1. Einleitung 4
2. Gedanken zum Thema 4
3. Begriffsbestimmungen 5
3.1 „Behinderung“ 5
3.2 Statistik 7
3.3 Behindertenpädagogik 7
4. Das Bildungswesen für behinderte Menschen 9
4.2 Der Frühbereich 9
4.3 Der Elementarbereich 11
4.4 Der Schulbereich 13
4.5 Berufs- und Erwachsenenbildung 16
5. Schluss 17
6. Anhang 18
6.1 Literaturverzeichnis 18
6.2 Internetadressen 18
Worte und Bilder bestimmen unser Denken. Manchmal geben sie Hoffnung. Entscheidend ist, daß sie uns
helfen zu lernen. Was wir zu lernen haben, ist so schwer und doch so einfach und klar: Es ist normal,
1. Einleitung
Im Rahmen dieser Ausarbeitung beschäftige ich mich mit dem Thema „Behinderung als pädagogisches Problem“, welches am 17. November 2004 von XXXXXX und mir im Seminar „Psychologie der Behinderung“ referiert wurde.
Als Einstieg für dieses Referat wählten wir die Videoaufzeichnung eines von uns durchgeführten Interviews mit einer behinderten Mutter eines behinderten Kindes, um zunächst auf die Situation einer Betroffenen aufmerksam zu machen. Später sammelten wir in Form eines kleinen Brainstormings, die Beweggründe der Seminarteilnehmerinnen und Seminarteilnehmer zur Beschäftigung mit diesem Thema. Die Ergebnisse möchte ich im 2. Punkt dieser Ausarbeitung aufführen und dann den Begriff „Behinderung “ näher erläutern und klären, inwieweit Behinderung als eine Aufgabe der Erziehung verstanden werden kann. Daraufhin gehe ich auf das Bildungswesen für Behinderte ein und greife außerdem kurz die aktuelle Diskussion über die Integration von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in der allgemeinen Schule auf.
2. Gedanken zum Thema
Die Studentinnen und Studenten des Seminars nannten zunächst einmal ihr grundlegendes Interesse für das Thema „Behinderung“ und ihren Wunsch nach einem intensiveren Kontakt und damit einem verbesserten Verständnis für die Lebenswelt behinderter Menschen als ausschlaggebend . Einige Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer konnten bereits auf Erfahrungen mit behinderten Menschen zurückgreifen und betonten den Spaß, den die Arbeit mit ihnen macht. Für manche Studentinnen und Studenten war auch, die ihnen bekannte Lebensfreude behinderter Menschen von Bedeutung. Weitere Punkte waren Idealismus, die Möglichkeit der Empathie und die Herausforderung, die eine Arbeit mit Behinderten mit sich bringt.
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3. Begriffsbestimmungen
3.1 „Behinderung“
Der Begriff der Behinderung ist sehr komplex, eine eindeutige Definition fällt aus verschiedenen Gründen sehr schwer. So kann eine Umschreibung von Behinderung auf verschiedenen Ebenen stattfinden. Diese Ebenen entsprechen den Gebieten, auf denen die Schädigung Konsequenzen für den Behinderten hat (vgl. Bleidick 1998, 27). Dies kann beispielsweise auf medizinischer, sozialpolitischer, psychologischer und pädagogischer Ebene der Fall sein.
Die Definitionen in diesen einzelnen Gebieten betonen häufig nur, die für sie bedeutsamen Aspekte von Behinderung. So betont beispielsweise die Medizin hauptsächlich die körperlichen Aspekte und die Einschränkung von Funktionen. Die Weltgesund-heitsorganisation WHO (World Health Organisation) versucht verschiedene Bereiche zu vereinen. Sie geht von drei Begriffen der Behinderung aus (vgl. Nickel 1999 ): − Impairment (Schädigung)
Unter Impairment werden Mängel oder Abnormitäten der anatomischen, psychischen oder physiologischen Funktionen und Strukturen des Körpers verstanden. − Disability (Beeinträchtigungen)
Dieser Begriff umfasst Funktionsbeeinträchtigungen oder -mängel durch die bestehenden Schädigungen, die Alltagssituationen erschweren oder sogar unmöglich machen. − Handicap (Benachteiligung)
Hierunter fallen die Nachteile für eine Person, die aus einer Schädigung oder Beeinträchtigung resultieren.
