Gliederung
Seite
Einf ührung 2
1. Parteien 3
a) Do parties matter? 4
b) Die Freien 5
c) „Unsere Politiker“? 5
d) Fazit 6
2. Verbände 7
a) Sozialpolitik - 7
b) Wirtschaftsförderung 9
c) Fazit 9
3. Gewerkschaften 10
4. Vereine 11
Fazit 13
5. Selbsthilfegruppen 14
Fazit 15
Literaturverzeichnis 16
1
Einleitung
Akteure und Parteien in der Kommunalpolitik. Dies betrachtet vor dem Hintergrund des Wandels und der Erneuerung in der Kommunalpolitik. Wird sich etwas ändern oder bleibt es bei der altbekannten und weit verbreitet Mischung aus Klüngel, Cliquen und Karrieren? Und gibt es den immer wieder gerne zitierten „Filz“ wirklich oder handelt es sich um eine Klischee? Jeder kennt die Geschichte vom Bürgermeister einer dörflichen Gemeinde, der zugleich noch Vorsitzender des örtlichen Schützenvereins und der größte Bauunternehmer ist. Jeder geht automatisch von Kungeleien aus, sieht es direkt vor sich, die Absprachen untereinander und das gegenseitige Zuschieben von Aufträgen.
In kleinen Gemeinden oft noch mit einem Schmunzeln betrachtet und in die Kategorie „Geschichten vom Dorfe“ abgeschoben, kann es sich in größeren Städten schnell zu handfesten Skandalen entwickeln, wie jüngste Beispiele, z.B. in Wuppertal belegen.
Ändert daran die Abschaffung der Doppelspitze und die Schaffung eines hauptamtlichen Bürgermeisters etwas?
Liegt es nur an den Akteuren in Rat und Verwaltung oder üben Verbände, Vereine und Gewerkschaften ihren Einfluss auf die Entscheidungsträger aus? Treibt das Verhalten der Politiker die Menschen weiter in die Politikverdrossenheit und Lethargie? Oder organisieren sie sich in Selbsthilfegruppen und nehmen ihre ausgeweiteten Möglichkeiten in Form von Bürgerbegehren und Bürgerentscheiden wahr?
All diese Fragen sollen in der folgenden Arbeit behandelt und erörtert werden. Jedoch allein der Versuch Patentrezepte zur Modernisierung und Entflechtung von kommunaler Politik anzubieten, wäre eine Anmaßung. Denn schon viele Wissenschaftler und Politiker sind bei diesem Versuch gescheitert: am Widerstand von Klüngel, Cliquen und Karrieren.
2
1. Parteien
Das Idealbild von Kommunalpolitik ist „[i]deologiefrei, harmonisch, rein sachlich“ 1 . So schreibt Haller: „ Kennzeichen nahezu aller [...] Publikationen ist die Auffassung, dass in der Gemeinde in einem überschaubaren Rahmen unmittelbare Existenzprobleme von den Bürgern in eigener Regie gelöst werden könnten.“ 2 Das legt nahe, an eine parteifreie und sachorientierte Politik zu denken, in der von Bürgern gewählte Bürger die gemeinsamen Probleme im Einverständnis mit allen lösen. Es soll um die Sachentscheidungen gehen, welche nach Schöber nur, „ als eine unpolitische Erfüllung vorgegebener Pflichten zu definieren [ist]“ 3 .Die Realität sieht jedoch anders aus. Gibt es in kleineren Gemeinden noch eher freie Wählergemeinschaften und parteilose höhere Verwaltungsbeamte, wächst die Parteizugehörigkeit mit der Größe der Gemeinde. 4
Das verwundert nicht unbedingt, führt Holtmann an: „Bedenkt man, dass die kommunale Selbstverwaltung wichtige Funktionen einer dritten Ebene im Bundesstaat mit eigenen und übertragenen Aufgaben erfüllt, dass kommunale Körperschaften beispielsweise rund zwei Drittel aller jährlichen Investitionen tätigen und etwa 80 Prozent der Bundes- und Landesgesetze ausführen“ 5 . Außerdem gelte die Kommunalpolitik noch immer als „Grundschule“ der Demokratie. 6
Wen wundert es da, dass dieser Grundausbildungscharakter, den die Kommunalpolitik hat, dazu führt, dass die Ratsarbeit in Richtung Parlamentsarbeit tendiert. 7 So herrscht beispielsweise ein entsprechender Debattenstil und vorausgehende Entscheidungen in den Fraktionen. 8
1 Holtmann, Everhard: Parteien in der lokalen Politik, in: Wollmann, Hellmut und Roth, Roland (Hrsg.): Kommunalpolitik - politisches Handeln in den Gemeinden. 2. Auflage. Opladen 1999. S. 214
2 Haller, Hans-Martin: Die Freien Wähler in der Kommunalpolitik. In: Köser, Helmut (Hrsg.): Der Bürger in der Gemeinde. 1. Auflage. Bonn 1979. S. 335
3 vgl. Schöber, Peter: Kommunale Selbstverwaltung: die Idee der modernen Gemeinde.
