2
INHALTSVERZEICHNIS
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1 Einleitung 4
2 Grundlegende Begrifflichkeiten und Modelle 5
2.1 Begabung 5
2.2 Hochbegabung 6
2.3 Intelligenz und Intelligenzquotient 6
2.4 Begabungsmodelle 7
2.4.1 Das Drei-Ringe-Modell der Begabung von Renzulli (1979) 7
2.4.2 Das Triadische Interdependenzmodell der Hochbegabung
von Mönks (1990) 8
2.5 Begabtenförderung 9
3. Vorstellung und Einschätzung von Konzepten zur
Förderung Hochbegabter 11
3.1 Fördermodelle 11
3.1.1 Vorschulische Förderung 11
3.1.2 Fördermodelle an Schulen 12
3.1.2.1 Akzeleration 12
3.1.2.2 Enrichment 13
3.1.2.2.1 Schüler und Jugendwettbewerbe 14
3.1.2.2.2 Die Deutsche SchülerAkademie 15
3.1.2.3 Mischformen aus Akzeleration und Enrichment 15
3.1.2.3.1 Montessori-Schulen 16
3.1.2.3.2 Die Jugenddorf - Christophorusschule Braunschweig 16
3.1.2.3.3 Das G8-Gymnasium Baden-Württemberg 17
3.1.3 Förderung in der Berufsbildung 17
3.1.4 Förderung für Studierende 18
3.2 Beratungsmöglichkeiten 19
3.2.1. Beratungsstellen 19
3.2.2. Vereine 19
3.2.2.1 Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind e V 20
3
3.2.2.2 Mensa in Deutschland e V 20
3.2.2.3 Hochbegabtenförderung e V 20
3.3 Ansätze für die verbesserte Förderung und Beratung 21
4 Zusammenfassung 23
Literaturverzeichnis 24
4
1 Einleitung
Im alltäglichen Leben bemerkt man sie nicht unbedingt. Im Gegenteil. Sie sind unauffällig, haben mittelmäßige Schulergebnisse; oft bestechen sie eher dadurch, dass sie launisch und ungeduldig sind als dass sie dem Idealbild eines Musterschülers entsprechen. Eine Befähigung zu herausragender Leistung bleibt in vielen Fällen im Verborgenen. Die Rede ist von Hochbegabten, von Kindern und Jugendlichen, die über außerordentliche Fähigkeiten verfügen und deren Potenzial in bestimmten Bereichen weit über dem von Gleichaltrigen zu liegen scheint. Wie geht man mit Menschen um die über besondere Talente und Begabungen verfügen? Wie geht man um mit Menschen, die im Kleinkindalter gegen Erwachsene im Schach gewinnen, die ganze Telefonbücher auswendig lernen oder schneller als herkömmliche Taschenrechner multiplizieren? Sprechen wir in diesen Fällen von Wunderkindern, von Genies? Wie kann man gewährleisten, dass sie zur vollen Entfaltung ihrer Fähigkeiten gelangen können?
Im Folgenden werden nach grundlegenden Begriffsdefinitionen und einleitender Betrachtung von Erkenntnissen aus der Hochbegabtenforschung Möglichkeiten aufgezeigt und analysiert, mit denen im deutschen Bildungssystem zu einer effektiven Förderung besonders talentierter Kinder und Jugendlicher beigetragen wird. Bis Anfang der 80er Jahre gab es in Deutschland, abgesehen von der im sportlichen und musikalischen Bereich, keine breit angelegte Förderung von Begabten 1 . Eine intensive Förderung durch Bund und Länder ist unter anderem auf die öffentliche Diskussion nach der »World Conference for Gifted and Talented Children« im Jahre 1985 zurückzuführen, die das Thema Hochbegabung in den Mittelpunkt stellte 2 . Mittlerweile ist die Förderung von unterschiedlichen Begabungen und Talenten eines der formulierten bildungspolitischen Ziele der Bundesregierung 3 . Dabei teilen sich Bund und Länder weitgehend die Verantwortung: Während Förderung im Vorschul- und Schulbereich vor allem Aufgabe der Länder ist, ist der Bund für den Bereich der beruflichen Bildung und der Hochschulen zuständig. Zur Auswertung und Effizienzanalyse werden die Förderprogramme des Bundes dabei wissenschaftlich begleitet.
1
Vgl. Heller 2001, S. 22
2
Vgl. Stapf 2003, S. 9
3
Vgl. BMBF 2003, S. 3
5
2 Grundlegende Begrifflichkeiten und Modelle
Noch immer scheint der Begriff der Hochbegabung außerhalb des wissenschaftlichen Sprachgebrauchs nicht etabliert zu sein 4 . In diversen Enzyklopädien wie dem Brockhaus und selbst in pädagogischen und psychologischen Wörterbüchern ist das Stichwort Hochbegabung nicht zu finden. Stattdessen gibt es eine Vielzahl von Synonymen wie »Talent«, »Intelligenz« oder »Begabung«, die im Alltagsgebrauch durchmischt und in der Wissenschaft facettenreich definiert werden. In dem folgenden Abschnitt werden grundlegende Begriffe präzisiert.
