Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung 2
2. Strukturelle Bedingungen für die Existenz der Exilpresse 3
2.1 Rechtliche Voraussetzungen 3
2.2 Finanzielle Aspekte 4
2.3 Interessenschwerpunkte Aufgaben und Themengebiete der Exilpresse 5
3. Thomas Manns Engagement und Einstellung zur Presse im Exil 7
3.1 Die Einstellung und Haltung von Thomas Mann 8
3.2 Konsequenz: Die Gründung von Mass und Wert 9
3.3 Die Redaktionelle Linie der Zeitschrift 11
4. Zusammenfassung 12
5. Literaturverzeic hnis 14
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1. Einleitung
Während der Herrschaft der Nationalsozialisten wurden mehr als eine halbe Million Menschen aus Deutschland vertrieben. Darunter befanden sich etwa 30.000 politisch Verfo lgte, an die 5.500 Kulturschaffende und unter diesen wiederum 2.500 Schriftsteller und Publizisten (vgl.www.uni- essen.de). Nach T. Baltensweiler bewegte der politisch verursachte Druck sowohl die politischen Exulanten, als auch die jüdischen Emigranten zum Verlassen des Dritten Reichs. Er vertritt die Ansicht, dass für die Mehrheit der politischen Exulanten Ereignisse wie etwa die Machtübernahme Hitlers oder der Reichstagsbrand als Signal zum Verlassen des Deutschen Reichs ausschlaggebend waren, d ie Massenflucht der jüdischen Einwohner hingegen verliefe wellenartig und in Entsprechung der jeweiligen Maßnahmen und Ereignisse, die seitens der Nationalsozialisten gegen das jüdische Volk beschlossen wurden (siehe Baltensweiler 1996, S. 10). Nach Auffassung von Baltensweiler schloss die Masse der jüdische n Flüchtlinge, anders als die politischen Exulanten, eine Rückkehr nach Deutschland gänzlich aus, weshalb sich diese Gruppe als Emigranten (Auswanderer) bezeichnen ließe.
Die politischen Exulanten bildeten eine äußerst heterogene Gruppe, deren Mitglieder zumeist sehr unterschiedliche politische Weltanschauungen vertraten. Sie verband letztlich nur ein einziger gemeinsamer Anspruch, nämlich die Gegnerschaft zum nationalsozialistischen Herrschaftsregime. Für die Schriftsteller und Publizisten unter diesen wurden die Arbeits- und Wirkungsmöglichkeiten extrem eingeschränkt, nicht nur durch den meist zwangsläufigen Verlust der deutschen Sprache im Exilland oder durch die Trennung vom heimischen Publikum, sondern auch durch die geringen Veröffentlichungsmöglichkeiten. So gelang es nur wenigen Autoren – wie etwa Anna Seghers, Lion Feuchtwanger oder Thomas Mann sich mit ihren Veröffentlichungen den Lebensunterhalt zu sichern (vgl. www. uni- essen.de). Zumeist lebten alle Exulanten unter materiell dürftigsten Bedingungen. Literarische Zeitschriften wie ’Die Sammlung’ (Amsterdam), ’Neue Deutsche Blätter’ (Prag) oder Zeitungen wie das ’Pariser Tageblatt’ boten in begrenzten Umfang Publikationsmöglichkeiten
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und nur wenige Verlage wie Berman-Fischer (Stockholm) oder Oprecht (Zürich) verlegten Bücher von Emigranten und Exulanten. Zu diesen Veröffentlichungen zählte auch die von Thomas Mann und Konrad Falke herausgegebene Exilzeitschrift „Mass und Wert“, die in den Jahren 1937 bis 1940 in Zürich erschienen ist.
In der vorliegenden Arbeit soll zum einen untersucht werden, wieso es erst relativ spät, nämlich im Jahr 1937, zu einer publizistischen Aktivität Thomas Manns kam, und zum anderen, worin die Unterschiede zu anderen veröffentlichten Exilzeitschriften in dieser Zeit lagen. Die Untersuchung beginnt zunächst mit den strukturellen
Existenzbedingungen der Interessenschwerpunkten, Aufgaben und Themengebieten. A nschließend werden die Vorstellungen und Erwartungen von Thomas Mann an eine adäquate Exilpresse in seinem Sinne erläutert, wobei der Focus auf dem Wertewandel seines Engagements und der Herausstellung von Besonderheiten der Exilzeitschrift „Mass und Wert“ gerichtet wird.
