Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung. Seite 4
2. Frühe urkundliche Erwähnungen des Faschings. Seite 4
3. Erste Formen des Faschings. Seite 4
4. Konflikte durch Kirche, Obrigkeit, Krieg
und Krankheiten. Seite 5
5. Erste Faschingsspektakel nach der Krisenzeit. Seite 6
6. Die Rückkehr des Faschings. Seite 6
7. Die Blütezeit des Münchner Faschings. Seite 7
8. Veränderungen der Faschingsbräuche. Seite 8
9. Fasching in der heutigen Zeit. Seite 8
10. Schluss. Seite 9
11. Literaturangaben. Seite 11
12. Bildquellennachweis. Seite 11
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1. Einleitung
Der Februar gilt im allgemeinen als der Faschingsmonat - wenn nicht ein besonders früh liegender Aschermittwoch dem lustigen Treiben ein frühzeitiges Ende bereitet. Die Lage von Aschermittwoch im Kalender und damit auch die Dauer des Faschings, wird von der Lage des Osterfestes diktiert. Ostern fällt immer auf einen Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühjahrsanfang. Das kann frühestens der 22. März, spätestens der 25. April sein. Dem Osterfest ist eine Fastenzeit vorgeschalten, die ursprünglich 40 tage umfasst, seit Anfang des 7. Jahrhunderts jedoch mit dem Mittwoch nach Quinquagesima (= Aschermittwoch) beginnt.
Die Entwicklung der Münchner Fasnacht lässt sich durch reichliche Zeugnisse aus alter Zeit über 700 Jahre zurückverfolgen und macht eine beinahe lückenlose chronologische Aufreihung über die Bedeutungsgewinnung des Faschings in München möglich. Im Folgenden sollen einige wichtige Ereignisse kurz dargestellt werden und der Fasching in München von der Stadtgründung bis in die heutige Zeit beleuchtet werden.
2. Frühe urkundliche Erwähnungen des Faschings
Im Jahr 1158 ließ der Welfenherzog Heinrich der Löwe bei der kleinen klösterlichen Niederlassung „ze den munichen“ eine Brücke über die Isar bauen um so die Salzhandelsstraße von Reichenhall nach Augsburg, die zu dieser Zeit über die Bischofsstadt Freising verlief, umzuleiten. Heinrich ließ eine Zollstation errichten und verlieh der neuen Siedlung Markt- und Münzrecht. Schnell wuchs das zukünftige München durch den Zuzug von auswärtigen Kaufleuten und Handwerkern.
In den Schriften der Gemeinde ist die Fasnacht erstmals 1295 in einer herzoglichen Urkunde erwähnt, 2 ausgestellt war. die sich auf den Neubau einer Münzschmiede bezog und am „sunntag vor Vasnaht“ Man kann allerdings davon ausgehen, dass auch schon in der Zeit davor die Fastnacht ein fester Be-standteil im Kalenderjahr der jungen Stadt war. 3 (Fasching) wurde in München erst um die Mitte des 15. Die Bezeichnung „vaschanc/vastschang“
Jahrhunderts abwechselnd mit dem Begriff „vasnacht“ (Fastnacht) gebraucht.
In den frühesten Nennungen liegt der Fasching allerdings lediglich als Datierungen vor und sie deuten auf noch keine festlichen Begehungen hin. Man darf aber annehmen, dass die Fasnacht schon früh zum beliebten Heiratstermin geworden war. Im ersten Satzungsbuch 1319 bezieht sich so zum Bei- 4 unddamit auf faschingsähnliche spiel ein Artikel auf Sippengelage, Musikanten und Straßentänze Brauchelemente. In diversen Rechnungen kann man Ausgaben von verschiedenen Fastmählern
2 Dirr, Pius: Denkmäler des Münchner Stadtrechts. München 1934, S. 49. zitiert nach Moser, Hans: Aufriß der
Geschichte des Münchner Faschings. In: Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde (1988), München 1988, S. 41.
