Inhalt:
1. Vorstellung des Unterrichtskonzepts 3
2. Begründung der Auswahl von Fleur 3
3. Einbettung in den Gesamtunterrichtskontext 4
4. Darstellung etwaiger Problembereiche 7
5. Vorstellung und Einordnung der Charaktere
in die fiktive Welt der Story 8
- Jean Hat 8
- George Many Women 8
- Pete Kozka 8
- Fritzie Kozka 8
- Lily Veddar 9
- Tor Grunewald 9
- Dutch James 9
- Pauline 9
- Fleur 10
6. Interpretation vor zeitgeschichtlichem Hintergrund 10
7. Bezug zur Gegenwart 14
8. Kontrolle der Zielvorgaben 14
9. Bibliografie 15
2
1. Vorstellung des Unterrichtskonzepts
In dieser Hauptseminarsarbeit soll die Native American Erzählung Fleur von Louise Erdrich verbunden werden mit dem didaktischen Konzept des handlungsorientierten Unterrichts. Bei diesem Konzept stellen die Lernenden und ihr Handeln Mittel- und Ausgangspunkt dar und die Unterrichtenden wirken nur unterstützend mit. 1 Die Unterrichtsreihe umfasst vorausgehend eine historische und literaturwissenschaftliche Einführung in das Thema der Native American Literature und ihrer oralen Erzähltradition, dann soll anhand von Fleur eine schriftlich vermittelte Erzählung wieder in die orale Tradition zurückversetzt werden, indem eine Schülergruppe die Geschichte für eine andere Klasse aufbereitet und schließlich präsentiert. 2 Als Ausgangsgruppe soll aufgrund inhaltlicher Aspekte eine Oberstufenklasse (Jahrgangsstufe 13) gewählt werden, die Rezipientengruppe soll eine Jahrgangsstufe 11 sein.
Ziel dieses Unterrichtskonzepts ist einerseits das Einfühlen in und Erleben von Unterschieden zwischen oraler und schriftlicher Tradierung von Kultur, andererseits soll die Klasse animiert werden aus der passiven Rolle des Frontalunterrichts hinein in die aktive Rolle der Erarbeitung und Präsentation von Unterrichtsinhalten zu treten, auch anhand von selbst erstellten unterstützenden Bildern. Die Teamfähigkeit und die Kommunikation innerhalb der Klasse sowie der Jahrgangsstufen untereinander und damit die durch inhaltliche Aspekte der Erzählung eingeschränkt altersunabhängige Integration aller Schüler in ein Projekt sollen gefördert werden.
2. Begründung der Auswahl von Fleur
Fleur eignet sich für diese Umkehrung der Erzähltradition hervorragend, da in der Erzählung eine Reihe magischer und mythischer Elemente enthalten sind, die die Geschichte wie ein Märchen wirken lassen und die sicherlich die Fantasie der Lernenden anregt, die Erzählung anhand von Bildern o.ä. zu untermalen. Die Lernenden erarbeiten die Geschichte selbstständig unter Anleitung des Lehrers. Überdies stellt es auch eine Herausforderung dar, das Englische frei zu gebrauchen, sowie den Spannungsbogen bis zum Schluss, der "Moral von der Geschichte", der "Rache der Fleur Pillager mit Hilfe der Naturgewalten" zu halten. Sicherlich ist dabei auch interessant, wie sich die Geschichte im Erzählvorgang verändert, wie
1 Vgl.: Beyer- Kessling, Viola et al.: Die Fundgrube für den Handlungsorientierten Englisch- Unterricht,
Schüleraktivierende Übungen und Spiele, Berlin, Cornelsen Scriptor 1998, Vorwort
2 Vgl.: Beyer- Kessling, Viola et al., S. 134 ff.: "Students as Storytellers"
3
Aspekte hinzugefügt und weggelassen werden. Dieses Unterrichtskonzept setzt die in den Lehrplänen für die Sekundarstufe II enthaltenen Forderungen um:
[...]Besondere Bedeutung kommt dabei (beim Unterricht in der Sekundarstufe II, Anm. der Autorin) grundlegenden Kompetenzen zu, die notwendige Voraussetzung für Studium und Beruf sind. Diese Kompetenzen -sprachliche Ausdrucksfähigkeit, fremdsprachliche
Kommunikationsfähigkeit, [...]. Lernprozesse, die nicht nur auf kurzfristige Lernergebnisse zielen, sondern die dauerhafte Lernkompetenzen aufbauen, müssen gestärkt werden. Es sollten deutlicher Lehr- und Lernsituationen vorgesehen werden, die selbstständiges Lernen und Lernen in der Gruppe begünstigen und die die Selbststeuerung des Lernens verbessern. Zum Wesen des Lernens in der gymnasialen Oberstufe gehört das Denken und Arbeiten in übergreifenden
Zusammenhängen und komplexen Strukturen.[...] 3
Die o.g. Fähigkeiten z.B. des selbstständigen Erarbeitens komplexer Zusammenhänge können durch die gewählte Sozialform der Arbeitsgruppe unterstützt werden. Eine interpretative Vorarbeit im Plenum erleichtert dabei eine Schwerpunktsetzung durch die Lernenden. An die Präsentation könnte sogar eine Diskussionsrunde anschließen, in der die Rezipienten Fragen stellen können, bzw. die erworbenen Hintergrundinformationen durch die Erzählenden weitergegeben werden. Der traditionelle Klassenverband wird durch diese Unterrichtsform aufgebrochen und die Lernenden erarbeiten sich selbstständig Wissensinhalte und fungieren schließlich auch als Lehrende, die die Inhalte in aufbereiteter Form einer anderen Jahrgangsstufe präsentieren.
