Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 3
2. Baugeschichte des 1. Jahrhunderts
bis zum 18. Jahrhundert 3
2.1 Das 1. bis 13. Jahrhundert 3
2.2 Das 14. bis 18. Jahrhundert 7
3. Das 19. Jahrhundert 9
3.1 Die Veränderungen am Außenbau 9
3.2 Die Veränderungen im Inneren der Kirche 10
4. Die Neuausstattung der Kirche im 19 Jahrhundert 11
4.1 Die Ausmalung 11
4.2 Der Mosaikfußboden 14
4.3 Die weitere Ausstattung 16
5. Das 20. Jahrhundert 17
5.1 Von 1900 bis zum Krieg 17
5.2 Die Zerstörung im Krieg 18
5.3 Der Wiederaufbau nach dem Krieg 19
6. Schlussbetrachtung 21
7. Literaturverzeichnis 22
8. Abbildungen 25
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1. Einleitung:
Die nachfolgende Arbeit beschäftigt sich mit der ehemaligen Stiftskirche St. Maria im Kapitol in Köln. Ihr heutiges Erscheinungsbild, vor allem die Dreikonchenanlage, stammt größtenteils aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg. St. Maria im Kapitol war die am meisten beschädigte romanische Kirche in Köln. Die Damenstiftskirche nahm im 13. Jahrhundert immer mehr die Rolle einer offiziellen „Stadtkirche“ an; so fanden hier die Einführungen der Bürgermeister oder offizielle Trauerfeiern statt. Die bedeutende Stellung der Kirche im alten Köln wird auch an anderer Stelle deutlich: An Weihnachten zelebrierte der Erzbischof die erste Messe in St. Maria im Kapitol, die zweite im nahe gelegenen St. Cäcilien und die dritte im Dom. Zu dem Kirchenkomplex gehörte noch der im Westen vorgelagerte Kreuzgang, der Friedhof im Osten und weitere kleine Gebäude, wie das Stiftsgebäude oder das Äbtissinnenhaus.
1
Der Name „in capitolio“ wurde erstmals in einer Urkunde von 1189 erwähnt. Ausgrabungen 1956 haben aber tatsächlich Teile eines römischen Tempels aus der Zeit um das 1. Jahrhundert n. Chr. gefunden.
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Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in der besonderen Berücksichtigung der Restaurierungsarbeiten im 19. Jahrhundert und stellt die Frage nach dem Verbleib der Neuerungen in der heutigen Zeit.
2. Baugeschichte des 1. Jahrhunderts bis zum 18.
2.1 Das 1. bis 13. Jahrhundert:
Im 1. Jh. n. Chr. wurde ein Kapitolstempel nahe der Südostecke der Stadt errichtet. Der Tempel war den Göttern Juno, Jupiter
1 Vgl. Rathgens, Hugo: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Bd. 7, 1. Abt., Düsseldorf 1911, S. 189-191
2 Vgl. Machat, Christoph: Der Wiederaufbau der Kölner Kirchen, In: Landeskonservator Rheinland, Arbeitsheft 40, Köln 1987, S.97
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und Minerva gewidmet. Die Fundamente dieses Tempels dienten dem heutigen Langhaus als Unterbau. Um 717 errichtete Plektrudis, die Frau des merowingischen Hausmeiers Pippin des Mittleren von Heristal, eine Eigenkirche auf den Ruinen des Tempels (Abb. 1). Im 10. Jahrhundert gründete Erzbischof Bruno I. (reg. 953-965) ein Benediktinerinnen Kloster an dieser Stelle. Der erste große Neubau fand in der Zeit von 1040-1065 unter der aus dem ottonischen Herrscherhaus stammenden Äbtissin Ida statt (reg. 1015-1060). Ida war die Tochter des Pfalzgrafen Ezzo und seiner Frau Mathilde, die wiederum war die Tochter Ottos II. und der byzantinischen Prinzessin Theophanu. Idas Bruder Hermann war von 1036-1056 Erzbischof in Köln. Fünf ihrer Schwestern standen ebenfalls Klöstern oder Damenstiften als Äbtissinnen vor. 3 1049 wird das flachgedeckte Mittelschiff mit innen und außen ungegliedertem Obergaden über sieben Arkaden mit Freipfeilern und kreuzgratgewölbten Seitenschiffen fertiggestellt. Die Weihe des Kreuzaltars und des ersten Bauabschnitts erfolgt durch Papst Leo IX. (reg. 1049-1054) in diesem Jahr. Anschließend wird die Dreikonchenanlage ausgebaut, die sich um eine quadratische Vierung mit rechteckigen Zwischenjochen gruppiert. Die östlich
anschließende Böschung zum Rheinuferbereich, wo in römischer Zeit eine breite Treppenanlage zum Tempelpodium hinaufführte, wurde im 11. Jahrhundert durch die Anlage einer Hallenkrypta mit seitlichen Annexen aufgefangen. Durch die Hanglage wurde somit Tageslicht in der Krypta gewährleistet. An den dreischiffigen Mittelraum der Hallenkrypta mit dreiseitigem Schluss fügen sich Querflügel mit zwei Ostapsidiolen und im
3 Vgl. Behrend- Krebs, Anne: Die ottonischen und romanischen Wandmalereien in St. Georg, St. Maria im Kapitol und St. Pantaleon in Köln, Münster 1994, S. 232-234
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Osten drei Kapellen an. Die beiden seitlichen dieser Kapellen haben ebenfalls Ostapsidiolen. Die Kreuzgratgewölbe der Krypta stehen auf Säulen mit Würfelkapitellen. 4 Die Krypta muss aber schon vor 1048 fertig gewesen sein, d a sich Teile einer romanischen Ausmalung bis in die heutige Zeit finden lassen. Die schlechte Qualität der Funde lässt sich auf die Deklassierung der Krypta zum Salzlager nach der Säkularisation zurückführen. In der Oberkirche dagegen ist von einer mittelalterlichen Ausmalung nichts mehr erhalten 5 Die Weihe der vollendeten Marienkirche erfolgte dann 1065 durch Erzbischof Anno II. (reg. 1056-1075). Die Nordvorhalle wird noch im gleichen Jahrhundert errichtet.