2.1 Begabung
Die Anlage-Umwelt-Diskussion in den 60er Jahren hat in Deutschland zu einer Wandlung des Begabungs-Begriffes geführt. Der statische Begabungsbegriff 5 , der auf eine naturgegebene Anlage des Menschen hindeutet und Begabung als angeboren ansieht, wurde von einem dynamischen Begabungsbegriff 6 abgelöst, der zusätzlich auf die Bedeutung von Erziehung und Umwelt im Prozess der Entwicklung hinweist. Eine passende Definition lässt sich im Wörterbuch der Pädagogik finden: Begabung ist demnach „eine […] menschliche Lernfähigkeit, die sich besonders durch die Begegnung mit entsprechenden Ausschnitten der Lebenswirklichkeit entfaltet.“ 7 Eine solche Definition berücksichtigt die Bedeutung von Erbanlagen im Zusammenhang mit Erziehungs- und Sozialisationseinflüssen. Im Allgemeinen werden fünf Begabungsbereiche voneinander unterschieden 8 :
- Die intellektuelle Begabung (Intelligenz)
- Die soziale Begabung (interpersonelle Kompetenz)
- Die musische Begabung (Musikalität)
- Die bildnerisch-darstellende Begabung
- Die psychomotorisch-praktische Begabung
4 Vgl. Stapf 2003, S. 14
5 Vgl. Schaub, Zenke 2004, S. 67
6 Vgl. Schaub, Zenke 2004, S. 68
7 Schaub, Zenke 2004, S. 68
8 Vgl. Stapf 2003, S. 18
6
2.2 Hochbegabung
Anknüpfend an die Definition von Begabung lässt sich auch der Hochbegabungsbegriff definieren. Von Hochbegabung spricht man, wenn eine Person in einem der fünf Begabungsbereiche in seiner Entwicklung „den Gleichaltrigen deutlich überlegen ist.“ 9 In diesem Zusammenhang spricht man auch von »Genies« oder »Wunderkindern«. Entgegen der landläufigen Meinung geht es also nicht nur um besonders hohe intellektuelle Fähigkeiten – außergewöhnliche musische oder psychomotorische Begabungen fallen ebenfalls unter die Definition. Die verschiedenen Fähigkeitsbereiche gelten als relativ unabhängig voneinander 10 ; in der Regel tritt eine hohe Begabung in einem speziellen Bereich aber in Verbindung mit außergewöhnlichen Fähigkeiten in anderen Bereichen auf. Darüber hinaus beeinflussen gesellschaftliche Wertevorstellungen die Meinung darüber, wer als Hochbegabt und wer als Nicht-Hochbegabt gilt 11 . Eine besondere Leistung muss also von großen Teilen der Gesellschaft auch als solche anerkannt sein. Der Hochbegabungsbegriff ruft in Deutschland noch immer Kritiker auf den Plan, die die Hochbegabtenforschung als das Treiben von »Elite-Machern« diskreditieren. Dabei versteht sie sich eher als Förderer der Chancengleichheit, die zum Ziel hat jedem Begabten die volle Entfaltung seiner Fähigkeiten zu ermöglichen.
2.3 Intelligenz und Intelligenzquotient
Die allgemeine intellektuelle Begabung, als eine der fünf Begabungsbereiche, wird als Intelligenz bezeichnet. Sie ist die Fähigkeit, durch Erfassung von Sinn- und Bedeutungszusammenhängen „neuartige Anforderungen zu bewältigen“. 12 Als Messgröße für die Intelligenz hat sich der 1912 von William Stern eingeführte Intelligenzquotient (IQ) etabliert. In Abänderung seiner ursprünglichen Messweise ist er heute definiert als „Stellung der Leistung eine[r] [Person] in der normalen Verteilung der Leistung seiner Altersgruppe.“ 13 Der durch einen IQ-Test messbare Intelligenzquotient verteilt sich in Bezug auf die Gesamtbevölkerung normal. In Abbildung 1 ist dies in Form einer Grafik veranschaulicht. Es lassen sich ein
9 BMBF 2003, S. 13
10 Vgl. Stapf 2003, S. 18
11 Schaub, Zenke 2004, S. 259
12 BMBF 2003, S. 13
13 Schaub, Zenke 2004, S. 277
Quote paper:
Marcel Bohnert, 2005, Hochbegabtenförderung - Begriffe, Konzepte, Analyse, Munich, GRIN Publishing GmbH
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