1. Auflage. Stuttgart 1991. S. 154
4 vgl. ebd. S. 209
5 ebd. S. 208
6 vgl. ebd. S. 208
7 vgl. Holler, Wolfgang und Nassmacher, Karl-Heinz: Rat und Verwaltung im Prozess kommunalpolitischer Willensbildung. In: Köser, Helmut (Hrsg.). a.a.O. S. 276
8 vgl. Holtmann, Everhard. a.a.O. S. 209
3
Zusätzlich gingen in den 80er Jahren deutliche Bestrebungen in die Richtung, die kommunale Ebene als politische Ebene aufzuwerten. 9
a) Do parties matter?
Es stellt sich die Frage, ob eine - vorausgesetzte - zunehmende Parteipolitisierung dazu führt, dass die Sachentscheidungen je nach Mehrheiten variieren.
Dies scheint nach Stand der Forschung nicht der Fall zu sein: entscheidender als die ideologische Färbungen der unterschiedlichen Ratsmehrheiten und daraus möglicherweise resultierende Entscheidungen, ist der örtliche Problemdruck, langfristig geplante Ausgaben, gesetzlich bestimmte Ausgaben und Beeinflussung des Entscheidungsverhaltens des Rates durch Anreize von außen, wie z.B. Investitionsförderungsprogramme des Landes. 10 „Parteipolitik und Interessengegensätze haben nach diesem Selbstverwaltungsverständnis im gemeindlichen Raume nichts zu suchen“ 11 Hinzu kommt in vielen Bundesländern ein weiterer Faktor, der das Abstimmungs- und Entscheidungsverhalten der großen Parteien beeinflusst: 1999 wurde beispielsweise in Nordrhein-Westfalen die 5-Prozent-Hürde abgeschafft. D.h. auch kleinere Parteien und Gruppierungen bekommen die Chance, im Stadtrat vertreten zu sein.
Diese Konkurrenz bringt große Volksparteien dazu, sich zu bemühen, schichtübergreifend Wähler anzusprechen und für ihr Programm zu interessieren.
Das ist jedoch nur möglich, wenn Parteien sich in ihren Zielen mehr angleichen und so möglichst viele verschieden Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Problemen zu erreichen.
Dies wiederum führt oft zu überparteilichen Konsensentscheidung, sodass eine Abgrenzung zwischen unterschiedlichen Linien verschiedener großen Parteien schwer fällt.
9 vgl. Kleinfeld, Ralf: Kommunalpolitik: eine problemorientierte Einführung. 1. Auflage. Opladen 1996. S. 62
10 vgl. Holtmann, Everhard a.a.O. S. 212
11 Zipfel, Horst C.: Gemeindeklüngel oder Demokratie. In: Köser, Helmut (Hrsg.). a.a.O. S. 141
4
Arbeit zitieren:
Alexander Tarvenkorn, 2003, Parteien und Akteure in der Kommunalpolitik, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Mehr soziale Gerechtigkeit durch Bildung?
Die Aktualität des Habitus-Kon...
Soziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung
Hausarbeit, 17 Seiten
Personal Mastery und die lernende Organisation
Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Das Verhältnis zwischen der EU und der Ukraine
Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union
Seminararbeit, 23 Seiten
Politik - Internationale Politik - Thema: Sonstiges
Hausarbeit (Hauptseminar), 29 Seiten
Drohende Lebensmittelknappheit als neue (alte) Begründung europäischer...
VWL - Internationale Wirtschaftsbeziehungen
Seminararbeit, 20 Seiten
Why the Ukraine should not be allowed to join the European Union in th...
Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union
Seminararbeit, 18 Seiten
Jugendliche Subkulturen und Beatmusik zwischen Liberalisierung und Rep...
Eine Analyse und Dokumentation...
Geschichte Europa - and. Länder - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
Hausarbeit, 33 Seiten
Akzeptanz psychisch-kranker Menschen in unserer Gesellschaft
Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
Hausarbeit, 21 Seiten
Die neue Nachbarschaftspolitik am Beispiel der Ukraine
Politik - Internationale Politik - Region: Osteuropa
Seminararbeit, 19 Seiten
Bildungsungleichheit an deutschen Schulen - über ungleiche Bildungscha...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 24 Seiten
Zeit und Zeitrechnung im Umfeld der 'Karolingischen Renaissance...
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hausarbeit (Hauptseminar), 23 Seiten
Küstenformen und Küstenprozesse
Geowissenschaften / Geographie - Geologie, Mineralogie, Bodenkunde
Hausarbeit, 28 Seiten
Alexander Tarvenkorn hat den Text Parteien und Akteure in der Kommunalpolitik veröffentlicht
Alexander Tarvenkorn hat einen neuen Text hochgeladen
Modernisierung kommunaler Sozialpolitik
Anpassungsstrategien im Wohlfa...
Stephan Grohs, Hellmut Wollman
traverse 2007/1. Geschichte der politischen Parteien der Schweiz. Hist...
Zeitschrift für Geschichte. Re...
Zur Bedeutung der Cliquen und ...
Thomas Wetzstein, Patricia Erbeldinger, Judith Hilgers, Roland Eckert
Fotografie als Quelle der Zeitgeschichte: Kategorien, Schauplätze, Akt...
La photographie comme source d...
Daniela Kneissl
Bürgermeister und Parteien in der kommunalen Haushaltspolitik
Endogene Ursachen kommunaler H...
Klaus-Peter Timm-Arnold
0 Kommentare