2. Strukturelle Bedingungen für die Existenz der Exilpresse
Es existieren zahlreiche Aspekte an denen die erschwerten Arbeitsbedingungen der Exulanten verdeutlicht werden können. Um den Umfang dieser Arbeit überschaubar zu halten, kann in der folgenden Abhandlung nur auf zwei allgemeine Hauptaspekte eingegangen werden, aus deren Kontext sich allerdings nach Ansicht des Autors eine Vielzahl anderer resultierender Probleme ergeben. Diese sollen auch durch die Darstellung eines Beispiels bzgl. der Entstehungsgeschichte der Zeitschrift „Mass und Wert“ prägnant aufgezeigt werden.
2.1 Rechtliche Voraussetzungen
In den zahlreichen europäischen Ländern verhinderten gesetzliche Bestimmungen die Aufnahme einer lohnabhängigen Tätigkeit für Publizisten und Schriftsteller dann, wenn s kein festes Arbeitsverhältnis der publizistischen Tätigkeit zugrunde lag. Die Möglichkeit einen eigenen Verlag unter der Regie von Exulanten im Asylland zu Gründen war somit nicht gegeben, obwohl Baltensweiler bemerkt, dass sich diese Bestimmung
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umgehen ließ, in dem ein Staatsbürger des Asyllands zumindestens auf dem Papier die Verantwortung für eine mögliche Publikation übernahm (vgl. Baltensweiler 1996, S. 22). In der Schweiz benötigte man für den Betrieb eines Verlagshauses eine Genehmigung zur Publikation, deren Erteilung oder Ablehnung in der Zuständigkeit des Schweizerischen Schriftstellerverbands lag (vgl. Böni, 1987, S. 123ff). Nach Aussage Böni`s wies dieser des öfteren entsprechende Anträge im Falle einer bestimmten politischen Ausrichtung zurück. Der Grund hierfür lag seiner Annahme folgend vermutlich darin, einen politischen Interessenkonflikt zwischen der ’neutralen’Schweiz und dem Deutschen Reich zu vermeiden. (s. Böni, 1987, S. 124). Es wird deutlich, dass Aktivitäten mit politischem Schwerpunkt nur äußerst schwer auf legalem Weg durchzuführen waren. Parallel zu den einschränkenden gesetzlichen Bestimmungen beobachteten die Nationalsozialisten die Exilpresse mit wachsamen Auge, z. B. in dem sie Zeitungen und Zeitschriften beschafften und diese einem Lektorat unter nationalsozialistischen Gesichtspunkten unterzogen. Von der in Zürich verlegten Zeitschrift „Mass und Wert“ hatte das ansässige Generalkonsulat schon vor Erscheinen der ersten Ausgabe durch den exilierten Schriftsteller Ernst Glaeser erfahren, d er in regelmäßigem Kontakt mit dem Generalkonsulat in Zürich stand und alle ihm bekannten Informationen über den Sachstand der jeweiligen Entwicklung der Zeitschrift preis gab. Daraus ergaben sich bereits im Vorfeld erhebliche Schwierigkeiten hinsichtlich der praktischen Umsetzung der geplanten Neuerscheinung. Eine Folge dürfte das sofortige Verbot nach Erscheinen der ersten Ausgabe von „Mass und Wert“ im Deutschen Reich gewesen sein. (siehe Baltensweiler 1996, S.63). Daraus könnte sich ableiten lassen, dass die Reichweite von „Mass und Wert“ schon vor Beendigung der eigentlichen Anlaufphase durch die Amputation der deutschen Leserschaft eingeschränkt wurde.
2.2 Finanzielle Aspekte
Die finanzielle Lage der Exilpresse stellte sich insgesamt als sehr ungünstig dar. Dies liegt nach Ansicht von Maas zum einen daran, dass eine Vielzahl der potentiellen Leserschaft weiterhin im deutschen Reich wohnhaft war,
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Thore Rothenburg, 2004, Thomas Mann und die Exzilzeitschrift "Mass und Wert", Munich, GRIN Publishing GmbH
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