Behinderung stellt in dieser Umschreibung nicht nur eine physische und psychische Realität dar. Mit dem so genannten "Handicap" wird auch der soziale Aspekt des gesellschaftlichen Anschlusses, der Verhinderung sozialer Kontakte und Orte berücksichtigt.
Sozialpolitisch versteht man nach dem Bundessozialhilfegesetz unter Behinderung eine Beeinträchtigung der Fähigkeit zur Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft (vgl. BSHG §39).
In der Pädagogik gelten laut der Empfehlung der Bildungskommission des Deutschen Bildungsrates alle Kinder, Jugendliche und Erwachsene als behindert,
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"(…) die in ihrem Lernen, im sozialen Verhalten, in der sprachlichen Kommunikation oder in den psychomotorischen Fähigkeiten soweit beeinträchtigt sind, daß ihre Teilnahme am Leben in der Gesellschaft wesentlich erschwert ist. Deshalb bedürfen sie besonderer pädagogischer Förderung. Behinderungen können ihren Ausgang nehmen von Beeinträchtigungen des Sehens, des Hörens, der Sprache, der Stütz- und Bewegungsfunktionen, der Intelligenz, der Emotionalität, des äußeren Erscheinungsbildes sowie von bestimmten chronischen Krankheiten." (Deutscher Bildungsrat 1973, 13) In dieser Definition wird ebenfalls die gesellschaftliche Dimension des Behindertenbegriffs betont und zudem das Bedürfnis nach pädagogischer Förderung genannt. Ulrich Bleidick beschreibt Behinderung folgendermaßen:
"Als behindert gelten Personen, welche infolge einer Schädigung ihrer körperlichen, seelischen oder geistigen Funktionen soweit beeinträchtigt sind, daß ihre unmittelbaren Lebensverrichtungen oder die Teilnahme am Leben der Gesellschaft erschwert wird.“ (Bleidick 1998, 9)
Außerdem versteht er Behinderung als intervenierende Variable, die auf den Erziehungsprozess einwirkt, ihn behindert (vgl. Bleidick 1998, 30).
Es gibt darüber hinaus Definitionen, die versuchen schon bei der eingesetzten Sprache Diskriminierung und Stigmatisierung auszuschließen. So wurde beispielsweise versucht, den Begriff „Behinderung“ ganz zu verbannen und durch eine Umschreibung, wie etwa „besondere Bedürfnisse“ zu ersetzen. Diese Umschreibung orientiert sich offensichtlich am englischen Ausdruck „people with special needs“. Zu dieser sprachlichen Problematik schreibt U. Bleidick:
„Die Behindertenpädagogik verrät sich durch ihre Sprache, und wenn sie ihre terminologischen Bestimmungen unter Kontrolle hält, beeinflußt sie damit auch ihre Einstellung.“ (Bleidick 1998, 32)
Ein weiteres Zitat, welches die soziale Begründung von Behinderung, die sprachliche Problematik und das defizitäre Denken der Gesellschaft hervorhebt, stammt von Lew Semjonowitsch Wygotski:
"Alle eindeutig psychologischen Besonderheiten des defektiven Kindes sind ihrer Grundlage nach nicht biologischer, sondern sozialer Natur. (…) Möglicherweise ist die Zeit nicht mehr fern, da die Pädagogik es als peinlich empfinden wird, von einem defektiven Kind zu sprechen, weil das ein Hinweis darauf sein könnte, es handele sich um einen unüberwindbaren Mangel seiner Natur. (…) In unseren Händen liegt es, so
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Arbeit zitieren:
Christna Blau, 2005, Behinderung als pädagogisches Problem, München, GRIN Verlag GmbH
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