Risiko, Gefährdung und Unsicherheit sind drei Faktoren die in unserer Gesellschaft ganz groß geschrieben werden und uns ein Leben lang begleiten. Als Kleinkinder werden wir noch von der elterlichen Hand behütet und von allen Gefahren und Risiken fern gehalten. Können wir dann mit zunehmendem Alter selbst denken und handeln werden uns langsam aber sicher alle Gefährdungen und Unsicherheiten selber klar und wir schützen uns, sofern es geht, mit eigenen Kräften. Doch manche Risikofaktoren sind so groß, dass ein Selbstschutz kaum noch möglich ist. Dann brauchen wir die Unterstützung der Gesellschaft, der Politik und der Wissenschaft um auftretende Unsicherheiten zu überwinden, um zu lernen mit Risiken umzugehen und um sie im Notfall auch einfach akzeptieren zu können. Welche Risiken es gibt, wie man sie vermeiden kann oder wie man sie ohne Ängste akzeptieren kann und wie die Gesellschaft mit Risiken umgeht, wird in folgendem Text behandelt.
Als Basis dienen hier die Bücher : „Risiko und Gesellschaft“ herausgegeben von Gotthard Bechmann (1993) und „ Sicherheit und Risiko“ redigiert und herausgegeben von Johannes Anderegg ( 1987).
Ich habe mich auf die sprachlichen Stilmittel konzentriert und die enthaltenen Phraseologismen herausgearbeitet. Die für das Thema relevanten Phraseme habe ich näher bestimmt.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Buchvorstellung: „Risiko und Gesellschaft“
3. Phraseme in „ Risiko und Gesellschaft“
4. Buchvorstellung: „ Sicherheit und Risiko“
5. Phraseme in „ Sicherheit und Risiko“
6. Vergleiche
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, den Einsatz und die Funktion von Phraseologismen in wissenschaftlichen und diskursiven Texten der Risikoforschung zu untersuchen. Im Zentrum steht dabei die Analyse, wie sprachliche Stilmittel dazu genutzt werden, das Risikobewusstsein, die Risikoakzeptanz und die gesellschaftliche Verantwortung innerhalb dieses komplexen Themenfeldes zu artikulieren.
- Analyse der sprachlichen Gestaltung in Fachliteratur zur Risikoforschung.
- Gegenüberstellung von wissenschaftlich-monologischen und gesprächsorientierten Texten.
- Identifikation und semantische Einordnung spezifischer Phraseme.
- Untersuchung der rhetorischen Funktion von Redewendungen bei der Vermittlung komplexer Sachverhalte.
- Reflektion über die Rolle von Verantwortung und Kommunikation im Kontext von Risikoszenarien.
Auszug aus dem Buch
3. Phraseme in „ Risiko und Gesellschaft“
Phrasem: nicht ohne tiefen Grund
Kontext: Nicht ohne tiefen Grund hängt die Entstehung der Risikoforschung mit dem Ausbau der Kernenergie zusammen.
Paraphrasierung: verständlicher weise; mit Absicht; berechtigt
Bedeutung: Risikobewusstsein / Risikobewertung
Besonderheiten: Durch dieses Phrasem wird die Verknüpfung der Risikoforschung mit der Kernenergie hergestellt. Automatisch verbindet man als Leser Kernenergie mit gefährlicher Strahlung und großem gesundheitlichem Risiko für Mensch, Tier und Natur. Kernenergie wird als Risikofaktor für den Menschen dargestellt und das hier angewandte Phrasem unterstreicht die Selbstverständlichkeit des Risikobewusstseins des Menschen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Themen Risiko, Gefährdung und Unsicherheit ein und benennt die zwei für die Analyse ausgewählten Standardwerke.
2. Buchvorstellung: „Risiko und Gesellschaft“: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Aufbau und die interdisziplinären Beiträge des Werks von Gotthard Bechmann.
3. Phraseme in „ Risiko und Gesellschaft“: Es werden ausgewählte Phraseologismen aus dem Buch identifiziert, in ihren Kontext gestellt und hinsichtlich ihrer Bedeutung für das Risikobewusstsein interpretiert.
4. Buchvorstellung: „ Sicherheit und Risiko“: Das Kapitel erläutert den Hintergrund des als Gespräch verschrifteten Bandes von Johannes Anderegg, der auf einem Expertenforum basiert.
5. Phraseme in „ Sicherheit und Risiko“: Basierend auf dem transkribierten Dialog werden typische Redewendungen analysiert, die insbesondere den Aspekt der persönlichen und gesellschaftlichen Verantwortung betonen.
6. Vergleiche: Das abschließende Kapitel setzt die Befunde zueinander in Beziehung und konstatiert eine Ähnlichkeit der Phraseme in beiden Texttypen, bedingt durch den nüchternen Fachdiskurs.
Schlüsselwörter
Risikoforschung, Phraseologie, Phraseme, Risikobewusstsein, Risikoakzeptanz, Risikobewertung, Gesellschaft, Wissenschaftssprache, Kommunikation, Verantwortung, Risiko, Unsicherheit, Sprachanalyse, Redewendungen, Interdisziplinarität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie Phraseme und Redewendungen in Texten der Risikoforschung eingesetzt werden, um abstrakte oder komplexe Inhalte wie Risikowahrnehmung und Sicherheitsaspekte sprachlich zu vermitteln.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind die Risikoforschung als interdisziplinäres Feld, die Bedeutung von gesellschaftlicher Verantwortung, die Akzeptanz von Risiken sowie die rhetorische Funktion von Sprache in wissenschaftlichen und diskursiven Kontexten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, phraseologische Bausteine in Fach- und Diskussionstexten herauszuarbeiten und deren spezifische Funktion bei der Konstruktion von Risikobewusstsein und Verantwortungszuschreibung zu analysieren.
Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?
Die Autorin wählt eine qualitative Analyse, bei der spezifische Phraseme aus zwei Fachbüchern extrahiert, in ihren jeweiligen Kontext gesetzt, paraphrasiert und hinsichtlich ihrer Besonderheiten und Bedeutungen interpretiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die beiden zugrunde liegenden Werke kurz vorgestellt, gefolgt von einer detaillierten linguistischen Analyse der in ihnen enthaltenen Phraseme, unterteilt in Einzelanalysen zu Bedeutung und Kontext.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Risikoforschung, Phraseologie, Risikobewusstsein, Risikoakzeptanz, Verantwortung und Kommunikation.
Welche Rolle spielt die Differenzierung zwischen wissenschaftlichen Texten und Gesprächsprotokollen?
Die Arbeit stellt fest, dass in diskursiven, also gesprächsbasierten Texten, Phraseme häufiger und lebendiger vorkommen als in rein wissenschaftlichen Publikationen, da erstere spontaner und weniger steif formuliert sind.
Wie beeinflussen Phraseme das Risikobewusstsein der Leser?
Laut der Analyse fungieren Phraseme oft als Verstärker, die komplexe Sachverhalte (wie die Gefährlichkeit von Kernenergie) mit alltäglichem Sprachgebrauch verknüpfen und so beim Leser ein schnelleres, oft emotional geprägtes Risikoverständnis erzeugen.
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- Ina Thiesen (Author), 2001, Phraseologie: Form und Funktion (am Beispiel der Risiko-Forschung), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3729