Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung 2
2. Hauptteil
2.1 Die Normannen 4
2.2 Die ersten Überfälle 6
2.3 Die Ursachen 8
2.4 Die Voraussetzungen 10
2.5 Die politische Situation 11
2.6 Die Teilung des Frankenreiches 14
2.7 Die Auswirkungen 16
3. Fazit 18
4. Anhang
4.1 Quellenverzeichnis 19
4.2 Literaturverzeichnis 20
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1. Einleitung
„In diesem Kampfe 1 wurde die Streitmacht der Franken so aufgerieben und ihr glorreiches Heldentum so geschwächt, daß sie fortan nicht einmal zum Schutz des eigenen Gebietes ausreichten, geschweige denn zu einer Erweiterung des Reiches.“ 2
Das Frankenreich am Wendepunkt seiner Geschichte, so zumindest könnte man diese nachträgliche Betrachtung der Ereignisse, die sich in den 840er Jahren abspielten, durch Regino 3 in der „Chronica“ 4 deuten. Ein, aus heutiger Sicht, gar nicht so gewagter Gedanke, denn die Opfer, die diese Schlacht forderte, vor allem in der fränkischen Führungsschicht, sind sicherlich mit ein Grund für die Schwäche des Frankenreiches in dieser Zeit. 5
Eine Schwäche zu einem Zeitpunkt, der ungünstiger nicht seien könnte, sieht sich das karolingische Reich doch einem dreifachen Ansturm durch den Islam, die Ungarn und die Normannen gegenüber. Wie wichtig diese Faktoren sind, macht Brown deutlich, wenn er sagt:
„(...) die Angriffe auf Westeuropa im 9. und 10. Jahrhundert, zerstörte[n], nachhaltiger als alles andere, die karolingische Reichspolitik und bewirkte einen nicht weniger bedeutungsvollen Bruch in der europäischen Geschichte (...)“ 6 . Einen Bruch, den ich versuchen werde, in der vorliegenden Arbeit zu verdeutlichen. Dabei konzentriere ich mich auf die normannischen Überfälle auf das Frankenreich in der
1 Gemeint ist die Schlacht bei Fontenoy (25. Juni 841), in der Lothar und Pippin II. auf der einen und Karl und Ludwig auf der anderen Seite gegeneinander kämpten - eine der größten Schlachten in der karolingischen Geschichte.
2 Regino von Prüm, „Chronica“, S. 184/185.
Lat. Text: „In qua pugna ita Francorum vires adtenuatae sunt ac famosa virtus infirmata, ut non modo ad amplificandos regni terminos, verum etiam nec ad proprios tuendos in posterum sufficerent.“
3 Regino von Prüm (*um 840 - † 915), adeliger Abstammung aus Altrip bei Speyer, Leiter des Martinskloster in Trier, sein Hauptwerk ist die „Chronica“.
4 Die Chronica behandelt den Zeitraum von Christi Geburt bis 906/908, verfasst von Regino von Prüm, 908 abgeschlossen.
5 Vgl. Schieffer, Rudolf, „Die Karolinger“ (Urban-Taschenbücher, Bd. 411),
2.,durchgesehen und ergänzte Auflage, Stuttgart 1997, S. 141.
6 Brown, Richard Allen, „Die Normannen“, München 1988, S. 16.
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Herrschaftszeit Ludwigs 7 und seiner Söhne. Gerade in dieser Zeit wird deutlich, wie sehr sich die Überfälle durch die Normannen, die Schwäche des Frankenreiches, seine Zersplitterung und inneren Konflikte, gegenseitig bedingen und zusammen genommen zu dem eben genannten Bruch führen. Ein Bruch, der sowohl Auslöser für Veränderungen in der Wechselbeziehung zwischen dem fränkischen Reich und den normannischen Angreifern ist, als auch selbst aus der sich verändernden Gemengelage hervorgeht. Bei der Betrachtung werde ich dabei vor allem darauf eingehen, wie sich die Charakteristik der Normannenüberfälle wandelt und welche Konsequenzen sich im Rückschluß daraus, wiederum für das Frankenreich und die weiter geschichtliche Entwicklung ergeben. Als Quellengrundlage für die vorliegende Arbeit dienen vor allem die „Annales Fuldenses“ 8 aber auch die „Annales Bertiniani“ 9 und die bereits erwähnte „Chronica“, alle vorliegend als deutsche Übersetzung (inklusive lateinischem Text) in „Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters“ in der Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe. 10 Für die Sekundärliteratur seien hier das Standardwerk von Birgit und Peter Sawyer 11 „Die Welt der
7 Ludwig , der Fromme (*778 - † 20. Juni 840), jüngster Sohn Karls des Großen, 781 Salbung zum König, ab 813 Mitkaiser und nach dem Tod Karls 814 Kaiser.
