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Begründung des Themas und Richtlinienbezug
„Musik mit der Stimme als körpereigenem Instrument ist ein elementar menschlicher Ausdruck“ (Brünger, 85). Die Musik mit der Stimme ermöglicht den Schülern, ihre „Kommunikationsfähigkeit zu pflegen sowie ihre stimmliche Ausdrucksfähigkeit zu erproben und zu erweitern“ (Bayern, 300).
Beim Liedersingen sind neben Sprache, Rhythmus und Melodie auch Bewegung, Begleitung sowie mimische und szenische Darstellung als gleichberechtigte Formen beteiligt (vgl. Hessen, 25). Gemäß der Richtlinien für das Lernfeld „Musik mit der Stimme“ sind Liedelemente zur Stimmbildung und Bewegung enthalten (vgl. Hessen, 25). Die Inhalte „Erlernen zeitgemäßer, auch ausländischer Kinder-, Spiel-, Bewegungs-, Tanz- und Erzähllieder“, das „Begleiten mit Körperinstrumenten und anderen Instrumenten“ sowie das „Spielen mit Liedern und Liedelementen zur Stimmbildung (Atmung, Tongebung, Artikulation)“ (Hessen, 23) finden sich in der Unterrichtseinheit „Wir üben Lieder für die Weihnachtsfeier ein“ wieder.
Das Singen im Chor hat für die Schüler verschiedene Relevanz: Für Janine, Jenny und Axel ist es wichtig, in einem sozialen Gefüge außerhalb der Klasse zu lernen. Patty, Demir, Tobias, Sabine, Jenny und Benedikt erreicht insbesondere die emotionale Ebene musikalischer Praxis. Die Freude am Singen und Musizieren hat alle Schüler dazu bewegt, sich in diese AG einzuwählen. Vor allem Fritz, Christianer und Axel sind auf kognitiver Dimension ansprechbar. Auf sensorischer und motorischer Ebene beteiligen sich alle Schüler im Rahmen ihrer spezifischen Fähigkeiten. Der Chor tritt bei unterschiedlichen Schulveran-staltungen auf und beteiligt sich so an der Gestaltung des Schullebens. Die einzelnen Themen sind jahreszeitlich orientiert (heute Weihnachten) oder richten sich am Thema des jeweils kommenden Auftrittes.
Sachanalyse
Zum Chor
Die “Cho(h)rwürmer” sind neben den “Chörmits” der jüngere Chor, den ich im Herbst 2003 an der PZS ins Leben gerufen habe. Schüler zwischen 7 und 12 bzw. 14 und 17 Jahren haben sich in die AG´s eingewählt. Beide Chöre beteiligen sich maßgeblich an der Gestaltung des Schullebens. So werden die “Cho(h)rwürmer” am vorletzten Schultag im Rahmen der gemeinsamen Weihnachtsfeier in der Kilian-Kirche auftreten. Nach den Ferien sind Proben zu einer weiteren Aufführung geplant. Wir werden an der Veranstaltung “Schulen in Hessen musizieren” in der Arolser Stadthalle teilnehmen. Diese gehört zur bundesweiten Veranstaltungsreihe „Schulen musizieren“. “Die Teilnahme des Schülers an kulturellen Veranstaltungen und Ereignissen trägt wesentlich zu seiner Integration bei. Sie führt zu der ihm
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möglichen geistigen und interessenbestimmten Teilhabe am Dargebotenen und Erlebten“ (Hessen, 25).
Zum Singen
Lieder kommen als einprägsame und überschaubare sprachliche und musikalische Gestaltung dem Aufnahme- und Wiedergabevermögen geistig behinderter Schüler entgegen (vgl. Hessen, 11). Jede Unterrichtsstunde dieser Einheit beschäftigt sich nicht nur mit dem bloßen Erlernen von Liedern und Texten sondern enthält auch Elemente der Stimmpflege sowie der Liedgestaltung mit realen Instrumenten.
Zur Liedauswahl
Die Lieder sind dem möglichen Tonumfang der Kinder (d´ - d´´) angepasst. Einer Gewöhnung an tiefe Stimmlagen ist durch Gelegenheiten zum Entdecken aller stimmlichen Möglichkeiten einschließlich der höheren Lagen (Bsp. Glissando) entgegenzuwirken.
