Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 3
II. Digital Divide 4
1. Begriff / Weltlage 4
2. Auswirkungen / Probleme 6
III. Die Weltbank 7
1. Einführung 7
2. infoDev 8
3. Flagship Initiatives 10
4. African Virtual University 12
5. Global Distance EducationNet 13
IV. Fazit 14
VI. Anmerkungen 16
VI. Literaturverzeichnis 18
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Einleitung
Im Jahresbericht des Entwicklungsprogramms der UNO vom März 2001 heißt es, dass rund ein Viertel der Einwohner der Entwicklungsländer in extremer Armut lebt. Das sind circa eine Milliarde Menschen. Rund 30000 Kinder unter fünf Jahren sterben täglich an Ursachen, die auf Armut, Unterernährung und mangelnde medizinische Versorgung zurückzuführen sind. 1 Ein Fünftel aller Menschen muss mit weniger als einem Dollar pro Tag pro Person auskommen. 2 Diese Zahlen veranschaulichen die dramatische Lage in der sich ein Grossteil der Menschheit befindet. Die Ursachen dieser Situation sind äußerst komplex und basieren größtenteils auf historischen Ereignissen sowie auf den politischen, wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen der heutigen Weltordnung. Einhergehend mit Armut und Hunger stellen schlechte bzw. gar keine Bildung, brachliegende Wirtschaft, Krankheiten und unzureichende Demokratisierung die Hauptprobleme der Länder der Dritten Welt dar.
Vor wenigen Jahren keimte plötzlich die Hoffnung, die modernen Informations- und Kommunikationstechnologien, insbesondere das Internet und die boomende E -Commerce Branche könnten die Wunderwaffe im Feldzug gegen die Armut sein. Diesem Optimismus wurde in der UNDP Agenda for Action 2000 - 2001 Ausdruck verliehen, dort heißt es:
„Information and communications technology (ICT) has become an indispensable tool in the fight against world poverty. ICT provides developing nations with an unprecedented opportunity to meet vital development goals such as poverty reduction, basic healthcare, and education far more effectively than before. Those nations that succeed in harnessing the potential of ICT can look forward to greatly expanded economic growth, dramatically improved human welfare, and stronger forms of democratic government.” 3
Das Internet stellt in der westlichen Welt in der Tat einen bedeutenden Wirtschaftszweig dar. Wenn man es als sozialisiertes Wissen betrachtet, wird dessen Bildungspotential deutlich. Es bestehen große Hoffnungen, dass sich diese Qualitäten auch auf die Länder der Dritten Welt anwenden lassen. Allerdings stellt die Versorgung der Entwicklungsländer, angesichts deren Ohnmacht selbst die elementarsten Bedürfnisse ihrer Bevölkerung zu befriedigen, mit modernen Informations- und Kommunikations technologien ein gewaltiges Problem dar. Bleibt
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diese Versorgung jedoch aus, droht die Gefahr der zunehmenden Spaltung der Welt in Menschen, die einen Zugang zu heutiger Informationstechnologie (und somit zu moderner Bildung) haben und in Menschen, denen dieser Zugang verwehrt bleibt, es tritt eine sogenannte Digitale Spaltung (Digital Divide) ein. Daraus resultierend würde die Entwicklung der Dritten Welt, zusätzlich zu ihren schlechten
Ausgangsbedingungen, im Vergleich zu den Industrienationen um so langsamer verlaufen, da sie sich nur ungenügend am Internationalen Wissenspool des Internets bedienen kann. Viele Staaten, Organisationen, Unternehmen und Privatpersonen widmen ihre Arbeit dieser Problematik. Darunter ist auch die 1945 gegründete Weltbank, die es sich in ihrem „Mission Statement“ zu ihrer Aufgabe gemacht hat, den Ärmsten Menschen und Ländern der Welt zu helfen. 4
Diese Hausarbeit betrachtet die Thematik des Digital Divide, sowie die Bemühungen der Weltbank ihm entgegenzuwirken, und untersucht die sich daraus ergebenden Probleme.
Digital Divide
Begriff / Weltlage
Wie bereits in der Einleitung erwähnt, bezeichnet der Begriff „Digital Divide“ die Trennung der Weltbevölkerung in Menschen, die in der Lage sind moderne Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) effektiv zu nutzen und in Menschen, die dazu nicht in der Lage sind. 5 Diese Trennung lässt sich national wie auch global beobachten. Auf nationaler Ebene entsteht der Digital Divide in erster Linie durch die unterschiedlichen Bildungsgrade und sozioökonomischen Niveaus der Menschen. 6 Für Wohlhabende ist der Erwerb moderner ICT meist kein Problem. Gebildete Menschen sind außerdem in der Lage, dessen Informationsgehalt effizienter zu nutzen und sich Wissen schneller anzueignen als weniger Gebildete. Dadurch entsteht eine Wissenskluft zwischen den verschiedenen Schichten der Bevölkerung. 13 Im globalen Zusammenhang kann man im Allgemeinen die Industriestaaten als Staaten betrachten, deren Bevölkerung in der Lage ist, sich einen Zugang zu ICT zu verschaffen. Auf der anderen Seite stehen die Entwicklungsländer. Mit Hilfe konkreter Zahlen der International Telecommunication Union (ITU) lässt sich das Ausmaß der Differenzen zwischen Nord und Süd darstellen. Den aktuellen
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Statistiken der ITU ist zu entnehmen, dass nur ca. 33% der Weltbevölkerung über einen Telephonanschluss verfügen. Über 41% dieser Anschlüsse befinden sich in den G8 Staaten, in denen nur knapp ein Achtel aller Menschen lebt. Während in den USA auf einen Einwohner im Schnitt 1,1 Telephonanschlüsse kommen stehen in Nigeria, das im Jahre 2001 das Schlusslicht im Bereich Telekommunikation bildet, 1000 Einwohnern nur zwei Anschlüsse zur Verfügung. Allein Deutschland besitzt 2,3mal so viele Telephonanschlüsse wie der gesamte Afrikanische Kontinent. 7 Wenn man bedenkt, dass ein Telephonanschluss eine grundlegende Vorraussetzung darstellt, um überhaupt einen Zugang zum Internet zu bekommen, erscheint der Begriff „World Wide Web“ etwas realitätsfern.
