Universität Rostock Institut für Schulpädagogik HS: Kollegiale Praxisberatung WS 2004/5
Thema:
Die Problemklasse 5a. Die Klasse macht mir das Leben schwer. Was
T(h)un?
Anett Senftleben
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 5
2. Die Ausgangssituation 6
3. Was ist das Problem? Die Klasse oder ich? 8
4. Die Klasse - ein Soziogramm 9
5. Wo ist das Problem? 11
6. Voraussetzungen zur Problemlösung 12
7. Herangehensweise an die Problemlösung 14
7.1 Der Trainingsraum 14
7.2 Gespräche und Zusammenarbeit 20
8. Zusammenfassung. 23
9. Quellenverzeichnis 24
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1. Einleitung
In der vorliegenden Arbeit werden sowohl feminine als auch maskuline Form für alle beteiligten Personengruppen verwendet.
Während des vierwöchigen Hauptpraktikums an der Staudinger Gesamtschule, einer Ganztagesschule in Freiburg, hatte ich Gelegenheit, mir die zahlreichen Projekte anzuschauen und das Verhalten der SchülerInnen untereinander im Klassenverband zu beobachten. Diese Beobachtungen, auch wenn in dieser Arbeit etwas abgewandelt, dienen als Grundlage. In diesem Praktikum hatte ich in der Projektwoche die Chance, der Sportlehrerin, Frau Schneider, bei der Durchführung der Erlebnispädagogik zu helfen. Für die Projektwoche auf dem Feld der Erlebnispädagogik war vorgesehen, dass die SchülerInnen der Klassen fünf bis sieben daran teilnehmen. Für die SchülerInnen der Klassen acht und neun war die Teilnahme an einem berufsorientierenden Praktikum vorgesehen, wobei in der Oberstufe regulärer Unterricht stattfinden sollte.
Die Klassen, die sich vorher auf anraten ihrer KlassenlehrerIn für den Bereich der Erlebnispädagogik angemeldet haben, wurden für jeweils einen Tag von 8:30 bis 13 Uhr vom Sozialpädagogen der Sc hule, seiner Praktikantin, der Sportlehrerin Frau Schneider und mir in zwei Turnhallen betreut. Während des Projektes waren die zwei KlassenlehrerIn der Klasse anwesend, um aus den durchgeführten Spielen Rückschlüsse für die Klasse als Gruppe zu schließen, die Hierarchie der Klasse deutlicher zu erkennen, das Sozialverhalten auffälliger SchülerInnen zu beobachten und um nach den durchgeführten Spielen gemeinsam in der Gruppe über die aufgetretenen Probleme zu reflektieren. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit werde ich die aufgetreten Probleme aus den von mir gehaltenenen Unterricht und aus den Beobachtungen bei der Erlebnispädagogik während meines Hauptpraktikums auf die Klasse 5a projizieren. Als Sportlehrerin dieser Klasse soll das Problem in meinem Unterricht bearbeitet werden. Die Klasse 5a, die in dieser Arbeit beschrieben wird, existiert in dieser Zusammensetzung nicht, die Probleme, die ich an der
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Schule beobachten konnte, sind nur einer Klassenstufe willkürlich zugeordnet worden. Bei der Bearbeitung den Schwierigkeiten mit und in der Klasse 5a wird von den an der Staudinger Gesamtschule laufenden Projekten wie dem „Trainingsraum“ Gebrauch gemacht.
2. Die Ausgangssituation
Die fünfte Klasse existiert in dieser Zusammensetzung erst seit diesem Schuljahr, seit September 2004. In der Klasse sind insgesamt 32 SchülerInnen, 16 Jungen und 16 Mädchen, die aus dem Großraum Freiburg stammen und täglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule kommen oder von ihren Eltern dorthin gefahren werden.
In der Orientierungsstufe wird noch nicht nach starker oder schwacher Schulleistung unterschieden, daher ist die Leistung äußerst heterogen. In der Klasse sind SchülerInnen aus allen Leistungsprofilen vertreten. Profilunterricht, d.h. Unterricht nach Leistungsstärke, findet erst ab der siebten Klasse statt; erst dann entscheidet sich, welcher Schulabschluß dem/der jeweiligen SchülerIn empfohlen wird anzustreben.
Ich unterrichtete die 5a zweimal in der Woche in Sport. Es handelt sich dabei um jeweils eine Einzelstunde (dienstags, vierte Stunde) und eine Doppelstunde (freitags, achte und neunte Stunde).
Zu Beginn des Schuljahres habe ich mit Kleinen Spielen zur allgemeinen Kräftigung begonnen, weil die SchülerInnen sich in einem günstigen Alter bezüglich des Last-Kraft-Verhältnisses befinden. Die Kleinen Spiele sollen neben motivationalen Anreizen die allgemeinen sportlichen Grundlagen fördern und die Klasse auf das Gerätturnen vorbereiten.
Im Bildungsplan für Baden-Württemberg ist festgelegt, dass im Sportbereich I als Indivi dualsportart unter anderem Gerätturnen mit einem Zeitrahmen von 20 Unterrichtsstunden, bei den Mädchen, bis 25 bei den Jungen, bemessen ist. Dieser Zeitrahmen ist geringer bemessen als die im Schuljahr tatsächlich zur Verfügung stehenden Unterrichtsstunden. Die verbleibende Zeit soll unter
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anderem zur Leistungsüberprüfung genutzt werden. 1 Ich schlage allerdings vor, den im Bildungsplan vorgesehenen Zeitrahmen zu verkürzen und mit 15 Unterrichtsstunden zu bemessen, damit der Unterricht schnellstmöglich in de r ganzen Klasse durchgeführt werden kann, um nicht die bestehenden Peergroups zu lange zu unterstürtzt.
1 Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg Lehrplanheft 6/2001;
Arbeit zitieren:
Anett Senftleben, 2005, Die Problemklasse 5a. Die Klasse macht mir das Leben schwer. Was T(h)un?, München, GRIN Verlag GmbH
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