Ein besonderes Augenmerk sollte auch auf den Westbau (Abb. 2) geworfen werden, da der innere Wandaufriss die Aachener Pfalzkapelle zitiert. Der dreiteilig angelegte Westbau öffnet sich in zwei ehedem flachgedeckten Geschossen mit großen Rundbogenöffnungen zum Mittelschiff. Dieser Westbau, wie auch die ursprüngliche Gestalt des Langhauses dokumentieren den dynastischen und territorialpolitischen Anspruch der Bauherrin und ihrer Familie. 6 Außen wird der vortretende Mittelbau von zwei Treppentürmen mit rechteckigen Untergeschossen in Seitenschiffbreite flankiert. Ein kleines Westportal ermöglicht den Zugang von dem westlich anschließenden Kreuzgang zur Damenempore. Die Haupteingänge liegen in den Scheiteln der Seitenkonchen. 7 Der Trikonchos im Osten erscheint hier zum ersten Mal in dieser monumentalen Größe im Abendland. St. Maria im Kapitol wird auch immer mit der Geburtskirche in Bethlehem in Verbindung
4 Vgl. Rathgens, 1911, S. 196 ff.
5 Vgl. Behrend Krebs, 1994, S. 234-241
6 Vgl. Kier, Hiltrud/ Krings, Ulrich: Die Romanischen Kirchen in Köln, Köln 1991, S. 27
7 Vgl. Machat, 1987, S. 97
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gebracht, da diese den gleichen inneren Grundriss aufweist. Neu ist an dieser Form der Umgangschor, der die Seitenschiffe des Langhauses fortsetzt. Eine fast gleichzeitige Kölner
Dreikonchenanlage, aber ohne Umgänge, war der ursprüngliche Ostbau von St. Georg, während die Übrigen (St. Andreas, St. Aposteln, Groß St. Martin) erst der spätromanischen Zeit angehören. In der Verbindung von Dreikonchenanlage und Umgängen steht St. Maria im Kapitol unter diesen Kirchen aber ganz isoliert und ist als Bauschöpfung des 11. Jh. eine einzigartige Erscheinung.
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Zentrum des Trikonchos ist die quadratische Vierung, die von vier Rundbögen über kreuzförmigen Pfeilern gebildet wird. Die Vierung, die drei anschließenden Zwischenjoche und das Mittelschiff des Langhauses waren zu dieser Zeit noch flach gedeckt.
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Gewölbt waren dagegen die drei Halbkreiskonchen selbst, ihre Vorjoche und die Umgänge des Trikonchos. Die sieben Bogenfolgen des Trikonchos erheben sich über schlanke, monolithe Säulen mit Würfelkapitellen und sind vom Obergaden mit drei Rundbogenöffnungen durch ein Gesims getrennt. Am Außenbau war der Vierungsbereich mit seinen Zwischenjochen ursprünglich wohl durch die Kreuzung der Satteldächer und Giebelbauten ausgezeichnet. Ob sich über der Vierung ein Vierungsturm erhob ist in der Forschung umstritten. Die Fenster der Konchen öffnen sich nach außen in pilasterbegrenzte Wandflächen, die Seitenschifffenster sind außen von Blendbögen umrahmt.
