Inhaltsverzeichnis
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Einleitung 1
1. Begriffsbestimmung und Abgrenzung 2
2. Konfliktarten 4
2.1 Unterscheidung nach der Anzahl der Beteiligten 4
2.2 Unterscheidung nach Inhalten 5
2.3 Unterscheidung nach Erscheinungsformen 6
3. Konfliktentwicklung 7
4. Lösungsansätze 9
4.1 Formen der Konfliktbewältigung 9
4.2 Konfliktbehandlung durch eine Drittpartei 11
4.3 Mediation 13
5. Schlußbetrachtung 16
Literatur- und Quellenverzeichnis 17
Einleitung
Das Wort „Konflikt“ wird im heutigen Sprachgebrauch immer öfter für die unterschiedlichsten Situationen verwendet. Da wird vom Ehekonflikt gesprochen, vom Generationenkonflikt und vom Irak-Konflikt, Nahost-Konflikt, Nordirland-Konflikt etc. Viele dieser Konflikte beruhen auf Meinungsverschiedenheiten, manche auf militärischen Auseinandersetzungen. Es kommt fast schon zu einer Konflikt-„Inflation“.
In dieser Arbeit wird zunächst der Begriff „Konflikt“ geklärt und von verwandten Begriffen wie „Meinungsverschiedenheit“ und „Aggression“ abgegrenzt, da diese Begriffe oft synonym verwendet werden.
In Punkt zwei wird auf die Typologie der Konflikte eingegangen, wobei hier Konflikte nach unterschiedlichen Merkmalen in verschiedene Konfliktarten differenziert werden. Die Vielzahl der in der Literatur vorhandenen Konfliktarten führt hier zu einer notwendigen Eingrenzung auf ausgewählte Konflikttypen, um den Rahmen dieser Arbeit nicht zu sprengen.
Anschließend wird erläutert, wodurch ein Konflikt entsteht und wie er sich entwickelt. Dabei wird auf das Phasenmodell der Konflikteskalation eingegangen, das aus neun Eskalationsstufen besteht.
Zum Abschluss sollen Lösungsansätze zur Beseitigung von Konflikten vorgestellt werden. Einerseits werden mögliche Formen der Konfliktbewältigung durch die Konfliktparteien selbst erklärt, andererseits Strategien der Konfliktbehandlung durch eine Drittpartei. Als Beispiel für eine Konfliktlösung durch Vermittlung wird das Mediationsverfahren herausgegriffen und näher erläutert.
Fachhochschule Neu-Ulm Alexandra Kölbl
Sommersemester 2004
1. Begriffsbestimmung und Abgrenzung
Das Substantiv „Konflikt“ leitet sich vom lateinischen Verb „confligere“ ab, das mit „zusammenstoßen, kämpfen“ übersetzt werden kann. Oft werden Konflikte aggressiv ausgetragen. Doch muß zwischen reiner Aggression (die beabsichtigte körperliche oder seelische Schädigung einer Person) und Konflikt unterschieden werden, da bei Aggressionen wesentliche Merkmale eines Konflikts fehlen. 1)
Konflikte machen vorhandene Unterschiede deutlich. 2) Trotzdem ist nicht jede Situation zwischen Menschen mit unterschiedlichen Meinungen auch gleich ein Konflikt. 3) Heute werden viele Meinungsverschiedenheiten mit dem Wort Konflikt bezeichnet, beispielsweise der Streit zwischen Eheleuten als Ehekonflikt oder die unterschiedlichen Auffassungen in der Familie als Generationenkonflikt. Diese Situationen, in denen Ereignisse lediglich unterschiedlich wahrgenommen werden, sind jedoch noch keine Konflikte. Erst wenn dieser Eindruck einer Unvereinbarkeit ein entsprechendes Handeln nach sich zieht sind die Voraussetzungen für einen Konflikt gegeben.
Ein Konflikt liegt dann vor, wenn diese Handlungen eine Seite beeinträchtigen, wenn z. B. im Versuch, den anderen zu überzeugen, Druck ausgeübt wird oder Drohungen ausgesprochen werden. Konflikte entstehen auch dadurch, dass jede Seite versucht, ihre Ansichten, ihre Interessen und ihr Vorgehen gegen die andere Seite durchzusetzen. Als Voraussetzung für einen Konflikt müssen diese Menschen oder Gruppen außerdem in einer Beziehung zueinander stehen, d. h. sie müssen aufeinander angewiesen sein. 4)
Für das Entstehen eines Konfliktes ist das Verhalten der betreffenden Parteien verantwortlich. Es kommt zum Konflikt, wenn Ziele und Interessen unvereinbar scheinen und die Parteien sich entsprechend verhalten. Die Ziele können dabei objektiv vereinbar sein. Doch wenn eine der Parteien subjektiv davon ausgeht, mit der anderen in einem Interessengegensatz zu sein und dementsprechend handelt, kann ein Konflikt entstehen. 5)
1) Vgl. Rüttinger/Sauer (2000), S. 14
2) Vgl. Schwarz (1995), S. 15
3) Vgl. Bitzer/Liebsch/Behnert (2002), S. 38
4) Vgl. Höher/Höher (2000), S. 47
5) Vgl. ebd., S. 48
Fachhochschule Neu-Ulm Alexandra Kölbl Sommersemester 2004
In der Literatur existiert eine Vielzahl an Definitionen für Konflikte. Exemplarisch sollen hier zwei Definitionen herausgegriffen werden.
Rüttinger definiert Konflikte als „Spannungssituationen, in denen mehrere Parteien, die voneinander abhängig sind, mit Nachdruck versuchen, unvereinbare Handlungspläne zu verwirklichen und sich dabei ihrer Gegnerschaft bewusst sind“. 1)
Bei Glasl wird diese Definition auf der Ebene des Empfindens abgeändert: „Sozialer Konflikt ist eine Interaktion
- zwischen Aktoren (Individuen, Gruppen, Organisationen, etc.)
- wobei wenigstens ein Aktor
- Unvereinbarkeiten im Denken/Vorstellen/Wahrnehmen und/oder Fühlen und/oder Wollen
- mit dem anderen Aktor (anderen Aktoren) in der Art erlebt,
- dass im Realisieren eine Beeinträchtigung
- durch einen anderen Aktor (die anderen Aktoren) erfolge.“ 2)
Konflikte laufen auf verschiedenen Ebenen ab. Sie werden bestimmt durch den Sachinhalt (die Inhaltsebene) und die Beziehungsebene (Personen- oder Verhaltensebene der Konfliktparteien). Außerdem müssen Abläufe und
Steuerungsprozesse sowie Rahmenbedingungen beachtet werden. 3)
Bei Schwarz treten Konflikte auf dreierlei Dimensionen auf: der rationalen Dimension (hier geht es um ein bestimmtes Problem), der emotionalen Dimension (es geht um die asymetrische Identifizierung der Beteiligten mit gegensätzlichen Interessen) und der sozialen Dimension (gesellschaftlicher Bereich). 4)
1) Rüttinger/Sauer (2000), S. 7
2) Glasl (2002), S. 14
3) Vgl. Bitzer/Liebsch/Behnert (2002), S. 39
4) Vgl. Schwarz (1995), S. 44ff
Fachhochschule Neu-Ulm Alexandra Kölbl Sommersemester 2004
Quote paper:
Alexandra Kölbl, 2004, Konflikte: Definition, Arten, Lösungsansätze, Munich, GRIN Publishing GmbH
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