Als Begrüßungs- und Abschlusslied sind „Guten Morgen“ (W. Gundlach) und „Auf wiederseh´n“ (J. Freis) gewählt. Sie umrahmen ritualisiert jede Chorprobe. Bei den sinnentsprechenden fremdsprachlichen Ausdrücken werden andere Laute gebildet als im Deutschen (bue nos, giorno).
Das traditionelle schwedische Strophenlied „ Weihnachten, lasst uns feiern“ besteht aus zwei Teilen, die jeweils wiederholt werden (AABB). In Anlehnung an das schwedische Weihnachtsfest werden die drei Strophen in einem Kreistanz um einen Weihnachtsbaum herum ausgedrückt.
Der Refrain des Liedes „Wisst ihr was die Frösche am Weihnachtsabend machen?“ besteht aus den Grundstufen T-S-D-T. Diese können von einigen S. auf Stabspielen mitgespielt werden. Hier findet exemplarisches Lernen statt, dass auf nachfolgende Lieder übertragen werden kann. Das Lied besteht aus einer Frage in G-Dur, deren Beantwortung in der parallelen Molltonart endet. Jedes neue Tier wird auf dessen idealtypischen Lauten besungen (quak, miau, blubb, grunzen).
Für den Auftritt zur Weihnachtsfeier ist ein weiteres Lied relevant, das heute nicht wiederholt wird. „Hulla hó“ liegt im Tonumfang einer Oktave in d-Moll. Hier liegt der Schwerpunkt auf einer leichten Kopfstimme. Es wird mit dem Bordun d-a und mit Gesten, die den vertikalen Melodieverlauf verdeutlichen, begleitet.
Lerngruppenanalyse
Die „Chorwürmer“ existieren seit etwa einem Jahr - seit den Sommerferien in unten folgender Zusammensetzung. Der Umgang mit Stimme, Artikulation und Atmung sind derzeit die
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vorrangigen Förderziele, auf die das Chorsingen eingeht. Das exakte Nachsingen einer Melodie mit fester Tonhöhe und einem Rhythmus, der sich nicht dem Sprachrhythmus angleicht, stehen am Ende des Lernprozesses.
Annabel
ist sehr zurückhaltend, sobald sie den Schutz des gewohnten Klassenraumes verlässt. Sie spricht meist in Zweiwortsätzen und wiederholt Lieder in Pausen oder Unterrichtsstunden in ihrer „eigenen Sprache“ mit nur leichter Tonhöhenveränderung.
Axel
singt im Kinderchor seiner Heimatgemeinde. Die Tonhöhendifferenzierung gelingt hörend sehr gut, die Umsetzung mit der eigenen Stimme ist jedoch schwierig. Begeistert singt Axel paralinguistisch mit und fühlt sich in die jeweilige Stimmung ein. Sein Rhythmusgefühl ist ausgesprochen gut, so dass ihm Begleitungen gut gelingen. Verständnisschwierigkeiten bezüglich inhaltlicher Anweisungen oder Liedinhalte sind markant.
Benedikt
hat kognitive Verständnisschwierigkeiten, die sich im sozialen Miteinander und bei Liedtexten bemerkbar macht. An den Chorproben beteiligt er sich sehr lebhaft und versucht, Sonderrollen (Instrumente, Schilder) zu erhalten.
Christian
singt erst dann mit, wenn er das Lied oft genug ge hört hat, um sich sicher zu beteiligen. Gelegentlich wird er ans Mitsingen erinnert. Mit Vorliebe übernimmt er instrumentale Begleitung.
Demir
kann sich Liedtexte und Melodien meist bereits nach dem ersten Hören merken. Zum Mitsingen/ -spielen benötigt er Zeit und Ruhe, da er ansonsten vermehrt in seine Tetraspastik verfällt. Er spricht grammatikalisch vollständige Sätze.
Fritz
benötigt unterstützende Gebärden beim Erlernen neuer Liedtexte. Melodien kann er hörend und singend rasch nachvollziehen. Sein Sprachverständnis ist altersentsprechend.
Jenny
ist hypoton tetraspastisch. Dies ermöglicht ihr nur für kurze Zeit die selbstständige Haltung ihres Kopfes und den gezielten Einsatz der linken Hand. Mithilfe des Power-Links können elektrische Geräte wie der Kassettenrekorder über eine Jelly- Bean-Taste gesteuert werden. Momentan ist
Arbeit zitieren:
Jessica Freis, 2004, Unterrichtsstunde: Wisst ihr, was die Frösche am Weihnachtsabend machen?, München, GRIN Verlag GmbH
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