3. Einbettung in den Gesamtunterrichtskontext
Zu Beginn der Unterrichtseinheit zum Thema "Native American Literature" steht ein geschichtlicher Überblick über die Situation der indianischen Ureinwohner, die Enteignung ihres Landes und die Reservatbildung:
Im Dawes Allotment Act von 1887 wurde der Gemeinschaft gehörendes Land an einzelne Familien abgegeben, um diese durch Bearbeitung und Nutzung der Ländereien in die weiße Kulturgemeinschaft einzugliedern. 4 Die weiße Kultur sollte den Native Americans aufoktroyiert werden, was häufig zu einem Verlust der eigenen Identität und Flucht in die Sucht, v.a. Alkoholsucht führte. Ursprünglich waren die seit 1786 von der US-amerikanischen
3 Ministerium für Schule, Jugend und Kinder des Landes Nordrhein- Westfalen: Englisch Sekundarstufe II
Gymnasium/ Gesamtschule- Richtlinien und Lehrpläne, Schriftenreihe Schule in NRW Nr. 4740, Frechen,
Ritterbach Verlag GmbH 2003, Vorwort
4 http://www.readinggroupguides.com/guides/tracks_erdrich.asp vom 13.01.2004, S. 2
4
und kanadischen Regierung eingerichteten Indianerreserva tionen dazu gedacht, Konflikte zwischen Indianern und weißen Siedlern zu vermeiden und die Indianer überwachen und versorgen zu können. "Je weiter sich allerdings die Grenze der USA nach Westen vorschob, desto häufiger kam es zu Übergriffen weißer Siedler auf Indianergebiete; die Indianer selbst wurden als Hindernis für den Fortschritt angesehen." 5 Ab den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts versuchte die Regierung die in immer kleiner werdenden Reservaten lebenden Indianer mit Hilfe des Bureau of Indian Affairs in die dominierende Gesellschaftsordnung der Weißen zu integrieren, wobei die indianische Kultur immer weiter dem Verfall anheim fiel. Heute betrachten
[...]viele Indianer die Existenz von Reservaten als Grundvoraussetzung für den Erhalt ihrer Kultur, da es sich gezeigt hat, dass der Weg der Integration in die europäisch dominierte amerikanische
Gesellschaft außerhalb der Reservate zu noch größeren soziokulturellen Problemen führt. 6
Es folgt ein Überblick, in Form eines Referats über die Einordnung und Lokalisierung der Chippewa Gemeinschaft im amerikanischen Staatsgebiet:
Die in den USA Chippewa genannten Ojibwa oder Odjibwa Indianer gehören zu den Kulturen der östlichen Waldgebiete. Früher reichte ihr Lebensraum von den Turtle Mountains bis zum Huronensee, sie wurden jedoch durch Angriffe der Sioux und Fox auf ein schmales Territorium am Oberen See zurückgedrängt. Sie stammen ursprünglich aus dem Gebiet des Sankt- Lorenz- Stromes, wanderten jedoch dann in den zentralen Norden des heutigen Staatsgebiets der USA. Sie nahmen, nachdem sie 1960 von den Franzosen Feuerwaffen erhielten, an zahlreichen nordamerikanischen Kriegen auf seiten der Franzosen teil. 1815 Unterzeichneten sie einen Friedensvertrag mit der Regierung der USA und mussten einen Großteil ihres Landes verkaufen. "Heute leben die Ojibwa in Großstädten (Chicago, Milwaukee etc.) und Reservaten in Michigan, Minnessota, Wisconsin, North Dakota und Montana. In den USA gibt es noch 100 000 Ojibwa, in Kanada noch 65 000." 7
Die Ojibwa lebten vorwiegend von der Jagd, dem Fischfang, der Landwirtschaft sowie vom Sammeln wilder Früchte und von wildem Reis. Außerdem stellten sie Zucker aus Ahornsirup her. Ihre Häuser bestanden aus Stangengerüsten, die mit Birkenrinde bedeckt waren. Die Ojibwa verwendeten die Birkenrinde auch dazu, Ereignisse des Stammeslebens in einfachen Bildern
festzuhalten. Auch besaßen sie eine komplexe Mythologie und ausgeprägte religiöse Rituale. 8
5 Indianerreservate, Microsoft® Encarta® 99 Enzyklopädie. © 1993-1998 Microsoft Corporation, S. 1
6 Indianerreservate, Microsoft® Encarta® 99 Enzyklopädie, S.2
7 Ojibwa, Odjibwa, Microsoft® Encarta® 99 Enzyklopädie, S.1
8 Ojibwa, Odjibwa, Microsoft® Encarta® 99 Enzyklopädie, S.1
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Arbeit zitieren:
Claudia Haase, 2004, Die Short Story "Fleur" von Louise Erdrich - Fachdidaktische Hausarbeit, München, GRIN Verlag GmbH
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