschaftsformen
„Ich spreche von dem Amerikaner in der Einzahl, als gäbe es deren nicht Millionen im Norden, Süden, Osten und Westen, beide lei Geschlechts, aller r
Altersklassen und verschiedener Rassen, Berufe und Religionen. Natürlich ist der Amerikaner, von dem ich spreche, legendär; aber bei einem solchen Thema muss man unweigerlich in Parabeln sprechen; und vielleicht ist es von 3 Nutzen, dies in aller Offenheit zu tun.“
Definition sozialer Charakter
Charaktertypen die von der Gesellschaft geformt wurden und die sich in der Arbeit, in der Politik und in der Kindererziehung durchsetzen. Das Produkt der Erfahrungen einer bestimmten Gruppe, Gesellschaft.
Der Verfasser schließt sich der Meinung seiner Kollegen und der vieler Autoren auf dem sozialwissenschaftlichen Gebiet an, dass die Kindheit von größter Wichtigkeit für die Charakterbildung ist. Sowohl die Eltern, beeinflusst durch die jeweilige Gesellschaftsform, übertragen einen bestimmten Charaktertyp auf ihren Nachwuchs als auch die Gesellschaftsform an sich. Die damit verbundenen Normen und Regeln üben einen direkten Einfluss auf die Entwicklung des sozialen Charakters des Kindes aus.
5.2. Charakter und Gesellschaft
Welche Beziehung besteht nun zwischen sozialem Charakter und Gesellschaft?
Der Soziologe bedient sich eines Zitates von Erich Fromm, das die Beziehung zwischen dem sozialen Charakter und der Gesellschaft andeutet, um diese Frage beantworten zu können.
3 Santayana, „Character and Opinion in the United States“
5
Arbeit zitieren:
Caroline Rosenau, 2003, Über David Riesmans "Die einsame Masse", München, GRIN Verlag GmbH
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