8 Annales Fuldenses, die sog. Jahrbücher von Fulda, behandeln den Zeitraum von 714 bis 902 und entstanden größtenteils im 9. Jhr., unterteilt in drei Teile, als Autoren kommen Einhard (Biograph Karls des Großen), Rudolf von Fulda (Mönch) und Meginhard (ebenfalls Mönch aus Fulde) in betracht.
9 Annales Bertiniani, benannt nach ihrem ehemaligen Aufenthaltsort, dem Kloster St. Betin, geschrieben von Bischof Prudentius von Troyes und anderen, umfasst den Zeitraum von 830 bis 882.
10 Einhard, u.a., „Annales Fuldenses“, In: Rau, Reinhold, „Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte. Dritter Teil“ (Buchner, Rudolf (Hrsg.), „Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe“, Bd. 7), lat. Text, dt. Übersetzung, Darmstadt 1982, S. 19-177.
Regino von Prüm, „Chronica“, In: Ebd., S. 178-319.
Prudentius von Troyes u.a., „Annales Bertiniani“, In: Rau, Reinhold, „Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte. Zweiter Teil“ (Buchner, Rudolf (Hrsg.), „Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe“, Bd. 6), lat. Text, dt. Übersetzung, Darmstadt 1969, S. 11-287.
11 Peter Sawyer, emeritierter Professor für Mittelalterliche Geschichte, zuletzt an der Universität Leeds in England.
Birgit Sawyer lehrt Skandinavische Geschichte an der Universität Trondheim.
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Wikinger“ 12 , sowie die Überblicksdarstellung „Die Wikinger“ 13 von Rudolf Simek 14 stellvertretend genannt. Von den beteiligten Parteien, Normannen und Franken, ausgehend, werde ich einen Überblick über die ersten auftretenden Normanneneinfälle unter Karl dem Großen geben. Daran schließt sich ein Teil über die Hintergründe und Ursprünge der Überfälle an.
Im Hauptteil geht es dann um die Zeit nach Karl dem Großen, die Herrschaftszeit seines Sohnes Ludwig und die seiner Söhne nach 840 und den stattfindenden Wandel, sowohl der Struktur des Frankenreiches, als auch des Vorgehens der Normannen. Am Schluß werde ich die Hauptpunkte dann noch einmal zusammenfassend darstellen.
12 Sawyer, Birgit und Peter, „Die Welt der Wikinger“, Die Deutschen und das europäische Mittelalter), Berlin 2002.
13 Simek, Rudof, „Die Wikinger“, München 1998.
14 Rudolf Simek, Professor für deutsche und skandinavische Literatur des Mittelalters - Universität Bonn.
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2. Hauptteil
2.1 Die Normannen
Wer verbirgt sich hinter dem „wilde[n] Volk der Normannen“ 15 ? Der Begriff Nordmänner oder, davon abgeleitet, Normannen, wurde von den Franken benutzt, die damit die sie angreifenden Skandinavier bezeichneten. Die Normannen sind aber nur eine von vier skandinavischen Hauptgruppierungen, des weiteren unterscheidet man die Dänen, Sueones und Götar. Diese Hauptgruppierungen bestehen wiederum aus einer Vielzahl von kleinen Völkern 16 .
Die kulturellen Gemeinsamkeiten, Gebräuche, Sprache und das ähnliche Auftreten dieser unterschiedlichen Gemeinschaften, führte dazu, dass die Franken die Kollektivbezeichnung Nordmänner, Normannen oder Norweger benutzen. Diese Benennungen erwecken jedoch den irreführenden Eindruck von Einheit, die so nicht vorhanden war. 17 Die Überfälle wurden tatsächlich hauptsächlich von kleinen Gruppen mit wenigen Schiffen ausgeführt, die voneinander unabhängig agierten und keine Absprachen trafen. Oft war es sogar so, dass die einzelnen Gruppen in Konkurrenz zueinander standen und wenn auch nur, um sich in Ruhm und Ehre gegenseitig zu überflügeln. Es bleibt also festzuhalten, dass sich hinter den Bezeichnungen Nordmänner, Normannen oder Norweger, auch wenn sie diesen Eindruck erwecken, keine ethnisch homogene Gruppe verbirgt, sondern eine Vielzahl kleiner, weitgehend unabhängiger Völker. Diese Erkenntnis ist wichtig, da sie für das Verständnis der Überfälle nötig und für einige Merkmale, anhand derer man die Überfälle charakterisieren kann, verantwortlich ist.
15 Notker Balbulus, „Gesta Karoli“, S. 421. Lat. Text: „gens immanissima Nordmannorum“.
16 Der Begriff „Volk“ steht hier nicht für eine ethnische Einheit, sondern für eine Gefolgschaft aus Männern, die einem Anführer folgt.
17 Vgl. Sawyer, Birgit und Peter, „Die Welt der Wikinger“, S. 65-67.
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Arbeit zitieren:
Samuel Greef, 2005, Wandel der Normanneneinfälle ins Fränkische Reich in der Herrschaftszeit Ludwigs des Frommen und seiner Söhne, München, GRIN Verlag GmbH
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