Im 12. Jahrhundert wurde das Nonnenkloster in ein adliges Damenstift umgewandelt. Etwa um 1150 wird der Obergaden der Nord- und Südkonche, eventuell nach einem Stadtbrand, erneuert. Die Obergaden wurden mit jeweils fünf Fenstern
8 Vgl. Rathgens, 1911, S. 194
9 Vgl. Kier/ Krings, 1991, S. 27
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ausgestattet, die innen von Blendbogenreihen über Halbsäulen und außen von Rundbogenfriesen auf Lisenen gegliedert wurden. 10 Wahrscheinlich fand in dieser Umbauphase auch die Einwölbung des Vierungsbereichs statt, die Zwischenjoche wurden mit einem Tonnengewölbe versehen. Zusätzlich wurde die Außenwand des Umgangs der Ostkonche einschließlich des Kryptengeschosses erneuert, eine Südvorhalle wurde errichtet und der im Westen vorgelagerte Kreuzgang renoviert. Um 1175 wurden die oberen Partien der dreiteiligen Westturmgruppe gebaut (Abb. 3). Anfang des 13. Jahrhunderts fand eine vollständige Umgestaltung der Ostkonche statt: Im Inneren verstärkte man die untere Arkadenzone durch eine auskragende Vormauerung, wobei das erste Säulenpaar an der Nahtstelle von Vorjoch und Konche in ein Pfeilerpaar verwandelt wurde. Die östliche Giebelwand rückte aus der Achse der Bogenstellung des Zwischenjochs auf die bisher unbetonte Achse Vorjoch- Konche, daher die Umwandlung der Säulen in tragfähigere Pfeiler. Die bisherige Trennung beider Joche wurde aufgehoben, der neue, weitere Raumabschnitt wurde mit einer elliptischen Hängekuppel überwölbt. Der gesamte Obergaden erhielt durch Doppelsäulchen und Laufgang vor der eigentlichen Fensterwand einen zweischaligen Aufbau. Außen wurde sie durch Blendarkaden, Kassettenfries und Zwerggalerie umgestaltet. 11 Um 1240 erfolgte dann die Einwölbung des Mittelschiffs mit sechsteiligem frühgotischem Rippengewölbe auf auskragenden Dienstbündeln. Durch die optische Verlängerung der Ostkonche und einen offeneren Rumeindruck verstärkte sich die Betonung der Längsachse gegenüber dem ursprünglichen
Zentralbaucharakter des Trikonchos. Die Nord- und Südarme wirkten schließlich nur noch als niedrige, nachgeordnete Annexe
10 Vgl. Machat, 1987, S. 97-99
11 Vgl. Kier/ Krings, 1991, S. 27-29
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des von West nach Ost durchlaufenden, dominierenden Mittelschiffsdach. 12 (Abb. 4)
2.2 Das 14. bis 18. Jahrhundert:
Zum Beginn des 14. Jahrhunderts erhielt das Dreikönigen- Pförtchen als südliches Immunitätstor des Stiftsbezirk seine gotische Gestalt (Abb. 5). Der Überlieferung nach sollen die Reliquien der Heiligen Drei Könige bei ihrem Einzug in die Stadt an dieser Stelle eingebracht worden sein. 13 In den östlichen Zwickeln der Dreikonchenanlage entstand 1466 im Süden durch eine Stiftung die Salvatorkapelle mit Sängerempore durch J. Hardenrath und S. Schlössgin 14 . Zu ihrer Stiftung zählt auch das Singmeisterhäuschen östlich der Südvorhalle im gleichen Jahr. 15 1493 wird auf der Nordseite der Ostkonche die Hirtzkapelle angebaut, sowie wenige Jahre später die Sakristei.
Zwischen 1450 und 1530 fanden noch mal größere Umbauarbeiten statt, wie z. B. die Vergrößerung und Gotisierung der Fenster in den Seitenschiffen, den Konchenumgängen und den Obergden der Querkonchen. 1525 wird der
Renaissancelettner zwischen Vierung und Langhaus aufgestellt (Abb. 6). 1637 stürzte der Glockenturm ein, der Wiederaufbau erfolgt bis 1654, aber nur bis zur Traufhöhe des Mittelschiffs. Die Glocken wurden in den Turm der benachbarten Pfarrkirche Klein St. Martin gehängt, was ihn nach der Säkularisation vor dem Abbruch bewahrte. 1836 wurden erst neue Glocken für St. Maria im Kapitol gegossen.
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1677 erhält die Kirche einen neuen barocken Hochaltar, zu dessen Gunsten der alte Kreuzaltar
12 Vgl. Kier/ Krings, 1991, S. 29-30
13 Vgl. Rheinische Kunststätten, St. Maria im Kapitol, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Heimatschutz, Köln 1956
14 Vgl, www.romanische-kirchen.de
15 Vgl. Rathgens, 1911, S. 222-225
16 Vgl. Rathgens, 1911, S. 195
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Stefanie Breitzke, 2004, Romanische Kirchen in Köln um 1900, St. Maria im Kapitol, München, GRIN Verlag GmbH
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