Eine weitere Vorraussetzung ist Elektrizität. Gerade in den ländlichen Gebieten der Entwicklungsländer, wo rund 2,7 Milliarden Menschen leben, ist die Versorgung mit elektrischem Strom Mangelware. Etwa zwei Drittel der ländlichen Bevölkerung der Dritten Welt, also ca. 1,8 Milliarden Menschen, haben keinen Zugang zu einem Stromanschluss. 8
Und schließlich bedarf es eines Computers, um das Internet nutzen zu können. Nach Angaben der ITU ste hen 35,6% der ca. 500 Millionen PC’s, die es weltweit gibt, in den USA, wo nicht einmal 4,6% aller Menschen leben. Rund die Hälfte aller US-Bürger verfügen über einen Internetzugang. In Afrika sind es nur 0,85% der Bevölkerung, Südafrika und Ägypten eingeschlossen. 9 Während die Flächendeckung der ICT-Infrastruktur in den Industriestaaten sehr hoch ist, konzentriert sie sich in den Entwicklungsländern fast ausschließlich auf Haupt- und Großstädte. In ländlichen Gegenden ist sie im Prinzip überhaupt nicht vorhanden. Um ITC nutzen zu können sind allerdings nicht nur technische Vorraussetzungen erforderlich, vielmehr sind grundlegende Computerkenntnisse dafür zwingend notwendig. Diese basieren wiederum auf der Fähigkeit, lesen und schreiben zu können. Nach Angaben der UNESCO ist jedoch ein Fünftel der Menschheit dazu nicht in der Lage. Fast die Hälfte aller Südasiaten und 40% der Afrikanischen Bevölkerung sind Analphabeten. 10 Aufgrund der konservativen Geschlechterrollen in vielen Entwicklungsländern sind bei der Alphabetisierung besonders Mädchen und Frauen stark benachteiligt. 11
Eine weitere große Hürde, die der Nutzung von ICT entgegensteht, sind deren Kosten. Zum einen müssen Computer und Programme aus den Industriestaaten gekauft werden, was trotz der in den letzten Jahren stark gefallenen Hardwarepreise
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eine gewaltige Investition für einen Menschen in einem Entwicklungsland ist. Zum anderen kommen dann noch die Telefonkosten für die Verbindung mit dem Netz hinzu, oft teure Fernverbindungen zu ausländischen Webservern, weil es im eigenen Land keine gibt. 9 Langsame Verbindungen treiben die Kosten zusätzlich in die Höhe, da sich der Seitenaufbau dadurch verzögert und die Verbindung über einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten werden muss.
Auswirkungen / Probleme
Die Konsequenzen der digitalen Spaltung sind sehr weitläufig. Die zunehmende Bedeutung von Wissens- und Informations management in modernen Unternehmen und die Wandlung der führenden Industriestaaten zu Informationsgesellschaften belegen, dass Wissen mehr denn je die Grundlage einer florierenden Wirtschaft ist. Das Wissen, dass sich die Menschheit im Internet teilt, kann natürlich nur denjenigen zugute kommen, die darauf Zugriff haben. Ländern und Unternehmen, denen dieser Zugriff nicht möglich ist, bleibt die bedeutendste Wissensquelle unserer Zeit verwehrt. Für sie wird es in Zukunft fast unmöglich sein, mit der internationalen Konkurrenz Schritt zu halten. Die digitale Spaltung trägt also dazu bei, die Gegensätze zwischen Nord und Süd weiter zu verschärfen. Um dieser Tendenz entgegenzuwirken wurden weltweit zahlreiche Initiativen gegründet. So unterstützen zum Beispiel Weltbank, UN, EU u.a. Projekte zur Bekämpfung des Digital Divide. Die ärmsten Länder der Welt haben allerdings gravierendere Probleme als ihren Informationsrückstand, wie beispielsweise der europäische Kommissar für menschliche Hilfe und Entwicklung feststellt: “Use of ICT doesn't make a bad project a good project. A good project is one that makes a tangible contribution to the fight against poverty - not one, which is designed to promote ICT.”. 12 Des Weiteren erkennt er aber an, dass ICT einen Beitrag leisten kann die primären Probleme der Ärmsten zu lösen: „ICT are not to be considered in isolation, but as part of an overall development strategy.“. 12 Tatsächlich könnte die Informationstechnologie einen guten Beitrag leisten, die Lage der ärmsten Menschen langfristig entscheidend zu verbessern, wenn es gelingt, mit ihrer Hilfe Wissen zu vermitteln und dadurch den Teufelskreis der Armut durch Bildung aufzubrechen. Im Prinzip kann man Hilfsprojekte in drei Ebenen einteilen. Die erste Ebene bilden Direkthilfen wie die Lieferung von Nahrungsmitteln und Medikamenten. Dadurch
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Arbeit zitieren:
Tino Mager, 2004, Internet und Globalisierung am Beispiel der Weltbank, München, GRIN Verlag GmbH
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