3 Moser Hans: Fasnacht, Faßnacht, Faschang. In Festschrift für Robert Wildhaber, Basel 1973, S. 433-453, dort
S. 444. zitiert nach Moser, Hans: Aufriß der Geschichte des Münchner Faschings. In: Bayerisches Jahrbuch für
Volkskunde (1988), München 1988, S. 42.
4 Dirr, Pius: Denkmäler des Münchner Stadtrechts. München 1934, S. 196 f. zitiert nach Moser, Hans: Aufriß der
Geschichte des Münchner Faschings. In: Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde (1988), München 1988, S. 42.
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nachvollziehen, die vom Datum her eindeutig in der Faschingszeit lagen, aber keinen eindeutigen Bezug auf die Fasnacht nehmen.
3. Erste Formen des Faschings
Wie in vielen mitteleuropäischen Städten kam es auch in München Mitte des 14. Jahrhunderts zu sozialen Unruhen zwischen Patriziat und dem gemeinen Volk. 1397 war es zur offenen Revolution gekommen. Erst Mitte des Jahres 1403 sollte es von der Landesherrschaft wie von der städtischen Bürgerschaft her zur allgemeinen Versöhnung kommen. Seltsamerweise erlangt man gerade aus diesem Zeitraum deutlichere Zeugnisse für festliche Formen der Fasnachtsbegehung. Im Jahr 1400 liegt das Zeugnis eines Festmahls zur Fasnacht vor auf dem angesehene Gäste bewirtet wurden. Außer Gelagen und Tanz wurden zur damaligen Zeit außerdem noch Turniere gegeben. Von den Unruhen der damaligen Zeit blieb das Volk förmlich unbeeindruckt. Trotz schwerer kriegerischer Auseinadersetzungen tanzte das Volk am Fasnac htssonntag 1403 ausgelassen vor dem Rathaus während das Heer der Belagerer vor Feldmoching und Moosach lagerte.
Als wenige Monate später allerseits Frieden geschlossen wurde, sollte im darauffolgenden Jahr die Fastnachtsfeier nichts mehr überschatten. Die Bürger wurden aufgerufen ihre Häuser zu verlassen, um auch in den Gassen zu tanzen.
Ab 1406 wurde offenbar die Regelung getroffen am „Weißen Sonntag“ die Salzsender und Zöllner mit Wein und diversen Speisen zu feiern. Dieses Salzsendermahl wird in den darauffolgenden Jahren noch des öfteren erwähnt und wurde so anscheinend zu einem der ersten Faschingsbräuche. In der Folgezeit wurden an Fasching vermehrt Turniere und Festgelage abgehalten, bei denen sich immer mehr Menschen maskierten und auch die musikalische Untermahlung durch die Stadtmusikanten nicht fehlen durfte.
So wurde jedes Jahr immer ausgiebiger gefeiert und nur mit wenigen Ausnahmen blieben die Feste aus. So unterblieb zum Beispiel im Jahr 1436 das Salzsendermahl, da der Landesherr dahingeschieden war. Auch die Stadtmusikanten durften nicht aufspielen, erhielten hierfür aber eine finanzielle Entschädigung.
4. Konflikte durch Kirche, Obrigkeit, Krieg und Krankheiten
Unbeeindruckt blieb der Münchner Fasching allerdings im Jahr 1454 von einem Aufruf der Kirche, in dem gegen alle weltlichen Freuden gewettert und zur Bußgesinnung aufgerufen wurde. Während sich in vielen Städten die Menschen zurückzogen hielt sich in München die erwartete Erschütterung in Grenzen und konnte jedenfalls die folgende Fasnacht ganz und gar nicht beeinträchtigen.
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Arbeit zitieren:
Tim Tengler, 2003, Geschichte des Münchner Faschings, München, GRIN Verlag GmbH
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